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  "lastUpdated": "2026-10-11",
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      "title": "Induktionsgesetz und Generator",
      "cardType": "wissen",
      "short": "Induktion einfach erklärt: magnetischer Fluss, Induktionsgesetz U = −N·ΔΦ/Δt, Lenz’sche Regel, Wirbelströme und Generator, mit Abituraufgabe zum induktiven Laden eines Elektrobusses.",
      "content": "<!-- core-card:ph-induktion -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Induktion</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du einen Versuch mit Spule oder Leiterschleife und sollst erklären, wann eine Spannung entsteht, und sie berechnen; Punkte gibt es für Begründung, Formel und Einheit, nicht nur fürs Ergebnis. Ändert sich das Magnetfeld, das eine Leiterschleife durchsetzt, entsteht in ihr eine Spannung, ohne dass eine Batterie angeschlossen ist. Diese Induktionsspannung hängt nicht davon ab, wie stark das Feld ist, sondern davon, wie schnell sich der magnetische Fluss Φ = B·A ändert: U<sub>ind</sub> = −N·ΔΦ/Δt. Der Fluss ändert sich, wenn sich die Flussdichte B oder die durchsetzte Fläche A ändert. Das Minuszeichen ist die Lenz’sche Regel: Der induzierte Strom wirkt seiner Ursache entgegen. Generatoren, Transformatoren, Induktionsherde und kabelloses Laden beruhen alle darauf.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Physik 12, Lernbereich 2 auf beiden Niveaus: magnetischer Fluss, Induktionsgesetz, Erzeugung sinusförmiger Wechselspannung.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Quelle: <a href=\"https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/gymnasium/12/physik/grundlegend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LehrplanPLUS Physik 12 gA</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Steck einen Stabmagneten in eine Spule, an der ein Spannungsmesser hängt. Solange der Magnet ruht, zeigt das Gerät null. Bewegst du ihn hinein, schlägt es aus; ziehst du ihn heraus, schlägt es in die andere Richtung aus. Je schneller du bewegst, desto größer der Ausschlag. Das heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Induktion<span class=\"wort-erkl\">Entstehen einer Spannung in einem Leiter durch ein sich änderndes Magnetfeld oder durch Bewegung im Magnetfeld</span></span>, entdeckt 1831 von Michael Faraday.</p>\n<p>Es kommt also nicht darauf an, wie viel Magnetfeld da ist, sondern ob es sich ändert. Um das genau zu fassen, braucht man eine Größe, die sagt, wie viel Magnetfeld durch eine Fläche hindurchtritt: den <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">magnetischen Fluss<span class=\"wort-erkl\">Φ = B·A: Flussdichte mal Fläche, durch die das Feld senkrecht tritt; Einheit Weber, 1 Wb = 1 T·m²</span></span>.</p>\n</div>\n\n<h4>Der einfachste Fall: ein Leiter bewegt sich durchs Feld</h4>\n<p>Ziehst du einen Draht der Länge l mit der Geschwindigkeit v quer durch ein Magnetfeld, bewegen sich seine Elektronen mit. Auf sie wirkt die Lorentzkraft e·v·B entlang des Drahts. Sie sammeln sich an einem Ende, bis das entstehende elektrische Feld sie gerade festhält: e·U/l = e·v·B. Daraus folgt</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p><strong>U<sub>ind</sub> = B · l · v</strong></p></div>\n<p>Pro Sekunde überstreicht der Draht die Fläche l·v. Die Spannung ist also B mal Fläche pro Zeit: Der Fluss durch die Schleife, zu der der Draht gehört, ändert sich. Das führt zum allgemeinen Gesetz.</p>\n\n<h4>Das Induktionsgesetz</h4>\n<p>Für eine Spule mit N Windungen gilt das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Induktionsgesetz<span class=\"wort-erkl\">U_ind = −N·ΔΦ/Δt: die induzierte Spannung ist proportional zur Änderungsrate des magnetischen Flusses</span></span>:</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p><strong>U<sub>ind</sub> = −N · ΔΦ / Δt</strong> mit Φ = B · A<sub>⊥</sub> (A<sub>⊥</sub>: Fläche senkrecht zu den Feldlinien).</p></div>\n<p>Jede Windung trägt dieselbe Spannung bei, deshalb der Faktor N. Zwei Spezialfälle reichen für die meisten Aufgaben:</p>\n<ul>\n<li><strong>B ändert sich, A bleibt:</strong> U = −N · A · ΔB/Δt. Beispiel: Ein Elektromagnet wird ein- oder ausgeschaltet, ein Wechselstrom ändert ständig das Feld.</li>\n<li><strong>A ändert sich, B bleibt:</strong> U = −N · B · ΔA/Δt. Beispiel: Eine Schleife wird in ein Feld hinein- oder herausgezogen, eine Spule dreht sich.</li>\n</ul>\n\n<h4>Die Lenz’sche Regel: gegen die Ursache</h4>\n<p>Das Minuszeichen beschreibt die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Lenz’sche Regel<span class=\"wort-erkl\">der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld der Ursache der Induktion entgegenwirkt</span></span>: Der induzierte Strom erzeugt ein Magnetfeld, das der Flussänderung entgegenwirkt. Schiebst du einen Nordpol auf einen Ring zu, wird der Ring auf dieser Seite selbst zum Nordpol und stößt den Magneten ab. Ziehst du ihn weg, zieht der Ring ihn zurück.</p>\n<p>Beim <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Thomson’schen Ringversuch<span class=\"wort-erkl\">ein Metallring liegt auf dem Eisenkern einer Spule; beim Einschalten springt er hoch, weil das Magnetfeld des Induktionsstroms im Ring vom Feld der Spule abgestoßen wird</span></span> springt ein Aluminiumring beim Einschalten der Spule hoch. Du musst also Arbeit verrichten, um Induktionsstrom zu erzeugen. Ohne diese Gegenwirkung bekäme man elektrische Energie umsonst: Die Lenz’sche Regel folgt aus der Energieerhaltung.</p>\n<p><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Wirbelströme<span class=\"wort-erkl\">kreisförmige Induktionsströme in einem ausgedehnten Metallstück, das sich in einem Magnetfeld bewegt oder einem wechselnden Feld ausgesetzt ist</span></span>:</strong> In einer Metallplatte entstehen Induktionsströme, die in sich kreisen. Nach Lenz bremsen sie die Bewegung (Wirbelstrombremse in Zügen) oder heizen das Metall (Induktionsherd: Das Wechselfeld unter dem Topfboden erzeugt Wirbelströme im Topf).</p>\n\n<h4>Der Generator: Wechselspannung durch Drehen</h4>\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Fluss und Induktionsspannung beim Generator <span>· Die Spannung ist am größten, wenn sich der Fluss am schnellsten ändert.</span></p>\n<!-- fig:generator-ut -->\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"ph-generator-ut-t ph-generator-ut-d\" fill=\"currentColor\"><title id=\"ph-generator-ut-t\">Generator: magnetischer Fluss und Induktionsspannung über der Zeit</title><desc id=\"ph-generator-ut-d\">Eine Spule dreht sich gleichmäßig im Magnetfeld. Der Fluss Φ(t) = B·A·cos(ωt) (gestrichelt, rot) und die Spannung U(t) = N·B·A·ω·sin(ωt) (blau) sind um eine Viertelperiode verschoben: Wo sich Φ am schnellsten ändert (Nulldurchgang), ist U am größten; wo Φ maximal ist, ist U null.</desc><line class=\"g-achse\" x1=\"40\" y1=\"118\" x2=\"320\" y2=\"118\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M326 118 L319 121.5 L319 114.5 Z\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"40\" y1=\"205\" x2=\"40\" y2=\"22\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M40 16 L43.5 23 L36.5 23 Z\"/><text class=\"g-klein\" x=\"324\" y=\"111\" text-anchor=\"end\">t</text><text class=\"g-klein\" x=\"46\" y=\"20\"></text><path class=\"g-kurve-rot\" stroke-dasharray=\"6 4\" d=\"M40 52 L41.4 52.1 L42.7 52.5 L44.1 53.2 L45.4 54.1 L46.8 55.2 L48.1 56.6 L49.5 58.3 L50.8 60.2 L52.2 62.3 L53.5 64.6 L54.9 67.1 L56.2 69.9 L57.6 72.8 L58.9 75.9 L60.3 79.2 L61.6 82.6 L63 86.2 L64.3 89.9 L65.7 93.7 L67 97.6 L68.4 101.6 L69.7 105.6 L71.1 109.7 L72.4 113.9 L73.8 118 L75.1 122.1 L76.5 126.3 L77.8 130.4 L79.2 134.4 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142.3 L252 146.1 L253.3 149.8 L254.7 153.4 L256 156.8 L257.4 160.1 L258.7 163.2 L260.1 166.1 L261.4 168.9 L262.8 171.4 L264.1 173.7 L265.5 175.8 L266.8 177.7 L268.2 179.4 L269.5 180.8 L270.9 181.9 L272.2 182.8 L273.6 183.5 L274.9 183.9 L276.3 184 L277.6 183.9 L279 183.5 L280.3 182.8 L281.7 181.9 L283 180.8 L284.4 179.4 L285.7 177.7 L287.1 175.8 L288.4 173.7 L289.8 171.4 L291.1 168.9 L292.5 166.1 L293.8 163.2 L295.2 160.1 L296.5 156.8 L297.9 153.4 L299.2 149.8 L300.6 146.1 L301.9 142.3 L303.3 138.4 L304.6 134.4 L306 130.4 L307.3 126.3 L308.7 122.1 L310 118\"/><text class=\"g-rot\" x=\"46\" y=\"46\">Φ</text><text class=\"g-blau\" x=\"77.8\" y=\"46\">U</text><line class=\"g-hilf\" x1=\"107.5\" y1=\"48\" x2=\"107.5\" y2=\"188\"/><text class=\"g-klein\" x=\"111.5\" y=\"204\">|Φ| maximal → U = 0</text><text class=\"g-klein\" x=\"183\" y=\"132\">T</text><text class=\"g-klein\" x=\"302\" y=\"132\" text-anchor=\"end\">2T</text></svg>\n<!-- /fig:generator-ut -->\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, berechnet.</strong> Gleichmäßig rotierende Spule: Die Spannung ist am größten, wenn sich der Fluss am schnellsten ändert.</figcaption>\n</figure>\n<p>Dreht sich eine Spule gleichmäßig mit der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Winkelgeschwindigkeit<span class=\"wort-erkl\">ω = 2π·f, wie schnell sich der Winkel ändert; Einheit 1/s</span></span> ω im homogenen Feld, ändert sich die Fläche, die das Feld senkrecht durchsetzt: Φ(t) = B·A·cos(ω·t). Die Spannung ist dort am größten, wo sich Φ am schnellsten ändert, also wenn die Spulenfläche parallel zu den Feldlinien steht und der Fluss gerade null ist. Es entsteht eine sinusförmige <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Wechselspannung<span class=\"wort-erkl\">Spannung, die periodisch ihre Richtung wechselt</span></span>:</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p><strong>U(t) = Û · sin(ω·t)</strong> mit dem Scheitelwert <strong>Û = N · B · A · ω</strong>.</p></div>\n<p>Doppelt so schnell drehen heißt doppelte Frequenz und doppelte Spannung. Ein Spannungsmesser für Wechselspannung zeigt meist den <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Effektivwert<span class=\"wort-erkl\">die Gleichspannung, die in einem Widerstand dieselbe Wärme erzeugen würde; bei Sinusform U_eff = Û/√2</span></span> U<sub>eff</sub> = Û/√2 an.</p>\n\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Musterlösung · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>a) In einer Spule (N = 500, A = 4,0 cm²) steigt B in 30 ms gleichmäßig von 0 auf 0,12 T. b) Ein Generator (N = 200, A = 0,010 m², B = 0,20 T) dreht mit 50 Hz. Berechnen Sie jeweils die (größte) Induktionsspannung.</p>\n<p>a) Ansatz: A fest, B ändert sich. |U| = N·A·ΔB/Δt = 500 · 4,0·10⁻⁴ m² · 0,12 T / 0,030 s = 0,80 V.</p>\n<p>b) ω = 2π · 50 Hz ≈ 314 s⁻¹. Û = N·B·A·ω = 200 · 0,20 T · 0,010 m² · 314 s⁻¹ ≈ 1,3·10² V.</p>\n</div>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Leistungskurs und erhöhtes Niveau: was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben.</p>\n<ul>\n<li><strong>Differenzielle Form:</strong> U<sub>ind</sub> = −N · dΦ/dt = −N · Φ′(t). Sie gilt auch, wenn sich der Fluss nicht gleichmäßig ändert. Aus einem Φ(t)-Diagramm liest du die Spannung als Steigung der Tangente ab.</li>\n<li><strong>Fläche und Feld ändern sich zugleich:</strong> Mit der Produktregel ist U<sub>ind</sub> = −N · (B′(t)·A(t) + B(t)·A′(t)).</li>\n<li><strong>Generator hergeleitet:</strong> Φ(t) = B·A·cos(ω·t) ableiten ergibt Φ′(t) = −B·A·ω·sin(ω·t), also U(t) = N·B·A·ω·sin(ω·t).</li>\n</ul>\n</div>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema „Der Elektrobus: Induktives Laden in der E-Mobilität“ (Abituraufgabe, grundlegendes Niveau). An Haltestellen werden Elektrobusse kabellos geladen. Im Asphalt liegt eine flache, runde Primärspule, die mit Wechselspannung betrieben wird. Zum Laden senkt sich die Sekundärspule des Busses bis auf 14 cm über die Mitte der Primärspule ab.</p>\n<p>Material 3 (gekürzt): Mittig über einer flachen Kreisspule (Radius R, N Windungen, Strom I) gilt im Abstand x: B = μ₀·N·I·R² / (2·(R² + x²)<sup>3/2</sup>). Daten: I<sub>max</sub> = 170 A, f = 85 kHz, N = 3 bei beiden Spulen, R = 0,50 m, Abstand 14 cm. Abbildung 3 zeigt den Verlauf von B in der Sekundärspule vereinfacht als Dreieck: In jeder halben Periode ändert sich B gleichmäßig zwischen −B<sub>max</sub> und +B<sub>max</sub>.</p>\n<p>Material 4 (gekürzt): Eine Runde ist 13 km lang, an der Endhaltestelle lädt der Bus etwa 11 Minuten mit 180 kW, er braucht 1,6 kWh pro Kilometer.</p>\n<p>1a „Erklären Sie das Zustandekommen der Induktionsspannung in der Sekundärspule.“ (4 BE)</p>\n<p>1b „Der Bereich innerhalb der Primärspule soll mit Eisenplatten ausgefüllt werden. Erklären Sie, dass damit eine höhere Induktionsspannung in der Sekundärspule am Bus erreicht werden kann.“ (3 BE)</p>\n<p>2a „Berechnen Sie mit den Daten aus Material 3 den maximalen Wert der magnetischen Flussdichte B<sub>Mitte</sub> der Primärspule mittig im Abstand von 14 cm über der Primärspule. [Kontrollwert: B<sub>Mitte</sub> = 0,57 mT]“ (3 BE)</p>\n<p>2b „Ermitteln Sie unter Berücksichtigung von Abbildung 3 (M 3) den maximalen Wert der induzierten Spannung an der Sekundärspule. Nehmen Sie an, dass die maximale magnetische Flussdichte in der Sekundärspule B<sub>max</sub> der magnetischen Flussdichte B<sub>Mitte</sub> aus Teilaufgabe 2a entspricht.“ (5 BE)</p>\n<p>3a „Begründen Sie mithilfe einer Rechnung anhand der Daten aus Tabelle 2, dass der Ladepunkt an der Endhaltestelle ausreicht, um den Bus den gesamten Tag fahren zu lassen.“ (3 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">IQB-Abituraufgabe Physik, grundlegendes Niveau, „Der Elektrobus – Induktives Laden in der E-Mobilität“ (2026GNFEmg1), Aufgaben 1a, 1b, 2a, 2b und 3a wörtlich, Material gekürzt, Abbildung 3 in Worten nach dem Erwartungshorizont. Die ganze Aufgabe hat 30 BE: 10 im Anforderungsbereich I, 15 im Bereich II, 5 im Bereich III.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1a:</strong> Die Primärspule liegt an Wechselspannung, also ändert sich ihre Stromstärke periodisch und damit auch ihr Magnetfeld. Dieses Feld durchsetzt die Sekundärspule. Der Fluss durch die Sekundärspule ist proportional zur Flussdichte und ändert sich deshalb ebenfalls periodisch. Nach dem Induktionsgesetz wird in der Sekundärspule eine Spannung induziert.</p>\n<p><strong>Zu 1b:</strong> Eisen verstärkt das Magnetfeld der Primärspule bei gleicher Stromstärke. Dann ist auch die Änderung der Flussdichte und des Flusses in der Sekundärspule größer, und mit ihr die Induktionsspannung.</p>\n<p><strong>Zu 2a:</strong> Einsetzen: B<sub>Mitte</sub> = 1,257·10⁻⁶ Vs/(Am) · 3 · 170 A · (0,50 m)² / (2 · ((0,50 m)² + (0,14 m)²)<sup>3/2</sup>) ≈ 0,57 mT.</p>\n<p><strong>Zu 2b:</strong> Ansatz U<sub>ind</sub> = N · A · ΔB/Δt. Laut Abbildung 3 ändert sich B in der Zeit T/2 um 2·B<sub>max</sub>. Mit T = 1/f ist Δt = 1/(2f).</p>\n<p>U<sub>ind</sub> = 3 · π · (0,50 m)² · 2 · 0,57·10⁻³ T · 2 · 85 000 Hz ≈ 4,6·10² V. Die induzierte Spannung beträgt höchstens etwa 0,46 kV.</p>\n<p><strong>Zu 3a:</strong> In 11 Minuten lädt der Bus E = 180 kW · 11 · 60 s = 1,19·10⁵ kJ ≈ 33 kWh. Damit fährt er 33 kWh / 1,6 kWh/km ≈ 21 km. Das ist mehr als eine Runde mit 13 km, die Ladung an der Endhaltestelle reicht also für jede neue Runde.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> In 1a die Kette Wechselspannung → wechselndes Feld → wechselnder Fluss → Induktion, in 2b den Ansatz und die abgelesene Änderung 2·B<sub>max</sub> in T/2. Einheiten umrechnen (kWh in kJ: 1 kWh = 3,6 MJ). Andere richtige Wege zählen gleich.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Eine rechteckige Leiterschleife (Breite 10 cm, Widerstand 0,50 Ω) wird mit 2,0 m/s aus einem Feld mit B = 0,30 T herausgezogen, das senkrecht zur Schleife steht.</p>\n<p>a) Berechne die induzierte Spannung.</p>\n<p>b) Warum spürst du beim Herausziehen eine bremsende Kraft? Wie groß ist sie?</p>\n<p>c) Zeige, dass deine Zugleistung gleich der elektrischen Leistung in der Schleife ist.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>a) Pro Sekunde verlässt die Fläche ΔA/Δt = 0,10 m · 2,0 m/s = 0,20 m²/s das Feld. |U| = B·ΔA/Δt = 0,30 T · 0,20 m²/s = 0,060 V = 60 mV.</p>\n<p>b) Lenz’sche Regel: Der Induktionsstrom wirkt der Abnahme des Flusses entgegen. Auf das Leiterstück, das noch im Feld ist, wirkt eine Lorentzkraft gegen die Bewegung. I = U/R = 0,060 V / 0,50 Ω = 0,12 A. F = I·l·B = 0,12 A · 0,10 m · 0,30 T = 3,6·10⁻³ N.</p>\n<p>c) Zugleistung P = F·v = 3,6·10⁻³ N · 2,0 m/s = 7,2 mW. Elektrisch P = U·I = 0,060 V · 0,12 A = 7,2 mW. Beide gleich: Die Arbeit beim Ziehen wird zu elektrischer Energie, wie es die Energieerhaltung verlangt.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Großes B, große Spannung.“</strong> Entscheidend ist die Änderung des Flusses, nicht seine Größe. Ein ruhender starker Magnet induziert nichts.</li>\n<li><strong>Windungszahl vergessen.</strong> Jede Windung trägt bei: Faktor N.</li>\n<li><strong>cm² als 10⁻² m².</strong> 1 cm² = 10⁻⁴ m².</li>\n<li><strong>Spannung maximal bei maximalem Fluss.</strong> Dort ist sie null, weil sich der Fluss gerade nicht ändert. Siehe Bild.</li>\n<li><strong>Lenz falsch herum.</strong> Der Induktionsstrom wirkt nicht dem Feld entgegen, sondern seiner Änderung. Nimmt der Fluss ab, verstärkt er das Feld.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Felder&card=by-ph-lorentzkraft\">Magnetfeld und Lorentzkraft</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Induktion&card=by-ph-selbstinduktion\">Selbstinduktion und Spule</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Schwingungen+und+Wellen&card=by-ph-schwingkreis\">Elektromagnetischer Schwingkreis</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Felder&card=by-ph-teilchen-b-feld\">Wien-Filter, Massenspektrometer, Hall-Effekt</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:ph-induktion -->"
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      "title": "Selbstinduktion und Spule",
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      "content": "<!-- core-card:ph-selbstinduktion -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Induktion</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du einen Stromkreis mit Spule und sollst erklären, warum der Strom nicht sofort steigt, und rechnen; Punkte gibt es für Begründung, Formel und Einheit, nicht nur fürs Ergebnis. Ändert sich der Strom in einer Spule, ändert sich ihr eigenes Magnetfeld, und das induziert in derselben Spule eine Spannung. Diese Selbstinduktionsspannung wirkt nach der Lenz’schen Regel jeder Stromänderung entgegen: U<sub>ind</sub> = −L·ΔI/Δt. Die Induktivität L sagt, wie stark eine Spule das tut. Beim Einschalten steigt der Strom deshalb erst allmählich an, beim schnellen Ausschalten entsteht kurz eine sehr hohe Spannung. Im Magnetfeld der Spule steckt die Energie ½·L·I².</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Physik 12, Lernbereich 2, auf beiden Niveaus als EVA: Ein- und Ausschalten, Induktivität, Energie des Magnetfelds. Das RL-Glied mit Zeitkonstante steht nur im eA.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Quelle: <a href=\"https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/gymnasium/12/physik/grundlegend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LehrplanPLUS Physik 12 gA</a> · <a href=\"https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/gymnasium/12/physik/erhoeht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LehrplanPLUS Physik 12 eA</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Auf dem Lernzettel zur Induktion entsteht eine Spannung, wenn sich der magnetische Fluss durch eine Spule ändert, etwa weil ein Magnet bewegt wird. Eine Spule mit Strom ist aber selbst ein Magnet. Ändert sich ihr Strom, ändert sich auch ihr eigenes Feld und damit der Fluss durch ihre eigenen Windungen. Sie induziert also eine Spannung in sich selbst: <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Selbstinduktion<span class=\"wort-erkl\">eine Spule induziert eine Spannung in sich selbst, wenn sich ihr eigener Strom ändert</span></span>.</p>\n<p>Nach Lenz wirkt diese Spannung ihrer Ursache entgegen. Steigt der Strom, bremst sie den Anstieg. Fällt er, versucht sie ihn aufrechtzuerhalten. Eine Spule verhält sich deshalb wie ein träger Körper in der Mechanik: Sie wehrt sich gegen jede Änderung, nicht gegen den Strom selbst.</p>\n</div>\n\n<h4>Die Induktivität L</h4>\n<p>Wie stark eine Spule sich wehrt, beschreibt die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Induktivität<span class=\"wort-erkl\">Kenngröße einer Spule: Selbstinduktionsspannung pro Stromänderungsrate; Einheit Henry</span></span> L:</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p><strong>U<sub>ind</sub> = −L · ΔI/Δt</strong>, Einheit 1 <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Henry<span class=\"wort-erkl\">1 H = 1 V·s/A: eine Spule mit 1 H erzeugt 1 V, wenn sich der Strom um 1 A pro Sekunde ändert</span></span> = 1 V·s/A.</p></div>\n<p>Für eine lange Spule kannst du L aus dem Bau berechnen. Ihr Feld ist B = μ₀·μᵣ·N·I/l, der Fluss durch eine Windung Φ = B·A. Ins Induktionsgesetz U = −N·ΔΦ/Δt eingesetzt:</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p>U = −N · A · μ₀·μᵣ·N/l · ΔI/Δt, also <strong>L = μ₀ · μᵣ · N² · A / l</strong>.</p></div>\n<p>Die Windungszahl steht im Quadrat: Doppelt so viele Windungen machen das Feld doppelt so stark und induzieren in doppelt so vielen Windungen, also vierfache Induktivität. Ein Eisenkern (μᵣ groß) erhöht L stark.</p>\n\n<h4>Einschalten: der Strom steigt allmählich</h4>\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Einschaltvorgang an einer Spule <span>· Der Strom steigt erst steil, dann immer flacher auf den Endwert; bei t = 30 ms sind 63 % erreicht.</span></p>\n<!-- fig:spule-einschalten -->\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"ph-spule-einschalten-t ph-spule-einschalten-d\" fill=\"currentColor\"><title id=\"ph-spule-einschalten-t\">Einschaltvorgang an einer Spule: Stromstärke über der Zeit</title><desc id=\"ph-spule-einschalten-d\">Sieben Messpunkte (von uns erstellt) und die berechnete Kurve I(t) = 0,30 A · (1 − e^(−t/30 ms)). Der Strom steigt erst steil, dann immer flacher auf den Endwert 0,30 A. Bei t = 30 ms sind 63 % erreicht, etwa 0,19 A. Die Anfangstangente erreicht den Endwert genau bei t = τ = 30 ms.</desc><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"192\" x2=\"344\" y2=\"192\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M350 192 L343 195.5 L343 188.5 Z\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"192\" x2=\"50\" y2=\"22\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M50 16 L53.5 23 L46.5 23 Z\"/><text class=\"g-klein\" x=\"348\" y=\"222\" text-anchor=\"end\">t in ms</text><text class=\"g-klein\" x=\"56\" y=\"20\">I in A</text><line class=\"g-achse\" x1=\"108\" y1=\"192\" x2=\"108\" y2=\"196\"/><text class=\"g-klein\" x=\"108\" y=\"207\" text-anchor=\"middle\">20</text><line class=\"g-achse\" x1=\"166\" y1=\"192\" x2=\"166\" y2=\"196\"/><text class=\"g-klein\" x=\"166\" y=\"207\" text-anchor=\"middle\">40</text><line class=\"g-achse\" x1=\"224\" y1=\"192\" x2=\"224\" y2=\"196\"/><text class=\"g-klein\" x=\"224\" y=\"207\" text-anchor=\"middle\">60</text><line class=\"g-achse\" x1=\"282\" y1=\"192\" x2=\"282\" y2=\"196\"/><text class=\"g-klein\" x=\"282\" y=\"207\" text-anchor=\"middle\">80</text><line class=\"g-achse\" x1=\"340\" y1=\"192\" x2=\"340\" y2=\"196\"/><text class=\"g-klein\" x=\"340\" y=\"207\" text-anchor=\"middle\">100</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"140\" x2=\"50\" y2=\"140\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"144\" text-anchor=\"end\">0,1</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"88\" x2=\"50\" y2=\"88\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"92\" text-anchor=\"end\">0,2</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"36\" x2=\"50\" y2=\"36\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"40\" text-anchor=\"end\">0,3</text><line class=\"g-raster\" x1=\"50\" y1=\"36\" x2=\"340\" y2=\"36\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"50\" y1=\"192\" x2=\"137\" y2=\"36\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"137\" y1=\"192\" x2=\"137\" y2=\"93.4\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"50\" y1=\"93.4\" x2=\"137\" y2=\"93.4\"/><path class=\"g-kurve\" d=\"M50 192 L51.8 188.8 L53.6 185.6 L55.4 182.5 L57.3 179.5 L59.1 176.6 L60.9 173.7 L62.7 170.8 L64.5 168.1 L66.3 165.3 L68.1 162.7 L69.9 160.1 L71.8 157.5 L73.6 155 L75.4 152.5 L77.2 150.1 L79 147.8 L80.8 145.5 L82.6 143.2 L84.4 141 L86.3 138.8 L88.1 136.7 L89.9 134.6 L91.7 132.6 L93.5 130.6 L95.3 128.7 L97.1 126.8 L98.9 124.9 L100.8 123.1 L102.6 121.3 L104.4 119.5 L106.2 117.8 L108 116.1 L109.8 114.4 L111.6 112.8 L113.4 111.2 L115.3 109.7 L117.1 108.2 L118.9 106.7 L120.7 105.2 L122.5 103.8 L124.3 102.4 L126.1 101 L127.9 99.7 L129.8 98.4 L131.6 97.1 L133.4 95.8 L135.2 94.6 L137 93.4 L138.8 92.2 L140.6 91 L142.4 89.9 L144.3 88.8 L146.1 87.7 L147.9 86.6 L149.7 85.6 L151.5 84.6 L153.3 83.6 L155.1 82.6 L156.9 81.6 L158.8 80.7 L160.6 79.8 L162.4 78.9 L164.2 78 L166 77.1 L167.8 76.3 L169.6 75.4 L171.4 74.6 L173.3 73.8 L175.1 73.1 L176.9 72.3 L178.7 71.5 L180.5 70.8 L182.3 70.1 L184.1 69.4 L185.9 68.7 L187.8 68 L189.6 67.4 L191.4 66.7 L193.2 66.1 L195 65.5 L196.8 64.9 L198.6 64.3 L200.4 63.7 L202.3 63.1 L204.1 62.5 L205.9 62 L207.7 61.5 L209.5 60.9 L211.3 60.4 L213.1 59.9 L214.9 59.4 L216.8 58.9 L218.6 58.5 L220.4 58 L222.2 57.6 L224 57.1 L225.8 56.7 L227.6 56.3 L229.4 55.8 L231.3 55.4 L233.1 55 L234.9 54.6 L236.7 54.2 L238.5 53.9 L240.3 53.5 L242.1 53.1 L243.9 52.8 L245.8 52.4 L247.6 52.1 L249.4 51.8 L251.2 51.4 L253 51.1 L254.8 50.8 L256.6 50.5 L258.4 50.2 L260.3 49.9 L262.1 49.6 L263.9 49.4 L265.7 49.1 L267.5 48.8 L269.3 48.5 L271.1 48.3 L272.9 48 L274.8 47.8 L276.6 47.5 L278.4 47.3 L280.2 47.1 L282 46.8 L283.8 46.6 L285.6 46.4 L287.4 46.2 L289.3 46 L291.1 45.8 L292.9 45.6 L294.7 45.4 L296.5 45.2 L298.3 45 L300.1 44.8 L301.9 44.6 L303.8 44.4 L305.6 44.3 L307.4 44.1 L309.2 43.9 L311 43.8 L312.8 43.6 L314.6 43.4 L316.4 43.3 L318.3 43.1 L320.1 43 L321.9 42.9 L323.7 42.7 L325.5 42.6 L327.3 42.4 L329.1 42.3 L330.9 42.2 L332.8 42 L334.6 41.9 L336.4 41.8 L338.2 41.7 L340 41.6\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"50\" cy=\"192\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"79\" cy=\"147.8\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"108\" cy=\"116.1\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"137\" cy=\"93.2\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"166\" cy=\"77.1\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"224\" cy=\"57.3\" r=\"3.5\"/><circle class=\"g-fill-rot\" cx=\"311\" cy=\"43.8\" r=\"3.5\"/><text class=\"g-klein\" x=\"340\" y=\"30\" text-anchor=\"end\">Endwert 0,30 A</text><text class=\"g-blau\" x=\"145.7\" y=\"109.4\">63 % bei τ</text><text class=\"g-klein\" x=\"139.9\" y=\"30\">← Anfangstangente</text></svg>\n<!-- /fig:spule-einschalten -->\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, berechnet.</strong> Einschaltvorgang mit U₀ = 6,0 V, R = 20 Ω, L = 0,60 H. Rote Punkte: Messreihe (von uns erstellt) aus der Aufgabe unten.</figcaption>\n</figure>\n<p>Legst du eine Spule mit dem Widerstand R an eine Gleichspannung U₀, springt der Strom nicht sofort auf U₀/R. Am Anfang ist die Änderung am größten, also auch die Gegenspannung: Fast die ganze Quellspannung liegt an der Spule. Je näher der Strom dem Endwert kommt, desto langsamer ändert er sich, und desto kleiner wird die Gegenspannung.</p>\n<ul>\n<li><strong>Endwert:</strong> I<sub>end</sub> = U₀/R. Bei konstantem Strom gibt es keine Selbstinduktion mehr, nur der Drahtwiderstand zählt.</li>\n<li><strong>Zeitkonstante:</strong> τ = L/R. Nach τ sind 63 % des Endwerts erreicht, nach 5τ praktisch alles. Größeres L heißt langsamer, größeres R schneller.</li>\n<li><strong>Anfangssteigung:</strong> Bei t = 0 fließt noch kein Strom, die ganze Spannung liegt an L: ΔI/Δt = U₀/L. Die Anfangstangente erreicht den Endwert genau bei t = τ.</li>\n</ul>\n\n<h4>Ausschalten: die Spannungsspitze</h4>\n<p>Unterbrichst du den Stromkreis, soll der Strom in sehr kurzer Zeit auf null fallen. ΔI/Δt ist riesig, also auch die Selbstinduktionsspannung. Sie kann ein Vielfaches der Betriebsspannung erreichen: Am Schalter springt ein Funke über, eine parallel geschaltete Glimmlampe, die erst ab rund hundert Volt zündet, blitzt auf. Dieselbe Spitze nutzt die Zündspule im Benzinmotor. In Schaltungen schützt man Bauteile davor mit einer Diode parallel zur Spule.</p>\n<p>Schaltest du die Spule stattdessen über einen Widerstand ab, fällt der Strom wie beim Kondensator exponentiell mit derselben Zeitkonstante τ = L/R.</p>\n\n<h4>Energie im Magnetfeld</h4>\n<p>Während der Strom ansteigt, arbeitet die Quelle gegen die Gegenspannung. Diese Arbeit steckt danach im Magnetfeld der Spule:</p>\n<div class=\"ks-beispiel\"><p><strong>E<sub>mag</sub> = ½ · L · I²</strong></p></div>\n<p>Sie wird beim Ausschalten wieder frei, im Funken, in der Glimmlampe oder als Wärme im Widerstand. Spule und Kondensator sind Gegenstücke: Der Kondensator speichert ½·C·U² im elektrischen Feld, die Spule ½·L·I² im magnetischen Feld. Bei der Spule ist τ = L/R, beim Kondensator τ = R·C.</p>\n\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Musterlösung · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Lange Luftspule: N = 1000, A = 5,0 cm², l = 20 cm. Berechnen Sie L und die Energie im Feld bei I = 2,0 A.</p>\n<p>L = μ₀·N²·A/l = 1,257·10⁻⁶ Vs/(Am) · 1000² · 5,0·10⁻⁴ m² / 0,20 m ≈ 3,1·10⁻³ H = 3,1 mH.</p>\n<p>E = ½·L·I² = 0,5 · 3,14·10⁻³ H · (2,0 A)² ≈ 6,3·10⁻³ J.</p>\n</div>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Leistungskurs und erhöhtes Niveau: was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben. In vielen Ländern gehört die ganze Selbstinduktion nur zum Leistungskurs.</p>\n<ul>\n<li><strong>Verläufe mathematisch:</strong> Einschalten I(t) = (U₀/R) · (1 − e<sup>−t·R/L</sup>), Spannung an der Spule U<sub>L</sub>(t) = U₀ · e<sup>−t·R/L</sup>. Abschalten über R: I(t) = I₀ · e<sup>−t·R/L</sup>.</li>\n<li><strong>Differentialgleichung:</strong> Im Stromkreis gilt U₀ = R·I + L·dI/dt. Der Ansatz oben erfüllt sie; beim Einsetzen kürzen sich die e-Funktionen heraus.</li>\n<li><strong>Energie hergeleitet:</strong> Die Leistung an der Spule ist P = U·I = L·I·dI/dt. Aufsummiert von 0 bis I ergibt das E = ∫ L·I dI = ½·L·I².</li>\n</ul>\n</div>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Induktivität einer Spule aus einer Einschaltkurve bestimmen. Eine Spule mit dem Gesamtwiderstand R = 20 Ω wird zur Zeit t = 0 an U₀ = 6,0 V angeschlossen. Ein Messwerterfassungssystem nimmt die Stromstärke auf (siehe Abbildung oben):</p>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>t in ms</th><th>0</th><th>10</th><th>20</th><th>30</th><th>40</th><th>60</th><th>90</th></tr></thead>\n<tbody><tr><td>I in A</td><td>0</td><td>0,085</td><td>0,146</td><td>0,190</td><td>0,221</td><td>0,259</td><td>0,285</td></tr></tbody>\n</table></div>\n<p>1 Beschreiben Sie den zeitlichen Verlauf der Stromstärke und erklären Sie ihn mit der Selbstinduktion. (5 BE)</p>\n<p>2 Ermitteln Sie aus den Messwerten die Zeitkonstante und daraus die Induktivität der Spule. (5 BE)</p>\n<p>3 Berechnen Sie die Energie, die im Magnetfeld gespeichert ist, wenn der Strom seinen Endwert erreicht hat. (2 BE)</p>\n<p>4 Parallel zur Spule wird eine Glimmlampe geschaltet, die erst ab etwa 100 V leuchtet. Beim Öffnen des Schalters blitzt sie kurz auf. Erklären Sie diese Beobachtung und schätzen Sie ab, in welcher Zeit der Strom höchstens abfallen darf, damit sie zündet. (6 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Übungsaufgabe von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben; Messwerte berechnet für L = 0,60 H. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I und II):</strong> Der Strom steigt von 0 an, zuerst steil (in den ersten 10 ms um 0,085 A), dann immer flacher, und nähert sich einem Endwert von etwa 0,30 A. Erklärung: Beim Einschalten ändert sich der Strom, damit das Magnetfeld und der Fluss in der Spule. Das induziert eine Spannung, die nach Lenz dem Anstieg entgegenwirkt. Je größer die Änderung, desto größer die Gegenspannung. Mit der Zeit wird die Änderung kleiner, bis bei konstantem Strom nur noch R begrenzt: I<sub>end</sub> = U₀/R = 6,0 V / 20 Ω = 0,30 A.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Nach τ sind 63 % des Endwerts erreicht: 0,63 · 0,30 A ≈ 0,19 A. Diesen Wert zeigt die Tabelle bei t = 30 ms, also τ ≈ 30 ms. Aus τ = L/R folgt L = τ·R = 0,030 s · 20 Ω = 0,60 H. Kontrolle über die Anfangssteigung: U₀/L = 6,0 V / 0,60 H = 10 A/s, die Tangente erreicht 0,30 A nach 0,30 A / 10 A/s = 30 ms.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB I):</strong> E = ½·L·I² = 0,5 · 0,60 H · (0,30 A)² = 0,027 J.</p>\n<p><strong>Zu 4 (AFB III):</strong> Beim Öffnen soll der Strom schlagartig auf null. Die große Änderungsrate induziert eine hohe Spannung, die den Strom aufrechterhalten will. Er fließt kurz über die Glimmlampe weiter; die gespeicherte Energie wird dort frei. Abschätzung: Die Lampe zündet ab |U| = L·ΔI/Δt ≈ 100 V. Also Δt ≤ L·ΔI / U = 0,60 H · 0,30 A / 100 V = 1,8 ms. Fällt der Strom schneller als in etwa 2 ms, leuchtet die Lampe auf.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> Werte mit Einheit aus der Tabelle, Begründung mit Lenz und Induktionsgesetz, bei der Abschätzung die Annahmen nennen. Andere richtige Wege zählen gleich, etwa τ über die Anfangstangente.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Eine Spule mit L = 0,50 H und R = 10 Ω liegt an 12 V.</p>\n<p>a) Welchen Endstrom erreicht sie, wie groß ist τ, und wie viel Strom fließt nach τ?</p>\n<p>b) Beim Ausschalten fällt der Strom in 2,0 ms auf null. Schätze die Selbstinduktionsspannung ab.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>a) I<sub>end</sub> = 12 V / 10 Ω = 1,2 A. τ = L/R = 0,50 H / 10 Ω = 0,050 s = 50 ms. Nach 50 ms fließen 63 % davon, etwa 0,76 A.</p>\n<p>b) |U| = L·ΔI/Δt = 0,50 H · 1,2 A / 2,0·10⁻³ s = 300 V, das 25-Fache der Betriebsspannung.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Die Spule bremst auch Gleichstrom.“</strong> Bei konstantem Strom gibt es keine Selbstinduktion, nur der Drahtwiderstand bleibt.</li>\n<li><strong>N statt N².</strong> In L steht die Windungszahl im Quadrat.</li>\n<li><strong>τ = R·L.</strong> Bei der Spule ist τ = L/R, beim Kondensator τ = R·C.</li>\n<li><strong>Spannungsspitze beim Einschalten.</strong> Die gefährlich hohe Spannung entsteht beim Ausschalten, weil der Strom dann viel schneller fällt, als er beim Einschalten steigt.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Induktion&card=by-ph-induktion\">Induktionsgesetz und Generator</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Schwingungen+und+Wellen&card=by-ph-schwingkreis\">Elektromagnetischer Schwingkreis</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Felder&card=by-ph-kondensator\">Kondensator: Kapazität, Energie, Entladen</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:ph-selbstinduktion -->"
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