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  "category": "Antike",
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  "version": "2027.1",
  "lastUpdated": "2026-10-11",
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      "id": "be-ge-athen-entwicklung",
      "cat": "Antike",
      "title": "Athen auf dem Weg zur Demokratie: Solon bis Perikles",
      "cardType": "wissen",
      "short": "Wie Athen Schritt für Schritt zur Demokratie wurde, einfach erklärt: Adelsherrschaft und Schuldknechtschaft, Solons Reformen 594 vor Christus mit seinem eigenen Gedicht im Wortlaut, Tyrannis, Kleisthenes 508/507, Entmachtung des Areopags 462/461 und Perikles, Forschungsstreit und Abituraufgabe.",
      "content": "<!-- core-card:ge-athen-entwicklung -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Athen auf dem Weg zur Demokratie, 594–429 vor Christus</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>Fragt die Klausur zur Entwicklung der Demokratie in Athen, prüft sie, ob du eine Entwicklung erklären und einordnen kannst; Punkte gibt es, wenn du Material und Wissen verbindest und dein Urteil begründest. Die Demokratie in Athen entstand nicht auf einen Schlag, sondern in Schritten über mehr als hundert Jahre, und jeder Schritt schwächte die Macht des Adels. Solon beendete 594 vor Christus die Schuldknechtschaft und verteilte politische Rechte nach Vermögen statt nach Geburt. Nach einer Zeit der Alleinherrschaft ordnete Kleisthenes 508/507 die Bürger in zehn neue Bezirke und schuf den Rat der 500. 462/461 verlor der alte Adelsrat seine Kontrollrechte an Rat, Volksversammlung und Volksgerichte, und Perikles führte Tagegelder ein, damit auch Arme mitmachen konnten. Zugleich engte ein Gesetz von 451 das Bürgerrecht ein: Mehr Teilhabe für weniger Bürger ist die Spannung dieser Demokratie.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt · GK und LK</span><p>Prüfungsschwerpunkt 2027 für Grund- und Leistungskurs:</p><details class=\"ks-wortlaut\"><summary>Mehr aus den amtlichen Vorgaben</summary><ul>\n<li>„Demokratieentwicklung in der attischen Polis von Solon bis Perikles“</li>\n</ul>\n<p>Wie die fertige Demokratie unter Perikles funktionierte, steht im nächsten Lernzettel.</p>\n<p>Quellen: <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_gk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prüfungsschwerpunkte Geschichte 2027, Grundkurs</a>, <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_lk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leistungskurs</a> (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie).</p></details></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus herrschte in Athen der Adel. Viele Kleinbauern waren verschuldet. Wer nicht zahlen konnte, verlor Land und Freiheit und geriet in <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Schuldknechtschaft<span class=\"wort-erkl\">Ein Schuldner muss mit seiner Person haften: Er wird Knecht oder Sklave des Gläubigers, bis die Schuld abgearbeitet ist</span></span>. Die Spannungen drohten die Polis zu zerreißen. Die Demokratie entstand nicht auf einen Schlag, sondern in Schritten über mehr als hundert Jahre.</p>\n<p>In der Klausur sollst du diese Schritte in der richtigen Reihenfolge erklären und zeigen, wie jeder auf ein Problem antwortete. Am Ende steht die Frage, wie demokratisch Athen wirklich war. Die fertige Ordnung unter Perikles steht auf <a href=\"?category=Antike&card=be-ge-attische-demokratie\">dem Lernzettel zur attischen Demokratie</a>.</p>\n</div>\n\n<h4>Solon (594 vor Christus): Ordnung nach Vermögen</h4>\n<ul>\n<li><strong>Lastenabschüttelung</strong> (Seisachtheia): Die Schulden der armen Bauern werden gestrichen, die Schuldknechtschaft wird abgeschafft.</li>\n<li><strong>Vier Vermögensklassen:</strong> Politische Rechte hängen nun vom Besitz ab, nicht mehr von der Geburt: Wer mehr besitzt, hat mehr Rechte. Zugleich bekommen auch die unteren Schichten mehr Mitsprache.</li>\n</ul>\n<p>Man nennt diese Ordnung eine <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Timokratie<span class=\"wort-erkl\">Herrschaftsform, in der politische Rechte nach dem Vermögen gestaffelt sind</span></span>. Sie beendete die Krise nicht ganz: Nach Solon errang <strong>Peisistratos</strong> die Alleinherrschaft. Er und seine Söhne regierten als Tyrannen, bis die Tyrannis 510 vor Christus endete.</p>\n\n<div class=\"ks-zitat\">\n<span class=\"ks-label\">M 1 · Solon über seine eigenen Reformen, Gedicht (Fragment 36), überliefert in der „Verfassung der Athener“ aus der Schule des Aristoteles, Kapitel 12,4 (Auszug)</span>\n<p>„[…] die schwarze Erde, aus der ich einst die vielerorts eingerammten Grenzsteine riss; früher war sie geknechtet, jetzt ist sie frei. Viele brachte ich nach Athen in die von Göttern gegründete Heimat zurück, die verkauft worden waren, den einen zu Unrecht, den anderen zu Recht […]. Satzungen aber schrieb ich gleichermaßen für den Geringen wie für den Vornehmen und fügte jedem ein gerades Recht.“</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Griechischer Text nach der Ausgabe von Kenyon (Oxford 1920) in der Perseus Digital Library; Übersetzung von uns.</p>\n</div>\n<p>Lies genau: Die „Grenzsteine“ markierten verpfändetes Land; wer sie entfernte, hob die Schulden auf. Solon spricht als Verteidiger seiner eigenen Politik, das Gedicht ist also Selbstdarstellung. Auffällig ist der letzte Satz: gleiches Recht für Arm und Reich, aber nicht gleiche Macht. Die Macht blieb nach Vermögen gestaffelt.</p>\n\n<h4>Kleisthenes (508/507 vor Christus): Neuordnung des Volkes</h4>\n<ul>\n<li><strong>Demen</strong> (Gemeinden mit Selbstverwaltung) werden Grundlage der politischen Ordnung.</li>\n<li>Die Demen werden zu 30 <strong>Trittyen</strong> aus Stadt, Küste und Binnenland gebündelt. Je eine Trittys aus jeder Region bildet eine von zehn neuen <strong>Phylen</strong>. So mischt Kleisthenes die Regionen und bricht die alten Adelsverbände auf.</li>\n<li>Jede Phyle schickt 50 Mitglieder in den <strong>Rat der 500</strong> (Boule).</li>\n<li>Das <strong>Scherbengericht</strong> (Ostrakismos) erlaubt es der Volksversammlung, einen zu mächtigen Politiker für zehn Jahre zu verbannen. Zum ersten Mal angewandt wurde es 487 vor Christus.</li>\n</ul>\n\n<h4>Ephialtes und Perikles: die „radikale“ Demokratie</h4>\n<p><strong>462/461 vor Christus</strong> setzte Ephialtes durch, dass dem <strong>Areopag</strong>, dem alten Adelsrat, wichtige Befugnisse genommen wurden: die Kontrolle der Beamten und die Aufsicht über die Gesetze gingen an den Rat der 500, die Volksversammlung und die Volksgerichte über. Ephialtes wurde bald darauf ermordet; die Tat blieb ungeklärt. In den folgenden Jahren wurden die meisten Ämter per <strong>Los</strong> besetzt.</p>\n<p><strong>Perikles</strong> prägte Athen über 30 Jahre. Er führte <strong>Diäten</strong> für die Richter der Volksgerichte ein, Tagegelder, damit auch Arme teilnehmen konnten; später bekamen auch Ratsherren und Amtsträger solche Gelder. 451 vor Christus beschränkte ein Gesetz, das ihm zugeschrieben wird, das Bürgerrecht auf Kinder, deren Eltern beide Athener waren. Teilhabe für mehr Bürger, aber weniger Bürger: Das ist die Spannung der attischen Demokratie.</p>\n\n<h4>Die Elemente verknüpft</h4>\n<p>Jede Reform antwortete auf ein Problem der vorigen Stufe. Solon (M 1) löste die soziale Krise der verschuldeten Bauern, ließ aber die Macht bei den Reichen; der Streit der Adelsfamilien ging weiter und mündete in die Tyrannis. Kleisthenes brach die Macht dieser Familien, indem er die Bürger neu mischte und den Rat der 500 schuf. Weil der Areopag als Adelsrat weiter Kontrolle ausübte, nahm Ephialtes ihm diese Rechte. Und weil Arme sich Teilnahme nicht leisten konnten, führte Perikles Diäten ein. Die Flotte, in der die armen Bürger als Ruderer dienten, und das Geld aus dem Seebund stärkten zugleich ihr Gewicht. So wurde aus einer Ordnung nach Vermögen eine Herrschaft der männlichen Bürgerschaft.</p>\n\n<h4>Forschungsstreit: Plan oder Machtkampf?</h4>\n<ul>\n<li><strong>Bewusste Demokratisierung:</strong> Lange galten Solon und Kleisthenes als Väter der Demokratie, die gezielt das Volk beteiligen wollten.</li>\n<li><strong>Machtkampf im Adel:</strong> Andere betonen, dass Kleisthenes selbst aus einer Adelsfamilie kam und das Volk nach Herodot „auf seine Seite zog“, um sich gegen Rivalen durchzusetzen; die Demokratie sei eine Folge, kein Plan gewesen.</li>\n<li><strong>Quellenproblem:</strong> Fast alle Berichte stammen aus viel späterer Zeit, die „Verfassung der Athener“ etwa aus dem 4. Jahrhundert; vieles, etwa die Zuschreibung des Scherbengerichts an Kleisthenes, ist unsicher.</li>\n</ul>\n<p class=\"ks-quelle\">Deutungen und Daten: Lehrbuchwissen; Herodot, Historien 5,66.</p>\n\n<h4>Urteilskriterien</h4>\n<ul>\n<li><strong>Beteiligung:</strong> Wer durfte nach jeder Stufe mitentscheiden?</li>\n<li><strong>Macht des Adels:</strong> Wie stark wurde sie jeweils begrenzt?</li>\n<li><strong>Motive:</strong> Ausgleich, Machtsicherung oder Überzeugung?</li>\n<li><strong>Quellen:</strong> Selbstdarstellung oder spätere Überlieferung?</li>\n</ul>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<span class=\"ks-label\">Aufgabe (von uns formuliert, angelehnt an den Prüfungsschwerpunkt „Demokratieentwicklung in der attischen Polis von Solon bis Perikles“)</span>\n<p>1. Geben Sie wieder, wie Solon in M 1 seine Reformen darstellt. (AFB I)</p>\n<p>2. Erläutern Sie die Schritte der Demokratieentwicklung von Solon bis Perikles. (AFB II)</p>\n<p>3. Beurteilen Sie, ob Solon als „Vater der Demokratie“ bezeichnet werden kann. (AFB III)</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Erwartungshorizont zeigen</summary><div>\n<p><strong>Zu 1:</strong> Befreiung des verpfändeten Landes durch Entfernen der Grenzsteine, Rückholung in die Sklaverei verkaufter Athener, gleiches geschriebenes Recht für Geringe und Vornehme. Einordnung: Selbstverteidigung in Versform, überliefert erst im 4. Jahrhundert.</p>\n<p><strong>Zu 2:</strong> Solon 594: Seisachtheia, Ende der Schuldknechtschaft, vier Vermögensklassen; Tyrannis bis 510; Kleisthenes 508/507: Demen, Trittyen, zehn Phylen, Rat der 500, Scherbengericht; Ephialtes 462/461: Entmachtung des Areopags; Perikles: Diäten, Los, Bürgerrechtsgesetz 451.</p>\n<p><strong>Zu 3:</strong> <em>Dafür:</em> Ende der Schuldknechtschaft, Rechte nach Vermögen statt Geburt, gleiches geschriebenes Recht, Grundlage für spätere Schritte. <em>Dagegen:</em> Timokratie, Macht der Reichen, keine Volksherrschaft, Tyrannis folgte; die eigentliche Demokratie begann mit Kleisthenes. Ein gelungenes Urteil: Wegbereiter, nicht Vater. Für die oberen Noten: Du nennst das Quellenproblem.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Ordne die Schritte und nenne zu jedem in einem Halbsatz, wie er den Adel schwächte: Kleisthenes, Ephialtes, Solon.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Solon (594): Rechte nach Vermögen statt Geburt, Ende der Schuldknechtschaft. Kleisthenes (508/507): zehn neue Phylen mischen die Regionen und brechen die Adelsverbände auf, Rat der 500. Ephialtes (462/461): Der Adelsrat Areopag verliert seine Kontrollrechte an das Volk.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Solon als Demokraten bezeichnen.</strong> Seine Ordnung war eine Timokratie; die Demokratie begann erst mit Kleisthenes.</li>\n<li><strong>Phylen mit Demen verwechseln.</strong> Demen sind die Gemeinden; zehn Phylen bündeln je drei Trittyen aus verschiedenen Regionen.</li>\n<li><strong>Diäten als Luxus deuten.</strong> Sie ersetzten verlorenen Lohn und machten Teilhabe für Arme erst möglich.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=be-ge-zeitleiste\">Zeitleiste: von Athen bis 2013</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Antike&card=be-ge-attische-demokratie\">Attische Demokratie und römisches Reich</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Antike&card=be-ge-roemische-republik\">Römische Republik: Verfassung und Ständekämpfe</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=be-ge-op-beurteilen\">Beurteilen, bewerten, Stellung nehmen, diskutieren (AFB III)</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:ge-athen-entwicklung -->"
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      "id": "be-ge-attische-demokratie",
      "cat": "Antike",
      "title": "Attische Demokratie und römisches Reich",
      "cardType": "wissen",
      "short": "Attische Demokratie einfach erklärt: Entwicklung von Solon über Kleisthenes und Ephialtes bis Perikles, Institutionen von Volksversammlung bis Scherbengericht, Perikles' Gefallenenrede bei Thukydides im Wortlaut, exklusive Gleichheit, Vergleich mit heutiger Demokratie, dazu Verwaltung und Recht im Römischen Reich, Forschungsstreit und Abituraufgabe.",
      "content": "<!-- core-card:ge-attische-demokratie -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Attische Demokratie und Römisches Reich, 6. Jahrhundert vor Christus bis 3. Jahrhundert</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In Athen entstand zwischen etwa 600 und 450 vor Christus Schritt für Schritt eine Herrschaft der Bürger: Solon milderte die Schuldknechtschaft, Kleisthenes ordnete die Bürgerschaft neu und schuf den Rat der 500, Ephialtes entmachtete den Adelsrat, Perikles führte Tagegelder ein. Die Bürger entschieden direkt in der Volksversammlung, viele Ämter wurden gelost. Gleich waren aber nur die männlichen Vollbürger; Frauen, Fremde und Sklaven, also die Mehrheit, blieben ausgeschlossen. Rom hinterließ Europa dagegen eine Reichsverwaltung mit Provinzen und ein Recht, das bis heute in Gesetzbüchern steckt. In der Klausur vergleichst du Athens Demokratie mit der heutigen und beurteilst sie aus damaliger und heutiger Sicht.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt · GK und LK</span><p>Prüfungsschwerpunkt 2027:</p><details class=\"ks-wortlaut\"><summary>Mehr aus den amtlichen Vorgaben</summary><ul>\n<li>„Demokratieentwicklung in der attischen Polis von Solon bis Perikles“</li>\n</ul>\n<p>Für Berlin zählt in diesem Lernzettel der Teil zu Athen; der Abschnitt zum Römischen Reich in der Kaiserzeit ist 2027 kein Schwerpunkt. Zur Geschichtskultur in diesem Halbjahr nennt der Rahmenlehrplan: „Darstellung und Deutung der Antike und des Mittelalters in der Geschichtskultur, z. B. in Literatur, Film, bildlichen Darstellungen oder in politischen Inszenierungen“.</p>\n<p>Quellen: <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_gk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prüfungsschwerpunkte Geschichte 2027, Grundkurs</a>, <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_lk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leistungskurs</a>; <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/faecher-rahmenlehrplaene/rahmenlehrplaene/rahmenlehrplan-geschichte-go-teil-c.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rahmenlehrplan Geschichte gymnasiale Oberstufe, Teil C</a>.</p></details></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Demokratie<span class=\"wort-erkl\">griechisch „Herrschaft des Volkes“ (demos = Volk, kratein = herrschen)</span></span> ist ein griechisches Wort, und in Athen wurde sie zum ersten Mal ausprobiert. Aber „Volk“ hieß dort etwas anderes als heute, und die Bürger regierten selbst, statt Abgeordnete zu wählen.</p>\n<p>Athen war eine <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Polis<span class=\"wort-erkl\">griechischer Stadtstaat: Stadt mit Umland, selbstständig regiert von ihren Bürgern</span></span>, also ein Stadtstaat mit Umland. In der Klausur sollst du erklären, wie die Demokratie dort entstand und funktionierte, und sie mit heutigen Demokratien vergleichen. Dabei gilt: erst aus der damaligen Zeit verstehen, dann aus heutiger Sicht beurteilen.</p>\n</div>\n\n<h4>Von Solon bis Perikles: wie die Demokratie entstand</h4>\n<ul>\n<li><strong>Solon (594/593 vor Christus):</strong> Viele Bauern waren bei Adligen verschuldet und gerieten in Schuldknechtschaft. Solon hob die Schulden auf und verbot die Versklavung wegen Schulden. Er teilte die Bürger nach Vermögen in vier Klassen ein: Wer reicher war, durfte höhere Ämter übernehmen, aber alle durften in die Volksversammlung.</li>\n<li><strong>Tyrannis:</strong> Danach herrschten Peisistratos und seine Söhne als Alleinherrscher, bis 510 vor Christus.</li>\n<li><strong>Kleisthenes (508/507 vor Christus):</strong> Er teilte die Bürger neu in zehn Bezirke (Phylen) ein, die Stadt, Küste und Binnenland mischten, um die Macht der Adelsfamilien zu brechen. Aus jeder Phyle kamen 50 Mitglieder in den neuen Rat der 500. Ihm wird auch das Scherbengericht zugeschrieben.</li>\n<li><strong>Ephialtes (462/461 vor Christus):</strong> Er entzog dem Adelsrat, dem Areopag, seine politische Macht.</li>\n<li><strong>Perikles (um 450 vor Christus):</strong> Er führte <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Diäten<span class=\"wort-erkl\">Tagegelder für die Teilnahme an Gerichten und Ämtern, damit auch Arme, die von ihrer Arbeit lebten, mitmachen konnten</span></span> für die Laienrichter ein. Ein Gesetz von 451 vor Christus beschränkte das Bürgerrecht auf Kinder athenischer Eltern auf beiden Seiten.</li>\n</ul>\n\n<h4>Wie Athen regiert wurde</h4>\n<ul>\n<li><strong>Volksversammlung</strong> (Ekklesia): alle männlichen Vollbürger, beschließt Gesetze, Krieg und Frieden.</li>\n<li><strong>Rat der 500:</strong> per Los bestimmt, bereitet die Beschlüsse vor und führt die laufenden Geschäfte.</li>\n<li><strong>Volksgerichte</strong> (Heliaia): Laienrichter, per Los.</li>\n<li><strong>Strategen:</strong> zehn gewählte Feldherren; Perikles wurde viele Jahre hintereinander gewählt und prägte die Politik.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Scherbengericht<span class=\"wort-erkl\">Ostrakismos: Die Volksversammlung konnte einen Bürger, der zu mächtig schien, für zehn Jahre verbannen, indem sie seinen Namen auf Tonscherben schrieb</span></span>:</strong> Verbannung eines zu mächtigen Politikers für zehn Jahre.</li>\n</ul>\n\n<h4>Das Material: Perikles über Athens Verfassung</h4>\n<div class=\"ks-zitat\">\n<span class=\"ks-label\">M 1 · Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges 2,37,1: Rede des Perikles auf die Gefallenen, 431/430 vor Christus (Auszug)</span>\n<p>„Wir haben eine Verfassung, die nicht den Gesetzen der Nachbarn nacheifert; eher sind wir selbst für manche ein Vorbild, als dass wir andere nachahmen. Sie heißt mit Namen Demokratie, weil sie nicht auf wenige, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist. Nach den Gesetzen haben in privaten Streitigkeiten alle das gleiche Recht. Beim Ansehen aber wird jeder, je nachdem worin er sich auszeichnet, für die öffentlichen Aufgaben nicht so sehr nach seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe als nach seiner Tüchtigkeit vorgezogen; und auch wer arm ist, aber der Stadt etwas Gutes tun kann, wird nicht durch sein geringes Ansehen daran gehindert.“</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Griechischer Text nach der Oxford-Ausgabe von 1942 in der Perseus Digital Library; Übersetzung von uns.</p>\n</div>\n<p>Lies genau, und lies kritisch. Perikles lobt drei Dinge: Herrschaft der Mehrheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Aufstieg nach Leistung statt Herkunft. Aber: Die Rede hielt er im ersten Kriegsjahr auf die Gefallenen, sie sollte trösten und anspornen. Und Thukydides schreibt selbst, er habe die Reden so wiedergegeben, wie die Redner nach seiner Meinung hätten sprechen müssen, möglichst nah am Sinn, aber nicht Wort für Wort. Was M 1 verschweigt: Frauen, Fremde und Sklaven gehören nicht zur „Mehrheit“.</p>\n\n<h4>Demokratie damals und heute</h4>\n<ul>\n<li><strong>Direkt statt repräsentativ:</strong> Die Bürger entschieden selbst, Ämter wurden oft gelost. Heute wählen wir Abgeordnete.</li>\n<li><strong>Beschränkung von Herrschaft:</strong> kurze Amtszeiten, Rechenschaftspflicht, Scherbengericht. Heute: Gewaltenteilung, Verfassungsgericht, Grundrechte.</li>\n<li><strong>Exklusive Gleichheit:</strong> gleich waren nur männliche Vollbürger. Frauen, <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Metöken<span class=\"wort-erkl\">in Athen lebende Fremde ohne Bürgerrecht, oft Händler und Handwerker</span></span> und Sklaven waren ausgeschlossen, also die große Mehrheit der Bewohner. Heute gilt das gleiche Wahlrecht für alle erwachsenen Staatsbürger.</li>\n<li><strong>Meinungsbildung:</strong> durch Rede in der Volksversammlung; Kritiker warnten vor <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Demagogen<span class=\"wort-erkl\">Redner, die das Volk mit Versprechungen und Gefühlen für eigene Ziele gewinnen</span></span>.</li>\n</ul>\n\n<h4>Rom: Verwaltung und Recht in der Kaiserzeit</h4>\n<p>Mit Augustus begann 27 vor Christus der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Prinzipat<span class=\"wort-erkl\">Herrschaftsform der frühen Kaiserzeit: Der Kaiser („princeps“, der Erste) regierte allein, die Einrichtungen der Republik bestanden der Form nach weiter</span></span>, die Kaiserzeit. Das Reich war in <strong>Provinzen</strong> geteilt, die Statthalter verwalteten, Steuern einzogen und Recht sprachen; vor Ort regierten sich die Städte oft selbst. Das <strong>römische Recht</strong> unterschied Rechtsgebiete, kannte Verträge, Eigentum und feste Verfahren; unter Kaiser Justinian (6. Jahrhundert) gesammelt, wirkt es bis in heutige Gesetzbücher. 212 nach Christus erhielten fast alle freien Reichsbewohner das römische Bürgerrecht (Constitutio Antoniniana).</p>\n\n<h4>Die Elemente verknüpft</h4>\n<p>Jede Reform antwortete auf ein Problem: Solon auf die Not der verschuldeten Bauern, Kleisthenes auf die Macht der Adelsfamilien nach der Tyrannis, Ephialtes auf den Einfluss des Areopags, Perikles auf die Frage, wie Arme sich Politik leisten können. So wuchs die Beteiligung von Stufe zu Stufe. Dieselbe Entwicklung machte die Bürgerschaft aber auch enger: Das Bürgerrechtsgesetz von 451 schloss mehr Menschen aus. Und Athens Seeherrschaft im Attischen Seebund brachte das Geld, mit dem Diäten und Flotte bezahlt wurden. Rom zeigt ein anderes Modell: kein Mitbestimmen aller, aber Ordnung und Recht für ein riesiges Reich, und am Ende ein Bürgerrecht für fast alle Freien.</p>\n\n<h4>Forschungsstreit: Wie demokratisch war Athen?</h4>\n<ul>\n<li><strong>Radikale Demokratie:</strong> Viele Althistoriker betonen, dass nie wieder so viele Bürger so direkt mitbestimmten; Los, Diäten und Rechenschaft machten Macht für einfache Bürger zugänglich.</li>\n<li><strong>Herrschaft einer Minderheit:</strong> Andere betonen, dass nur ein kleiner Teil der Bewohner mitbestimmte und die Demokratie auf Sklavenarbeit und der Ausbeutung der Bundesgenossen im Seebund beruhte.</li>\n<li><strong>Antike Kritik:</strong> Schon Zeitgenossen wie Platon hielten die Herrschaft der Masse für gefährlich; die Hinrichtung des Sokrates 399 vor Christus galt ihnen als Beweis.</li>\n</ul>\n<p class=\"ks-quelle\">Deutungen und Reformdaten: Lehrbuchwissen. Thukydides über die Reden: Geschichte des Peloponnesischen Krieges 1,22.</p>\n\n<h4>Urteilskriterien</h4>\n<ul>\n<li><strong>Sachurteil aus der Zeit:</strong> Gemessen an Monarchie und Adelsherrschaft ringsum war Athen sehr offen.</li>\n<li><strong>Werturteil heute:</strong> Gemessen an Menschenrechten und gleichem Wahlrecht für alle war es eine Demokratie weniger.</li>\n<li><strong>Beteiligung:</strong> Wer durfte mitbestimmen, wer tat es tatsächlich?</li>\n<li><strong>Kontrolle der Macht:</strong> Wie wurde Missbrauch verhindert?</li>\n</ul>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<span class=\"ks-label\">Aufgabe (von uns formuliert, angelehnt an den Prüfungsschwerpunkt „Demokratieentwicklung in der attischen Polis von Solon bis Perikles“)</span>\n<p>1. Geben Sie wieder, wie Perikles in M 1 die athenische Verfassung kennzeichnet. (AFB I)</p>\n<p>2. Erläutern Sie die Entwicklung der attischen Demokratie von Solon bis Perikles. (AFB II)</p>\n<p>3. Beurteilen Sie, ob Perikles' Darstellung der Wirklichkeit der attischen Demokratie entspricht. (AFB III)</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Erwartungshorizont zeigen</summary><div>\n<p><strong>Zu 1:</strong> Eigenständige Verfassung, Vorbild für andere; Demokratie, weil auf die Mehrheit ausgerichtet; Gleichheit vor dem Gesetz; Ämter nach Tüchtigkeit, nicht nach Herkunft; Armut kein Hindernis.</p>\n<p><strong>Zu 2:</strong> Solon: Schuldenerlass, Verbot der Schuldknechtschaft, Vermögensklassen; Tyrannis; Kleisthenes: zehn Phylen, Rat der 500, Scherbengericht; Ephialtes: Entmachtung des Areopags; Perikles: Diäten, Bürgerrechtsgesetz 451. Jede Stufe weitet die Beteiligung der Bürger aus.</p>\n<p><strong>Zu 3:</strong> <em>Zutreffend:</em> Los, Diäten und Volksgerichte öffneten Ämter auch für Ärmere; Volksversammlung entschied wirklich. <em>Nicht zutreffend oder verschwiegen:</em> Ausschluss von Frauen, Metöken und Sklaven; Geld aus dem Seebund; Gefallenenrede als Lob- und Trostrede im Krieg; Thukydides' eigene Gestaltung der Rede. Ein gelungenes Urteil: M 1 zeigt das Ideal der Bürger, nicht die Lage aller Bewohner. Für die oberen Noten: Du trennst Sachurteil aus der Zeit und Werturteil von heute.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Nenne ein Merkmal, das Athen „demokratischer“ machte als heutige Demokratien, und eins, das es weniger demokratisch machte.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Demokratischer: Die Bürger entschieden direkt in der Volksversammlung und wurden für Ämter gelost, nicht nur gewählt. Weniger demokratisch: Frauen, Fremde und Sklaven waren ausgeschlossen, gleich waren nur männliche Vollbürger.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Athen gleich Demokratie für alle.</strong> Die Mehrheit der Bewohner hatte keine politischen Rechte.</li>\n<li><strong>Perikles als König.</strong> Er war gewählter Stratege und brauchte die Volksversammlung.</li>\n<li><strong>Solon als Demokrat.</strong> Er schuf keine Demokratie, sondern eine Ordnung nach Vermögen; er legte aber Grundlagen.</li>\n<li><strong>Die Gefallenenrede als Protokoll lesen.</strong> Thukydides hat sie selbst gestaltet.</li>\n<li><strong>Heutige Maßstäbe ohne Hinweis.</strong> Beurteile erst aus der Zeit, dann aus heutiger Sicht.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=be-ge-zeitleiste\">Zeitleiste: von Athen bis 2013</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=be-ge-op-beurteilen\">Beurteilen, bewerten, Stellung nehmen, diskutieren (AFB III)</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:ge-attische-demokratie -->"
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    {
      "id": "be-ge-roemische-republik",
      "cat": "Antike",
      "title": "Römische Republik: Verfassung und Ständekämpfe",
      "cardType": "wissen",
      "short": "Die römische Republik einfach erklärt: Verfassung mit Magistraten, Senat, Volksversammlungen und Volkstribunen, Polybios über die gemischte Verfassung im Wortlaut, Ständekämpfe zwischen Patriziern und Plebejern vom Volkstribunat über das Zwölftafelgesetz bis zur Lex Hortensia 287 vor Christus, Nobilität, Forschungsstreit und Abituraufgabe.",
      "content": "<!-- core-card:ge-roemische-republik -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Römische Republik: Verfassung und Ständekämpfe, etwa 509–287 vor Christus</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>Nach der Vertreibung der Könige, der Überlieferung nach um 509 vor Christus, herrschte in Rom der Adel der Patrizier. Die Verfassung verteilte die Macht auf Beamte mit kurzen Amtszeiten, den Senat und Volksversammlungen, sodass niemand allein regieren konnte. Über 200 Jahre kämpften die Plebejer, die übrigen Bürger, in den Ständekämpfen um Schutz und Mitsprache: Sie erreichten Volkstribunen, ein aufgeschriebenes Recht, Zugang zum Konsulat und 287 vor Christus die Gleichstellung ihrer Beschlüsse. Am Ende waren beide Stände rechtlich gleich, die Macht aber lag bei einer neuen Führungsschicht aus patrizischen und reichen plebejischen Familien. In der Klausur erklärst du die Verfassung und beurteilst das Ergebnis der Ständekämpfe.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span><p>Nur im Leistungskurs ist 2027 zusätzlich Schwerpunkt:</p><details class=\"ks-wortlaut\"><summary>Mehr aus den amtlichen Vorgaben</summary><ul>\n<li>„Die republikanische Verfassung Roms in ihrer Entwicklung in der Zeit der Ständekämpfe (509 – 287 v. Chr.)“</li>\n</ul>\n<p>Quellen: <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_gk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prüfungsschwerpunkte Geschichte 2027, Grundkurs</a>, <a href=\"https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-und-abschluesse/abitur/ps_geschichte_2027_lk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leistungskurs</a> (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie).</p></details></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Republik<span class=\"wort-erkl\">lateinisch „res publica“, die öffentliche Sache: Staat ohne König, in dem die Macht auf gewählte Ämter und Gremien verteilt ist</span></span> heißt wörtlich „öffentliche Sache“: Der Staat gehört nicht einem König, sondern allen Bürgern. Wie viel „alle“ wirklich mitbestimmen, war in Rom umstritten und wurde in langen Konflikten ausgehandelt.</p>\n<p>In der Klausur sollst du die Organe der Republik und ihre Kontrollregeln erklären und die Ständekämpfe als Entwicklung der Verfassung darstellen. Achte darauf, dass vieles aus der Frühzeit nur aus viel späteren Quellen bekannt ist.</p>\n</div>\n\n<h4>Nach den Königen: Herrschaft des Adels</h4>\n<p>Nach der Überlieferung vertrieben die Römer um 509 vor Christus ihren letzten König, Tarquinius Superbus. Die Herrschaft übernahm der einheimische Adel, die <strong>Patrizier</strong>. Sie besetzten die Ämter und Priesterstellen und saßen im Senat. Die übrigen Bürger, die <strong>Plebejer</strong>, waren eine gemischte Gruppe von armen Bauern bis zu reichen Familien. Viele hingen wirtschaftlich von den Patriziern ab, die oft ihre Gläubiger waren.</p>\n<p>Vorsicht bei den Jahreszahlen: Die frühe Geschichte Roms kennen wir vor allem aus viel späteren Geschichtsschreibern wie Livius. Viele Daten, etwa 494 vor Christus, gelten in der Forschung als legendär.</p>\n\n<h4>Die Verfassung: Macht verteilen und begrenzen</h4>\n<ul>\n<li><strong>Magistrate</strong> (Beamte) mit zwei Grundsätzen: <strong>Annuität</strong> (ein Amt nur für ein Jahr) und <strong>Kollegialität</strong> (jedes Amt mit mindestens zwei Personen, die sich gegenseitig kontrollieren). An der Spitze stehen zwei <strong>Konsuln</strong>; sie führen das Heer und leiten Volksversammlung und Senat.</li>\n<li><strong>Senat:</strong> Rat der ehemaligen Amtsträger, das einflussreichste Gremium der Republik.</li>\n<li><strong>Volksversammlungen:</strong> In der Zenturiatsversammlung wählen die Bürger die Konsuln. Die Plebejer haben eine eigene Versammlung, das <em>concilium plebis</em>.</li>\n<li><strong>Volkstribunen:</strong> Schutzbeamte der Plebejer, unverletzlich, mit dem Recht, gegen Amtshandlungen Einspruch einzulegen (Interzession).</li>\n</ul>\n\n<h4>Das Material: Polybios über die gemischte Verfassung</h4>\n<div class=\"ks-zitat\">\n<span class=\"ks-label\">M 1 · Polybios, Historien 6,11,11–12, verfasst im 2. Jahrhundert vor Christus (Auszug)</span>\n<p>„Es gab also drei Teile, die in der Verfassung die Macht hatten, die ich alle schon vorher genannt habe. So gleichmäßig und angemessen war alles durch sie im Einzelnen geordnet und verwaltet, dass niemand, nicht einmal ein Einheimischer, mit Sicherheit hätte sagen können, ob die Verfassung als Ganzes aristokratisch, demokratisch oder monarchisch sei. Und das war verständlich. Blickte man nämlich auf die Macht der Konsuln, so schien sie ganz monarchisch und königlich, blickte man auf die des Senats, wiederum aristokratisch; und betrachtete man die Macht der Menge, so schien sie eindeutig demokratisch.“</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Griechischer Text nach der Ausgabe von Büttner-Wobst (Leipzig 1893 ff.) in der Perseus Digital Library; Übersetzung von uns.</p>\n</div>\n<p>Lies genau: Polybios beschreibt eine <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">gemischte Verfassung<span class=\"wort-erkl\">Verfassung, die Elemente von Monarchie, Aristokratie und Demokratie verbindet, damit sich die Teile gegenseitig in Schach halten</span></span>: Konsuln, Senat und Volk halten sich gegenseitig in Schach. Prüfe den Verfasser: Polybios war ein Grieche, der als Geisel nach Rom kam, mit führenden Römern befreundet war und Roms Aufstieg erklären wollte. Er beschreibt die Republik um 200 vor Christus, also das Ergebnis der Ständekämpfe, und er bewundert sie.</p>\n\n<h4>Die Ständekämpfe (etwa 500–287 vor Christus)</h4>\n<p>Als <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ständekämpfe<span class=\"wort-erkl\">über 200 Jahre dauernder Konflikt zwischen Patriziern und Plebejern um politische Rechte, Rechtssicherheit und Schutz vor Willkür und Schuldknechtschaft</span></span> bezeichnet man das Ringen der Plebejer um Rechte. Ihr stärkstes Mittel war der <strong>Auszug</strong> (secessio): Sie verließen gemeinsam die Stadt und setzten so die Patrizier unter Druck.</p>\n<ul>\n<li><strong>494 vor Christus</strong> (überliefert): erster Auszug. Ergebnis: Volkstribunat und eigene Versammlung der Plebejer.</li>\n<li><strong>um 450 vor Christus:</strong> <strong>Zwölftafelgesetz</strong>, das Recht wird aufgeschrieben und öffentlich. Wer es kennt, ist der Willkür patrizischer Richter weniger ausgeliefert.</li>\n<li><strong>445 vor Christus:</strong> Die <em>lex Canuleia</em> erlaubt Ehen zwischen Patriziern und Plebejern.</li>\n<li><strong>367 vor Christus:</strong> Die <em>leges Liciniae Sextiae</em> öffnen das Konsulat: Einer der beiden Konsuln soll Plebejer sein. Nach und nach werden auch die anderen hohen Ämter zugänglich.</li>\n<li><strong>326 vor Christus:</strong> Die Schuldknechtschaft wird abgeschafft.</li>\n<li><strong>287 vor Christus:</strong> Die <strong><em>lex Hortensia</em></strong> macht Beschlüsse der Plebejerversammlung (Plebiszite) für alle Bürger verbindlich. Damit enden die Ständekämpfe.</li>\n</ul>\n\n<h4>Ergebnis: Gleichheit oder neue Elite?</h4>\n<p>Rechtlich waren Plebejer und Patrizier am Ende gleichgestellt. Politisch entstand aber eine neue Führungsschicht aus patrizischen und reichen plebejischen Familien, die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Nobilität<span class=\"wort-erkl\">Amtsadel der Republik: Familien, aus denen schon Konsuln hervorgegangen waren; Patrizier und reiche Plebejer gemeinsam</span></span>. Arme Plebejer profitierten vom Schutz durch Tribunen und Gesetze, an die Spitze kamen sie kaum.</p>\n\n<h4>Die Elemente verknüpft</h4>\n<p>Verfassung und Ständekämpfe gehören zusammen: Die Verfassung, die Polybios beschreibt (M 1), war nicht von Anfang an da, sondern Ergebnis von über 200 Jahren Konflikt. Jede Errungenschaft der Plebejer fügte ihr ein Stück hinzu: das Volkstribunat ein Schutzamt mit Einspruchsrecht, das Zwölftafelgesetz geschriebenes Recht, die Öffnung des Konsulats den Zugang zur Macht, die lex Hortensia die Gesetzgebung durch die Plebejerversammlung. Weil aber vor allem reiche Plebejer in die Ämter kamen und dann in den Senat aufrückten, verschmolzen sie mit den Patriziern zur Nobilität. So erklärt sich, warum Polybios ein Gleichgewicht sieht, in dem doch der Senat das größte Gewicht hatte.</p>\n\n<h4>Forschungsstreit: Wie demokratisch war Rom?</h4>\n<ul>\n<li><strong>Herrschaft einer Elite:</strong> Viele Althistoriker sehen die Republik als Herrschaft der Nobilität, in der das Volk nur zustimmen oder ablehnen, aber kaum selbst Vorschläge machen konnte.</li>\n<li><strong>Demokratische Elemente:</strong> Andere, etwa der britische Althistoriker Fergus Millar, betonen die Macht der Volksversammlungen: Ohne sie gab es keine Gesetze und keine Wahlen, Politiker mussten um das Volk werben.</li>\n<li><strong>Quellenproblem:</strong> Für die Frühzeit streitet die Forschung, wie viel an den Berichten von Livius und anderen späteren Autoren überhaupt stimmt.</li>\n</ul>\n<p class=\"ks-quelle\">Deutungen und Daten: Lehrbuchwissen.</p>\n\n<h4>Urteilskriterien</h4>\n<ul>\n<li><strong>Recht und Wirklichkeit:</strong> rechtliche Gleichheit oder tatsächliche Macht?</li>\n<li><strong>Gewinner:</strong> reiche Plebejer, arme Plebejer, Patrizier.</li>\n<li><strong>Kontrolle der Macht:</strong> Annuität, Kollegialität, Interzession.</li>\n<li><strong>Quellenlage:</strong> Zeitgenosse oder spätere Überlieferung?</li>\n</ul>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<span class=\"ks-label\">Aufgabe (von uns formuliert, angelehnt an den Prüfungsschwerpunkt „Die republikanische Verfassung Roms in ihrer Entwicklung in der Zeit der Ständekämpfe (509 – 287 v. Chr.)“)</span>\n<p>1. Geben Sie wieder, wie Polybios in M 1 die römische Verfassung kennzeichnet. (AFB I)</p>\n<p>2. Erläutern Sie die Entwicklung der Verfassung in der Zeit der Ständekämpfe. (AFB II)</p>\n<p>3. Beurteilen Sie, ob Polybios' Bild eines Gleichgewichts der Wirklichkeit der Republik entspricht. (AFB III)</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Erwartungshorizont zeigen</summary><div>\n<p><strong>Zu 1:</strong> Drei Machtteile: Konsuln (monarchisch), Senat (aristokratisch), Volk (demokratisch); so ausgewogen, dass selbst Römer die Verfassung keiner Form eindeutig zuordnen konnten. Einordnung: griechischer Geschichtsschreiber, Bewunderer Roms, 2. Jahrhundert vor Christus.</p>\n<p><strong>Zu 2:</strong> Ausgang Adelsherrschaft nach 509; Auszug der Plebejer, Volkstribunat und concilium plebis; Zwölftafelgesetz um 450; lex Canuleia 445; leges Liciniae Sextiae 367; Abschaffung der Schuldknechtschaft 326; lex Hortensia 287; Ergebnis Nobilität.</p>\n<p><strong>Zu 3:</strong> <em>Zutreffend:</em> verteilte Macht, Kontrolle durch Annuität, Kollegialität und Tribunen, Volksversammlungen wählten und beschlossen. <em>Einschränkend:</em> Senat und Nobilität bestimmten die Politik, das Volk konnte nur zustimmen oder ablehnen, Stimmen der Reichen zählten in der Zenturiatsversammlung mehr; Polybios schrieb als Bewunderer. Ein gelungenes Urteil: ein Gleichgewicht der Form nach, eine Herrschaft der Nobilität in der Praxis. Für die oberen Noten: Du nennst den Forschungsstreit.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Warum war das Aufschreiben des Rechts (Zwölftafelgesetz) für die Plebejer ein Fortschritt? Erkläre in zwei Sätzen.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Vorher kannten nur die Patrizier das Gewohnheitsrecht und konnten es zu ihren Gunsten auslegen. Öffentlich aufgeschriebenes Recht galt für alle sichtbar gleich und schützte so vor Willkür.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Plebejer gleich Arme.</strong> Es gab auch reiche Plebejer; gerade sie stiegen in die Nobilität auf.</li>\n<li><strong>Rom als Demokratie wie Athen.</strong> Senat und Magistrate hatten großes Gewicht, und in die Ämter kamen vor allem reiche Familien.</li>\n<li><strong>Jahreszahlen als gesicherte Fakten.</strong> Die frühen Daten stammen aus später Überlieferung und sind unsicher.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=be-ge-zeitleiste\">Zeitleiste: von Athen bis 2013</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Antike&card=be-ge-attische-demokratie\">Attische Demokratie und römisches Reich</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Antike&card=be-ge-athen-entwicklung\">Athen auf dem Weg zur Demokratie: Solon bis Perikles</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:ge-roemische-republik -->"
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