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  "category": "Neurobiologie",
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  "lastUpdated": "2026-10-11",
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      "title": "Ruhepotenzial",
      "short": "Ruhepotenzial einfach erklärt: warum die Nervenzelle innen negativ ist, mit echten Messwerten, Natrium-Kalium-Pumpe und Abituraufgabe.",
      "content": "<!-- core-card:bio-ruhepotenzial -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In Abituraufgaben erklärst du das Ruhepotenzial meist an Messwerten, etwa an einer Tabelle mit Ionenkonzentrationen. Eine Nervenzelle in Ruhe ist innen etwa 70 Millivolt negativer als außen. Diese Spannung entsteht, weil innen viel mehr Kalium-Ionen sind als außen und die Membran in Ruhe vor allem für Kalium durchlässig ist: Kalium strömt hinaus, die negativ geladenen Eiweiße bleiben drin. Die Natrium-Kalium-Pumpe verbraucht ATP und hält die ungleiche Verteilung der Ionen auf Dauer aufrecht.</p></div>\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Nervenzellen arbeiten mit Strom, aber nicht mit Elektronen wie ein Kabel, sondern mit <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ionen<span class=\"wort-erkl\">elektrisch geladene Teilchen, hier vor allem Kalium (K⁺), Natrium (Na⁺) und Chlorid (Cl⁻)</span></span>. Damit eine Zelle überhaupt ein Signal schicken kann, braucht sie vorher eine Spannung, so wie eine Batterie geladen sein muss, bevor sie etwas antreibt.</p>\n<p>Diese Spannung liegt an der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Membran<span class=\"wort-erkl\">die dünne Hülle aus Fettmolekülen, die die Zelle umgibt; Ionen kommen nur durch eingebaute Eiweiß-Poren hindurch</span></span>. Steckt man eine sehr feine Elektrode in die Zelle und misst gegen außen, zeigt das Messgerät etwa −70 <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">mV<span class=\"wort-erkl\">Millivolt, ein Tausendstel Volt</span></span>. Das Minus heißt: Direkt an der Innenseite der Membran sind mehr negative Ladungen als an der Außenseite.</p>\n<p>Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Kräften, die auf jedes Ion wirken. Die eine ist das Konzentrationsgefälle: Teilchen wandern von viel nach wenig. Die andere ist die elektrische Anziehung: Plus wird von Minus angezogen. Beide zusammen heißen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">elektrochemischer Gradient<span class=\"wort-erkl\">die Summe aus Konzentrationsgefälle und elektrischer Kraft, die ein Ion in eine Richtung treibt</span></span>. Das Ruhepotenzial ist der Zustand, in dem sich diese Kräfte für Kalium fast ausgleichen.</p>\n</div>\n\n<h4>So sind die Ionen verteilt</h4>\n<!-- fig:ruhepotenzial -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Ionenverteilung in Ruhe <span>· Du siehst, wo K⁺, Na⁺ und die Proteine innen und außen sitzen. Daraus erklärt sich, warum innen ein Minus bleibt.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"ruhepotenzial-t ruhepotenzial-d\">\n<title id=\"ruhepotenzial-t\">Ionenverteilung an der Membran einer Nervenzelle in Ruhe</title>\n<desc id=\"ruhepotenzial-d\">Außen viel Natrium und Chlorid, innen viel Kalium und negativ geladene Proteine. Durch offene Kaliumkanäle strömt Kalium nach außen, dadurch ist die Innenseite negativ. Die Natrium-Kalium-Pumpe bringt unter ATP-Verbrauch drei Natrium-Ionen nach außen und zwei Kalium-Ionen nach innen.</desc>\n<rect class=\"g-zone-gut\" x=\"10\" y=\"98\" width=\"340\" height=\"30\" fill=\"#3b82f6\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"none\" stroke-width=\"0\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"10\" y1=\"98\" x2=\"350\" y2=\"98\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\" stroke-opacity=\"0.75\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"10\" y1=\"128\" x2=\"350\" y2=\"128\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"14\" y=\"16\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">außen (Zellzwischenraum)</text><text class=\"g-klein\" x=\"14\" y=\"220\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">innen (Zellplasma)</text><text class=\"g-t\" x=\"340\" y=\"16\" font-size=\"12.5\" text-anchor=\"end\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">+ + + + +</text><text class=\"g-t\" x=\"340\" y=\"220\" font-size=\"12.5\" text-anchor=\"end\" fill=\"#3b82f6\" font-weight=\"700\">− − − − −</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"46\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Na⁺ Na⁺ Na⁺ Na⁺</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"66\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Cl⁻ Cl⁻ Cl⁻</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"84\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">K⁺</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"150\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">K⁺ K⁺ K⁺ K⁺</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"170\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">A⁻ A⁻ A⁻ (Proteine)</text><text class=\"g-t\" x=\"20\" y=\"188\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Na⁺</text><rect class=\"g-form g-gruen\" x=\"170\" y=\"94\" width=\"28\" height=\"38\" rx=\"5\" fill=\"#059669\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"184\" y1=\"154\" x2=\"184\" y2=\"80.2\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"2\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M184 76 L181.1 82.4 L186.9 82.4 Z\" fill=\"#059669\"/><text class=\"g-t\" x=\"192\" y=\"154\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"start\" fill=\"#059669\" font-weight=\"700\">K⁺ strömt aus</text><text class=\"g-klein\" x=\"176\" y=\"70\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">offener K⁺-Kanal</text><rect class=\"g-form g-orange\" x=\"274\" y=\"94\" width=\"52\" height=\"38\" rx=\"16\" fill=\"#ea580c\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.4\"/><text class=\"g-t\" x=\"300\" y=\"117\" font-size=\"10.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">ATP</text><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"282\" y1=\"150\" x2=\"282\" y2=\"84.2\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M282 80 L279.1 86.4 L284.9 86.4 Z\" fill=\"#ea580c\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"318\" y1=\"80\" x2=\"318\" y2=\"145.8\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M318 150 L320.9 143.6 L315.1 143.6 Z\" fill=\"#ea580c\"/><text class=\"g-klein\" x=\"282\" y=\"74\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">3 Na⁺ raus</text><text class=\"g-klein\" x=\"318\" y=\"162\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">2 K⁺ rein</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, schematisch.</strong> Die Membran ist in Ruhe vor allem für K⁺ durchlässig. K⁺ strömt dem Konzentrationsgefälle nach außen, die Proteine (A⁻) können nicht folgen: innen bleibt ein Minus. Die Pumpe hält die Verteilung auf Dauer aufrecht.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:ruhepotenzial -->\n\n<h4>Wie das Minus innen entsteht</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Ungleiche Verteilung:</strong> Innen gibt es viel K⁺ und große, negativ geladene Eiweiße (man schreibt A⁻ für <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Anionen<span class=\"wort-erkl\">negativ geladene Ionen</span></span>). Außen gibt es viel Na⁺ und Cl⁻.</li>\n<li><strong>Nur eine Tür steht offen:</strong> In Ruhe sind vor allem <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Kalium-Kanäle<span class=\"wort-erkl\">Eiweiß-Poren in der Membran, die nur K⁺ durchlassen; einige davon sind in Ruhe dauernd offen</span></span> offen. Die Membran ist also <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">selektiv permeabel<span class=\"wort-erkl\">wählerisch durchlässig: manche Ionen kommen leicht durch, andere kaum</span></span>. K⁺ strömt dem Konzentrationsgefälle nach außen. Die A⁻ sind zu groß und können nicht folgen.</li>\n<li><strong>Die Ladung bremst:</strong> Mit jedem K⁺, das hinausgeht, bleibt innen ein Minus zurück. Dieses Minus zieht K⁺ wieder an. Bald strömen pro Sekunde gleich viele K⁺ hinaus wie wieder herein. Die Spannung bleibt dann stabil: Das ist das Ruhepotenzial.</li>\n</ol>\n<p>Dabei wandern nur sehr wenige Ionen. Die Konzentrationen innen und außen ändern sich praktisch nicht, nur an der Membran sammelt sich die Ladung. Das ist der Grund, warum eine Zelle viele Signale hintereinander schicken kann, ohne sofort „leer“ zu sein.</p>\n\n<h4>Echte Messwerte: das Riesenaxon des Tintenfischs</h4>\n<p>Die Ionentheorie der Erregung wurde am Riesenaxon des Kalmars entdeckt. Es ist bis zu einem Millimeter dick, man kann Elektroden hineinschieben und den Inhalt herausdrücken und messen. So sehen die Werte aus:</p>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Ion</th><th>innen (mmol/l)</th><th>außen (mmol/l)</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>K⁺</td><td>400</td><td>20</td></tr>\n<tr><td>Na⁺</td><td>50</td><td>440</td></tr>\n<tr><td>Cl⁻</td><td>40 bis 150</td><td>560</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p class=\"ks-quelle\">Werte nach Purves u. a., Neuroscience, Tabelle 2.1 (Riesenaxon des Kalmars). Bei Säugetier-Nervenzellen sind die Zahlen kleiner (innen etwa 140 mmol/l K⁺, außen 5), das Muster ist dasselbe.</p>\n<p>Innen ist 20-mal so viel K⁺ wie außen, außen fast 9-mal so viel Na⁺ wie innen. Diese beiden Gefälle sind der Speicher, aus dem später das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Aktionspotenzial<span class=\"wort-erkl\">das kurze elektrische Signal der Nervenzelle, bei dem das Innere für etwa eine Millisekunde positiv wird</span></span> seine Energie bezieht.</p>\n\n<h4>Die Pumpe hält das Gefälle aufrecht</h4>\n<p>Ganz dicht ist die Membran nicht. Ein paar Na⁺ sickern ständig herein, ein paar K⁺ zusätzlich heraus. Ohne Gegenmittel würden sich die Konzentrationen nach und nach angleichen. Die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Natrium-Kalium-Pumpe<span class=\"wort-erkl\">ein Eiweiß in der Membran, das unter ATP-Verbrauch Na⁺ hinaus- und K⁺ hineinbefördert</span></span> befördert pro <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">ATP<span class=\"wort-erkl\">Adenosintriphosphat, die Energiewährung der Zelle</span></span> 3 Na⁺ hinaus und 2 K⁺ hinein, also gegen das Gefälle. Das ist <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">aktiver Transport<span class=\"wort-erkl\">Transport gegen das Konzentrationsgefälle, der Energie braucht</span></span>.</p>\n<p>Leckströme und Pumpe laufen gleichzeitig und gleich schnell. Deshalb bleibt alles stabil, obwohl sich ständig etwas bewegt. Diesen Zustand nennt man <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Fließgleichgewicht<span class=\"wort-erkl\">ein Gleichgewicht, das nur hält, weil Zufluss und Abfluss gleich groß sind, wie ein Wasserbecken mit offenem Hahn und offenem Abfluss</span></span>. Merke dir die Arbeitsteilung: Die Spannung entsteht vor allem durch den K⁺-Ausstrom. Die Pumpe sorgt dafür, dass es dafür auf Dauer ein Gefälle gibt.</p>\n\n<h4>Rechnen mit der Nernst-Gleichung</h4>\n<p>Abituraufgaben geben manchmal eine Formel mit, mit der du ausrechnen kannst, bei welcher Spannung ein einzelnes Ion im Gleichgewicht wäre. Dieses <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Gleichgewichtspotenzial<span class=\"wort-erkl\">die Spannung, bei der sich Konzentrationsgefälle und elektrische Kraft für ein bestimmtes Ion genau aufheben</span></span> berechnet man bei etwa 18 °C für einfach geladene positive Ionen so:</p>\n<p><strong>E = 58 mV · log(c<sub>außen</sub> : c<sub>innen</sub>)</strong></p>\n<p>Für K⁺ am Riesenaxon: E<sub>K</sub> = 58 mV · log(20 : 400) = 58 mV · (−1,30) ≈ −75 mV. Für Na⁺: E<sub>Na</sub> = 58 mV · log(440 : 50) = 58 mV · 0,94 ≈ +55 mV. Das gemessene Ruhepotenzial liegt bei etwa −60 bis −70 mV, also zwischen beiden, aber nahe an E<sub>K</sub>. Daraus folgt: Die Membran ist in Ruhe vor allem für K⁺ durchlässig, ein kleiner Na⁺-Einstrom macht das Innere etwas weniger negativ als E<sub>K</sub>.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Ionen an der Membran des Riesenaxons. Material M 1 ist die Tabelle oben, M 2 die Nernst-Gleichung oben. Gemessenes Ruhepotenzial: etwa −65 mV.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie die Ionenverteilung in M 1 und erklären Sie die Entstehung des Ruhepotenzials. (8 BE)</p>\n<p>2 Berechnen Sie mithilfe von M 2 die Gleichgewichtspotenziale für K⁺ und Na⁺. Erläutern Sie, warum das gemessene Ruhepotenzial zwischen beiden Werten, aber nahe am Kalium-Wert liegt. (7 BE)</p>\n<p>3 In einem Versuch wird die K⁺-Konzentration außen von 20 auf 200 mmol/l erhöht. Stellen Sie eine begründete Hypothese zur Veränderung des Ruhepotenzials auf. (5 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben, mit echten Messwerten (Purves u. a., Neuroscience). BE heißt Bewertungseinheiten. Eine ganze Abituraufgabe hat im grundlegenden Niveau 30 BE, im erhöhten 40 BE.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1, beschreiben (AFB I):</strong> Innen ist die K⁺-Konzentration 20-mal so hoch wie außen (400 gegen 20 mmol/l), außen sind Na⁺ (440 gegen 50) und Cl⁻ (560 gegen 40 bis 150) höher konzentriert. <strong>Erklären (AFB I und II):</strong> In Ruhe sind vor allem K⁺-Kanäle offen → K⁺ diffundiert dem Konzentrationsgefälle folgend nach außen → die großen Anionen bleiben innen → Innenseite wird negativ → das elektrische Feld zieht K⁺ zurück → bei etwa −65 mV ist der Netto-Strom von K⁺ null: Ruhepotenzial. Die Na-K-Pumpe hält das Gefälle als Fließgleichgewicht aufrecht.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> E<sub>K</sub> = 58 mV · log(20/400) ≈ −75 mV; E<sub>Na</sub> = 58 mV · log(440/50) ≈ +55 mV. Das Ruhepotenzial liegt nahe E<sub>K</sub>, weil die Membran in Ruhe vor allem für K⁺ durchlässig ist. Es ist etwas positiver als E<sub>K</sub>, weil auch etwas Na⁺ dem Gefälle folgend hereinsickert.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB III):</strong> Hypothese: Das Ruhepotenzial wird deutlich weniger negativ (die Membran depolarisiert). Begründung: Das K⁺-Gefälle wird kleiner, es strömt weniger K⁺ aus. Neues E<sub>K</sub> = 58 mV · log(200/400) ≈ −17 mV. Weil das Ruhepotenzial nahe E<sub>K</sub> liegt, sollte es auf etwa −17 mV oder knapp darüber steigen.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> Jeder Schritt der Kette mit Fachbegriff (Konzentrationsgefälle, selektive Permeabilität, Kanal, Ladungstrennung). Rechnungen mit Ansatz und Einheit. Eine Hypothese mit Begründung, nicht nur „es ändert sich“. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Eine echte Abituraufgabe zur Nervenzelle mit Lösung kannst du beim IQB herunterladen: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2025GNILmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Chili neurobiologisch betrachtet“ (grundlegendes Niveau, PDF)</a>. Sie baut auf diesem Lernzettel und dem <a href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial</a> auf.</p>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt, Werte aus dem Lehrbuch)</span>\n<p>a) In einer Nervenzelle des Menschen sind innen etwa 140 mmol/l K⁺, außen etwa 5 mmol/l. Bei 37 °C lautet die Formel E = 61,5 mV · log(c<sub>außen</sub> : c<sub>innen</sub>). Berechne E<sub>K</sub>.</p>\n<p>b) Ein Gift blockiert die Natrium-Kalium-Pumpe. Das Ruhepotenzial bricht nicht sofort zusammen, sondern wird über längere Zeit schwächer. Erkläre beides.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>a) 5 : 140 ≈ 0,0357; log(0,0357) ≈ −1,45; 61,5 mV · (−1,45) ≈ −89 mV.</p>\n<p>b) <strong>Nicht sofort:</strong> Die Spannung entsteht durch den K⁺-Ausstrom über offene Kanäle. Das Konzentrationsgefälle ist zunächst noch da, weil dafür nur wenige Ionen wandern müssen. <strong>Auf Dauer schwächer:</strong> Ohne Pumpe gleichen die Leckströme die Konzentrationen nach und nach an. Das Gefälle schrumpft und damit die Spannung.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Die Pumpe erzeugt das Ruhepotenzial.“</strong> Sie hält das Konzentrationsgefälle aufrecht. Die Spannung entsteht vor allem durch den K⁺-Ausstrom.</li>\n<li><strong>Na⁺ und K⁺ vertauschen.</strong> Merkhilfe: Kalium ist drinnen, Natrium draußen, wie Salzwasser (Kochsalz ist Natriumchlorid) um die Zelle.</li>\n<li><strong>Nur ein Gefälle nennen.</strong> Sag, welche zwei Kräfte auf K⁺ wirken: das Konzentrationsgefälle hinaus und die elektrische Anziehung hinein.</li>\n<li><strong>„Die Ionen strömen, bis innen und außen gleich viel ist.“</strong> Nein, es wandern nur sehr wenige Ionen. Die Konzentrationen bleiben fast gleich.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial und Refraktärzeit</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Stoffwechsel&card=hb-bio-atp-chemiosmose\">ATP und chemiosmotische ATP-Bildung</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-ruhepotenzial -->",
      "cardType": "wissen"
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    {
      "id": "hb-bio-potenzialmessung",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Potenzialmessung: Membranpotenziale ableiten",
      "short": "Membranpotenziale messen einfach erklärt: Messaufbau mit Mikroelektrode, intra- und extrazelluläre Ableitung, Leitungsgeschwindigkeit, Patch-Clamp und Kanalgifte, am echten Versuch mit Tetrodotoxin.",
      "content": "<!-- core-card:bio-potenzialmessung -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Methode</span><span>Neurobiologie · Verfahren</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>Membranpotenziale misst man als Spannung zwischen zwei Elektroden. Liegt eine feine Glaselektrode im Axon und die andere außen, zeigt das Messgerät das Ruhepotenzial von etwa −70 mV und bei Erregung die Kurve des Aktionspotenzials. Liegen beide Elektroden außen, misst man in Ruhe 0 mV und sieht nur, dass eine Erregung vorbeiläuft; aus zwei Messpunkten und der Zeitdifferenz berechnet man die Leitungsgeschwindigkeit. Mit der Patch-Clamp-Technik misst man sogar den Strom durch einen einzelnen Ionenkanal, und mit Giften, die bestimmte Kanäle blockieren, findet man heraus, welcher Kanal was tut.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>GK und LK: <em>„beschreiben und skizzieren den Versuchsaufbau zur Messung von Ruhe- und Aktionspotenzial“</em>. Hinweis: <em>„Der Versuchsaufbau zur Messung von Ruhe- und Aktionspotenzial am Tintenfisch-Axon muss bekannt sein.“</em></p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Alles, was du über Ruhe- und Aktionspotenzial weißt, stammt aus Messungen. Forscher haben Elektroden in Nervenzellen gestochen und aufgezeichnet, wie sich die Spannung an der Membran ändert. In Abituraufgaben bekommst du oft genau solche Messkurven und musst sie deuten: Wo lag die Elektrode? Was zeigt der Ausschlag? Welche Ionen sind geflossen?</p>\n<p>Eine Spannung gibt es immer nur zwischen zwei Punkten. Man braucht deshalb zwei <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Elektroden<span class=\"wort-erkl\">leitende Fühler, die eine Spannung an einer Stelle abgreifen</span></span> und ein Messgerät. Die Spannung an der Membran heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Membranpotenzial<span class=\"wort-erkl\">die elektrische Spannung zwischen der Innen- und Außenseite der Zellmembran</span></span>. Gemessen wird sie in Millivolt (mV), immer innen gegen außen.</p>\n</div>\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Zwei Arten, ein Aktionspotenzial zu messen <span>· Innen gegen außen siehst du die ganze Kurve, mit beiden Elektroden außen nur, dass und wann die Erregung vorbeiläuft.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 300\" role=\"img\" aria-labelledby=\"pm-t pm-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"pm-t\">Messkurven bei intrazellulärer und extrazellulärer Ableitung</title>\n<desc id=\"pm-d\">Oben intrazellulär: eine Elektrode im Axon, eine außen. Die Kurve liegt in Ruhe bei minus 70 Millivolt und steigt beim Aktionspotenzial bis etwa plus 30 Millivolt. Unten extrazellulär: beide Elektroden außen auf dem Axon. In Ruhe 0 Millivolt, beim Durchlaufen der Erregung ein Ausschlag in die eine und dann in die andere Richtung.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.9\">Zwei Arten, ein Aktionspotenzial zu messen</text>\n<text x=\"14\" y=\"32\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Intrazellulär: eine Elektrode innen, eine außen</text>\n<rect x=\"16\" y=\"96\" width=\"76\" height=\"28\" rx=\"12\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.6\"/>\n<text x=\"64\" y=\"115\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Axon</text>\n<line x1=\"36\" y1=\"66\" x2=\"36\" y2=\"106\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.9\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"36,112 32.5,105 39.5,105\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<text x=\"36\" y=\"62\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Mess</text>\n<line x1=\"72\" y1=\"66\" x2=\"72\" y2=\"88\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"72,94 68.5,87 75.5,87\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<text x=\"72\" y=\"62\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Bezug</text>\n<line x1=\"150\" y1=\"46\" x2=\"150\" y2=\"136\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.5\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"150\" y1=\"136\" x2=\"346\" y2=\"136\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.5\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"150\" y1=\"72\" x2=\"346\" y2=\"72\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.3\" stroke-width=\"1\" stroke-dasharray=\"4 3\"/>\n<text x=\"144\" y=\"51\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">+30 mV</text>\n<text x=\"144\" y=\"75\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">0 mV</text>\n<text x=\"144\" y=\"131\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">−70 mV</text>\n<path d=\"M150 128 H200 C205 128 208 100 212 76 C214 62 215 48 219 48 C224 48 228 70 233 98 C236 116 238 128 246 128 H346\" fill=\"none\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.85\" stroke-width=\"2\"/>\n<text x=\"236\" y=\"56\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Aktionspotenzial</text>\n<text x=\"236\" y=\"68\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">bis etwa +30 mV</text>\n<text x=\"252\" y=\"120\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Ruhepotenzial</text>\n<text x=\"346\" y=\"148\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Zeit</text>\n<text x=\"14\" y=\"180\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Extrazellulär: beide Elektroden außen, mit Abstand</text>\n<rect x=\"16\" y=\"244\" width=\"76\" height=\"28\" rx=\"12\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.6\"/>\n<text x=\"64\" y=\"263\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Axon</text>\n<line x1=\"34\" y1=\"218\" x2=\"34\" y2=\"237\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.9\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"34,243 30.5,236 37.5,236\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<text x=\"34\" y=\"214\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">E1</text>\n<line x1=\"72\" y1=\"218\" x2=\"72\" y2=\"237\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"72,243 68.5,236 75.5,236\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<text x=\"72\" y=\"214\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">E2</text>\n<line x1=\"150\" y1=\"194\" x2=\"150\" y2=\"278\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.5\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"150\" y1=\"278\" x2=\"346\" y2=\"278\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.5\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"150\" y1=\"230\" x2=\"346\" y2=\"230\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.3\" stroke-width=\"1\" stroke-dasharray=\"4 3\"/>\n<text x=\"144\" y=\"233\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">0 mV</text>\n<path d=\"M150 230 H186 C192 230 194 202 202 202 C210 202 212 230 219 230 C226 230 228 258 236 258 C244 258 246 230 252 230 H346\" fill=\"none\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.85\" stroke-width=\"2\"/>\n<text x=\"262\" y=\"196\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Ausschlag in die</text>\n<text x=\"262\" y=\"208\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">eine, dann in die</text>\n<text x=\"262\" y=\"220\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">andere Richtung</text>\n<text x=\"262\" y=\"248\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">in Ruhe: 0 mV</text>\n<text x=\"346\" y=\"290\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Zeit</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Dieselbe Erregung, zwei Messarten: innen gegen außen sieht man die Kurve mit Ruhepotenzial und Spitze, mit beiden Elektroden außen nur, dass und wann die Erregung vorbeiläuft. Kurvenform skizziert.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Der Messaufbau</h4>\n<p>Gemessen wird immer eine <strong>Spannung zwischen zwei Elektroden</strong>. „Ableiten“ heißt: das Potenzial an einer Stelle abgreifen und aufzeichnen.</p>\n<ul>\n<li><strong>Messelektrode:</strong> eine sehr feine Glaskapillare, gefüllt mit Salzlösung, die durch die Membran ins Axon gestochen wird (<span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Mikroelektrode<span class=\"wort-erkl\">Glasröhrchen mit einer Spitze von deutlich unter einem Tausendstel Millimeter, damit die Zelle beim Einstechen heil bleibt</span></span>).</li>\n<li><strong>Bezugselektrode:</strong> liegt in der Flüssigkeit außen. Ihr Potenzial gilt als 0 mV.</li>\n<li><strong>Messgerät:</strong> Ein Oszilloskop oder ein Computer zeigt die Spannung gegen die Zeit.</li>\n<li><strong>Reizelektrode</strong> (wenn ein Aktionspotenzial ausgelöst werden soll): gibt an einer anderen Stelle des Axons einen kurzen Stromstoß.</li>\n</ul>\n<p>Klassisch nahm man dafür das Riesenaxon des Tintenfischs, weil es so dick ist, dass man leicht eine Elektrode hineinbekommt.</p>\n\n<h4>Innen oder außen messen</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th></th><th>intrazellulär</th><th>extrazellulär</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Elektroden</td><td>eine innen, eine außen</td><td>beide außen auf dem Axon, mit Abstand</td></tr>\n<tr><td>in Ruhe</td><td>etwa −70 mV (Ruhepotenzial)</td><td>0 mV, weil beide Elektroden auf derselben Seite liegen</td></tr>\n<tr><td>bei Erregung</td><td>die typische Kurve des Aktionspotenzials bis etwa +30 mV</td><td>ein Ausschlag in die eine, dann in die andere Richtung, wenn die Erregung erst unter Elektrode 1, dann unter Elektrode 2 durchläuft</td></tr>\n<tr><td>Wofür</td><td>Ionenvorgänge an einer Stelle</td><td>ob und wie schnell Erregung durchläuft, ohne die Zelle zu verletzen</td></tr>\n</tbody></table></div>\n\n<h4>Leitungsgeschwindigkeit messen</h4>\n<p>Man reizt an einer Stelle und misst an zwei Stellen in bekanntem Abstand, wann das Aktionspotenzial ankommt. Dann gilt: Geschwindigkeit = Strecke : Zeit.</p>\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Beispiel · ausgedachte Werte</span>\n<p>Die Messpunkte liegen 5 cm auseinander, das Aktionspotenzial kommt am zweiten 1 ms später an. v = 0,05 m : 0,001 s = <strong>50 m/s</strong>. Rechne vorher in Meter und Sekunde um.</p>\n</div>\n\n<h4>Bis zum einzelnen Kanal: Patch-Clamp</h4>\n<p>Bei der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Patch-Clamp-Technik<span class=\"wort-erkl\">„patch“ heißt Flicken: Eine Glaspipette wird auf die Membran gesetzt und saugt ein winziges Membranstück dicht an</span></span> erfasst die Pipette ein so kleines Membranstück, dass nur einer oder wenige Ionenkanäle darin liegen. Man misst den Strom, der durch diesen einen Kanal fließt. Ergebnis: Ein Kanal ist entweder offen oder zu, der Strom springt rechteckig an und aus. Erwin Neher und Bert Sakmann beschrieben die Methode 1976 und bekamen dafür 1991 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.</p>\n<p>Mit Giften lässt sich prüfen, welcher Kanal was macht: <strong>Tetrodotoxin</strong> (Kugelfischgift) blockiert spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle, <strong>Tetraethylammonium</strong> blockiert K⁺-Kanäle.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Wie man herausfand, wo Tetrodotoxin angreift. Tetrodotoxin ist das Gift des Kugelfischs. Material, echter Versuch von Narahashi, Moore und Scott (1964): An Riesenaxonen des Hummers wurden Membranpotenziale und die Ströme von Na⁺ und K⁺ gemessen, mit und ohne Tetrodotoxin. Schon in sehr kleinen Mengen blockierte das Gift das Aktionspotenzial, das Ruhepotenzial blieb unverändert. Der Anstieg der Leitfähigkeit für Na⁺, der normalerweise bei Depolarisation einsetzt, blieb fast ganz aus; der verzögerte Anstieg der Leitfähigkeit für K⁺ war unverändert. Nach Auswaschen des Gifts erholten sich die Axone teilweise oder ganz.</p>\n<p>1 Skizzieren und beschreiben Sie einen Messaufbau, mit dem man Ruhe- und Aktionspotenzial an einem Axon misst. (5 BE)</p>\n<p>2 Erklären Sie die Befunde mit der Wirkung von Tetrodotoxin auf die Ionenkanäle. (6 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben, Befunde aus Narahashi und andere, Journal of General Physiology 47 (1964). BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I):</strong> Skizze mit Axon in Salzlösung, Messelektrode (Glaskapillare) im Axon, Bezugselektrode außen in der Lösung, beide verbunden mit einem Messgerät (Oszilloskop oder Computer), dazu eine Reizelektrode an einer anderen Stelle des Axons. Beschreibung: Gemessen wird die Spannung innen gegen außen. In Ruhe zeigt das Gerät das Ruhepotenzial; nach einem Reiz an der Reizelektrode läuft ein Aktionspotenzial an der Messelektrode vorbei und wird als Kurve über der Zeit aufgezeichnet.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Tetrodotoxin blockiert die spannungsgesteuerten Na⁺-Kanäle → bei Depolarisation strömt kein Na⁺ ein → die schnelle Depolarisation bis zur Spitze fehlt → kein Aktionspotenzial. Das Ruhepotenzial beruht vor allem auf dem Ausstrom von K⁺ durch offene K⁺-Kanäle → diese sind nicht betroffen → das Ruhepotenzial bleibt. Der verzögerte K⁺-Strom ist unverändert → das Gift wirkt gezielt auf Na⁺-Kanäle, nicht auf K⁺-Kanäle. Dass sich die Axone nach dem Auswaschen erholen, zeigt: Das Gift bindet nicht dauerhaft, die Kanäle sind nicht zerstört.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> eine beschriftete Skizze mit beiden Elektroden innen und außen, beim Erklären zu jedem Befund Kanal, Ion und Richtung. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>An einem Axon wird intrazellulär gemessen. Nach Zugabe eines Stoffes bleibt das Ruhepotenzial bei −70 mV, aber auf einen Reiz folgt kein Aktionspotenzial mehr. Nach Zugabe eines anderen Stoffes steigt das Aktionspotenzial normal an, fällt aber viel langsamer wieder ab. Ordne Tetrodotoxin und Tetraethylammonium zu und begründe.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p><strong>Erster Stoff: Tetrodotoxin.</strong> Ohne offene Na⁺-Kanäle strömt kein Na⁺ ein, die Depolarisation bleibt aus. Das Ruhepotenzial hängt vor allem an den K⁺-Kanälen und bleibt deshalb.</p>\n<p><strong>Zweiter Stoff: Tetraethylammonium.</strong> Der Anstieg (Na⁺-Einstrom) läuft normal. Die Repolarisation braucht den K⁺-Ausstrom; sind die K⁺-Kanäle blockiert, dauert sie viel länger.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Extrazellulär ein Ruhepotenzial erwarten.</strong> Liegen beide Elektroden außen, misst du in Ruhe 0 mV.</li>\n<li><strong>Vorzeichen vergessen.</strong> Das Ruhepotenzial ist innen gegen außen negativ: −70 mV, nicht 70 mV.</li>\n<li><strong>Einheiten mischen.</strong> Zentimeter und Millisekunden erst in Meter und Sekunde umrechnen.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-ruhepotenzial\">Ruhepotenzial</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial und Refraktärzeit</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-erregungsleitung\">Erregungsleitung: kontinuierlich und saltatorisch</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-neuro-stoerungen\">Störungen des Nervensystems</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=hb-bio-rechnen\">Rechnen im Bio-Abitur</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-potenzialmessung -->",
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    {
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      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Aktionspotenzial und Refraktärzeit",
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      "content": "<!-- core-card:bio-aktionspotenzial -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du zum Aktionspotenzial ein Spannungsdiagramm und sollst die Phasen erklären; Punkte gibt es, wenn du jede Phase mit dem passenden Ionenstrom begründest, nicht fürs bloße Nachzeichnen der Kurve. Ein Aktionspotenzial ist ein kurzer elektrischer Impuls an der Membran einer Nervenzelle. Er startet nur, wenn ein Reiz die Spannung bis zu einer Schwelle anhebt. Dann strömen Natrium-Ionen in die Zelle, und das Innere wird für etwa eine Millisekunde positiv. Danach strömen Kalium-Ionen hinaus, und die Spannung fällt zurück. Jedes Aktionspotenzial ist gleich hoch: Ein starker Reiz erzeugt nicht größere, sondern mehr Aktionspotenziale pro Sekunde.</p></div>\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Nervenzellen geben Informationen als kurze elektrische Signale weiter, zum Beispiel vom Auge zum Gehirn. Ein solches Signal heißt Aktionspotenzial. Es entsteht an der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Membran<span class=\"wort-erkl\">die dünne Hülle, die die Zelle nach außen abgrenzt</span></span>.</p>\n<p>In Ruhe ist das Zellinnere etwas negativer geladen als die Umgebung, etwa −70 <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">mV<span class=\"wort-erkl\">Millivolt, ein Tausendstel Volt</span></span>. Diese Spannung heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ruhepotenzial<span class=\"wort-erkl\">die Spannung an der Membran einer Nervenzelle, die gerade kein Signal weiterleitet, etwa −70 mV</span></span>. Beim Aktionspotenzial kippt sie kurz ins Positive und kehrt dann zurück.</p>\n<p>Dafür sorgen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ionen<span class=\"wort-erkl\">elektrisch geladene Teilchen, hier vor allem Natrium (Na⁺) und Kalium (K⁺)</span></span>. Sie gelangen durch <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ionenkanäle<span class=\"wort-erkl\">Eiweiß-Poren in der Membran, die sich öffnen und schließen und nur bestimmte Ionen durchlassen</span></span> in die Zelle hinein oder aus ihr heraus. Viele dieser Kanäle öffnen sich nur bei einer bestimmten Spannung, sie sind <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">spannungsgesteuert<span class=\"wort-erkl\">der Kanal öffnet oder schließt sich, wenn sich die Spannung an der Membran ändert</span></span>.</p>\n</div>\n\n<h4>So sieht ein Aktionspotenzial aus</h4>\n<!-- fig:aktionspotenzial -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Verlauf eines Aktionspotenzials <span>· Die Spannung ist über der Zeit aufgetragen. Du erkennst die Phasen 1 bis 3 und die Schwelle.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"aktionspotenzial-t aktionspotenzial-d\">\n<title id=\"aktionspotenzial-t\">Verlauf eines Aktionspotenzials</title>\n<desc id=\"aktionspotenzial-d\">Das Membranpotenzial liegt in Ruhe bei −70 mV. Nach Erreichen der Schwelle bei etwa −50 mV steigt es in weniger als einer Millisekunde auf etwa +30 mV (1, Depolarisation), fällt wieder ab (2, Repolarisation), unterschreitet kurz das Ruhepotenzial (3, Hyperpolarisation) und kehrt nach einigen Millisekunden zu −70 mV zurück. Rot unterlegt die absolute, blau die relative Refraktärzeit.</desc>\n<rect class=\"g-zone-rot\" x=\"116.6\" y=\"20\" width=\"61.7\" height=\"170\" fill=\"#ef4444\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"none\" stroke-width=\"0\"/><rect class=\"g-zone-gut\" x=\"178.3\" y=\"20\" width=\"78.9\" height=\"170\" fill=\"#3b82f6\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"none\" stroke-width=\"0\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"352\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"12\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M356 190 l-8 -4 v8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M50 8 l-4 8 h8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"50\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">0</text><line class=\"g-achse\" x1=\"99.3\" y1=\"190\" x2=\"99.3\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"99.3\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">1</text><line class=\"g-achse\" x1=\"148.7\" y1=\"190\" x2=\"148.7\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"148.7\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">2</text><line class=\"g-achse\" x1=\"198\" y1=\"190\" x2=\"198\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"198\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">3</text><line class=\"g-achse\" x1=\"247.3\" y1=\"190\" x2=\"247.3\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"247.3\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">4</text><line class=\"g-achse\" x1=\"296.7\" y1=\"190\" x2=\"296.7\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"296.7\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">5</text><line class=\"g-achse\" x1=\"346\" y1=\"190\" x2=\"346\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">6</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"154.8\" x2=\"50\" y2=\"154.8\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"158.8\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">−70</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"131.4\" x2=\"50\" y2=\"131.4\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"135.4\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">−50</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"72.8\" x2=\"50\" y2=\"72.8\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"76.8\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">0</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"37.6\" x2=\"50\" y2=\"37.6\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"41.6\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">+30</text><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"224\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">Zeit in ms</text><text class=\"g-klein\" x=\"58\" y=\"16\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">mV</text><line class=\"g-hilf\" x1=\"50\" y1=\"131.4\" x2=\"346\" y2=\"131.4\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.7\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"50\" y1=\"72.8\" x2=\"346\" y2=\"72.8\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.35\"/><path class=\"g-kurve\" d=\"M50 154.8 L51 154.8 L52 154.8 L53 154.8 L53.9 154.8 L54.9 154.8 L55.9 154.8 L56.9 154.8 L57.9 154.8 L58.9 154.8 L59.9 154.8 L60.9 154.8 L61.8 154.8 L62.8 154.8 L63.8 154.8 L64.8 154.8 L65.8 154.8 L66.8 154.8 L67.8 154.8 L68.7 154.8 L69.7 154.8 L70.7 154.8 L71.7 154.8 L72.7 154.8 L73.7 154.8 L74.7 154.8 L75.7 154.8 L76.6 154.8 L77.6 154.8 L78.6 154.8 L79.6 154.8 L80.6 154.8 L81.6 154.8 L82.6 154.8 L83.5 154.8 L84.5 154.8 L85.5 154.8 L86.5 154.8 L87.5 154.8 L88.5 154.8 L89.5 154.8 L90.5 154.8 L91.4 154.8 L92.4 154.8 L93.4 154.8 L94.4 154.8 L95.4 154.8 L96.4 154.8 L97.4 154.8 L98.3 154.8 L99.3 154.8 L100.3 154.7 L101.3 154.2 L102.3 153.3 L103.3 152.2 L104.3 150.9 L105.3 149.3 L106.2 147.5 L107.2 145.7 L108.2 143.8 L109.2 141.9 L110.2 140.1 L111.2 138.5 L112.2 137 L113.1 135.7 L114.1 134.8 L115.1 134.1 L116.1 133.8 L117.1 133.6 L118.1 132.4 L119.1 130.1 L120.1 126.6 L121 122.2 L122 116.9 L123 110.8 L124 104.1 L125 96.9 L126 89.4 L127 81.9 L127.9 74.4 L128.9 67.3 L129.9 60.5 L130.9 54.4 L131.9 49.1 L132.9 44.7 L133.9 41.2 L134.9 38.9 L135.8 37.7 L136.8 37.6 L137.8 38 L138.8 38.7 L139.8 39.7 L140.8 41.1 L141.8 42.7 L142.7 44.8 L143.7 47.1 L144.7 49.7 L145.7 52.6 L146.7 55.7 L147.7 59.1 L148.7 62.7 L149.7 66.6 L150.6 70.6 L151.6 74.8 L152.6 79.1 L153.6 83.6 L154.6 88.1 L155.6 92.7 L156.6 97.4 L157.5 102.1 L158.5 106.7 L159.5 111.4 L160.5 116 L161.5 120.5 L162.5 124.9 L163.5 129.1 L164.5 133.2 L165.4 137.2 L166.4 140.9 L167.4 144.4 L168.4 147.7 L169.4 150.7 L170.4 153.5 L171.4 155.9 L172.3 158.1 L173.3 159.9 L174.3 161.5 L175.3 162.7 L176.3 163.5 L177.3 164 L178.3 164.2 L179.3 164.2 L180.2 164.2 L181.2 164.2 L182.2 164.3 L183.2 164.3 L184.2 164.3 L185.2 164.4 L186.2 164.4 L187.1 164.5 L188.1 164.6 L189.1 164.6 L190.1 164.7 L191.1 164.8 L192.1 164.8 L193.1 164.9 L194.1 165 L195 165.1 L196 165.2 L197 165.3 L198 165.4 L199 165.5 L200 165.6 L201 165.7 L201.9 165.7 L202.9 165.8 L203.9 165.9 L204.9 166 L205.9 166.1 L206.9 166.1 L207.9 166.2 L208.9 166.3 L209.8 166.3 L210.8 166.4 L211.8 166.4 L212.8 166.5 L213.8 166.5 L214.8 166.5 L215.8 166.5 L216.7 166.5 L217.7 166.6 L218.7 166.5 L219.7 166.5 L220.7 166.5 L221.7 166.5 L222.7 166.5 L223.7 166.4 L224.6 166.4 L225.6 166.3 L226.6 166.3 L227.6 166.2 L228.6 166.1 L229.6 166 L230.6 166 L231.5 165.9 L232.5 165.8 L233.5 165.7 L234.5 165.5 L235.5 165.4 L236.5 165.3 L237.5 165.2 L238.5 165 L239.4 164.9 L240.4 164.8 L241.4 164.6 L242.4 164.5 L243.4 164.3 L244.4 164.1 L245.4 164 L246.3 163.8 L247.3 163.6 L248.3 163.4 L249.3 163.3 L250.3 163.1 L251.3 162.9 L252.3 162.7 L253.3 162.5 L254.2 162.3 L255.2 162.1 L256.2 161.9 L257.2 161.7 L258.2 161.5 L259.2 161.3 L260.2 161.1 L261.1 160.9 L262.1 160.7 L263.1 160.5 L264.1 160.3 L265.1 160.1 L266.1 159.9 L267.1 159.7 L268.1 159.5 L269 159.3 L270 159.1 L271 158.9 L272 158.7 L273 158.5 L274 158.3 L275 158.1 L275.9 157.9 L276.9 157.8 L277.9 157.6 L278.9 157.4 L279.9 157.2 L280.9 157.1 L281.9 156.9 L282.9 156.8 L283.8 156.6 L284.8 156.5 L285.8 156.3 L286.8 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fill=\"currentColor\">Schwelle</text><text class=\"g-rot\" x=\"112.6\" y=\"56.3\" font-size=\"12\" text-anchor=\"end\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">1</text><text class=\"g-rot\" x=\"166.5\" y=\"56.3\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">2</text><text class=\"g-blau\" x=\"217.7\" y=\"181.8\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#3b82f6\" font-weight=\"700\">3</text><text class=\"g-klein\" x=\"54.9\" y=\"148.8\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Ruhe</text><text class=\"g-t\" x=\"119.1\" y=\"23.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\">absolut</text><text class=\"g-t\" x=\"183.2\" y=\"23.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"#3b82f6\">relativ refraktär</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, schematisch, typische Werte.</strong> 1 Depolarisation (Na⁺ strömt ein), 2 Repolarisation (Na⁺-Kanäle schließen und sind inaktiv, K⁺ strömt aus), 3 Hyperpolarisation (K⁺-Kanäle schließen langsam). Schwelle und Spitze sind je nach Zelle etwas anders.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:aktionspotenzial -->\n\n<h4>Was in den vier Phasen passiert</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Depolarisation<span class=\"wort-erkl\">die Spannung wird weniger negativ, das Innere wird positiver</span></span> bis zur Schwelle:</strong> Ein Reiz macht das Innere etwas positiver. Erreicht die Spannung den Schwellenwert (etwa −50 mV), öffnen sich spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle.</li>\n<li><strong>Steiler Anstieg:</strong> Na⁺ strömt ein, das Innere wird kurz positiv (bis etwa +30 mV). Weil die Depolarisation weitere Na⁺-Kanäle öffnet, verstärkt sich der Vorgang selbst.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Repolarisation<span class=\"wort-erkl\">die Spannung kehrt Richtung Ruhepotenzial zurück, das Innere wird wieder negativ</span></span>:</strong> Die Na⁺-Kanäle schließen sich und sind für kurze Zeit nicht wieder zu öffnen (inaktiv). Spannungsgesteuerte K⁺-Kanäle öffnen sich, K⁺ strömt aus, die Spannung sinkt.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Hyperpolarisation<span class=\"wort-erkl\">die Spannung sinkt kurz unter das Ruhepotenzial, das Innere ist dann negativer als in Ruhe</span></span>:</strong> Die K⁺-Kanäle schließen langsam, kurz strömt mehr K⁺ aus als in Ruhe: Die Spannung sinkt unter das Ruhepotenzial und kehrt dann zurück.</li>\n</ol>\n\n<h4>Stark oder schwach: Wie die Zelle die Reizstärke weitergibt</h4>\n<p>Unter der Schwelle entsteht kein Aktionspotenzial, über der Schwelle immer ein gleich hohes. Diese Regel heißt Alles-oder-nichts-Prinzip. Ein stärkerer Reiz macht das Aktionspotenzial also nicht größer. Er löst mehr Aktionspotenziale pro Sekunde aus: Die Reizstärke steckt in der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Frequenz<span class=\"wort-erkl\">wie oft etwas pro Sekunde passiert, hier: Aktionspotenziale pro Sekunde</span></span>, die Reizdauer darin, wie lange die Folge anhält.</p>\n\n<h4>Die Pause danach: <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Refraktärzeit<span class=\"wort-erkl\">kurze Zeit nach einem Aktionspotenzial, in der die Stelle nicht oder nur schwer erneut erregt werden kann</span></span></h4>\n<p><strong>Absolut refraktär:</strong> Die Na⁺-Kanäle sind inaktiv, kein Reiz kann ein neues Aktionspotenzial auslösen. <strong>Relativ refraktär:</strong> Ein Teil der Kanäle ist wieder bereit, ein stärkerer Reiz als sonst kann eines auslösen. Die Refraktärzeit begrenzt die Höchstfrequenz und sorgt dafür, dass die Erregung entlang des <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Axons<span class=\"wort-erkl\">der lange Fortsatz der Nervenzelle, der das Signal weiterleitet</span></span> nur in eine Richtung weiterläuft.</p>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Die absolute Refraktärzeit eines Axons beträgt 2 ms. Wie viele Aktionspotenziale pro Sekunde kann es höchstens bilden? Und warum ist der echte Wert meist kleiner?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>1 s = 1000 ms; 1000 ms : 2 ms = 500 Aktionspotenziale pro Sekunde als obere Grenze.</p>\n<p>Danach folgt noch die relative Refraktärzeit, in der nur stärkere Reize wirken. Bei normalen Reizen liegt die Frequenz daher darunter.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Starke Reize machen größere Aktionspotenziale.“</strong> Sie machen mehr davon.</li>\n<li><strong>Repolarisation durch die Pumpe.</strong> Die Spannung sinkt durch den K⁺-Ausstrom, nicht durch die Natrium-Kalium-Pumpe. Die Pumpe stellt auf lange Sicht die Ionenverteilung wieder her.</li>\n<li><strong>Kurve ohne Ionen erklären.</strong> Zu jeder Phase gehört: welcher Kanal, welches Ion, welche Richtung.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-ruhepotenzial\">Ruhepotenzial</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-erregungsleitung\">Erregungsleitung: kontinuierlich und saltatorisch</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-aktionspotenzial -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "hb-bio-sinneszelle",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Sinneszelle und Rezeptorpotenzial",
      "short": "Sinneszelle und Rezeptorpotenzial einfach erklärt: vom Reiz über das abgestufte Rezeptorpotenzial zur Frequenz der Aktionspotenziale, primäre und sekundäre Sinneszelle, Fototransduktion im Stäbchen, an einer Abituraufgabe zu Chili.",
      "content": "<!-- core-card:bio-sinneszelle -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie · Sinne</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du ein Schema oder Messwerte einer Sinneszelle und sollst erklären, wie aus dem Reiz ein Signal wird; Punkte gibt es für die Schritte in der richtigen Reihenfolge, nicht fürs Aufzählen. Eine Sinneszelle übersetzt einen Reiz wie Licht, Druck oder Hitze in ein elektrisches Signal. Zuerst öffnet oder schließt der Reiz Ionenkanäle, und es entsteht ein Rezeptorpotenzial, das umso größer ist, je stärker der Reiz ist. Daraus werden Aktionspotenziale, die immer gleich hoch sind, deshalb steckt die Reizstärke dann in ihrer Frequenz. Primäre Sinneszellen bilden die Aktionspotenziale selbst an ihrem Axon, sekundäre geben das Signal über eine Synapse an eine Nervenzelle weiter.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Nur <strong>eN</strong>: Rezeptorpotenzial, primäre und sekundäre Sinneszelle; <em>„erläutern Transduktionsprozesse an primären und sekundären Sinneszellen“</em>, laut Hinweis an einem der fünf Sinne.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Dein Gehirn sitzt im Dunkeln. Es erfährt von der Welt nur, was ihm Nervenzellen als elektrische Signale melden. Den ersten Schritt machen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Sinneszellen<span class=\"wort-erkl\">Zellen, die einen Reiz aus der Umwelt oder dem Körper aufnehmen und in ein elektrisches Signal übersetzen</span></span>: Sie nehmen einen Reiz auf, etwa Licht im Auge, Schall im Ohr oder Hitze auf der Haut, und übersetzen ihn in eine Sprache, die Nervenzellen verstehen.</p>\n<p>Jede Sinneszelle ist auf eine Reizart spezialisiert, ihren <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">adäquaten Reiz<span class=\"wort-erkl\">den Reiz, für den die Zelle gebaut ist: Licht für Lichtsinneszellen, Druck für Tastsinneszellen</span></span>. Auf ihn reagiert sie schon bei sehr kleinen Mengen.</p>\n<p>Die Übersetzung beginnt an der Membran. Wie jede Nervenzelle hat die Sinneszelle in Ruhe eine Spannung, das Ruhepotenzial. Der Reiz verändert Ionenkanäle in der Membran, Ionen strömen anders als vorher, und die Spannung ändert sich. Aus dieser Änderung wird am Ende eine Folge von <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Aktionspotenzialen<span class=\"wort-erkl\">kurze elektrische Impulse, immer gleich hoch, mit denen Nervenzellen Signale weiterleiten</span></span>, die zum Gehirn laufen.</p>\n</div>\n\n<h4>Vom Reiz zum Signal in zwei Schritten</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Transduktion<span class=\"wort-erkl\">Umwandlung des Reizes in eine Änderung des Membranpotenzials der Sinneszelle</span></span>:</strong> Der Reiz öffnet oder schließt Ionenkanäle in der Membran. Das Membranpotenzial ändert sich, es entsteht das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Rezeptorpotenzial<span class=\"wort-erkl\">die abgestufte Änderung des Membranpotenzials einer Sinneszelle durch einen Reiz; je stärker der Reiz, desto größer</span></span>. Es ist abgestuft: Ein stärkerer Reiz macht ein größeres Rezeptorpotenzial. Es breitet sich nur über kurze Strecken aus und wird dabei schwächer.</li>\n<li><strong>Codierung (Transformation):</strong> Ein Aktionspotenzial ist immer gleich hoch (Alles-oder-nichts). Die Reizstärke wird deshalb über die <strong>Frequenz</strong> weitergegeben: Je größer das Rezeptorpotenzial, desto mehr Aktionspotenziale pro Sekunde laufen über die Nervenfaser.</li>\n</ol>\n<p>Kurz: Die Stärke steckt erst in der Höhe des Rezeptorpotenzials, dann in der Frequenz der Aktionspotenziale.</p>\n<!-- fig:rezeptorpotenzial -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Reiz, Rezeptorpotenzial und Frequenz <span>· Du siehst, wie die Reizstärke erst in der Höhe des Rezeptorpotenzials steckt und dann in der Zahl der Aktionspotenziale.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 262\" role=\"img\" aria-labelledby=\"rezeptorpotenzial-t rezeptorpotenzial-d\">\n<title id=\"rezeptorpotenzial-t\">Reizstärke, Rezeptorpotenzial und Frequenz der Aktionspotenziale</title>\n<desc id=\"rezeptorpotenzial-d\">Links ein schwacher, rechts ein starker Reiz gleicher Dauer. Darunter das Rezeptorpotenzial: Beim starken Reiz ist es höher, bei beiden sinkt es während des Reizes etwas ab (Adaptation). Ganz unten die Aktionspotenziale der Nervenfaser: beim schwachen Reiz 2, beim starken 9, alle gleich hoch.</desc>\n<text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"14\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Reiz</text><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"92\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Rezeptorpotenzial (abgestuft)</text><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"186\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Aktionspotenziale (Frequenz)</text><path class=\"g-serie\" d=\"M14 58 L37.1 58 L37.1 46 L137.2 46 L137.2 58 L168 58\" fill=\"none\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"2.2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-t\" x=\"91\" y=\"76\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ea580c\" font-weight=\"700\">schwacher Reiz</text><line class=\"g-hilf\" x1=\"14\" y1=\"154\" x2=\"168\" y2=\"154\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.4\"/><path class=\"g-kurve\" d=\"M14 154 L14.8 154 L15.5 154 L16.3 154 L17.1 154 L17.9 154 L18.6 154 L19.4 154 L20.2 154 L20.9 154 L21.7 154 L22.5 154 L23.2 154 L24 154 L24.8 154 L25.5 154 L26.3 154 L27.1 154 L27.9 154 L28.6 154 L29.4 154 L30.2 154 L30.9 154 L31.7 154 L32.5 154 L33.3 154 L34 154 L34.8 154 L35.6 154 L36.3 154 L37.1 154 L37.9 149.6 L38.6 146.4 L39.4 143.9 L40.2 142.1 L41 140.8 L41.7 139.8 L42.5 139.1 L43.3 138.7 L44 138.3 L44.8 138.1 L45.6 138 L46.3 138 L47.1 138 L47.9 138 L48.7 138.1 L49.4 138.2 L50.2 138.3 L51 138.4 L51.7 138.5 L52.5 138.6 L53.3 138.7 L54 138.9 L54.8 139 L55.6 139.1 L56.4 139.2 L57.1 139.3 L57.9 139.4 L58.7 139.5 L59.4 139.6 L60.2 139.7 L61 139.8 L61.7 139.9 L62.5 140 L63.3 140.1 L64.1 140.1 L64.8 140.2 L65.6 140.3 L66.4 140.4 L67.1 140.4 L67.9 140.5 L68.7 140.6 L69.4 140.6 L70.2 140.7 L71 140.7 L71.8 140.8 L72.5 140.8 L73.3 140.9 L74.1 140.9 L74.8 141 L75.6 141 L76.4 141 L77.1 141.1 L77.9 141.1 L78.7 141.2 L79.5 141.2 L80.2 141.2 L81 141.3 L81.8 141.3 L82.5 141.3 L83.3 141.3 L84.1 141.4 L84.8 141.4 L85.6 141.4 L86.4 141.4 L87.1 141.5 L87.9 141.5 L88.7 141.5 L89.5 141.5 L90.2 141.5 L91 141.6 L91.8 141.6 L92.5 141.6 L93.3 141.6 L94.1 141.6 L94.9 141.6 L95.6 141.7 L96.4 141.7 L97.2 141.7 L97.9 141.7 L98.7 141.7 L99.5 141.7 L100.2 141.7 L101 141.7 L101.8 141.8 L102.6 141.8 L103.3 141.8 L104.1 141.8 L104.9 141.8 L105.6 141.8 L106.4 141.8 L107.2 141.8 L107.9 141.8 L108.7 141.8 L109.5 141.8 L110.3 141.8 L111 141.9 L111.8 141.9 L112.6 141.9 L113.3 141.9 L114.1 141.9 L114.9 141.9 L115.6 141.9 L116.4 141.9 L117.2 141.9 L118 141.9 L118.7 141.9 L119.5 141.9 L120.3 141.9 L121 141.9 L121.8 141.9 L122.6 141.9 L123.3 141.9 L124.1 141.9 L124.9 141.9 L125.7 141.9 L126.4 141.9 L127.2 141.9 L128 141.9 L128.7 141.9 L129.5 141.9 L130.3 141.9 L131 142 L131.8 142 L132.6 142 L133.4 142 L134.1 142 L134.9 142 L135.7 142 L136.4 142 L137.2 142 L138 143.4 L138.7 144.6 L139.5 145.7 L140.3 146.7 L141.1 147.6 L141.8 148.3 L142.6 149 L143.4 149.6 L144.1 150.1 L144.9 150.6 L145.7 151 L146.4 151.3 L147.2 151.6 L148 151.9 L148.8 152.2 L149.5 152.4 L150.3 152.6 L151.1 152.7 L151.8 152.9 L152.6 153 L153.4 153.1 L154.1 153.2 L154.9 153.3 L155.7 153.4 L156.5 153.5 L157.2 153.5 L158 153.6 L158.8 153.6 L159.5 153.7 L160.3 153.7 L161.1 153.8 L161.8 153.8 L162.6 153.8 L163.4 153.8 L164.2 153.8 L164.9 153.9 L165.7 153.9 L166.5 153.9 L167.2 153.9 L168 153.9\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"3\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"14\" y1=\"236\" x2=\"168\" y2=\"236\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.4\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"59\" y1=\"236\" x2=\"59\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"115.2\" y1=\"236\" x2=\"115.2\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><text class=\"g-klein\" x=\"91\" y=\"252\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">2 Aktionspotenziale</text><path class=\"g-serie\" d=\"M192 58 L215.1 58 L215.1 28 L315.2 28 L315.2 58 L346 58\" fill=\"none\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"2.2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-t\" x=\"269\" y=\"76\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ea580c\" font-weight=\"700\">starker Reiz</text><line class=\"g-hilf\" x1=\"192\" y1=\"154\" x2=\"346\" y2=\"154\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.4\"/><path class=\"g-kurve\" d=\"M192 154 L192.8 154 L193.5 154 L194.3 154 L195.1 154 L195.9 154 L196.6 154 L197.4 154 L198.2 154 L198.9 154 L199.7 154 L200.5 154 L201.2 154 L202 154 L202.8 154 L203.6 154 L204.3 154 L205.1 154 L205.9 154 L206.6 154 L207.4 154 L208.2 154 L208.9 154 L209.7 154 L210.5 154 L211.3 154 L212 154 L212.8 154 L213.6 154 L214.3 154 L215.1 154 L215.9 143.1 L216.6 135 L217.4 128.9 L218.2 124.3 L219 121 L219.7 118.6 L220.5 116.9 L221.3 115.7 L222 114.9 L222.8 114.4 L223.6 114.1 L224.3 114 L225.1 114 L225.9 114.1 L226.7 114.3 L227.4 114.5 L228.2 114.7 L229 115 L229.7 115.3 L230.5 115.6 L231.3 115.9 L232 116.2 L232.8 116.4 L233.6 116.7 L234.4 117 L235.1 117.3 L235.9 117.5 L236.7 117.8 L237.4 118.1 L238.2 118.3 L239 118.5 L239.7 118.7 L240.5 119 L241.3 119.2 L242.1 119.4 L242.8 119.5 L243.6 119.7 L244.4 119.9 L245.1 120.1 L245.9 120.2 L246.7 120.4 L247.4 120.5 L248.2 120.7 L249 120.8 L249.8 120.9 L250.5 121.1 L251.3 121.2 L252.1 121.3 L252.8 121.4 L253.6 121.5 L254.4 121.6 L255.1 121.7 L255.9 121.8 L256.7 121.9 L257.5 122 L258.2 122.1 L259 122.1 L259.8 122.2 L260.5 122.3 L261.3 122.4 L262.1 122.4 L262.8 122.5 L263.6 122.6 L264.4 122.6 L265.2 122.7 L265.9 122.7 L266.7 122.8 L267.5 122.8 L268.2 122.9 L269 122.9 L269.8 123 L270.5 123 L271.3 123 L272.1 123.1 L272.9 123.1 L273.6 123.2 L274.4 123.2 L275.2 123.2 L275.9 123.3 L276.7 123.3 L277.5 123.3 L278.2 123.3 L279 123.4 L279.8 123.4 L280.6 123.4 L281.3 123.4 L282.1 123.5 L282.9 123.5 L283.6 123.5 L284.4 123.5 L285.2 123.5 L285.9 123.6 L286.7 123.6 L287.5 123.6 L288.3 123.6 L289 123.6 L289.8 123.6 L290.6 123.7 L291.3 123.7 L292.1 123.7 L292.9 123.7 L293.6 123.7 L294.4 123.7 L295.2 123.7 L296 123.7 L296.7 123.8 L297.5 123.8 L298.3 123.8 L299 123.8 L299.8 123.8 L300.6 123.8 L301.3 123.8 L302.1 123.8 L302.9 123.8 L303.7 123.8 L304.4 123.8 L305.2 123.8 L306 123.9 L306.7 123.9 L307.5 123.9 L308.3 123.9 L309 123.9 L309.8 123.9 L310.6 123.9 L311.4 123.9 L312.1 123.9 L312.9 123.9 L313.7 123.9 L314.4 123.9 L315.2 123.9 L316 127.4 L316.7 130.6 L317.5 133.3 L318.3 135.8 L319.1 137.9 L319.8 139.8 L320.6 141.5 L321.4 142.9 L322.1 144.2 L322.9 145.4 L323.7 146.4 L324.4 147.3 L325.2 148.1 L326 148.8 L326.8 149.4 L327.5 149.9 L328.3 150.4 L329.1 150.8 L329.8 151.2 L330.6 151.5 L331.4 151.8 L332.1 152.1 L332.9 152.3 L333.7 152.5 L334.5 152.7 L335.2 152.8 L336 153 L336.8 153.1 L337.5 153.2 L338.3 153.3 L339.1 153.4 L339.8 153.4 L340.6 153.5 L341.4 153.6 L342.2 153.6 L342.9 153.7 L343.7 153.7 L344.5 153.7 L345.2 153.8 L346 153.8\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"3\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><line class=\"g-hilf\" x1=\"192\" y1=\"236\" x2=\"346\" y2=\"236\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.4\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"222.2\" y1=\"236\" x2=\"222.2\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"231.6\" y1=\"236\" x2=\"231.6\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"241.9\" y1=\"236\" x2=\"241.9\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"253.1\" y1=\"236\" x2=\"253.1\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"265.3\" y1=\"236\" x2=\"265.3\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"277.9\" y1=\"236\" x2=\"277.9\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"290.9\" y1=\"236\" x2=\"290.9\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"304\" y1=\"236\" x2=\"304\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><line class=\"g-kurve-rot\" x1=\"317.5\" y1=\"236\" x2=\"317.5\" y2=\"196\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.8\"/><text class=\"g-klein\" x=\"269\" y=\"252\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">9 Aktionspotenziale</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, berechnet, schematisch.</strong> Die Reizstärke steckt erst in der Höhe des Rezeptorpotenzials, dann in der Zahl der Aktionspotenziale pro Zeit. Die einzelnen Aktionspotenziale sind immer gleich hoch. Dass Rezeptorpotenzial und Frequenz während des Reizes etwas sinken, heißt Adaptation.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:rezeptorpotenzial -->\n<p>Bleibt ein Reiz gleich stark, sinken Rezeptorpotenzial und Frequenz mit der Zeit etwas ab. Das ist die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Adaptation<span class=\"wort-erkl\">die Antwort einer Sinneszelle wird bei gleichbleibendem Reiz mit der Zeit schwächer</span></span>: Du spürst deine Kleidung nach kurzer Zeit kaum noch. Sinneszellen, die vor allem auf Änderungen reagieren und schnell adaptieren, heißen phasisch, solche, die lange gleich stark antworten, tonisch.</p>\n\n<h4>Primäre und sekundäre Sinneszelle</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th></th><th>primäre Sinneszelle</th><th>sekundäre Sinneszelle</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Bau</td><td>Nervenzelle mit eigenem Axon</td><td>Zelle ohne eigenes Axon</td></tr>\n<tr><td>Wo entstehen Aktionspotenziale?</td><td>in der Sinneszelle selbst, am Beginn ihres Axons</td><td>erst in der nachgeschalteten Nervenzelle</td></tr>\n<tr><td>Weitergabe</td><td>direkt über das eigene Axon</td><td>über eine Synapse: Das Rezeptorpotenzial steuert, wie viel Transmitter ausgeschüttet wird</td></tr>\n<tr><td>Beispiele</td><td>Riechsinneszellen, Schmerzsinneszellen (Nozizeptoren), Dehnungsrezeptoren im Muskel</td><td>Stäbchen und Zapfen im Auge, Haarsinneszellen im Innenohr, Geschmackssinneszellen</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Woran du es im Material erkennst: Misst man an der Sinneszelle selbst nur ein abgestuftes Potenzial und Aktionspotenziale erst an einer anderen Zelle, ist sie sekundär.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Chili neurobiologisch betrachtet“ (grundlegendes Niveau). Schmerz wird durch Sinneszellen in der Haut ausgelöst, die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Nozizeptoren<span class=\"wort-erkl\">Schmerzsinneszellen: Nervenzellen mit freien Endigungen in der Haut, die auf schädliche Reize reagieren</span></span>, primäre Sinneszellen mit freien Nervenendigungen. Material 3: In diesen Endigungen sitzt ein Ionenkanal, der TRPV-Kanal. Ein Schema zeigt: Capsaicin aus Chili oder eine Temperatur ab 45 °C öffnet ihn, Na⁺ und Ca²⁺ strömen ein, am Axonhügel sitzen spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle. Material 4: Gemessen wurde bei 45 °C an der freien Nervenendigung und am Axon, einmal ohne, einmal mit Capsaicin. Mit Capsaicin ist die Depolarisation an der Nervenendigung größer, und am Axon folgen in derselben Zeit doppelt so viele Aktionspotenziale (in der Abbildung 6 statt 3). Die Zunge hat Nozizeptoren vom TRPV-Typ.</p>\n<p>2 Erläutern Sie die Erregungsauslösung an einem Nozizeptor (M 3). (5 BE)</p>\n<p>3 Interpretieren Sie die in Material 4 dargestellten Messergebnisse im Hinblick auf die Intensität des Schmerzempfindens. (7 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2025 (IQB), Material in eigenen Worten. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 2 (3 BE AFB I, 2 BE AFB II):</strong> Eine Temperatur ab 45 °C oder Capsaicin, das an seine Bindestelle am TRPV-Kanal bindet, öffnet die TRPV-Kanäle in den freien Nervenendigungen → Na⁺ und Ca²⁺ strömen in die Zelle → Depolarisation (Rezeptorpotenzial) → am Axonhügel öffnen sich spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle → es entstehen Aktionspotenziale.</p>\n<p><strong>Zu 3 (7 BE, AFB II):</strong> Der Temperaturreiz von 45 °C allein ändert das Potenzial an den TRPV-Nozizeptoren, es entstehen Aktionspotenziale, wahrgenommen als Hitzeschmerz. Derselbe Reiz mit Capsaicin führt zu einer höheren Frequenz der Aktionspotenziale am Axon, und das geht mit einem stärkeren Hitzeschmerz einher. Die Daten legen nahe: Capsaicin und 45 °C reizen die TRPV-Nozizeptoren gleichzeitig, mehr Kanäle sind offen, die Depolarisation ist stärker, und deshalb ist das Schmerzempfinden stärker.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> die Kette mit Pfeilen vom Reiz bis zum Aktionspotenzial, Ionen und Kanäle benannt, beim Interpretieren der Schritt von der Frequenz zur Stärke der Wahrnehmung. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe mit Material und Erwartungshorizont: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2025GNILmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Chili neurobiologisch betrachtet“ (PDF, IQB)</a>. Wie die Meldung danach über die Nervenfasern läuft, steht auf <a href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-erregungsleitung\">dem Lernzettel zur Erregungsleitung</a>.</p>\n\n<h4>Beispiel sekundäre Sinneszelle: das Stäbchen</h4>\n<p>Stäbchen sind sekundäre Sinneszellen für das Sehen bei wenig Licht. Sie verhalten sich anders, als du vielleicht erwartest: <strong>Im Dunkeln sind sie depolarisiert</strong> (etwa −40 mV) und schütten ständig Transmitter (Glutamat) aus. <strong>Licht hyperpolarisiert sie.</strong> Der Weg dazwischen läuft über einen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">second messenger<span class=\"wort-erkl\">ein Botenstoff im Zellinneren, der ein Signal von der Membran weitergibt und dabei verstärkt, hier cGMP</span></span>, einen Botenstoff im Zellinneren.</p>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Dunkel:</strong> In der Zelle ist viel cGMP. Es hält Kationenkanäle in der Membran offen, Na⁺ strömt ein. Die Zelle ist depolarisiert.</li>\n<li><strong>Licht trifft Rhodopsin:</strong> Das Licht ändert die Form des Retinals im Rhodopsin (11-cis wird zu all-trans). Rhodopsin wird dadurch aktiv.</li>\n<li><strong>Kaskade:</strong> Aktives Rhodopsin aktiviert viele Moleküle des G-Proteins Transducin, jedes Transducin schaltet eine Phosphodiesterase an, und jede Phosphodiesterase spaltet viele cGMP-Moleküle. So wird das Signal stark verstärkt.</li>\n<li><strong>Kanäle schließen:</strong> Mit weniger cGMP schließen sich die Kanäle, weniger Na⁺ strömt ein. Die Zelle hyperpolarisiert (Richtung −70 mV).</li>\n<li><strong>Weniger Transmitter:</strong> Das Stäbchen schüttet weniger Glutamat aus. Diese Änderung ist das Signal an die nachgeschalteten Zellen der Netzhaut.</li>\n</ol>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Material (ausgedachte Werte): An einer Sinneszelle wird bei drei Reizstärken gemessen. Die Sinneszelle selbst zeigt Potenzialänderungen von 4, 9 und 15 mV, aber keine Aktionspotenziale. An der Nervenzelle dahinter zählt man 8, 20 und 35 Aktionspotenziale pro Sekunde. Gibt man einen Stoff dazu, der die Ausschüttung von Transmitter verhindert, bleiben die Werte an der Sinneszelle gleich, an der Nervenzelle fallen sie auf 0.</p>\n<p>Leite ab, ob es eine primäre oder sekundäre Sinneszelle ist, und erkläre beide Messreihen.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Es ist eine <strong>sekundäre</strong> Sinneszelle: Sie bildet selbst keine Aktionspotenziale, und das Signal braucht eine Synapse, denn ohne Transmitter kommt an der Nervenzelle nichts an.</p>\n<p>An der Sinneszelle steigt das Rezeptorpotenzial mit der Reizstärke (abgestuft). Ein größeres Rezeptorpotenzial setzt mehr Transmitter frei, die Nervenzelle wird stärker depolarisiert und bildet mehr Aktionspotenziale pro Sekunde (Frequenzcodierung).</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Rezeptorpotenzial und Aktionspotenzial gleichsetzen.</strong> Das Rezeptorpotenzial ist abgestuft und läuft nicht weit. Das Aktionspotenzial ist immer gleich hoch.</li>\n<li><strong>„Stärkerer Reiz, höheres Aktionspotenzial.“</strong> Die Höhe bleibt gleich, die Frequenz steigt.</li>\n<li><strong>„Licht depolarisiert das Stäbchen.“</strong> Licht schließt Kanäle und hyperpolarisiert es. Im Dunkeln ist es depolarisiert.</li>\n<li><strong>Die Kette abkürzen.</strong> Zu jeder Erklärung gehören Reiz, Kanal, Ion, Richtung, Potenzialänderung und erst dann das Aktionspotenzial.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial und Refraktärzeit</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-ruhepotenzial\">Ruhepotenzial</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-lernen\">Lernen: synaptische Plastizität</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=hb-bio-diagramm-lesen\">Diagramme auswerten</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-sinneszelle -->",
      "cardType": "wissen"
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    {
      "id": "hb-bio-erregungsleitung",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Erregungsleitung: kontinuierlich und saltatorisch",
      "short": "Erregungsleitung einfach erklärt: kontinuierlich und saltatorisch, Myelinscheide und Schnürringe, mit echten Messwerten und der Chili-Abituraufgabe.",
      "content": "<!-- core-card:bio-erregungsleitung -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung sollst du erklären, wie ein Signal am Axon weiterläuft, oft mit Vergleich von Fasern mit und ohne Myelinscheide; Punkte gibt es für die begründete Erklärung, nicht fürs Nennen der Begriffe. Ein Aktionspotenzial bleibt nicht an seiner Stelle, es löst am Nachbarabschnitt des Axons das nächste aus. Ohne Myelinscheide geschieht das Stück für Stück an der ganzen Membran, das heißt kontinuierliche Erregungsleitung und ist langsam. Mit Myelinscheide entstehen Aktionspotenziale nur an den Ranvier-Schnürringen, die Erregung springt von Ring zu Ring: Das ist die saltatorische Erregungsleitung, sie ist schneller und spart Energie. Rückwärts läuft die Erregung in beiden Fällen nicht, weil die gerade erregte Stelle refraktär ist.</p></div>\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Wenn du dir den Zeh stößt, muss die Meldung rund einen Meter weit bis ins Rückenmark. Sie läuft über das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Axon<span class=\"wort-erkl\">der lange, dünne Fortsatz einer Nervenzelle, der Signale weiterleitet</span></span> einer Nervenzelle. Das Signal ist ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Aktionspotenzial<span class=\"wort-erkl\">ein kurzer elektrischer Impuls: die Spannung an der Membran kippt für etwa eine Millisekunde ins Positive</span></span>.</p>\n<p>Ein Aktionspotenzial entsteht immer nur an einem kleinen Stück der Membran. Damit die Meldung ankommt, muss jedes Stück das nächste anstoßen. Das nennt man <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Erregungsleitung<span class=\"wort-erkl\">die Weitergabe von Aktionspotenzialen entlang des Axons</span></span>.</p>\n<p>Es gibt zwei Arten: Bei nackten Axonen wird jedes Membranstück nacheinander erregt. Bei Axonen mit einer isolierenden Hülle, der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Myelinscheide<span class=\"wort-erkl\">eine Hülle aus vielen Lagen Zellmembran, gebildet von Hüllzellen, die sich um das Axon wickeln; sie isoliert elektrisch</span></span>, springt die Erregung über die isolierten Abschnitte hinweg.</p>\n</div>\n\n<h4>Zwei Arten der Leitung im Bild</h4>\n<!-- fig:saltatorisch -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung <span>· Du vergleichst eine Faser mit und ohne Myelin. So siehst du, wo das Signal springt und wo es durchläuft.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 250\" role=\"img\" aria-labelledby=\"saltatorisch-t saltatorisch-d\">\n<title id=\"saltatorisch-t\">Kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung</title>\n<desc id=\"saltatorisch-d\">Oben ein Axon ohne Myelinscheide: Die Erregung läuft in vielen kleinen Schritten entlang der ganzen Membran. Unten ein Axon mit Myelinscheide: Die Erregung springt von Schnürring zu Schnürring.</desc>\n<text class=\"g-t\" x=\"10\" y=\"18\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">ohne Myelinscheide: kontinuierlich</text><rect class=\"g-form\" x=\"10\" y=\"34\" width=\"340\" height=\"20\" rx=\"10\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"30\" y1=\"66\" x2=\"43\" y2=\"66\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"1.5\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M46 66 L41.4 64 L41.4 68 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"52\" y1=\"66\" x2=\"65\" y2=\"66\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"1.5\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M68 66 L63.4 64 L63.4 68 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"74\" y1=\"66\" x2=\"87\" y2=\"66\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"1.5\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M90 66 L85.4 64 L85.4 68 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"96\" 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stroke-width=\"1.5\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M332 66 L327.4 64 L327.4 68 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"88\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">jede Stelle der Membran wird erregt: langsam (um 1 m/s)</text><text class=\"g-t\" x=\"10\" y=\"114\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">mit Myelinscheide: saltatorisch</text><rect class=\"g-form\" x=\"10\" y=\"161\" width=\"340\" height=\"14\" rx=\"7\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form\" x=\"22\" y=\"153\" width=\"73\" height=\"30\" rx=\"9\" fill=\"#ea580c\" fill-opacity=\"0.16\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form\" x=\"107\" y=\"153\" width=\"74\" height=\"30\" rx=\"9\" fill=\"#ea580c\" fill-opacity=\"0.16\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form\" x=\"193\" y=\"153\" width=\"74\" height=\"30\" rx=\"9\" fill=\"#ea580c\" fill-opacity=\"0.16\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form\" x=\"279\" y=\"153\" width=\"63\" height=\"30\" rx=\"9\" fill=\"#ea580c\" fill-opacity=\"0.16\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.4\"/><path class=\"g-serie\" d=\"M15 149 Q 58 116 97.1 146\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M101 149 L97.9 142.7 L94.1 147.6 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><path class=\"g-serie\" d=\"M101 149 Q 144 116 183.1 146\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M187 149 L183.9 142.7 L180.1 147.6 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><path class=\"g-serie\" d=\"M187 149 Q 230 116 269.1 146\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M273 149 L269.9 142.7 L266.1 147.6 Z\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"101\" cy=\"168\" r=\"3.5\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"187\" cy=\"168\" r=\"3.5\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"273\" cy=\"168\" r=\"3.5\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-linie\" x1=\"144\" y1=\"184\" x2=\"144\" y2=\"191\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-opacity=\"0.8\"/><text class=\"g-klein\" x=\"144\" y=\"202\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">Myelinscheide</text><line class=\"g-linie\" x1=\"273\" y1=\"176\" x2=\"273\" y2=\"191\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-opacity=\"0.8\"/><text class=\"g-klein\" x=\"273\" y=\"202\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">Schnürring</text><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"226\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Myelin (orange) isoliert, erregt werden nur die Schnürringe:</text><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"240\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">die Erregung springt von Ring zu Ring, schnell (bis über 100 m/s)</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, schematisch, nicht maßstabsgetreu.</strong> Die Geschwindigkeiten sind typische Größenordnungen; sie hängen auch vom Durchmesser des Axons ab.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:saltatorisch -->\n\n<h4>Kontinuierlich: Stück für Stück</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Erregte Stelle:</strong> Hier läuft gerade ein Aktionspotenzial, Na⁺ ist eingeströmt, das Innere ist positiv.</li>\n<li><strong>Strom zum Nachbarn:</strong> Die positiven Ladungen wandern innen im Axon zur unerregten Nachbarstelle. Diese <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ausgleichsströme<span class=\"wort-erkl\">Ionen fließen von der positiven, erregten Stelle zur noch negativen Nachbarstelle und gleichen die Ladung ein Stück weit aus</span></span> depolarisieren sie.</li>\n<li><strong>Schwelle erreicht:</strong> Dort öffnen sich spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle, ein neues Aktionspotenzial entsteht. Es stößt wieder den nächsten Abschnitt an.</li>\n<li><strong>Nur nach vorn:</strong> Die Stelle dahinter ist gerade <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">refraktär<span class=\"wort-erkl\">vorübergehend nicht erregbar, weil ihre Na⁺-Kanäle noch inaktiv sind</span></span>. Deshalb läuft die Erregung nur in eine Richtung.</li>\n</ol>\n<p>Weil an jedem Stück der Membran ein vollständiges Aktionspotenzial aufgebaut werden muss, ist diese Leitung langsam. Schneller wird sie nur über einen dickeren Durchmesser: Im dicken Axon fließt der Strom leichter, er reicht weiter, bevor er sich verliert.</p>\n\n<h4>Saltatorisch: von Schnürring zu Schnürring</h4>\n<p>Bei Wirbeltieren sind viele Axone myelinisiert. Die Myelinscheide bilden im Körper die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Schwann-Zellen<span class=\"wort-erkl\">Hüllzellen der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark</span></span>, in Gehirn und Rückenmark andere Hüllzellen (Oligodendrozyten). Zwischen zwei Hüllzellen bleibt ein kurzes Stück Axon frei, der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ranvier-Schnürring<span class=\"wort-erkl\">ein kurzer, nicht umhüllter Abschnitt des Axons mit sehr vielen spannungsgesteuerten Na⁺-Kanälen</span></span>.</p>\n<ul>\n<li>Unter dem Myelin kann kaum Ladung durch die Membran entweichen. Der Ausgleichsstrom reicht deshalb bis zum nächsten Schnürring und depolarisiert ihn über die Schwelle.</li>\n<li>Ein neues Aktionspotenzial entsteht nur an den Schnürringen. Die Erregung „springt“ (lateinisch saltare), das spart die Zeit für viele Zwischenschritte.</li>\n<li>Na⁺ strömt nur an den Schnürringen ein. Die Natrium-Kalium-Pumpe muss weniger Ionen zurückpumpen, die Zelle braucht weniger ATP.</li>\n</ul>\n\n<h4>Echte Messwerte: dünn und schnell oder dick und langsam</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Faser</th><th>Myelin</th><th>Durchmesser</th><th>Geschwindigkeit</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Riesenaxon des Tintenfischs</td><td>nein</td><td>etwa 500 µm (0,5 mm)</td><td>21,2 m/s gemessen</td></tr>\n<tr><td>Aα-Faser des Menschen (zum Skelettmuskel)</td><td>ja</td><td>13 bis 20 µm</td><td>80 bis 120 m/s</td></tr>\n<tr><td>Aδ-Faser (schneller, heller Schmerz)</td><td>ja, dünn</td><td>2 bis 5 µm</td><td>bis etwa 30 m/s</td></tr>\n<tr><td>C-Faser (später, dumpfer Schmerz)</td><td>nein</td><td>unter 1,5 µm</td><td>etwa 0,5 bis 2 m/s</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p class=\"ks-quelle\">Tintenfisch: Hodgkin und Huxley, Journal of Physiology 117 (1952), gemessen bei 18,5 °C. Menschliche Fasern: Einteilung nach Erlanger und Gasser, Werte aus Physiologie-Lehrbüchern; je nach Buch weichen die Spannen etwas ab.</p>\n<p>Lies die Tabelle so: Die menschliche Aα-Faser ist rund 30-mal dünner als das Riesenaxon und trotzdem 4- bis 6-mal schneller. Das leistet die Myelinscheide. Ohne sie müsste ein Axon für dieses Tempo riesig sein, und im Rückenmark wäre dafür kein Platz.</p>\n\n<h4>Kosten und Nutzen der Myelinscheide</h4>\n<div class=\"compare-stack\">\n<div><p><strong>Nutzen:</strong> hohe Geschwindigkeit bei kleinem Durchmesser, also viele Fasern auf engem Raum. Weniger Na⁺-Einstrom, also weniger Arbeit für die Pumpe und weniger ATP-Verbrauch.</p></div>\n<div><p><strong>Kosten:</strong> Die Hüllzellen müssen gebildet und versorgt werden, das kostet Stoffe und Energie. Ist das Myelin geschädigt, ist die Leitung verlangsamt oder unterbrochen.</p></div>\n</div>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Chili neurobiologisch betrachtet“ (grundlegendes Niveau). Im Material sind die Schmerzfasern der Haut abgebildet: dünne Aδ-Fasern mit Myelinscheide und C-Fasern ohne. Ein zweites Schema zeigt, dass ein einziger Schmerzreiz zwei Schmerzen nacheinander auslöst: erst einen kurzen, stechenden, dann einen länger anhaltenden, dumpfen.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie die Erregungsleitung an den Axonen von C-Fasern und Aδ-Fasern (M 1). Erläutern Sie anhand von Material 1 das Phänomen der zeitversetzten Schmerzwahrnehmung (M 2). (12 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2025 (IQB), Material in eigenen Worten. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Beschreiben (8 BE, AFB I):</strong> C-Fasern sind nicht myelinisiert, sie leiten kontinuierlich: Die Spannungsumkehr beim Aktionspotenzial löst am benachbarten Axonabschnitt ein neues Aktionspotenzial aus, dieses wieder am nächsten, so wird die Erregung entlang des Axons fortgeleitet. Aδ-Fasern sind myelinisiert, sie leiten saltatorisch: Die Depolarisation an einem Schnürring breitet sich unter dem isolierten Abschnitt bis zum nächsten Schnürring aus, die Aktionspotenziale „springen“ von Ring zu Ring. In beiden Fällen läuft die Erregung nur in eine Richtung, weil die gerade erregten Abschnitte refraktär sind.</p>\n<p><strong>Erläutern (4 BE, AFB II):</strong> Der erste Schmerz kommt über die schnellen, saltatorisch leitenden Aδ-Fasern im Gehirn an. Der zweite, verzögerte Schmerz kommt über die langsamen, kontinuierlich leitenden C-Fasern. Ein Reiz, zwei Wege mit verschiedener Geschwindigkeit, deshalb zwei Zeitpunkte.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> beide Leitungsarten mit Fachbegriffen (Myelinscheide, Schnürring, Refraktärzeit), die Richtung begründet, beim Erläutern der Bezug auf das Material. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe mit Material und Erwartungshorizont: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2025GNILmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Chili neurobiologisch betrachtet“ (PDF, IQB)</a>. Wie der Schmerzreiz am Nozizeptor überhaupt entsteht, steht auf <a href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-sinneszelle\">dem Lernzettel zur Sinneszelle</a>.</p>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Leistungskurs und erhöhtes Niveau: was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben.</p>\n<ul>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Elektrotonische Leitung<span class=\"wort-erkl\">passive Ausbreitung einer Spannungsänderung ohne neues Aktionspotenzial</span></span>:</strong> Die Ausgleichsströme allein tragen eine Depolarisation ein Stück weiter, aber sie wird mit der Entfernung immer schwächer, weil Ladung durch die Membran verloren geht. Erst ein neues Aktionspotenzial frischt das Signal wieder auf. Saltatorische Leitung ist also elektrotonische Leitung unter dem Myelin plus Auffrischen an jedem Schnürring.</li>\n<li><strong>Multiple Sklerose:</strong> Bei dieser Krankheit greift das eigene Immunsystem die Myelinscheiden in Gehirn und Rückenmark an. Wo Myelin fehlt, reicht der Ausgleichsstrom nicht mehr bis zum nächsten Schnürring, die Leitung wird langsamer oder bricht ab. Je nach betroffener Bahn sind Sehen, Gefühl oder Bewegung gestört.</li>\n</ul>\n</div>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Nimm an: Vom Zeh bis ins Rückenmark ist der Weg 1 m lang. Die Aδ-Faser leitet mit 20 m/s, die C-Faser mit 1 m/s. Wie lange brauchen die beiden Meldungen, und wie groß ist der Abstand zwischen erstem und zweitem Schmerz?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>t = s : v. Aδ-Faser: 1 m : 20 m/s = 0,05 s = 50 ms. C-Faser: 1 m : 1 m/s = 1 s.</p>\n<p>Der zweite Schmerz kommt also etwa 0,95 s, knapp eine Sekunde, nach dem ersten an. Deshalb spürst du erst den stechenden und kurz darauf den dumpfen Schmerz.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Das Aktionspotenzial wandert durch das Axon.“</strong> Jedes Aktionspotenzial bleibt an seiner Stelle, es löst am Nachbarabschnitt ein neues aus.</li>\n<li><strong>„Die Erregung springt durch die Luft.“</strong> Es springt nur der Ort, an dem ein neues Aktionspotenzial entsteht. Der Strom fließt dazwischen innen im Axon.</li>\n<li><strong>Richtung nicht begründen.</strong> Rückwärts geht es nicht, weil die Stelle davor refraktär ist, nicht wegen des Myelins.</li>\n<li><strong>Beim Vergleich nur die Geschwindigkeit nennen.</strong> Platz und Energie gehören dazu.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial und Refraktärzeit</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-ruhepotenzial\">Ruhepotenzial</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-sinneszelle\">Sinneszelle und Rezeptorpotenzial</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-erregungsleitung -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "hb-bio-synapse",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Erregende Synapse und Gifte",
      "short": "Synapse einfach erklärt: Erregungsübertragung in sechs Schritten, neuromuskuläre Synapse, Synapsengifte wie Curare, Botox und E 605, mit dem Versuch von Otto Loewi.",
      "content": "<!-- core-card:bio-synapse -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du ein Schema der Synapse oder einen Versuch mit einem Wirkstoff und sollst erklären, was passiert; Punkte gibt es für die Schritte der Übertragung in der richtigen Reihenfolge. An einer chemischen Synapse wird ein elektrisches Signal in ein chemisches übersetzt und wieder zurück. Kommt ein Aktionspotenzial am Endknöpfchen an, strömt Ca²⁺ ein, und Bläschen schütten einen Transmitter wie Acetylcholin in den synaptischen Spalt aus. Der Transmitter bindet an Rezeptoren der nächsten Zelle, öffnet dort Ionenkanäle, und es entsteht ein erregendes postsynaptisches Potenzial. Ein Enzym baut den Transmitter rasch ab, damit das Signal endet. Gifte, Drogen und Medikamente greifen an genau diesen Schritten an.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>GK und LK: erregende und neuromuskuläre Synapse, die Vorgänge <em>„am Beispiel der durch den Transmitter Acetylcholin gesteuerten Vorgänge“</em>, Wirkungsweise und Auswirkungen exogener Substanzen auf molekularer Ebene.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Nervenzellen berühren sich nicht. Zwischen dem Ende einer Nervenzelle und der nächsten Zelle liegt ein winziger Spalt. Diese Kontaktstelle heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Synapse<span class=\"wort-erkl\">die Verbindungsstelle zwischen einer Nervenzelle und der nächsten Zelle, zum Beispiel einer Nerven- oder Muskelzelle</span></span>.</p>\n<p>Das Aktionspotenzial kann den Spalt nicht überspringen. Stattdessen gibt das Ende des Axons, das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Endknöpfchen<span class=\"wort-erkl\">die verdickte Endung des Axons vor dem Spalt, auch präsynaptische Endigung</span></span>, einen Botenstoff ab, den <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Transmitter<span class=\"wort-erkl\">ein chemischer Botenstoff, der von einer Nervenzelle zur nächsten Zelle übertragen wird, etwa Acetylcholin</span></span>. Er erreicht die Zelle dahinter und löst dort ein neues elektrisches Signal aus.</p>\n<p>Die Seite vor dem Spalt heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">präsynaptisch<span class=\"wort-erkl\">vor dem Spalt, also die Zelle, die den Transmitter ausschüttet</span></span>, die Seite dahinter <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">postsynaptisch<span class=\"wort-erkl\">hinter dem Spalt, also die Zelle mit den Rezeptoren</span></span>. Weil nur die präsynaptische Seite Transmitter hat und nur die postsynaptische Rezeptoren, läuft das Signal nur in eine Richtung.</p>\n</div>\n\n<h4>So läuft die Übertragung ab</h4>\n<!-- fig:synapse -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Ablauf an der erregenden Synapse <span>· Die Schritte 1 bis 6 sind nummeriert. Du verfolgst den Weg vom Aktionspotenzial bis zum Abbau des Transmitters.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 250\" role=\"img\" aria-labelledby=\"synapse-t synapse-d\">\n<title id=\"synapse-t\">Ablauf an einer erregenden chemischen Synapse</title>\n<desc id=\"synapse-d\">Ein Aktionspotenzial erreicht das Endknöpfchen (1). Calcium-Ionen strömen ein (2). Bläschen mit Transmitter verschmelzen mit der Membran und geben den Transmitter in den synaptischen Spalt ab (3). Der Transmitter bindet an Rezeptoren der postsynaptischen Membran (4). Natrium-Ionen strömen ein, es entsteht ein erregendes postsynaptisches Potenzial (5). Ein Enzym baut den Transmitter ab (6).</desc>\n<path class=\"g-linie\" d=\"M60 10 L60 92 Q60 128 110 128 L250 128 Q300 128 300 92 L300 10\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.8\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-klein\" x=\"70\" y=\"22\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Endknöpfchen (präsynaptisch)</text><circle class=\"g-form\" cx=\"110\" cy=\"70\" r=\"13\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"106\" cy=\"67\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"114\" cy=\"71\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"109\" cy=\"75\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-form\" cx=\"150\" cy=\"92\" r=\"13\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"146\" cy=\"89\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"154\" cy=\"93\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"149\" cy=\"97\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-form\" cx=\"200\" cy=\"64\" r=\"13\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"196\" cy=\"61\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"204\" cy=\"65\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"199\" cy=\"69\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-form\" cx=\"240\" cy=\"96\" r=\"13\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"236\" cy=\"93\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"244\" cy=\"97\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"239\" cy=\"101\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-form\" cx=\"175\" cy=\"110\" r=\"13\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"171\" cy=\"107\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"179\" cy=\"111\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"174\" cy=\"115\" r=\"2\" fill=\"#3b82f6\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M196 128 Q205 140 214 128\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"205\" cy=\"146\" r=\"2.2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"196\" cy=\"154\" r=\"2.2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"214\" cy=\"156\" r=\"2.2\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt-farbe\" cx=\"226\" cy=\"148\" r=\"2.2\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"30\" y1=\"172\" x2=\"330\" y2=\"172\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.8\" stroke-opacity=\"0.9\"/><text class=\"g-klein\" x=\"10\" y=\"244\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">postsynaptische Membran</text><rect class=\"g-form g-gruen\" x=\"132\" y=\"166\" width=\"16\" height=\"20\" rx=\"4\" fill=\"#059669\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form g-gruen\" x=\"182\" y=\"166\" width=\"16\" height=\"20\" rx=\"4\" fill=\"#059669\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form g-gruen\" x=\"232\" y=\"166\" width=\"16\" height=\"20\" rx=\"4\" fill=\"#059669\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"190\" y1=\"190\" x2=\"190\" y2=\"217.8\" stroke=\"#059669\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M190 222 L192.9 215.6 L187.1 215.6 Z\" fill=\"#059669\"/><text class=\"g-t\" x=\"198\" y=\"214\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"start\" fill=\"#059669\" font-weight=\"700\">Na⁺ strömt ein → EPSP</text><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"312\" y1=\"60\" x2=\"299.4\" y2=\"69.5\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M296 72 L302.8 70.4 L299.4 65.9 Z\" fill=\"#ea580c\"/><text class=\"g-t\" x=\"314\" y=\"58\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ea580c\" font-weight=\"700\">Ca²⁺</text><rect class=\"g-form g-form-rot\" x=\"258\" y=\"150\" width=\"46\" height=\"12\" rx=\"6\" fill=\"#ef4444\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.4\"/><text class=\"g-klein\" x=\"310\" y=\"160\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Enzym</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"30\" cy=\"50\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"30\" y=\"54\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">1</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"312\" cy=\"90\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"312\" y=\"94\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">2</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"180\" cy=\"142\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"180\" y=\"146\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">3</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"118\" cy=\"178\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"118\" y=\"182\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">4</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"174\" cy=\"228\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"174\" y=\"232\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">5</text><circle class=\"g-zahl\" cx=\"288\" cy=\"146\" r=\"9\" fill=\"#3b82f6\"/><text class=\"g-t\" x=\"288\" y=\"150\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ffffff\" font-weight=\"700\">6</text><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"30\" y1=\"62\" x2=\"30\" y2=\"87.8\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M30 92 L32.9 85.6 L27.1 85.6 Z\" fill=\"#3b82f6\"/>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, schematisch.</strong> 1 Aktionspotenzial kommt an · 2 Ca²⁺ strömt ein · 3 Bläschen geben Transmitter in den Spalt ab · 4 Transmitter bindet an Rezeptoren (Ionenkanäle) · 5 Na⁺ strömt ein, EPSP · 6 Enzym spaltet den Transmitter (bei Acetylcholin: Acetylcholinesterase).</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:synapse -->\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Aktionspotenzial kommt an:</strong> Die Membran des Endknöpfchens wird depolarisiert.</li>\n<li><strong>Ca²⁺ strömt ein:</strong> Spannungsgesteuerte Ca²⁺-Kanäle öffnen sich. Ca²⁺ ist außen viel höher konzentriert und strömt in das Endknöpfchen.</li>\n<li><strong>Ausschüttung:</strong> Ca²⁺ löst aus, dass <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Vesikel<span class=\"wort-erkl\">kleine Bläschen aus Membran, gefüllt mit Transmitter</span></span> mit der Membran verschmelzen und den Transmitter in den Spalt entleeren (Exocytose).</li>\n<li><strong>Bindung:</strong> Der Transmitter wandert durch den Spalt und bindet an <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Rezeptoren<span class=\"wort-erkl\">Eiweiße in der Membran, an die nur ein passender Stoff bindet, wie ein Schlüssel ins Schloss</span></span> der postsynaptischen Membran. Diese Rezeptoren sind Ionenkanäle, die sich bei Bindung öffnen (<span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">ligandengesteuert<span class=\"wort-erkl\">der Kanal öffnet sich, wenn ein bestimmter Stoff bindet, nicht durch Spannung</span></span>).</li>\n<li><strong>EPSP:</strong> Vor allem Na⁺ strömt in die postsynaptische Zelle, sie wird depolarisiert. Diese Spannungsänderung heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">EPSP<span class=\"wort-erkl\">erregendes postsynaptisches Potenzial: eine kleine, abgestufte Depolarisation hinter der Synapse</span></span>. Ist sie groß genug, entsteht in der nächsten Zelle ein Aktionspotenzial.</li>\n<li><strong>Signal endet:</strong> Ein Enzym spaltet den Transmitter, oder er wird zurück ins Endknöpfchen aufgenommen. Bei Acetylcholin spaltet die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Acetylcholinesterase<span class=\"wort-erkl\">das Enzym im Spalt, das Acetylcholin in Acetat und Cholin spaltet</span></span> in Acetat und Cholin. Das Cholin wird zurückgeholt und zu neuem Acetylcholin verbaut.</li>\n</ol>\n<p>Je mehr Aktionspotenziale pro Sekunde ankommen, desto mehr Transmitter wird ausgeschüttet. Die Synapse übersetzt also die Frequenz in eine Menge Transmitter.</p>\n\n<h4>Die neuromuskuläre Synapse: Nerv an Muskel</h4>\n<p>Wo ein Nerv eine Skelettmuskelfaser ansteuert, liegt die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">neuromuskuläre Synapse<span class=\"wort-erkl\">Synapse zwischen einer Nervenzelle und einer Muskelfaser, auch motorische Endplatte</span></span>. Der Transmitter ist immer Acetylcholin. Das Potenzial an der Muskelmembran heißt Endplattenpotenzial. Es ist so groß, dass praktisch jedes ankommende Aktionspotenzial in der Muskelfaser ein Aktionspotenzial auslöst, und der Muskel zieht sich zusammen.</p>\n\n<h4>Wo Gifte, Drogen und Medikamente eingreifen</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Schritt</th><th>Stoff</th><th>Wirkung</th><th>Folge am Muskel</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Ausschüttung</td><td>Botulinumtoxin (Botox)</td><td>verhindert, dass Vesikel mit der Membran verschmelzen</td><td>kein Acetylcholin, schlaffe Lähmung</td></tr>\n<tr><td>Rezeptor</td><td>Curare</td><td>bindet am Rezeptor, öffnet ihn nicht, verdrängt Acetylcholin</td><td>schlaffe Lähmung</td></tr>\n<tr><td>Rezeptor</td><td>Nikotin</td><td>bindet und öffnet den Rezeptor wie Acetylcholin</td><td>Erregung; in hohen Dosen Dauererregung, dann Lähmung</td></tr>\n<tr><td>Abbau</td><td>E 605 (Parathion), Nervenkampfstoffe wie Sarin</td><td>hemmen die Acetylcholinesterase</td><td>Acetylcholin bleibt im Spalt: Dauererregung, Muskelzucken und Krämpfe, später Lähmung</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Atropin, das Gift der Tollkirsche, blockiert eine andere Sorte von Acetylcholin-Rezeptoren, die am Herz und an inneren Organen sitzt, nicht die am Skelettmuskel. Ärzte geben es bei Vergiftungen mit E 605, um die Wirkung des überschüssigen Acetylcholins dort zu dämpfen.</p>\n<p><strong>So leitest du einen Wirkort ab:</strong> Geh die sechs Schritte durch. Frag bei jedem: Wird er durch den Stoff verstärkt oder blockiert? Dann prüf, welche Folge das Material beschreibt: zu wenig Signal heißt Lähmung, ein Signal, das nicht aufhört, heißt Krampf.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Wie wurde bewiesen, dass Synapsen chemisch arbeiten? Material: Der Pharmakologe Otto Loewi entnahm 1921 zwei schlagende Froschherzen. Das erste Herz war noch mit dem Vagusnerv verbunden, das zweite nicht. Beide lagen in Salzlösung. Loewi reizte den Vagusnerv elektrisch, das erste Herz schlug langsamer. Dann übertrug er Flüssigkeit aus dem ersten Herzen auf das zweite. Auch das zweite Herz schlug nun langsamer, obwohl sein Nerv nicht gereizt worden war.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie den Versuch und seine Ergebnisse. (4 BE)</p>\n<p>2 Leiten Sie aus den Ergebnissen ab, wie der Vagusnerv die Information auf das Herz überträgt. (5 BE)</p>\n<p>3 Loewi nannte den unbekannten Stoff „Vagusstoff“. Später zeigte sich, dass es Acetylcholin ist. Am Herzen verlangsamt Acetylcholin den Herzschlag, am Skelettmuskel löst es eine Kontraktion aus. Erklären Sie, wie derselbe Transmitter gegensätzlich wirken kann. (4 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben. Versuch: O. Loewi, Über humorale Übertragbarkeit der Herznervenwirkung, Pflügers Archiv 189 (1921), S. 239 bis 242. Loewi und Henry Dale erhielten dafür 1936 den Nobelpreis. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I):</strong> Zwei isolierte Froschherzen in Salzlösung, nur das erste mit Vagusnerv. Elektrische Reizung des Nervs verlangsamt den Herzschlag des ersten Herzens. Nach Übertragen der Flüssigkeit schlägt auch das zweite Herz langsamer, ohne gereizt worden zu sein.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Die Wirkung ließ sich mit der Flüssigkeit übertragen. Also hat der gereizte Nerv einen Stoff in die Lösung abgegeben, der den Herzschlag verlangsamt. Die Übertragung vom Nerv auf das Herz ist chemisch, nicht elektrisch: Das elektrische Signal im Nerv führt zur Ausschüttung eines Transmitters, der an der Zielzelle wirkt.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB II):</strong> Ob ein Transmitter erregt oder hemmt, hängt vom Rezeptor der Zielzelle ab, nicht vom Transmitter selbst. Am Skelettmuskel öffnet Acetylcholin einen Kanal, durch den vor allem Na⁺ einströmt: Depolarisation, Kontraktion. Am Herzen bindet es an eine andere Sorte Rezeptor, die über weitere Schritte K⁺-Kanäle öffnet: Die Zelle wird negativer und erreicht die Schwelle seltener, der Herzschlag wird langsamer.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> beim Ableiten ein Schluss, der aus den Daten folgt und begründet wird (chemischer Stoff, weil übertragbar), Fachbegriffe Transmitter und Rezeptor, bei 3 der Bezug auf verschiedene Rezeptoren. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Leistungskurs und erhöhtes Niveau: was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben.</p>\n<ul>\n<li><strong>Hemmende Synapse:</strong> Hier öffnet der Transmitter, zum Beispiel GABA oder Glycin, Kanäle für Cl⁻. Cl⁻ strömt ein, die postsynaptische Zelle wird negativer: ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">IPSP<span class=\"wort-erkl\">inhibitorisches (hemmendes) postsynaptisches Potenzial: die Zelle entfernt sich von der Schwelle</span></span>. Wie die Zelle erregende und hemmende Signale verrechnet, steht auf <a href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">dem Lernzettel zur Summation</a>.</li>\n<li><strong>Opiate und Endorphine:</strong> Der Körper bildet eigene Schmerzhemmer, die Endorphine. Sie binden an Opioid-Rezeptoren auf Nervenzellen der Schmerzbahn und hemmen dort die Weitergabe des Schmerzsignals. Morphin und Heroin binden an dieselben Rezeptoren und ahmen die Endorphine nach. Bei dauerndem Gebrauch passen sich die Synapsen an, es entstehen Toleranz und Abhängigkeit.</li>\n</ul>\n</div>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Bei Operationen werden die Muskeln oft mit einem curareähnlichen Stoff entspannt. Am Ende gibt der Narkosearzt einen Hemmstoff der Acetylcholinesterase, und die Muskeln arbeiten wieder. Erkläre, warum das funktioniert.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Der curareähnliche Stoff besetzt die Acetylcholin-Rezeptoren an der Muskelmembran, ohne sie zu öffnen. Er konkurriert mit Acetylcholin um dieselbe Bindestelle. Der Hemmstoff der Acetylcholinesterase verhindert den Abbau von Acetylcholin, es sammelt sich mehr davon im Spalt. Das viele Acetylcholin verdrängt den Blocker von den Rezeptoren, die Kanäle öffnen sich wieder, und der Muskel kann sich zusammenziehen.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Ca²⁺ vergessen.</strong> Ohne Ca²⁺-Einstrom keine Ausschüttung. Das ist der Schritt, der das elektrische Signal in ein chemisches übersetzt.</li>\n<li><strong>„Der Transmitter wandert in die nächste Zelle.“</strong> Er bindet außen an Rezeptoren und öffnet dort Kanäle.</li>\n<li><strong>„Acetylcholin wirkt immer erregend.“</strong> Die Wirkung hängt vom Rezeptor ab, am Herzen hemmt es.</li>\n<li><strong>Lähmung und Krampf verwechseln.</strong> Zu wenig Signal: Lähmung. Signal hört nicht auf: Krampf.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-erregungsleitung\">Erregungsleitung: kontinuierlich und saltatorisch</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Stoffwechsel&card=hb-bio-enzyme-hemmung\">Enzymhemmung und Regulation</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=hb-bio-op-ableiten\">Ableiten, deuten, Hypothesen aufstellen</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-hormone-stress\">Hormone und Stressreaktion</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-neuro-stoerungen\">Störungen des Nervensystems</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-synapse -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "hb-bio-summation",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Hemmende Synapse und Summation",
      "short": "Hemmende Synapse, EPSP und IPSP, räumliche und zeitliche Summation einfach erklärt: wie eine Nervenzelle Signale verrechnet, mit Strychnin und Tetanus als Beispiel.",
      "content": "<!-- core-card:bio-summation -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du Potenzialverläufe an einer Nervenzelle und sollst erklären, ob sie ein Signal weitergibt; Punkte gibt es für die begründete Verrechnung der Eingänge, nicht fürs Beschreiben der Kurve. Eine Nervenzelle bekommt Signale von vielen Synapsen gleichzeitig, manche erregend, manche hemmend. Erregende Synapsen machen die Zelle positiver (EPSP), hemmende machen sie negativer oder schwerer erregbar (IPSP). Diese kleinen Potenziale addieren sich, wenn mehrere Synapsen gleichzeitig feuern (räumliche Summation) oder eine Synapse schnell hintereinander (zeitliche Summation). Am Axonhügel entscheidet die Summe: Erreicht sie die Schwelle, entsteht ein Aktionspotenzial, sonst nicht.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Nur <strong>eN</strong>: hemmende Synapse und Summation; GABA als Beispiel ist möglich, aber nicht vorgeschrieben.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>An einer einzigen Nervenzelle im Rückenmark enden tausende Synapsen anderer Zellen. Die Zelle muss aus all diesen Meldungen eine Entscheidung machen: Aktionspotenzial ja oder nein. Das nennt man <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Verrechnung<span class=\"wort-erkl\">die Nervenzelle zählt erregende und hemmende Signale zusammen und „entscheidet“, ob sie feuert</span></span>.</p>\n<p>Jede Synapse erzeugt in der Zelle dahinter nur eine kleine Spannungsänderung, ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">postsynaptisches Potenzial<span class=\"wort-erkl\">eine kleine, abgestufte Spannungsänderung an der Membran hinter einer Synapse; je mehr Transmitter, desto größer</span></span>. Anders als ein Aktionspotenzial ist es <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">abgestuft<span class=\"wort-erkl\">mal größer, mal kleiner, je nach Menge Transmitter, und nicht nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip</span></span> und läuft nicht von selbst weiter. Es breitet sich nur passiv aus und wird dabei schwächer.</p>\n<p>Gezählt wird am <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Axonhügel<span class=\"wort-erkl\">die Stelle, an der das Axon aus dem Zellkörper entspringt; hier sitzen viele spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle, hier entsteht das Aktionspotenzial</span></span>. Liegt die Spannung dort über der Schwelle, entsteht ein Aktionspotenzial.</p>\n</div>\n\n<h4>Erregend und hemmend</h4>\n<div class=\"compare-stack\">\n<div><p><strong>Erregende Synapse:</strong> Der Transmitter, etwa Acetylcholin oder Glutamat, öffnet Kanäle, durch die vor allem Na⁺ einströmt. Die Membran wird depolarisiert, sie rückt näher an die Schwelle. Das ist ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">EPSP<span class=\"wort-erkl\">erregendes postsynaptisches Potenzial: kleine Depolarisation</span></span>.</p></div>\n<div><p><strong>Hemmende Synapse:</strong> Der Transmitter, etwa GABA im Gehirn oder Glycin im Rückenmark, öffnet Kanäle für Cl⁻. Cl⁻ strömt ein, die Membran wird negativer und rückt von der Schwelle weg. Das ist ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">IPSP<span class=\"wort-erkl\">inhibitorisches, also hemmendes postsynaptisches Potenzial: kleine Hyperpolarisation</span></span>. An manchen Synapsen öffnen sich stattdessen K⁺-Kanäle, K⁺ strömt aus, die Wirkung ist dieselbe.</p></div>\n</div>\n<p>Ob eine Synapse erregt oder hemmt, entscheiden Transmitter und Rezeptor, also welche Kanäle sich öffnen. Hemmung ist kein fehlendes Signal, sondern ein aktives Signal in die Gegenrichtung.</p>\n\n<h4>So verrechnet die Zelle</h4>\n<!-- fig:summation -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">EPSP, IPSP und Schwelle am Axonhügel <span>· Du siehst, wie sich Potenziale addieren. Ein einzelnes EPSP bleibt unter der Schwelle, zwei kurz nacheinander erreichen sie.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"summation-t summation-d\">\n<title id=\"summation-t\">Erregende und hemmende Potenziale am Axonhügel</title>\n<desc id=\"summation-d\">Ein einzelnes EPSP hebt das Potenzial nur wenig über −70 mV. Zwei EPSPs kurz nacheinander addieren sich und erreichen die Schwelle bei −50 mV. Ein IPSP senkt das Potenzial unter −70 mV.</desc>\n<line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"352\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"12\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M356 190 l-8 -4 v8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M50 8 l-4 8 h8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"50\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">0</text><line class=\"g-achse\" x1=\"99.3\" y1=\"190\" x2=\"99.3\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"99.3\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">2</text><line class=\"g-achse\" x1=\"148.7\" y1=\"190\" x2=\"148.7\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"148.7\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">4</text><line class=\"g-achse\" x1=\"198\" y1=\"190\" x2=\"198\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"198\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">6</text><line class=\"g-achse\" x1=\"247.3\" y1=\"190\" x2=\"247.3\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"247.3\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">8</text><line class=\"g-achse\" x1=\"296.7\" y1=\"190\" x2=\"296.7\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"296.7\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">10</text><line class=\"g-achse\" x1=\"346\" y1=\"190\" x2=\"346\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">12</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"182.9\" x2=\"50\" y2=\"182.9\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"186.9\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">−80</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"147.5\" x2=\"50\" y2=\"147.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"151.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">−70</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"76.7\" x2=\"50\" y2=\"76.7\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"80.7\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">−50</text><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"224\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">Zeit in ms</text><text class=\"g-klein\" x=\"58\" y=\"16\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Membranpotenzial in mV</text><line class=\"g-hilf\" x1=\"50\" y1=\"76.7\" x2=\"346\" y2=\"76.7\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.2\" stroke-dasharray=\"4 4\" stroke-opacity=\"0.7\"/><text class=\"g-klein\" x=\"54\" y=\"71.7\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Schwelle</text><path class=\"g-kurve\" d=\"M50 147.5 L50.7 147.5 L51.5 147.5 L52.2 147.5 L53 147.5 L53.7 147.5 L54.4 147.5 L55.2 147.5 L55.9 147.5 L56.7 147.5 L57.4 147.5 L58.1 147.5 L58.9 147.5 L59.6 147.5 L60.4 147.5 L61.1 147.5 L61.8 147.5 L62.6 147.5 L63.3 147.5 L64.1 147.5 L64.8 147.5 L65.5 147.5 L66.3 147.5 L67 147.5 L67.8 147.5 L68.5 147.5 L69.2 147.5 L70 147.5 L70.7 147.5 L71.5 147.5 L72.2 147.5 L72.9 147.5 L73.7 147.5 L74.4 147.5 L75.2 145 L75.9 141.6 L76.6 138.5 L77.4 135.7 L78.1 133.3 L78.9 131.1 L79.6 129.1 L80.3 127.4 L81.1 125.9 L81.8 124.5 L82.6 123.4 L83.3 122.4 L84 121.6 L84.8 120.9 L85.5 120.4 L86.3 119.9 L87 119.6 L87.7 119.4 L88.5 119.2 L89.2 119.2 L90 119.2 L90.7 119.3 L91.4 119.4 L92.2 119.6 L92.9 119.8 L93.7 120.1 L94.4 120.4 L95.1 120.8 L95.9 121.2 L96.6 121.6 L97.4 122 L98.1 122.5 L98.8 122.9 L99.6 123.4 L100.3 123.9 L101.1 124.4 L101.8 124.9 L102.5 125.4 L103.3 126 L104 126.5 L104.8 127 L105.5 127.5 L106.2 128 L107 128.6 L107.7 129.1 L108.5 129.6 L109.2 130.1 L109.9 130.6 L110.7 131.1 L111.4 131.5 L112.2 132 L112.9 132.5 L113.6 132.9 L114.4 133.4 L115.1 133.8 L115.9 134.2 L116.6 134.7 L117.3 135.1 L118.1 135.5 L118.8 135.9 L119.6 136.3 L120.3 136.6 L121 137 L121.8 137.3 L122.5 137.7 L123.3 138 L124 138.3 L124.7 138.7 L125.5 139 L126.2 139.3 L127 139.6 L127.7 139.8 L128.4 140.1 L129.2 140.4 L129.9 140.6 L130.7 140.9 L131.4 141.1 L132.1 141.3 L132.9 141.6 L133.6 141.8 L134.4 142 L135.1 142.2 L135.8 142.4 L136.6 142.6 L137.3 142.8 L138.1 142.9 L138.8 143.1 L139.5 143.3 L140.3 143.4 L141 143.6 L141.8 143.7 L142.5 143.9 L143.2 144 L144 144.2 L144.7 144.3 L145.5 144.4 L146.2 144.5 L146.9 144.7 L147.7 144.8 L148.4 144.9 L149.2 141.2 L149.9 136.2 L150.6 131.7 L151.4 127.6 L152.1 124 L152.9 120.8 L153.6 117.9 L154.3 115.4 L155.1 113.2 L155.8 111.3 L156.6 109.7 L157.3 108.3 L158 107.1 L158.8 106.1 L159.5 105.4 L160.3 104.8 L161 104.3 L161.7 98.6 L162.5 93.4 L163.2 88.9 L164 85 L164.7 81.6 L165.4 78.6 L166.2 76.2 L166.9 74.1 L167.7 72.4 L168.4 71 L169.1 69.9 L169.9 69.2 L170.6 68.7 L171.4 68.4 L172.1 68.3 L172.8 68.5 L173.6 68.8 L174.3 69.2 L175.1 69.8 L175.8 70.6 L176.5 71.4 L177.3 72.4 L178 73.4 L178.8 74.5 L179.5 75.7 L180.2 76.9 L181 78.2 L181.7 79.6 L182.5 80.9 L183.2 82.3 L183.9 83.7 L184.7 85.2 L185.4 86.6 L186.2 88.1 L186.9 89.5 L187.6 91 L188.4 92.4 L189.1 93.9 L189.9 95.3 L190.6 96.7 L191.3 98.1 L192.1 99.5 L192.8 100.9 L193.6 102.3 L194.3 103.6 L195 104.9 L195.8 106.2 L196.5 107.5 L197.3 108.7 L198 109.9 L198.7 111.1 L199.5 112.2 L200.2 113.4 L201 114.5 L201.7 115.6 L202.4 116.6 L203.2 117.6 L203.9 118.6 L204.7 119.6 L205.4 120.6 L206.1 121.5 L206.9 122.4 L207.6 123.2 L208.4 124.1 L209.1 124.9 L209.8 125.7 L210.6 126.5 L211.3 127.2 L212.1 128 L212.8 128.7 L213.5 129.3 L214.3 130 L215 130.6 L215.8 131.3 L216.5 131.8 L217.2 132.4 L218 133 L218.7 133.5 L219.5 134 L220.2 134.6 L220.9 135 L221.7 135.5 L222.4 136 L223.2 136.4 L223.9 136.8 L224.6 137.2 L225.4 137.6 L226.1 138 L226.9 138.4 L227.6 138.7 L228.3 139.1 L229.1 139.4 L229.8 139.7 L230.6 140 L231.3 140.3 L232 140.6 L232.8 140.9 L233.5 141.1 L234.3 141.4 L235 141.6 L235.7 141.9 L236.5 142.1 L237.2 142.3 L238 142.5 L238.7 142.7 L239.4 142.9 L240.2 143.1 L240.9 143.3 L241.7 143.4 L242.4 143.6 L243.1 143.8 L243.9 143.9 L244.6 144 L245.4 144.2 L246.1 144.3 L246.8 144.5 L247.6 144.6 L248.3 144.7 L249.1 144.8 L249.8 144.9 L250.5 145 L251.3 145.1 L252 145.2 L252.8 145.3 L253.5 145.4 L254.2 145.5 L255 145.6 L255.7 145.7 L256.5 145.7 L257.2 145.8 L257.9 145.9 L258.7 146 L259.4 146 L260.2 148.3 L260.9 151.3 L261.6 154.1 L262.4 156.5 L263.1 158.8 L263.9 160.7 L264.6 162.5 L265.3 164.1 L266.1 165.4 L266.8 166.6 L267.6 167.7 L268.3 168.6 L269 169.3 L269.8 169.9 L270.5 170.5 L271.3 170.9 L272 171.2 L272.7 171.4 L273.5 171.6 L274.2 171.7 L275 171.7 L275.7 171.6 L276.4 171.5 L277.2 171.4 L277.9 171.2 L278.7 171 L279.4 170.7 L280.1 170.4 L280.9 170.1 L281.6 169.8 L282.4 169.4 L283.1 169 L283.8 168.6 L284.6 168.2 L285.3 167.8 L286.1 167.4 L286.8 167 L287.5 166.5 L288.3 166.1 L289 165.6 L289.8 165.2 L290.5 164.7 L291.2 164.3 L292 163.9 L292.7 163.4 L293.5 163 L294.2 162.6 L294.9 162.1 L295.7 161.7 L296.4 161.3 L297.2 160.9 L297.9 160.5 L298.6 160.1 L299.4 159.7 L300.1 159.3 L300.9 159 L301.6 158.6 L302.3 158.3 L303.1 157.9 L303.8 157.6 L304.6 157.2 L305.3 156.9 L306 156.6 L306.8 156.3 L307.5 156 L308.3 155.7 L309 155.4 L309.7 155.2 L310.5 154.9 L311.2 154.6 L312 154.4 L312.7 154.1 L313.4 153.9 L314.2 153.7 L314.9 153.5 L315.7 153.2 L316.4 153 L317.1 152.8 L317.9 152.6 L318.6 152.5 L319.4 152.3 L320.1 152.1 L320.8 151.9 L321.6 151.8 L322.3 151.6 L323.1 151.4 L323.8 151.3 L324.5 151.2 L325.3 151 L326 150.9 L326.8 150.8 L327.5 150.6 L328.2 150.5 L329 150.4 L329.7 150.3 L330.5 150.2 L331.2 150.1 L331.9 150 L332.7 149.9 L333.4 149.8 L334.2 149.7 L334.9 149.6 L335.6 149.5 L336.4 149.4 L337.1 149.4 L337.9 149.3 L338.6 149.2 L339.3 149.2 L340.1 149.1 L340.8 149 L341.6 149 L342.3 148.9 L343 148.8 L343.8 148.8 L344.5 148.7 L345.3 148.7 L346 148.6\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"3\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-klein\" x=\"89.5\" y=\"111.2\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">1 EPSP</text><text class=\"g-blau\" x=\"58\" y=\"46.3\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#3b82f6\" font-weight=\"700\">2 EPSP kurz nacheinander: zeitliche Summation</text><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"58.7\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">Schwelle erreicht:</text><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"71.7\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">Aktionspotenzial folgt</text><text class=\"g-rot\" x=\"254.7\" y=\"168.8\" font-size=\"12\" text-anchor=\"end\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">IPSP</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, berechnet, schematisch.</strong> Ein EPSP allein bleibt unter der Schwelle. Kommen zwei kurz nacheinander, addieren sie sich (zeitliche Summation) und erreichen die Schwelle: Am Axonhügel entsteht ein Aktionspotenzial (hier nicht gezeichnet). Das IPSP zieht das Potenzial von der Schwelle weg.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:summation -->\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Zeitliche Summation<span class=\"wort-erkl\">eine einzige Synapse feuert mehrmals schnell hintereinander, die Potenziale stapeln sich</span></span>:</strong> Eine Synapse feuert mehrmals kurz hintereinander. Das nächste EPSP kommt, bevor das vorige abgeklungen ist, und setzt darauf auf.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Räumliche Summation<span class=\"wort-erkl\">mehrere Synapsen an verschiedenen Stellen der Zelle feuern gleichzeitig, ihre Potenziale addieren sich</span></span>:</strong> Mehrere Synapsen an verschiedenen Stellen feuern gleichzeitig. Ihre Potenziale treffen am Axonhügel zusammen und addieren sich.</li>\n<li><strong>Verrechnen:</strong> EPSPs zählen positiv, IPSPs ziehen ab. Nur wenn die Summe am Axonhügel die Schwelle erreicht, entsteht ein Aktionspotenzial. Je weiter die Summe über der Schwelle liegt, desto höher ist die Frequenz der Aktionspotenziale.</li>\n</ol>\n<p>Weil postsynaptische Potenziale auf dem Weg schwächer werden, zählt auch der Ort: Eine hemmende Synapse direkt am Zellkörper nahe dem Axonhügel wirkt stärker als eine weit draußen am <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Dendriten<span class=\"wort-erkl\">verzweigte Fortsätze der Nervenzelle, an denen die meisten Synapsen ankommen</span></span>.</p>\n\n<h4>Wenn die Hemmung ausfällt</h4>\n<p>Im Rückenmark halten hemmende Nervenzellen die Muskeln im Gleichgewicht: Wenn du den Arm beugst, hemmen sie die Nervenzellen des Streckmuskels. Fällt diese Hemmung aus, erregen sich die Muskeln gegenseitig, und es kommt zu Krämpfen.</p>\n<ul>\n<li><strong>Strychnin</strong> (aus den Samen der Brechnuss) besetzt im Rückenmark die Glycin-Rezeptoren, ohne sie zu öffnen. Glycin kann nicht mehr hemmen, es kommt zu schweren Krämpfen.</li>\n<li><strong>Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine</strong> wirken umgekehrt: Sie verstärken die Wirkung von GABA an seinen Rezeptoren. Mehr Cl⁻ strömt ein, die Nervenzellen werden gedämpft.</li>\n</ul>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Zwei Gifte, gleicher Wirkmechanismus, gegensätzliche Folgen. Material: Das Bakterium <em>Clostridium tetani</em> lebt im Boden und kann über verschmutzte Wunden in den Körper gelangen. Sein Gift, das Tetanustoxin, wandert über Nervenbahnen ins Rückenmark. Dort gelangt es in hemmende Nervenzellen und verhindert, dass sie ihre Transmitter Glycin und GABA ausschütten. Die Kranken leiden unter Wundstarrkrampf: Die Muskeln sind dauerhaft angespannt, schon leichte Reize lösen schmerzhafte Krämpfe aus. Das verwandte Botulinumtoxin verhindert auf dieselbe Weise die Ausschüttung von Acetylcholin an der neuromuskulären Synapse. Es führt zu schlaffer Lähmung.</p>\n<p>1 Erläutern Sie die Funktion einer hemmenden Synapse im Rückenmark. (5 BE)</p>\n<p>2 Erklären Sie die Symptome des Wundstarrkrampfs mithilfe des Materials. (6 BE)</p>\n<p>3 Beide Gifte blockieren die Ausschüttung von Transmittern. Erklären Sie, warum sie trotzdem gegensätzliche Folgen haben. (4 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben. Wirkweise der Toxine nach dem Stand der Physiologie- und Pharmakologie-Lehrbücher. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I und II):</strong> Ein Aktionspotenzial erreicht das Endknöpfchen der hemmenden Nervenzelle → Ca²⁺ strömt ein → Glycin oder GABA wird ausgeschüttet → bindet an Rezeptoren der Nervenzelle dahinter → Cl⁻-Kanäle öffnen sich, Cl⁻ strömt ein → IPSP, die Membran wird negativer → EPSPs anderer Synapsen reichen seltener bis zur Schwelle, die Zelle bildet weniger Aktionspotenziale.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Das Tetanustoxin verhindert die Ausschüttung von Glycin und GABA → an den motorischen Nervenzellen im Rückenmark entstehen keine IPSPs mehr → die erregenden Eingänge werden nicht mehr verrechnet und abgeschwächt, schon kleine EPSPs erreichen die Schwelle → die motorischen Nervenzellen feuern ständig → die Muskeln sind dauerhaft angespannt, leichte Reize lösen Krämpfe aus.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB III):</strong> Entscheidend ist, welche Synapse blockiert wird. Botulinumtoxin blockiert eine erregende Synapse (Nerv an Muskel): Der Muskel bekommt kein Signal mehr, er ist gelähmt. Tetanustoxin blockiert hemmende Synapsen im Rückenmark: Es fällt eine Bremse weg, die erregenden Signale überwiegen, die Muskeln verkrampfen.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> eine Kausalkette mit Fachbegriffen (Transmitter, Rezeptor, Cl⁻-Einstrom, IPSP, Summation, Schwelle, Axonhügel), bei 2 der Bezug auf das Material, bei 3 ein klarer Vergleich. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Ausgedachte Werte: Ruhepotenzial −70 mV, Schwelle −50 mV. Am Axonhügel kommen gleichzeitig an: drei EPSPs von je +8 mV und ein IPSP von −6 mV. Entsteht ein Aktionspotenzial? Welche Summation liegt vor? Was ändert sich, wenn das Gift Strychnin wirkt und die hemmende Synapse eine Glycin-Synapse ist?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>−70 + 3 · 8 − 6 = −52 mV. Die Schwelle (−50 mV) wird knapp nicht erreicht, es entsteht kein Aktionspotenzial. Gleichzeitig von verschiedenen Synapsen: räumliche Summation.</p>\n<p>Mit Strychnin fällt das IPSP weg: −70 + 24 = −46 mV. Die Schwelle ist überschritten, die Zelle feuert.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Ein EPSP ist ein kleines Aktionspotenzial.“</strong> Es ist abgestuft und läuft nicht von selbst weiter.</li>\n<li><strong>Räumlich und zeitlich vertauschen.</strong> Zeitlich: eine Synapse, schnell hintereinander. Räumlich: viele Synapsen, gleichzeitig.</li>\n<li><strong>Hemmung als „kein Signal“ deuten.</strong> Die hemmende Synapse schüttet aktiv Transmitter aus und öffnet Kanäle.</li>\n<li><strong>Am falschen Ort verrechnen.</strong> Entschieden wird am Axonhügel, nicht am Endknöpfchen oder im Spalt.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-ruhepotenzial\">Ruhepotenzial</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-aktionspotenzial\">Aktionspotenzial und Refraktärzeit</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-summation -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "hb-bio-lernen",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Lernen: synaptische Plastizität",
      "short": "Lernen auf Zellebene einfach erklärt: synaptische Plastizität, Kurz- und Langzeitgedächtnis, Langzeitpotenzierung mit NMDA- und AMPA-Rezeptoren, an einer echten Studie zum Gehirn von Taxifahrern.",
      "content": "<!-- core-card:bio-lernen -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie · Lernen</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>Wenn du lernst, ändern sich vor allem die Synapsen: Sie geben ein Signal stärker oder schwächer weiter, neue Kontakte entstehen, ungenutzte werden abgebaut. Das heißt synaptische oder neuronale Plastizität. Kurzfristig ändern sich vorhandene Moleküle, etwa die Menge an Transmitter; für das Langzeitgedächtnis werden Gene abgelesen und neue Proteine gebildet. Das bekannteste Beispiel ist die Langzeitpotenzierung: Nach starker Reizung öffnet der NMDA-Rezeptor, Ca²⁺ strömt ein, und die Zelle baut mehr AMPA-Rezeptoren ein, sodass dieselbe Synapse danach dauerhaft stärker antwortet.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Nur <strong>eN</strong>: <em>„beschreiben die Neu-, Um- und Rückbildung von synaptischen Verbindungen im Konzept der neuronalen Plastizität“</em> und <em>„vergleichen Kurzzeit- und Langzeitpotenzierung bzw. -sensitivierung sowie -gedächtnis“</em>.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Dein Gehirn hat rund 86 Milliarden Nervenzellen, und jede ist über Synapsen mit vielen anderen verbunden. An einer <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Synapse<span class=\"wort-erkl\">Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen, an der ein Transmitter das Signal überträgt</span></span> schüttet die erste Zelle einen Transmitter aus, und an der zweiten entsteht eine kleine Spannungsänderung, ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">EPSP<span class=\"wort-erkl\">erregendes postsynaptisches Potenzial: kleine Depolarisation an der Zelle hinter der Synapse</span></span>. Erst wenn viele solcher EPSPs zusammenkommen, bildet die zweite Zelle ein Aktionspotenzial.</p>\n<p>Ob ein Signal weiterkommt, hängt also davon ab, wie stark die Synapsen sind. Eine Erinnerung ist deshalb kein abgelegtes Bild, sondern ein Muster aus verstärkten und abgeschwächten Verbindungen. Lernen heißt, dieses Muster zu verändern. Wie das an einer einzelnen Synapse geht, zeigt dieser Lernzettel.</p>\n</div>\n<h4>Lernen heißt: Synapsen ändern sich</h4>\n<p>Wenn du etwas lernst, entstehen meist keine neuen Nervenzellen. Es ändert sich, <strong>wie stark Synapsen ein Signal weitergeben</strong>. Diese Fähigkeit heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">synaptische Plastizität<span class=\"wort-erkl\">Synapsen können durch Benutzung stärker oder schwächer werden, neue können entstehen, unbenutzte abgebaut werden</span></span>. Eine verstärkte Synapse erzeugt beim gleichen Signal ein größeres EPSP an der nächsten Zelle.</p>\n<p>Schon 1949 vermutete der Psychologe Donald Hebb: Wird eine Zelle immer wieder von einer anderen erregt, während sie selbst aktiv ist, wird die Verbindung zwischen beiden stärker. Kurz: Was gleichzeitig aktiv ist, verknüpft sich.</p>\n\n<h4>Kurzzeit und Langzeit</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th></th><th>kurzfristig (Minuten bis Stunden)</th><th>langfristig (Tage bis Jahre)</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Was ändert sich?</td><td>vorhandene Moleküle: mehr oder weniger Transmitter pro Signal, Rezeptoren werden verändert</td><td>Gene werden abgelesen, neue Proteine gebildet, Synapsen wachsen oder entstehen neu</td></tr>\n<tr><td>Braucht Proteinbiosynthese?</td><td>nein</td><td>ja</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Ein klassisches Beispiel für den kurzen Weg ist die Meeresschnecke <em>Aplysia</em>: Berührt man sie immer wieder harmlos, zieht sie ihre Kieme immer schwächer ein (Gewöhnung, <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Habituation<span class=\"wort-erkl\">die Reaktion auf einen wiederholten, unwichtigen Reiz wird schwächer</span></span>). Ursache: Die Sinneszellen schütten an ihren Synapsen weniger Transmitter aus.</p>\n\n<h4>Langzeitpotenzierung: wie eine Synapse stärker wird</h4>\n<p>Die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Langzeitpotenzierung<span class=\"wort-erkl\">kurz LTP: dauerhafte Verstärkung einer Synapse nach starker, hochfrequenter Reizung</span></span> (LTP) wurde 1973 zuerst im <strong>Hippocampus</strong> beschrieben, einem Teil des Gehirns, der für das Speichern neuer Erinnerungen wichtig ist. Nach einer kurzen, hochfrequenten Reizung antwortet eine Synapse über Stunden und länger stärker auf denselben Testreiz.</p>\n<!-- fig:ltp -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Messung zur Langzeitpotenzierung <span>· Ausgedachte Werte zum Üben. Du siehst, wie die Antwort nach der hochfrequenten Reizung dauerhaft höher bleibt.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"ltp-t ltp-d\">\n<title id=\"ltp-t\">Ausgedachte Messung: Langzeitpotenzierung an einer Synapse im Hippocampus</title>\n<desc id=\"ltp-d\">Vor der Reizung liegt die Größe des EPSP bei 100 Prozent. Nach einer kurzen hochfrequenten Reizung zur Zeit null steigt sie am gereizten Eingang auf über 200 Prozent und pendelt sich bei etwa 160 Prozent ein, bis zum Ende der Messung nach 60 Minuten. Ein zweiter, nicht gereizter Eingang an derselben Zelle bleibt bei 100 Prozent.</desc>\n<line class=\"g-raster\" x1=\"50\" y1=\"151.8\" x2=\"346\" y2=\"151.8\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"50\" y1=\"113.6\" x2=\"346\" y2=\"113.6\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"50\" y1=\"75.5\" x2=\"346\" y2=\"75.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"50\" y1=\"37.3\" x2=\"346\" y2=\"37.3\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"352\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"14\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M356 190 l-8 -4 v8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M50 10 l-4 8 h8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"50\" y1=\"190\" x2=\"50\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"50\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">−20</text><line class=\"g-achse\" x1=\"124\" y1=\"190\" x2=\"124\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"124\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">0</text><line class=\"g-achse\" x1=\"198\" y1=\"190\" x2=\"198\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"198\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">20</text><line class=\"g-achse\" x1=\"272\" y1=\"190\" x2=\"272\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"272\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">40</text><line class=\"g-achse\" x1=\"346\" y1=\"190\" x2=\"346\" y2=\"194\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"206\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\">60</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"151.8\" x2=\"50\" y2=\"151.8\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"155.8\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">100 %</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"113.6\" x2=\"50\" y2=\"113.6\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"117.6\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">150 %</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"75.5\" x2=\"50\" y2=\"75.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"79.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">200 %</text><line class=\"g-achse\" x1=\"46\" y1=\"37.3\" x2=\"50\" y2=\"37.3\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"43\" y=\"41.3\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">250 %</text><text class=\"g-klein\" x=\"346\" y=\"224\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">Zeit in min</text><text class=\"g-klein\" x=\"58\" y=\"18\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Größe des EPSP</text><path class=\"g-serie\" d=\"M57.4 151.7 L72.2 153 L87 148.3 L101.8 154.2 L116.6 151.9 L131.4 152.4 L146.2 149 L161 153.8 L175.8 152.6 L190.6 151.4 L205.4 150 L220.2 153 L235 153.5 L249.8 150.2 L264.6 151.2 L279.4 152.1 L294.2 154.3 L309 149.1 L323.8 152.1 L338.6 151.6\" fill=\"none\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.6\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\" stroke-dasharray=\"6 4\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"57.4\" cy=\"151.8\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"72.2\" cy=\"149.2\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"87\" cy=\"152.6\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"101.8\" cy=\"153.2\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"116.6\" cy=\"152.8\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"131.4\" cy=\"56.2\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"146.2\" cy=\"87.4\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"161\" cy=\"97\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"175.8\" cy=\"103.4\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"190.6\" cy=\"99.7\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"205.4\" cy=\"108.1\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"220.2\" cy=\"105.5\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"235\" cy=\"107.3\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"249.8\" cy=\"101.6\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"264.6\" cy=\"109\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"279.4\" cy=\"106.1\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"294.2\" cy=\"106.7\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"309\" cy=\"102.4\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"323.8\" cy=\"108.4\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><circle class=\"g-punkt\" cx=\"338.6\" cy=\"106.9\" r=\"3.8\" fill=\"#3b82f6\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"124\" y1=\"23.5\" x2=\"124\" y2=\"46.8\" stroke=\"#ea580c\" stroke-width=\"2\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M124 51 L126.9 44.6 L121.1 44.6 Z\" fill=\"#ea580c\"/><text class=\"g-t\" x=\"142.5\" y=\"48\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ea580c\" font-weight=\"700\">hochfrequente Reizung</text><text class=\"g-blau\" x=\"257.2\" y=\"93.8\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#3b82f6\" font-weight=\"700\">gereizter Eingang</text><text class=\"g-rot\" x=\"257.2\" y=\"164\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">nicht gereizter Eingang</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, ausgedachte Werte</strong> nach dem typischen Verlauf solcher Versuche. Gemessen wird immer mit demselben schwachen Testreiz. Nach der hochfrequenten Reizung antwortet die Synapse auf diesen Testreiz stärker, und zwar dauerhaft. Der nicht gereizte Eingang bleibt gleich: Nur die benutzte Synapse wird verstärkt.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:ltp -->\n<p>Der Transmitter an diesen Synapsen ist <strong>Glutamat</strong>. Die Membran dahinter hat zwei Rezeptortypen:</p>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Normales Signal:</strong> Glutamat öffnet <strong>AMPA-Rezeptoren</strong>, Na⁺ strömt ein, es entsteht ein EPSP. Die <strong>NMDA-Rezeptoren</strong> bleiben dabei zu: Ihr Kanal ist durch ein Mg²⁺-Ion verstopft.</li>\n<li><strong>Starkes Signal:</strong> Bei hochfrequenter Reizung addieren sich die EPSPs, die Membran wird stark depolarisiert. Das drückt das Mg²⁺ aus dem NMDA-Kanal. Jetzt öffnet Glutamat auch die NMDA-Rezeptoren, und <strong>Ca²⁺ strömt ein</strong>.</li>\n<li><strong>Ca²⁺ schaltet Enzyme an:</strong> Vor allem Proteinkinasen. Sie verändern die vorhandenen AMPA-Rezeptoren, sodass sie mehr Ionen durchlassen, und bauen <strong>zusätzliche AMPA-Rezeptoren</strong> in die Membran ein.</li>\n<li><strong>Folge:</strong> Derselbe Testreiz öffnet jetzt mehr AMPA-Kanäle, das EPSP ist größer. Die Synapse ist verstärkt.</li>\n<li><strong>Dauerhaft:</strong> Hält die LTP an, werden Gene abgelesen und neue Proteine gebildet. Die Synapse wächst, neue Kontaktstellen entstehen.</li>\n</ol>\n<p>Der NMDA-Rezeptor ist der Schlüssel: Er öffnet nur, wenn <strong>zwei Dinge gleichzeitig</strong> passieren, Glutamat von der Zelle davor und starke Depolarisation der Zelle dahinter. Genau das hatte Hebb vorhergesagt. Deshalb verstärkt sich auch nur die benutzte Synapse, nicht jede Synapse der Zelle.</p>\n<p>Es gibt auch den umgekehrten Weg: Synapsen können durch ein bestimmtes Reizmuster dauerhaft schwächer werden (Langzeitdepression). Lernen ist also Verstärken und Abschwächen.</p>\n\n<h4>Echtes Material: das Gehirn von Londoner Taxifahrern</h4>\n<p>Wer in London Taxi fahren will, muss Tausende Straßen auswendig kennen. Eleanor Maguire und ihr Team verglichen im Jahr 2000 Kernspinbilder der Gehirne erfahrener Londoner Taxifahrer mit denen von Vergleichspersonen, die kein Taxi fuhren. Ergebnis: Der hintere Teil des <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Hippocampus<span class=\"wort-erkl\">Bereich im Gehirn, der für das Speichern neuer Erinnerungen und für die räumliche Orientierung wichtig ist</span></span> war bei den Taxifahrern größer, ein vorderer Teil dagegen kleiner. Je länger jemand schon Taxi fuhr, desto größer war der hintere Hippocampus.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Maguire und andere, PNAS 97 (2000), „Navigation-related structural change in the hippocampi of taxi drivers“.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Lernen verändert das Gehirn. Material ist die Studie an Taxifahrern oben.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie die Ergebnisse der Studie. (3 BE)</p>\n<p>2 Erläutern Sie, welche Vorgänge an Synapsen und Nervenzellen einer solchen Vergrößerung zugrunde liegen könnten. (5 BE)</p>\n<p>3 Beurteilen Sie, ob die Studie zeigt, dass das Lernen der Stadtpläne den Hippocampus vergrößert hat. (4 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben, Studie echt. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I):</strong> Bei Taxifahrern ist der hintere Hippocampus größer, ein vorderer Teil kleiner als bei Vergleichspersonen. Die Größe des hinteren Teils steigt mit der Zahl der Jahre als Taxifahrer.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Ständiges Orientieren reizt dieselben Verbindungen im Hippocampus immer wieder → Langzeitpotenzierung verstärkt diese Synapsen → für das Langzeitgedächtnis werden Gene abgelesen und Proteine gebildet → Synapsen wachsen, neue Kontaktstellen und Verzweigungen entstehen (strukturelle Plastizität) → mehr Verbindungen brauchen mehr Raum, der Bereich wird messbar größer.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB III):</strong> Für eine Ursache spricht, dass die Größe mit der Dauer der Tätigkeit zunimmt. Ein Beweis ist das nicht: Es ist ein Vergleich zu einem Zeitpunkt, kein Versuch. Es könnte auch sein, dass Menschen mit größerem Hippocampus eher Taxifahrer werden und dabeibleiben. Um die Ursache zu prüfen, müsste man dieselben Personen vor und nach dem Lernen der Stadtpläne messen. Urteil: Die Studie macht eine Ursache wahrscheinlich, beweist sie aber nicht.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> die Ergebnisse vollständig, der Weg von der Synapse zur Struktur, beim Beurteilen der Unterschied zwischen Zusammenhang und Ursache und ein Vorschlag für eine bessere Untersuchung. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Material (ausgedacht, nach einem bekannten Versuchstyp): Stoff X blockiert NMDA-Rezeptoren, nicht aber AMPA-Rezeptoren.</p>\n<p>Versuch 1: X wird <em>vor</em> der hochfrequenten Reizung gegeben. Danach bleibt das EPSP bei 100 %.<br>Versuch 2: Erst wird gereizt, das EPSP steigt auf 160 %. Dann wird X gegeben. Das EPSP bleibt bei 160 %.</p>\n<p>Erkläre beide Ergebnisse.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Versuch 1: Ohne NMDA-Rezeptoren strömt bei der starken Reizung kein Ca²⁺ ein. Die Enzyme werden nicht angeschaltet, es kommen keine AMPA-Rezeptoren dazu. LTP kann nicht <strong>entstehen</strong>.</p>\n<p>Versuch 2: Die LTP ist schon entstanden. Das größere EPSP kommt von den zusätzlichen und veränderten AMPA-Rezeptoren, und die blockiert X nicht. Der NMDA-Rezeptor wird also zum Auslösen gebraucht, nicht zum Erhalten.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Beim Lernen entstehen neue Nervenzellen.“</strong> Vor allem ändern sich Synapsen: Stärke, Zahl der Rezeptoren, neue Kontakte.</li>\n<li><strong>„Glutamat allein öffnet den NMDA-Rezeptor.“</strong> Er braucht zusätzlich eine starke Depolarisation, die das Mg²⁺ entfernt.</li>\n<li><strong>„Nach der LTP sind die Aktionspotenziale höher.“</strong> Größer wird das EPSP. Aktionspotenziale bleiben gleich hoch, es entstehen nur leichter welche.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-sinneszelle\">Sinneszelle und Rezeptorpotenzial</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-neuro-stoerungen\">Störungen des Nervensystems</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Genetik&card=hb-bio-genregulation\">Genregulation und Epigenetik</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=hb-bio-diagramm-lesen\">Diagramme auswerten</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-lernen -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "hb-bio-hormone-stress",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Hormone und Stressreaktion",
      "short": "Hormone und Stress einfach erklärt: Peptid- und Steroidhormone an der Zielzelle, second messenger, Nerv und Hormon im Vergleich, die beiden Stressachsen mit Adrenalin und Cortisol, Rückkopplung und Blutzucker als Regelkreis.",
      "content": "<!-- core-card:bio-hormone-stress -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie · Hormone</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du ein Schema zur Hormonwirkung oder Stressreaktion und sollst erklären, wie das Signal in der Zelle ankommt; Punkte gibt es für die Schritte in der richtigen Reihenfolge, nicht fürs Aufzählen. Hormone sind Botenstoffe, die Drüsen ins Blut abgeben; sie erreichen jede Zelle, wirken aber nur dort, wo ein passender Rezeptor sitzt. Wasserlösliche Hormone wie Adrenalin binden an Rezeptoren in der Membran und wirken über einen second messenger im Zellinneren schnell, fettlösliche wie Cortisol gehen in die Zelle und schalten Gene an oder ab. Bei Stress arbeiten Nerven und Hormone zusammen: Über den Sympathikus schüttet das Nebennierenmark in Sekunden Adrenalin aus, über die Hormonkette CRH und ACTH die Nebennierenrinde Cortisol. Cortisol bremst seine eigene Ausschüttung über negative Rückkopplung.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span><details class=\"ks-wortlaut\"><summary>Amtlicher Wortlaut anzeigen</summary><p>Nur <strong>eN</strong>: Hormonwirkung, Verschränkung hormoneller und neuronaler Steuerung, Peptid- und Steroidhormone im Vergleich, cAMP als second messenger. Hinweise nennen Blutzucker oder Schilddrüse, Hypothalamus und Hypophyse, Sympathikus und Parasympathikus; Stress nennt der Bildungsplan nicht.</p></details><p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Dein Körper hat zwei Nachrichtensysteme. Das Nervensystem schickt elektrische Signale über Nervenfasern gezielt zu einzelnen Zellen, sehr schnell. Das Hormonsystem schickt Botenstoffe ins Blut, die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Hormone<span class=\"wort-erkl\">Botenstoffe, die Drüsen ins Blut abgeben und die an weit entfernten Zielzellen wirken</span></span>. Sie verteilen sich im ganzen Körper und wirken langsamer, dafür oft länger.</p>\n<p>Damit ein Hormon wirkt, braucht die Zielzelle einen passenden <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Rezeptor<span class=\"wort-erkl\">ein Protein, an das ein Signalstoff genau passend bindet, wie ein Schlüssel ins Schloss</span></span>, an den das Hormon bindet wie ein Schlüssel ins Schloss. Viele Vorgänge im Körper werden so gesteuert: der Blutzucker, das Wachstum, die Reaktion auf Gefahr. Ziel ist meist, einen Wert konstant zu halten, etwa den Blutzucker. Das heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Homöostase<span class=\"wort-erkl\">das Konstanthalten eines inneren Zustands, etwa von Blutzucker oder Körpertemperatur, durch Regelkreise</span></span>.</p>\n</div>\n\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Die zwei Stressachsen <span>· Der schnelle Weg über Nerven und der langsamere über Hormone, dazu die Bremse durch Cortisol.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 324\" role=\"img\" aria-labelledby=\"hs-t hs-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"hs-t\">Die zwei Stressachsen</title>\n<desc id=\"hs-d\">Der Hypothalamus startet zwei Wege. Links über den Sympathikus zum Nebennierenmark, das in Sekunden Adrenalin ausschüttet. Rechts über CRH zur Hypophyse, über ACTH zur Nebennierenrinde, die Cortisol ausschüttet, in Minuten bis Stunden. Cortisol hemmt CRH und ACTH, negative Rückkopplung.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Stress: zwei Achsen vom Hypothalamus aus</text>\n<rect x=\"125\" y=\"22\" width=\"110\" height=\"22\" rx=\"6\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.6\"/>\n<text x=\"180\" y=\"37\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Stressor wird bewertet</text>\n<line x1=\"180\" y1=\"44\" x2=\"180\" y2=\"54\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.5\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"180,54 176.5,47 183.5,47\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.5\"/>\n<rect x=\"120\" y=\"54\" width=\"120\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"180\" y=\"70\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Hypothalamus</text>\n<line x1=\"145\" y1=\"78\" x2=\"80\" y2=\"104\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"80,104 85.2,98.2 87.8,104.6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"104\" y=\"90\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Sympathikus</text>\n<rect x=\"25\" y=\"104\" width=\"110\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"80\" y=\"120\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Nebennierenmark</text>\n<line x1=\"80\" y1=\"128\" x2=\"80\" y2=\"152\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"80,152 76.5,145 83.5,145\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"88\" y=\"144\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">schüttet aus</text>\n<rect x=\"25\" y=\"152\" width=\"110\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"80\" y=\"168\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Adrenalin</text>\n<text x=\"80\" y=\"194\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Herzschlag und Blutdruck</text>\n<text x=\"80\" y=\"206\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">steigen, Bronchien weiten</text>\n<text x=\"80\" y=\"218\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">sich, Leber setzt Glucose</text>\n<text x=\"80\" y=\"230\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">frei</text>\n<line x1=\"215\" y1=\"78\" x2=\"270\" y2=\"104\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"270,104 262.2,104.2 265.2,97.8\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"235\" y=\"90\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">CRH</text>\n<rect x=\"215\" y=\"104\" width=\"110\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"270\" y=\"120\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Hypophyse</text>\n<line x1=\"270\" y1=\"128\" x2=\"270\" y2=\"152\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"270,152 266.5,145 273.5,145\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"278\" y=\"144\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">ACTH</text>\n<rect x=\"215\" y=\"152\" width=\"110\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"270\" y=\"168\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Nebennierenrinde</text>\n<line x1=\"270\" y1=\"176\" x2=\"270\" y2=\"200\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<polygon points=\"270,200 266.5,193 273.5,193\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"278\" y=\"192\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">schüttet aus</text>\n<rect x=\"215\" y=\"200\" width=\"110\" height=\"24\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"270\" y=\"216\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Cortisol</text>\n<text x=\"270\" y=\"240\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">hebt den Blutzucker,</text>\n<text x=\"270\" y=\"252\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">dämpft Entzündungen und</text>\n<text x=\"270\" y=\"264\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">das Immunsystem</text>\n<path d=\"M325 212 L346 212 L346 66 L246 66\" fill=\"none\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\" stroke-dasharray=\"4 3\"/>\n<polygon points=\"241,66 248,62.5 248,69.5\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"25\" y=\"276\" width=\"110\" height=\"22\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.1\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.6\"/>\n<text x=\"80\" y=\"291\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">in Sekunden</text>\n<rect x=\"215\" y=\"276\" width=\"110\" height=\"22\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.1\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.6\"/>\n<text x=\"270\" y=\"291\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Minuten bis Stunden</text>\n<text x=\"180\" y=\"314\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">Gestrichelt: Cortisol hemmt CRH und ACTH (negative Rückkopplung).</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Blau der schnelle Weg über Nerven, rot der langsamere über Hormone; die gestrichelte Linie ist die negative Rückkopplung von Cortisol.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Wie ein Hormon an der Zielzelle wirkt</h4>\n<ul>\n<li><strong>Wasserlösliche Hormone</strong> (Peptidhormone wie Glucagon und Insulin, außerdem Adrenalin) kommen nicht durch die Membran. Sie binden an einen Rezeptor in der Membran. Innen entsteht ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">second messenger<span class=\"wort-erkl\">„zweiter Bote“: ein Stoff in der Zelle, etwa cAMP, der das Signal weitergibt</span></span>, etwa cAMP, der eine Kette von Enzymen anschaltet. Jede Stufe verstärkt das Signal. Wirkung nach Sekunden bis Minuten.</li>\n<li><strong>Fettlösliche Hormone</strong> (Steroidhormone wie Cortisol) gehen durch die Membran und binden an einen Rezeptor im Zellinneren. Der Komplex wirkt im Kern als Transkriptionsfaktor und schaltet Gene an oder ab. Die Wirkung kommt langsamer, hält dafür länger.</li>\n</ul>\n\n<h4>Nerv und Hormon im Vergleich</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th></th><th>Nervensystem</th><th>Hormonsystem</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Weg</td><td>Axon, gezielt zu einer Zelle</td><td>Blut, überall hin</td></tr>\n<tr><td>Signal</td><td>Aktionspotenziale, an der Synapse Transmitter</td><td>Hormonmolekül</td></tr>\n<tr><td>Tempo</td><td>Millisekunden</td><td>Sekunden bis Tage</td></tr>\n<tr><td>Wirkdauer</td><td>kurz</td><td>oft lang</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Beide Systeme sind verschränkt: Der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Hypothalamus<span class=\"wort-erkl\">Teil des Zwischenhirns, der Hormone abgibt und so Nerven- und Hormonsystem verbindet</span></span> ist ein Teil des Gehirns und gibt selbst Hormone ab, und manche Drüsen werden von Nerven angesteuert.</p>\n\n<h4>Stress: zwei Achsen</h4>\n<p>Ein Stressor (Gefahr, Prüfung, Lärm) wird im Gehirn bewertet. Der Hypothalamus startet dann zwei Wege.</p>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Schnell, über Nerven (Sympathikus-Nebennierenmark-Achse):</strong> Der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Sympathikus<span class=\"wort-erkl\">Teil des vegetativen Nervensystems, der den Körper auf Leistung und Gefahr einstellt</span></span> erregt das Nebennierenmark, es schüttet in Sekunden Adrenalin (und Noradrenalin) aus. Folgen: Herzschlag und Blutdruck steigen, die Bronchien weiten sich, die Leber setzt Glucose aus Glykogen frei, die Verdauung wird gedrosselt. Der Körper ist bereit für Kampf oder Flucht.</li>\n<li><strong>Langsamer, über Hormone (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse):</strong> Der Hypothalamus gibt CRH ab, die Hypophyse daraufhin ACTH, und ACTH bringt die Nebennierenrinde dazu, <strong>Cortisol</strong> auszuschütten. Cortisol hebt über Minuten bis Stunden den Blutzucker (Neubildung von Glucose) und dämpft Entzündungen und das Immunsystem.</li>\n</ol>\n<p><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Negative Rückkopplung<span class=\"wort-erkl\">eine Wirkung bremst ihre eigene Ursache, so pendelt sich ein Wert ein</span></span>:</strong> Cortisol hemmt die Ausschüttung von CRH und ACTH. Steigt der Cortisolspiegel, bremst er also seinen eigenen Nachschub. Hält der Stress lange an, bleibt Cortisol trotzdem hoch. Kurzer, bewältigbarer Stress (Eustress) kann leistungsfähiger machen; dauerhafter Stress (Disstress) mit ständig erhöhtem Cortisol schwächt die Abwehr und belastet Herz und Kreislauf.</p>\n\n<h4>Ein Regelkreis: der Blutzucker</h4>\n<p>Der Blutzucker wird in einem engen Bereich gehalten, weil das Gehirn ständig Glucose braucht. Steigt er nach einer Mahlzeit, schütten Zellen der Bauchspeicheldrüse <strong>Insulin</strong> aus: Muskel- und Fettzellen nehmen Glucose auf, die Leber speichert sie als Glykogen, der Blutzucker sinkt. Sinkt er, schütten andere Zellen <strong>Glucagon</strong> aus: Die Leber baut Glykogen ab und gibt Glucose ins Blut. Insulin und Glucagon sind Gegenspieler. Adrenalin und Cortisol heben den Blutzucker zusätzlich, bei Stress steht so mehr Energie bereit.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Langzeitbehandlung mit Cortison. Material: Bei chronischen Entzündungskrankheiten bekommen Patienten oft über Wochen Medikamente, die wie Cortisol wirken. In der Pharmakologie gilt: Wurden solche Mittel länger als etwa ein bis drei Wochen gegeben, setzt man sie nicht plötzlich ab, sondern verringert die Dosis schrittweise („Ausschleichen“). Ein zu rasches Absetzen kann zu einer lebensbedrohlichen Krise mit Cortisolmangel führen.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie den Regelkreis der Cortisol-Ausschüttung. (4 BE)</p>\n<p>2 Erklären Sie, warum ein plötzliches Absetzen nach langer Behandlung zu Cortisolmangel führen kann. (6 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben, Sachinformationen aus der Pharmakologie. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I):</strong> Der Hypothalamus gibt CRH ab → die Hypophyse gibt ACTH ab → ACTH regt die Nebennierenrinde an → sie schüttet Cortisol aus. Cortisol hemmt Hypothalamus und Hypophyse, weniger CRH und ACTH werden ausgeschüttet: negative Rückkopplung.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Das Medikament wirkt wie viel Cortisol → über die negative Rückkopplung werden CRH und ACTH lange stark gebremst → ohne ACTH-Reiz bildet die Nebennierenrinde kaum noch eigenes Cortisol, ihre Leistung nimmt ab → wird das Medikament plötzlich abgesetzt, fällt die Cortisolwirkung weg, die eigene Bildung springt aber nicht sofort wieder an → Cortisolmangel. Beim Ausschleichen haben Hypophyse und Nebennierenrinde Zeit, wieder anzulaufen.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> der Regelkreis mit Hormonen und Organen in der richtigen Reihenfolge, beim Erklären die Rückkopplung als Ursache und eine geschlossene Kette bis zum Mangel. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du</span>\n<p>Bei Diabetes Typ 1 zerstört das eigene Immunsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin bilden. Leite ab, was nach einer Mahlzeit mit dem Blutzucker passiert, und warum Betroffene Insulin spritzen und nicht schlucken.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Ohne Insulin nehmen Muskel- und Fettzellen kaum Glucose auf, und die Leber speichert sie nicht als Glykogen. Der Blutzucker bleibt nach der Mahlzeit hoch, der Regelkreis kann ihn nicht senken.</p>\n<p>Insulin ist ein Peptidhormon, also ein Eiweiß. Im Magen und Darm würde es wie Nahrungseiweiß verdaut, deshalb wird es gespritzt.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Mark und Rinde vertauschen.</strong> Adrenalin kommt aus dem Nebennierenmark, Cortisol aus der Nebennierenrinde.</li>\n<li><strong>Positive statt negative Rückkopplung.</strong> Cortisol bremst seine eigene Ausschüttung.</li>\n<li><strong>„Das Hormon wirkt überall.“</strong> Es kommt überall hin, wirkt aber nur an Zellen mit passendem Rezeptor.</li>\n<li><strong>Insulin und Glucagon vertauschen.</strong> Insulin senkt den Blutzucker, Glucagon hebt ihn.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-neuro-stoerungen\">Störungen des Nervensystems</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Genetik&card=hb-bio-genregulation\">Genregulation und Epigenetik</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-summation\">Hemmende Synapse und Summation</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-hormone-stress -->",
      "cardType": "wissen"
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    {
      "id": "hb-bio-neuro-stoerungen",
      "cat": "Neurobiologie",
      "title": "Störungen des Nervensystems",
      "short": "Störungen des Nervensystems einfach erklärt: Multiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer, Sucht und Drogen auf der Ebene von Myelin, Synapse und Nervenzelle, dazu EEG, fMRT und PET, an einem echten Fall verunreinigter Drogen.",
      "content": "<!-- core-card:bio-neuro-stoerungen -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Neurobiologie</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du eine Störung des Nervensystems als Fall und sollst erklären, welche Ebene betroffen ist; Punkte gibt es für die begründete Zuordnung zu Leitung, Synapse oder Nervenzelle. Bei jeder Störung des Nervensystems fragst du zuerst, welche Ebene betroffen ist: die Leitung der Erregung, die Übertragung an der Synapse oder die Nervenzellen selbst. Bei Multipler Sklerose wird die Myelinscheide zerstört, die Erregung läuft langsamer oder gar nicht. Bei Parkinson sterben Nervenzellen, die Dopamin bilden, bei Alzheimer gehen Synapsen und Nervenzellen zugrunde, vor allem in Bereichen für das Gedächtnis. Drogen und Medikamente wirken meist an der Synapse, indem sie die Menge oder Wirkung eines Transmitters verändern.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Nur <strong>eN</strong>: <em>„erläutern eine Erkrankung des Nervensystems“</em> (Hinweis: Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinson) und bewerten den Einsatz von Nervengiften in der Medizin oder als biologische Waffe.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.lis.bremen.de/sixcms/media.php/13/GyO_Biologie_2022_%C3%84nderung%20Vorwort%202026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsplan Biologie gymnasiale Oberstufe (Stand Juli 2026)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Damit du dich bewegen, fühlen und erinnern kannst, müssen Milliarden Nervenzellen zuverlässig Signale weitergeben. Das läuft in zwei Schritten: Am <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Axon<span class=\"wort-erkl\">der lange Fortsatz einer Nervenzelle, der Aktionspotenziale weiterleitet</span></span> laufen Aktionspotenziale entlang, bei vielen Nervenzellen schnell, weil eine fettreiche Hülle, die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Myelinscheide<span class=\"wort-erkl\">isolierende Hülle um ein Axon; die Erregung springt von Lücke zu Lücke und ist dadurch schnell</span></span>, das Axon isoliert. An der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Synapse<span class=\"wort-erkl\">Kontaktstelle zwischen zwei Zellen, an der ein Transmitter das Signal überträgt</span></span> wird das Signal mit einem Botenstoff, einem <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Transmitter<span class=\"wort-erkl\">Botenstoff, den eine Nervenzelle an der Synapse ausschüttet, etwa Acetylcholin oder Dopamin</span></span>, an die nächste Zelle übertragen.</p>\n<p>Fällt einer dieser Schritte aus, merkt man das an typischen Störungen. Weil die Ursache auf der Ebene der Zellen liegt, erklärst du ein Symptom immer mit dem, was du über Aktionspotenzial, Erregungsleitung und Synapse weißt.</p>\n</div>\n\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Neuron, Synapse und drei Ebenen einer Störung <span>· Die Skizze zeigt, wo eine Störung ansetzt: bei der Leitung, bei der Übertragung oder an den Nervenzellen selbst.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 372\" role=\"img\" aria-labelledby=\"ns-t ns-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"ns-t\">Neuron, Synapse und die drei Ebenen einer Störung</title>\n<desc id=\"ns-d\">Skizze einer Nervenzelle mit Axon, das von einer Myelinscheide mit Schnürringen umhüllt ist, und einer Synapse mit Transmitter im Spalt. Darunter die drei Ebenen: Leitung, Übertragung, die Nervenzellen selbst. Zuletzt die Kette: Was fehlt oder ist zu viel, Folge für Aktionspotenziale oder Transmitter, Symptom.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Drei Ebenen, auf denen das Nervensystem gestört sein kann</text>\n<circle cx=\"40\" cy=\"76\" r=\"20\" fill=\"#0d9488\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.9\"/><circle cx=\"40\" cy=\"76\" r=\"6\" fill=\"#0d9488\" fill-opacity=\"0.6\"/>\n<line x1=\"25\" y1=\"62\" x2=\"10\" y2=\"50\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<line x1=\"25\" y1=\"90\" x2=\"10\" y2=\"102\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<line x1=\"38\" y1=\"56\" x2=\"34\" y2=\"40\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<line x1=\"52\" y1=\"62\" x2=\"58\" y2=\"50\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<line x1=\"60\" y1=\"76\" x2=\"250\" y2=\"76\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"2\"/>\n<rect x=\"76\" y=\"68\" width=\"34\" height=\"16\" rx=\"7\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.45\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<rect x=\"118\" y=\"68\" width=\"34\" height=\"16\" rx=\"7\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.45\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<rect x=\"160\" y=\"68\" width=\"34\" height=\"16\" rx=\"7\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.45\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<rect x=\"202\" y=\"68\" width=\"34\" height=\"16\" rx=\"7\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.45\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<ellipse cx=\"262\" cy=\"76\" rx=\"12\" ry=\"14\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"258\" cy=\"72\" r=\"2.2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"265\" cy=\"78\" r=\"2.2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"259\" cy=\"81\" r=\"2.2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<path d=\"M296 44 H340 Q350 44 350 54 V98 Q350 108 340 108 H296 Z\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"280\" cy=\"64\" r=\"2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"284\" cy=\"76\" r=\"2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<circle cx=\"280\" cy=\"88\" r=\"2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.9\"/>\n<line x1=\"70\" y1=\"52\" x2=\"233.0\" y2=\"52.0\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"240,52 233.0,55.5 233.0,48.5\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"155\" y=\"44\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Aktionspotenziale laufen am Axon entlang</text>\n<text x=\"40\" y=\"114\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Nervenzelle</text>\n<text x=\"155\" y=\"100\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Myelinscheide, Schnürringe</text>\n<text x=\"300\" y=\"124\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Synapse mit Spalt</text>\n<rect x=\"20\" y=\"138\" width=\"320\" height=\"48\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"153\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Leitung (Axon, Myelinscheide)</text>\n<text x=\"180\" y=\"167\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Myelin isoliert das Axon, die Erregung springt</text>\n<text x=\"180\" y=\"179\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">von Schnürring zu Schnürring und ist so schnell.</text>\n<rect x=\"20\" y=\"192\" width=\"320\" height=\"48\" rx=\"6\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"207\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Übertragung (Synapse)</text>\n<text x=\"180\" y=\"221\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Ein Transmitter, etwa Acetylcholin oder Dopamin,</text>\n<text x=\"180\" y=\"233\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">überträgt das Signal an die nächste Zelle.</text>\n<rect x=\"20\" y=\"246\" width=\"320\" height=\"48\" rx=\"6\" fill=\"#0d9488\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"261\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Die Nervenzellen selbst</text>\n<text x=\"180\" y=\"275\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Nervenzellen, die einen Transmitter bilden,</text>\n<text x=\"180\" y=\"287\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">können absterben, Synapsen zugrunde gehen.</text>\n<text x=\"180\" y=\"310\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Dann die Kette bilden</text>\n<rect x=\"16\" y=\"318\" width=\"100\" height=\"44\" rx=\"6\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.14\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"66\" y=\"337.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Was fehlt oder</text>\n<text x=\"66\" y=\"349.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">ist zu viel?</text>\n<line x1=\"116\" y1=\"340\" x2=\"123.0\" y2=\"340.0\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"130,340 123.0,343.5 123.0,336.5\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"130\" y=\"318\" width=\"100\" height=\"44\" rx=\"6\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.14\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"331.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Folge für</text>\n<text x=\"180\" y=\"343.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Aktionspotenziale</text>\n<text x=\"180\" y=\"355.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">oder Transmitter</text>\n<line x1=\"230\" y1=\"340\" x2=\"237.0\" y2=\"340.0\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"244,340 237.0,343.5 237.0,336.5\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"244\" y=\"318\" width=\"100\" height=\"44\" rx=\"6\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.14\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"294\" y=\"337.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Symptom</text>\n<text x=\"294\" y=\"349.0\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">ableiten</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Die drei Ebenen aus dem Lernzettel an einer schematischen Nervenzelle (nicht maßstäblich); danach die Kette vom Befund zum Symptom.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>So gehst du an jede Störung heran</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Ebene bestimmen:</strong> die Leitung (Axon, Myelin), die Übertragung (Transmitter, Rezeptor) oder die Nervenzellen selbst? Das Material nennt fast immer einen Hinweis.</li>\n<li><strong>Kette bilden:</strong> Was fehlt oder ist zu viel? Was folgt daraus für Aktionspotenziale oder Transmitter? Welches Symptom ergibt sich?</li>\n<li><strong>Behandlung ableiten:</strong> Wo kann man ansetzen, um das Fehlende zu ersetzen oder länger wirken zu lassen?</li>\n</ol>\n\n<h4>Drei Beispiele</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Störung</th><th>Was passiert</th><th>Folge</th><th>Ansatz der Behandlung</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Multiple Sklerose<span class=\"wort-erkl\">Krankheit, bei der das eigene Immunsystem die Myelinscheiden in Gehirn und Rückenmark angreift</span></span></td><td>Das eigene Immunsystem greift die Myelinscheiden in Gehirn und Rückenmark an.</td><td>Ohne Isolierung springt die Erregung nicht mehr von Schnürring zu Schnürring: Leitung langsam oder blockiert. Sehstörungen, Taubheit, Lähmungen, oft in Schüben.</td><td>Medikamente, die das Immunsystem dämpfen</td></tr>\n<tr><td><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Parkinson<span class=\"wort-erkl\">Krankheit, bei der Dopamin bildende Nervenzellen im Mittelhirn absterben; typisch sind Zittern und verlangsamte Bewegungen</span></span></td><td>Nervenzellen in der <em>Substantia nigra</em> im Mittelhirn, die Dopamin bilden, sterben ab. Wenn die Bewegungsstörungen beginnen, ist schon mehr als die Hälfte dieser Zellen verloren.</td><td>Dopaminmangel in den Bewegungszentren: Zittern in Ruhe, steife Muskeln, verlangsamte Bewegungen.</td><td>L-Dopa: eine Vorstufe, die anders als Dopamin selbst ins Gehirn gelangt und dort zu Dopamin umgebaut wird</td></tr>\n<tr><td><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Alzheimer<span class=\"wort-erkl\">häufigste Form der Demenz: Synapsen und Nervenzellen gehen zugrunde, zuerst leidet das Gedächtnis</span></span></td><td>Eiweißablagerungen außerhalb (Amyloid-Plaques) und Faserbündel innerhalb der Nervenzellen (Tau); Synapsen und Zellen gehen zugrunde, früh im Hippocampus. Acetylcholin wird knapp.</td><td>Gedächtnis zuerst, später Orientierung und Sprache: die häufigste Form der Demenz.</td><td>Hemmstoffe der Acetylcholinesterase: Acetylcholin bleibt länger im Spalt (lindert Symptome, heilt nicht)</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Merke das Muster: Fehlt ein Transmitter, setzt die Behandlung dort an, wo man ihn vermehren oder länger wirken lassen kann. Das ist dieselbe Logik wie bei Giften an der Synapse.</p>\n\n<h4>Sucht und Drogen</h4>\n<p>Im Gehirn gibt es ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Belohnungssystem<span class=\"wort-erkl\">Netz von Nervenzellen im Mittelhirn und Vorderhirn, das mit Dopamin auf Belohnungen wie Essen reagiert und Verhalten verstärkt</span></span>: Nervenzellen im Mittelhirn schütten Dopamin in einem Bereich des Vorderhirns aus, wenn etwas gut für uns ist, etwa Essen. Das Verhalten wird dadurch verstärkt. Viele Drogen erhöhen genau dort das Dopamin, stärker und schneller als natürliche Belohnungen.</p>\n<ul>\n<li><strong>Kokain</strong> blockiert die Transporter, die Dopamin wieder in die Nervenzelle zurückholen. Dopamin bleibt länger im synaptischen Spalt.</li>\n<li><strong>Nikotin</strong> bindet an Acetylcholin-Rezeptoren, auch an solchen der Dopamin-Nervenzellen, und regt sie an.</li>\n<li><strong>Toleranz und Entzug:</strong> Bei ständigem Überangebot baut die Zelle Rezeptoren ab. Für dieselbe Wirkung braucht es dann mehr Droge (Toleranz). Fehlt die Droge, ist das Signal zu schwach, es kommt zu Entzugserscheinungen.</li>\n</ul>\n\n<h4>Echtes Material: verunreinigtes „synthetisches Heroin“</h4>\n<p>In den USA stellten Drogenköche in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren illegal eine opiumähnliche Droge her, MPPP. Bei unsauberer Herstellung entsteht dabei als Nebenprodukt der Stoff <strong>MPTP</strong>. Junge Menschen, die die verunreinigte Droge spritzten, bekamen innerhalb kurzer Zeit schwere Bewegungsstörungen wie bei Parkinson. Untersuchungen zeigten: Im Gehirn wird MPTP zu dem Stoff MPP⁺ umgebaut, und MPP⁺ zerstört gezielt die Dopamin bildenden Nervenzellen der <em>Substantia nigra</em>. Es hemmt dort die Atmungskette in den Mitochondrien. Seitdem nutzt die Forschung MPTP, um Parkinson an Versuchstieren zu untersuchen.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Parkinson durch eine verunreinigte Droge. Material ist der Text zu MPTP oben.</p>\n<p>1 Erklären Sie, wie MPTP bei den Betroffenen zu Bewegungsstörungen führt. (5 BE)</p>\n<p>2 Begründen Sie, warum man zur Behandlung L-Dopa und nicht Dopamin gibt, und erläutern Sie, warum die Behandlung die Krankheit nicht heilt. (5 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben, Fall belegt in der Fachliteratur. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB II):</strong> MPTP gelangt ins Gehirn und wird zu MPP⁺ umgebaut → MPP⁺ hemmt die Atmungskette in den Dopamin bildenden Nervenzellen der Substantia nigra → zu wenig ATP, die Zellen sterben ab → weniger Dopamin wird an den Synapsen in den Bewegungszentren ausgeschüttet → die Steuerung der Bewegung ist gestört: Zittern, Steifheit, verlangsamte Bewegungen wie bei Parkinson.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> Dopamin aus dem Blut gelangt nicht ins Gehirn. L-Dopa als Vorstufe gelangt hinein und wird von den noch vorhandenen Nervenzellen zu Dopamin umgebaut → mehr Dopamin an den Synapsen → die Beschwerden werden geringer. Die abgestorbenen Zellen ersetzt L-Dopa aber nicht, und der Zellverlust geht weiter. Deshalb lindert die Behandlung nur.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> eine lückenlose Kette von der Zelle bis zum Symptom, mit Fachbegriffen (Substantia nigra, Dopamin, Synapse); beim Begründen der Unterschied zwischen Dopamin und seiner Vorstufe. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<h4>Ins Gehirn schauen</h4>\n<ul>\n<li><strong>EEG</strong> (Elektroenzephalografie): Elektroden auf der Kopfhaut messen die summierten Spannungsänderungen vieler Nervenzellen der Hirnrinde. Zeitlich sehr genau (Millisekunden), räumlich grob.</li>\n<li><strong>EMG</strong> (Elektromyografie): misst die elektrische Aktivität von Muskeln, etwa um zu prüfen, ob Nerv oder Muskel gestört ist.</li>\n<li><strong>fMRT</strong> (funktionelle Magnetresonanztomografie): zeigt, wo das Blut mehr Sauerstoff bringt, also welche Bereiche gerade aktiv sind. Räumlich genau, zeitlich träge (Sekunden).</li>\n<li><strong>PET</strong> (Positronen-Emissions-Tomografie): Ein schwach radioaktiv markierter Stoff, etwa eine Glucose-Variante, reichert sich dort an, wo viel Stoffwechsel ist. So sieht man zum Beispiel Bereiche mit wenig Aktivität.</li>\n<li>Einzelne Zellen und Kanäle: <a href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-potenzialmessung\">Ableitung von Membranpotenzialen und Patch-Clamp</a>.</li>\n</ul>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Material (ausgedacht): Bei einer Patientin leiten Nervenbahnen im Rückenmark mit 20 m/s statt mit etwa 50 m/s wie bei Gesunden. Manche Signale kommen gar nicht an. Die Nervenzellen selbst sind intakt, der Dopamin- und Acetylcholinspiegel ist normal. Welche der drei Störungen passt, und wie erklärst du beide Befunde?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Multiple Sklerose: Die Myelinscheiden sind geschädigt. Ohne Myelin muss die Erregung kontinuierlich statt saltatorisch weitergeleitet werden, sie wird langsamer. Wo die Isolierung ganz fehlt, verliert sich die Erregung, bevor sie den nächsten Schnürring ausreichend depolarisiert: Das Signal kommt nicht an. Parkinson und Alzheimer passen nicht, weil Zellen und Transmitter normal sind.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Dopamin als Tablette.</strong> Dopamin gelangt nicht aus dem Blut ins Gehirn, deshalb gibt man die Vorstufe L-Dopa.</li>\n<li><strong>Symptom ohne Ebene.</strong> Sag immer, ob Leitung, Übertragung oder die Zellen betroffen sind.</li>\n<li><strong>„Das Medikament heilt.“</strong> Bei Parkinson und Alzheimer lindern die Mittel Beschwerden, der Zellverlust geht weiter.</li>\n<li><strong>„Drogen machen glücklich, deshalb süchtig.“</strong> Erklär es an der Synapse: mehr Dopamin, dann Abbau von Rezeptoren, dann Toleranz und Entzug.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-synapse\">Erregende Synapse und Gifte</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Methoden&card=hb-bio-bewerten\">Bewerten in fünf Schritten</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-erregungsleitung\">Erregungsleitung: kontinuierlich und saltatorisch</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-potenzialmessung\">Potenzialmessung: Membranpotenziale ableiten</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Neurobiologie&card=hb-bio-hormone-stress\">Hormone und Stressreaktion</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-neuro-stoerungen -->",
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