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  "category": "Abitur 2027",
  "productId": "mecklenburg-vorpommern_deutsch",
  "version": "2027.1",
  "lastUpdated": "2026-10-02",
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    {
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      "cat": "Abitur 2027",
      "title": "Vorbereitung in letzter Minute (2027)",
      "short": "Die letzten Tage vor der Deutschklausur: was in deinem Land drankommt, welche Lernzettel du jetzt öffnest und was du am Ende prüfst.",
      "cardType": "strategy",
      "content": "<!-- core-card:de-lastminute-2027 -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Prüfung</span><span>Abitur</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>Dieser Lernzettel ist für die letzten Tage vor der schriftlichen Deutschprüfung. Oben steht, was in deinem Land amtlich gilt: Arbeitszeit, Auswahl, Hilfsmittel und Aufgabenarten. Darunter findest du die Lernzettel zu deinen Schwerpunkten, die du jetzt noch einmal öffnen solltest. Zum Schluss steht, was du in den letzten Minuten der Klausur prüfst. Uhrzeit und Raum erfährst du von deiner Schule.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was in der Prüfung drankommt</span>\n<p>Du bekommst vier Aufgabenblöcke und wählst einen. Grundkurs 255, Leistungskurs 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit. In allen Aufgabenblöcken können literarische und pragmatische Texte kombiniert und verglichen werden.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Quelle: <a href=\"https://www.bildung-mv.de/export/sites/bildungsserver/.galleries/dokumente/pruefungen/Vorabhinweise_ABI-AB_2027.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorabhinweise zum Abitur 2027, S. 10 und 11</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<h4>Deine Schwerpunkte</h4>\n<!-- land-extra -->\n<p>Öffne jetzt noch einmal diese Lernzettel:</p>\n<ul>\n<li><a href=\"?category=Abitur+2027&card=mv-de-abi2026-themenfeld1\">Literatur um 1800 / Romantik</a></li>\n</ul>\n<p>Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung, gedruckt oder digital.</p>\n<p>Grundkurs: Analyse pragmatischer Texte, materialgestütztes Schreiben informierender Texte, Interpretation literarischer Texte. Im Leistungskurs zusätzlich: Erörterung pragmatischer Texte und materialgestütztes Schreiben argumentierender Texte.</p>\n<!-- /land-extra -->\n\n<h4>Was du noch klären solltest</h4>\n<ul>\n<li><!-- pruefungstag --><strong>Prüfungstag:</strong> Dienstag, 27. April 2027. Uhrzeit und Raum erfährst du von deiner Schule. <a href=\"https://www.bildung-mv.de/export/sites/bildungsserver/.galleries/dokumente/schule/pruefungstermine_2027.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amtliche Terminliste</a><!-- /pruefungstag --></li>\n<li><strong>Welche Textausgabe zugelassen ist:</strong> Wenn Lektüren als Hilfsmittel erlaubt sind, ist oft genau festgelegt, welche Ausgabe und ob Notizen darin stehen dürfen. Frag deine Lehrkraft, bevor du dein Exemplar einpackst.</li>\n<li><strong>Wörterbuch:</strong> Frag deine Lehrkraft, ob du ein eigenes Rechtschreibwörterbuch mitbringst oder die Schule eines stellt.</li>\n</ul>\n\n<h4>Wofür es Punkte gibt</h4>\n<p>In Abituraufgaben zu Texten zählt die Verstehensleistung etwa 70 %, die Darstellungsleistung etwa 30 %; bei materialgestützten Aufgaben etwa 60 zu 40. Zur Darstellung gehören Aufbau, Fachsprache, Zitieren und Belegen, Ausdruck und Stil sowie Rechtschreibung und Grammatik. Gerade diese Punkte kannst du in den letzten Minuten noch sichern.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">IQB, Abituraufgaben Deutsch, Bewertungshinweise (Interpretation gA 2024; Materialgestütztes Verfassen eA 2024).</p>\n\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">So wird gewertet <span>· Zwei Balken zeigen, wie viel Verstehen und wie viel Darstellung zählen. Du siehst, wo sich die letzten Minuten lohnen.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 136\" role=\"img\" aria-labelledby=\"lm-t lm-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"lm-t\">So werden Textaufgaben gewertet</title>\n<desc id=\"lm-d\">Zwei Balken: Bei Abituraufgaben zu Texten zählt die Verstehensleistung etwa 70 Prozent und die Darstellungsleistung etwa 30 Prozent, bei materialgestützten Aufgaben etwa 60 zu 40.</desc>\n<text x=\"6\" y=\"14\" font-size=\"10.5\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.75\">Aufgaben zu Texten</text>\n<rect x=\"6.0\" y=\"20\" width=\"243.6\" height=\"36\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#2563eb\"/>\n<text x=\"127.8\" y=\"36\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Verstehen</text>\n<text x=\"127.8\" y=\"50\" font-size=\"9.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">ca. 70 %</text>\n<rect x=\"249.6\" y=\"20\" width=\"104.4\" height=\"36\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#16a34a\"/>\n<text x=\"301.8\" y=\"36\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Darstellung</text>\n<text x=\"301.8\" y=\"50\" font-size=\"9.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">ca. 30 %</text>\n<text x=\"6\" y=\"76\" font-size=\"10.5\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.75\">Materialgestützte Aufgaben</text>\n<rect x=\"6.0\" y=\"82\" width=\"208.8\" height=\"36\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#2563eb\"/>\n<text x=\"110.4\" y=\"98\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Verstehen</text>\n<text x=\"110.4\" y=\"112\" font-size=\"9.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">ca. 60 %</text>\n<rect x=\"214.8\" y=\"82\" width=\"139.2\" height=\"36\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#16a34a\"/>\n<text x=\"284.4\" y=\"98\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">Darstellung</text>\n<text x=\"284.4\" y=\"112\" font-size=\"9.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\">ca. 40 %</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Die Gewichtung aus diesem Lernzettel als Balken.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Die letzten zehn Minuten in der Klausur</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Operator.</strong> Lies die Aufgabe noch einmal: Hast du wirklich interpretiert, erörtert, verglichen, und alle Teilaufgaben bearbeitet?</li>\n<li><strong>Zitate.</strong> Wörtlich, in Anführungszeichen, mit Zeile oder Vers.</li>\n<li><strong>Tempus und Modus.</strong> Präsens für deine Aussagen über den Text, Konjunktiv für fremde Thesen.</li>\n<li><strong>Bezüge.</strong> Heißt es „der Erzähler“ und „das lyrische Ich“, nicht „der Autor sagt“?</li>\n<li><strong>Rechtschreibung.</strong> Namen und Titel aus der Vorlage abgleichen, Kommas vor „dass“ und bei Einschüben.</li>\n</ol>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · eine echte Aufgabenstellung lesen</span>\n<p><em>1. Stellen Sie den Gedankengang des Textes von Andreas Frey dar und erläutern Sie die Intention des Textes.</em> (ca. 40 %)<br><em>2. Erörtern Sie ausgehend vom vorliegenden Text die Position des Autors.</em> (ca. 60 %)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Abituraufgabe des IQB, Erörterung pragmatischer Texte, erhöhtes Niveau (Aufgabe 2024).</p>\n<p>Beantworte in einer Minute: Welche Operatoren stecken darin? Welcher Teil bekommt mehr Zeit? Worauf muss sich die Erörterung beziehen?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Drei Operatoren: darstellen, erläutern (Teil 1) und erörtern (Teil 2). Teil 2 wiegt mit ca. 60 % schwerer und bekommt deshalb mehr Schreibzeit. Die Erörterung geht „ausgehend vom vorliegenden Text“ von der Position des Autors aus, nicht vom Thema allgemein.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler kurz vorher</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Neuen Stoff anfangen.</strong> In den letzten Tagen wiederholst du, was du kannst, statt ein neues Werk zu lesen.</li>\n<li><strong>Die Auswahl verschleppen.</strong> Entscheide dich in der Auswahlzeit und bleib dann bei deiner Aufgabe.</li>\n<li><strong>Ohne Konzept losschreiben.</strong> Ein Plan mit Hypothese und Gliederung spart später Zeit.</li>\n<li><strong>Keine Zeit für die Kontrolle.</strong> In den letzten Minuten lassen sich Fehler in der Darstellung noch beheben.</li>\n<li><strong>Falsche Ausgabe mitbringen.</strong> Wenn eine Lektüre erlaubt ist, gilt oft nur eine bestimmte Ausgabe ohne Notizen.</li>\n</ul>\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Ausdruck+%26+Sprache&card=mv-de-ausdruck-fehler\">Typische Ausdrucksfehler vermeiden</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=mv-de-methoden-zitieren\">Richtig zitieren</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Methoden&card=mv-de-methoden-einleitungssatz\">Einleitungssatz schreiben (TATT-Formel)</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Ausdruck+%26+Sprache&card=mv-de-ausdruck-ueberleitung\">Überleitungen schreiben</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:de-lastminute-2027 -->"
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    {
      "id": "mv-de-abi2026-themenfeld1",
      "cat": "Abitur 2027",
      "title": "Literatur um 1800 / Romantik",
      "short": "Literatur um 1800 und Romantik: Klassik, Motive, Mondnacht, Gedichtvergleich. Lernzettel fürs Abitur, ohne Pflichtbuch.",
      "cardType": "theme",
      "content": "<!-- land-kopf -->\n<h3>Literatur um 1800, besonders die Romantik</h3>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du kein Pflichtbuch, sondern einen Text, den du nicht kennst: meist ein Gedicht, einen Erzählauszug oder zwei Gedichte zum Vergleich, manchmal eins davon aus dem 20. oder 21. Jahrhundert. Punkte holst du, wenn du romantische Motive und Haltungen am Text zeigst und erklärst, was sie bewirken, nicht mit einer Liste von Epochenmerkmalen. Dafür brauchst du den Hintergrund: Um 1800 entstehen in Deutschland zwei literarische Antworten auf dieselbe Umbruchzeit. Die Weimarer Klassik um Goethe und Schiller sucht Maß, Harmonie und das Ideal des guten Menschen, die Romantik sucht das Unendliche, die Nacht, die Sehnsucht und das Wunderbare. Hintergrund sind die Aufklärung, die Französische Revolution und die Kriege Napoleons.</p></div>\n<p class='intro-text'><em>In Mecklenburg-Vorpommern gehört Literatur um 1800 zum Themenfeld 3. Die Klausur verlangt Lyrik, Epik oder Dramatik; du arbeitest Form und Motiv am vorgelegten Text heraus und schreibst kein Epochenlexikon.</em></p>\n<div class=\"ks-land\"><strong>Vorgaben vom Bildungsministerium:</strong> Themenfeld Nr. 3 „Literatur um 1800“ für Grundkurs und Leistungskurs: Spiegelung kultur- und geistesgeschichtlicher Entwicklungen in der Literatur; literaturgeschichtliche Entwicklungen der Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Romantik; zentrale Themen und Motive der Romantik, exemplarisch auch deren Verarbeitung in Texten des 20./21. Jahrhunderts.</div>\n<!-- /land-kopf -->\n\n<!-- spine:feld:literatur-um-1800 -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Das Themenfeld heißt amtlich „Literatur um 1800“, mit besonderem Blick auf die Romantik. Drei Punkte stehen in den Vorgaben:</p>\n<ul>\n<li><strong>Spiegelung der Zeit:</strong> wie sich Aufklärung, Revolution und neue Philosophie in den Texten zeigen.</li>\n<li><strong>Literaturgeschichte:</strong> wie Klassik und Romantik nebeneinander entstehen und sich voneinander abgrenzen.</li>\n<li><strong>Themen und Motive der Romantik,</strong> auch so, wie Texte des 20. und 21. Jahrhunderts sie wieder aufnehmen.</li>\n</ul>\n<p>Ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Motiv<span class=\"wort-erkl\">ein wiederkehrendes Bild oder eine typische Situation mit Bedeutung, etwa Nacht, Wanderschaft oder das Fenster</span></span> ist dein wichtigstes Werkzeug: Du findest es im Text, zeigst, was es dort bedeutet, und schließt erst dann auf die Epoche. Gedichte zitierst du mit Vers, Prosa mit Zeile.</p>\n</div>\n\n<h4>Was um 1800 passiert</h4>\n<ul>\n<li><strong>Aufklärung:</strong> Der Mensch soll seinen Verstand selbst gebrauchen. Vernunft wird zum Maßstab für alles. Die Romantik antwortet darauf später mit der Frage, was die Vernunft nicht erfasst: Traum, Gefühl, Unbewusstes.</li>\n<li><strong>Französische Revolution (1789):</strong> Freiheit und Gleichheit werden politische Forderungen. Manche Dichter begeistern sich zuerst und wenden sich nach der Schreckensherrschaft wieder ab.</li>\n<li><strong>Napoleon:</strong> Seine Kriege verändern Europa. 1806 endet das Heilige Römische Reich, nach den Befreiungskriegen ordnet der Wiener Kongress 1815 Europa neu, es folgt eine Zeit der Restauration.</li>\n<li><strong>Neue Philosophie:</strong> Kant, Fichte und Schelling fragen, wie viel von der Welt das Ich selbst hervorbringt. Für die Romantiker wird das Ich zum Ort, an dem Welt und Unendliches sich begegnen.</li>\n</ul>\n\n<h4>Klassik und Romantik nebeneinander</h4>\n<ul>\n<li><strong>Weimarer Klassik</strong> (etwa 1786 bis 1805, von Goethes Italienreise bis zu Schillers Tod): Vorbild ist die Antike. Gesucht werden Maß, Harmonie und das Ideal der <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Humanität<span class=\"wort-erkl\">Menschlichkeit als Ziel: der Mensch soll edel, hilfsbereit und gut werden</span></span>. Kunst soll den Menschen bilden, nicht einem Zweck dienen (Schiller, „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, 1795).</li>\n<li><strong>Frühromantik</strong> (ab etwa 1795, Jena): die Brüder Schlegel, Novalis, Ludwig Tieck. Ihre Zeitschrift „Athenaeum“ (1798 bis 1800) entwirft das Programm.</li>\n<li><strong>Hochromantik</strong> (Heidelberger Romantik): Achim von Arnim und Clemens Brentano sammeln Volkslieder („Des Knaben Wunderhorn“, 1805 bis 1808). In Kassel sammeln die Brüder Grimm Märchen („Kinder- und Hausmärchen“, ab 1812).</li>\n<li><strong>Spätromantik</strong> (etwa 1815 bis 1830): Joseph von Eichendorff, E. T. A. Hoffmann. Volksliedton, Wanderer, Nachtseiten der Seele.</li>\n<li><strong>Dazwischen:</strong> Kleist, Hölderlin und Jean Paul gehören zu keiner Gruppe ganz. Das ist kein Fehler deines Wissens, sondern selbst ein Merkmal der Zeit.</li>\n</ul>\n\n<h4>Das Programm der Romantik in zwei Sätzen</h4>\n<ul>\n<li>Friedrich Schlegel, 116. Athenaeums-Fragment (1798): „Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie.“ <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Universalpoesie<span class=\"wort-erkl\">eine Dichtung, die alle Gattungen mischt, Poesie und Philosophie verbindet und nie fertig wird</span></span> heißt: Gattungen mischen, Poesie und Philosophie verbinden, das Leben poetisch machen. „Progressiv“ heißt: Sie wird nie fertig.</li>\n<li>Novalis, Notizen aus dem Frühjahr 1798: „Die Welt muß romantisirt werden.“ Gemeint ist: dem Gewöhnlichen einen geheimnisvollen, unendlichen Sinn geben.</li>\n</ul>\n<p>Daraus folgen zwei Formmerkmale. Romantische Texte bleiben oft absichtlich offen, als <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Fragment<span class=\"wort-erkl\">ein Text, der bewusst unfertig bleibt, weil das Unendliche sich nicht abschließen lässt</span></span>. Und sie brechen gern ihre eigene Illusion: In Tiecks Komödie „Der gestiefelte Kater“ (1797) spielen Figuren das Publikum im Parkett und reden ins Stück hinein. Das heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">romantische Ironie<span class=\"wort-erkl\">der Text zeigt, dass er gemacht ist, und hebt seine eigene Stimmung auf</span></span>.</p>\n\n<h4>Motive, die du erkennen solltest</h4>\n<ul>\n<li><strong>Sehnsucht und Ferne:</strong> Das Ich will weg, ins Unbestimmte, und kommt selten an. Oft steht es am Fenster oder hört ein Posthorn.</li>\n<li><strong>Nacht und Traum:</strong> Die Nacht öffnet, was der Tag verdeckt (Novalis, „Hymnen an die Nacht“, 1800).</li>\n<li><strong>Wandern:</strong> Unterwegssein als Freiheit, gegen den geregelten Alltag des <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Philisters<span class=\"wort-erkl\">so nannten die Romantiker den engstirnigen Bürger, der nur an Arbeit, Besitz und Ordnung denkt</span></span>.</li>\n<li><strong>Natur als Seelenraum:</strong> Landschaft spiegelt das Innere. Wald, Mond und Rauschen sind keine Kulisse, sondern Stimmung.</li>\n<li><strong>Die blaue Blume:</strong> Bild der unerreichbaren Sehnsucht, aus Novalis’ Roman „Heinrich von Ofterdingen“ (1802).</li>\n<li><strong>Nachtseiten:</strong> Wahnsinn, Doppelgänger, das Unheimliche, etwa in E. T. A. Hoffmanns „Der Sandmann“ (1816). Oft bleibt offen, ob das Wunderbare wirklich ist oder nur eingebildet.</li>\n<li><strong>Volkslied, Märchen, Mittelalter:</strong> Die Romantiker suchen eine ursprüngliche, gemeinsame Poesie.</li>\n</ul>\n\n<h4>Deutungsansätze, jeweils mit Beleg</h4>\n<ul>\n<li><strong>Natur ohne Gefühl, Natur als Seele.</strong> Goethe schreibt schon 1783 in „Das Göttliche“: „Edel sey der Mensch, / Hülfreich und gut!“ und gleich danach: „Denn unfühlend / Ist die Natur“. Gut ist der Mensch, nicht die Natur. In Eichendorffs „Mondnacht“ dagegen ist es, „als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküßt“: Die Natur scheint zu fühlen. An diesem Gegensatz kannst du Klassik und Romantik unterscheiden.</li>\n<li><strong>Freiheit gegen Philisterleben.</strong> In Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (1826) schickt der Vater den Sohn mit „Du Taugenichts!“ in die Welt. Der zieht mit der Geige los, während die anderen „graben und pflügen“: „Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüthe.“ Deutung: Der Text feiert das zweckfreie Leben und macht sich zugleich leise darüber lustig.</li>\n<li><strong>Sehnsucht, die nicht ankommt.</strong> In Eichendorffs „Sehnsucht“ steht das Ich „am Fenster“ und hört „aus weiter Ferne / Ein Posthorn“: „Ach, wer da mitreisen könnte“. Das Ich bleibt drinnen. Die Ferne gibt es nur im Lied der anderen.</li>\n<li><strong>Klassisch gesund, romantisch krank?</strong> Goethe sagte 1829 zu Eckermann: „Das Classische nenne ich das Gesunde, und das Romantische das Kranke.“ Er meinte damit vor allem die neueste Literatur seiner Zeit. Das ist ein Urteil eines Beteiligten, keine Definition. Nutz es als These, die du an einem Text prüfst.</li>\n<li><strong>Romantik heute.</strong> Neuere Texte nehmen romantische Motive auf und brechen sie. In einer amtlichen Beispielaufgabe für den Leistungskurs wird Eichendorffs „Der verspätete Wanderer“ mit Günter Kunerts „Straßen“ (entstanden 1965 bis 1969 in der DDR) verglichen: Bei beiden ist das Leben eine Reise, aber bei Kunert führen die Straßen ins Leere, und die Gehenden fragen „vergebens / den leeren Himmel“.</li>\n</ul>\n\n<h4>So sieht die Aufgabe bei dir aus</h4>\n<div class=\"ks-land\">\n<span class=\"ks-label\">So prüft Mecklenburg-Vorpommern</span>\n<p>Das Themenfeld ist im Grund- und Leistungskurs verbindlich. Möglich ist unter anderem die Interpretation literarischer Texte (Lyrik, Epik, Dramatik) mit epochalen Bezügen; in allen Aufgabenblöcken können literarische und pragmatische Texte kombiniert und verglichen werden. Grundkurs 255, Leistungskurs 315 Minuten mit Auswahlzeit.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Quelle: <a href=\"https://www.bildung-mv.de/export/sites/bildungsserver/.galleries/dokumente/pruefungen/Vorabhinweise_ABI-AB_2027.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorabhinweise zum Abitur 2027, S. 10 und 11</a></p>\n</div>\n<p>In Abituraufgaben kommt das Themenfeld meist so vor: Du interpretierst ein Gedicht oder einen Erzählauszug, oder du vergleichst zwei Gedichte, oft ein romantisches mit einem neueren. Die Aufgabe nennt dann eine Hinsicht, etwa „im Hinblick auf die Gestaltung des Motivs des Unterwegsseins“, und verlangt, die Entstehungszeit zu berücksichtigen.</p>\n\n<h4>Ein Musterabsatz an einer echten Stelle</h4>\n<div class=\"ks-zitat\">\n<span class=\"ks-label\">Joseph von Eichendorff, „Mondnacht“ (entstanden um 1835, gedruckt 1837)</span>\n<p>Es war, als hätt’ der Himmel<br>Die Erde still geküßt,<br>Daß sie im Blütenschimmer<br>Von ihm nun träumen müßt’.</p>\n<p>Die Luft ging durch die Felder,<br>Die Aehren wogten sacht,<br>Es rauschten leis die Wälder,<br>So sternklar war die Nacht.</p>\n<p>Und meine Seele spannte<br>Weit ihre Flügel aus,<br>Flog durch die stillen Lande,<br>Als flöge sie nach Haus.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Text nach Eichendorffs Sämmtlichen Werken, Bd. 1, Leipzig 1864, S. 604 (Wikisource), in der Schreibung dieser Ausgabe.</p>\n</div>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Einordnen:</strong> ein Naturgedicht der Spätromantik in drei Strophen, gesprochen erst ohne, dann mit Ich.<em>Das Gedicht beschreibt eine Mondnacht und führt erst in der letzten Strophe ein Ich ein.</em></li>\n<li><strong>Auffälligkeit:</strong> Am Anfang steht „als hätt’“, am Ende „Als flöge“. Beides ist <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Konjunktiv<span class=\"wort-erkl\">Möglichkeitsform: so wäre es, aber so ist es nicht wirklich</span></span>.</li>\n<li><strong>Wirkung:</strong> Der Kuss von Himmel und Erde und der Heimflug der Seele geschehen nur „als ob“.</li>\n<li><strong>Bogen zum Ganzen:</strong> romantische Sehnsucht nach einer Heimat jenseits der sichtbaren Welt.</li>\n</ol>\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Musterabsatz</span>\n<p>Eichendorffs „Mondnacht“ beschreibt keine Wirklichkeit, sondern einen Wunsch. Das zeigt schon der Anfang: „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküßt“ (V. 1 f.). Durch den Konjunktiv wird die Vereinigung von Himmel und Erde zu einem Vergleich, sie geschieht nur in der Vorstellung. Die mittlere Strophe bleibt dagegen ganz im Indikativ und bei dem, was man wahrnimmt: Luft, Ähren, Wälder, Sterne. Erst in der dritten Strophe tritt das Ich hervor, und seine „Seele“ (V. 9) bekommt Flügel. Doch auch dieser Flug endet im Konjunktiv: „Als flöge sie nach Haus“ (V. 12). Das Gedicht ist also von zwei „als ob“ gerahmt. Darin zeigt sich die romantische Grundhaltung: Die Natur wird zum Ort, an dem eine unendliche Heimat aufscheint, aber sie wird nicht erreicht. Man kann das auch anders lesen, als sanfte Gewissheit eines Glaubens. Für beide Lesarten spricht der Text, entscheidend ist, dass die Heimkehr Bild bleibt.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Warum der Absatz gut ist: Er beobachtet genau (Konjunktiv am Anfang und Ende, Indikativ in der Mitte), zitiert kurz mit Versangabe, sagt, was die Form bewirkt, nennt eine zweite Lesart und kommt erst am Ende zur Epoche. So beschreiben die Bewertungshinweise des IQB eine gute Interpretation: textnah, funktional, mit Blick auf alternative Lesarten und einer differenzierten Epocheneinordnung. Das Verstehen zählt etwa 70 Prozent, die Darstellung etwa 30 Prozent.</p>\n</div>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du</span>\n<p>Eichendorff, „Sehnsucht“ (erste Strophe, Erstdruck 1834): „Es schienen so golden die Sterne, / Am Fenster ich einsam stand / Und hörte aus weiter Ferne / Ein Posthorn im stillen Land. / Das Herz mir im Leib entbrennte, / Da hab’ ich mir heimlich gedacht: / Ach, wer da mitreisen könnte / In der prächtigen Sommernacht!“ Schreib einen Absatz: Wo steht das Ich, wohin will es, und was sagt der Ausruf am Ende über seine Lage?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Das Ich steht „am Fenster“ und „einsam“: Es ist drinnen, die Welt draußen. Das Posthorn kommt „aus weiter Ferne“, die Sehnsucht wird also durch ein Geräusch geweckt, nicht durch eine Reise. Der Wunsch „Ach, wer da mitreisen könnte“ steht im Konjunktiv und als Ausruf: Das Ich reist nicht, es wünscht sich nur, es könnte.</p>\n<p>Gute Absätze verbinden das mit dem Fenster als Grenze zwischen enger Wirklichkeit und weiter Welt und schließen auf die romantische Sehnsucht, die nicht erfüllt wird. Wer weiterliest, sieht: In den nächsten Strophen singen zwei junge Gesellen im Wandern von der Ferne, das Ich bleibt Zuhörer.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<p><strong>Zitieren:</strong> Gedichte mit Versangabe: „Als flöge sie nach Haus“ (V. 12). Bei zwei Gedichten nennst du einmal den Titel, danach Kurztitel und Vers. Ältere Schreibung (geküßt, Aehren) übernimmst du so, wie sie in deinem Prüfungstext steht.</p>\n\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Epochenwissen abladen.</strong> Merkmale der Romantik ohne Stelle im Text bringen kaum Punkte.</li>\n<li><strong>„Romantik heißt Gefühl und Natur“ als Ergebnis.</strong> Sag, welches Gefühl, an welcher Stelle, mit welcher Wirkung.</li>\n<li><strong>Das lyrische Ich mit dem Dichter gleichsetzen.</strong> Schreib „das lyrische Ich“, nicht „Eichendorff sehnt sich“.</li>\n<li><strong>Klassik und Romantik als feindliche Lager darstellen.</strong> Sie entstehen zur selben Zeit und haben gemeinsame Wurzeln. Zeig den Unterschied am Text.</li>\n<li><strong>Im neueren Text ein Motiv erfinden.</strong> Nimm nur auf, was wirklich da ist, und zeig, wo es gebrochen wird.</li>\n<li><strong>Das Wunderbare entscheiden, wo der Text es offenlässt.</strong> Oft ist genau die Offenheit deine Beobachtung.</li>\n</ul>\n<!-- /spine -->"
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