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  "category": "Evolution",
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  "lastUpdated": "2026-10-11",
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      "id": "sn-bio-evolutionsfaktoren",
      "cat": "Evolution",
      "title": "Evolutionsfaktoren und Selektion",
      "short": "Evolutionsfaktoren einfach erklärt: Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift, Isolation, mit echten Daten zu Darwinfinken und Elefanten ohne Stoßzähne.",
      "content": "<!-- core-card:bio-evolutionsfaktoren -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du ein Beispiel einer Population und sollst erklären, welche Faktoren ihre Allele verändern; Punkte gibt es, wenn du jeden Faktor am Beispiel zeigst, nicht fürs Aufzählen aus dem Gedächtnis. Evolution heißt, dass sich die Häufigkeit von Allelen in einer Population über Generationen verändert. Mutation und Rekombination sorgen dafür, dass sich die Lebewesen einer Art unterscheiden. Selektion begünstigt die Varianten, die in ihrer Umwelt mehr Nachkommen haben, und wirkt damit gerichtet. Gendrift verändert die Häufigkeiten zufällig, vor allem in kleinen Populationen, und Isolation trennt Populationen voneinander. Wichtig für jede Erklärung: Nicht das einzelne Tier passt sich an, sondern die Population verändert sich, weil manche mehr Nachkommen haben als andere.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, GK und LK: Mutation, Rekombination, Selektion, Isolation, Migration, Gendrift, Koevolution.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Alle Lebewesen einer Art, die in einem Gebiet leben und sich miteinander fortpflanzen, bilden eine <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Population<span class=\"wort-erkl\">alle Individuen einer Art in einem Gebiet, die sich untereinander fortpflanzen können</span></span>. Jedes Gen kommt in verschiedenen Varianten vor, den <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Allelen<span class=\"wort-erkl\">Varianten eines Gens, etwa für große oder kleine Stoßzähne</span></span>. Alle Allele aller Tiere zusammen bilden den <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Genpool<span class=\"wort-erkl\">die Gesamtheit aller Allele einer Population</span></span>.</p>\n<p>Wie oft ein Allel im Genpool vorkommt, heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Allelfrequenz<span class=\"wort-erkl\">der Anteil eines Allels an allen Allelen dieses Gens in der Population, zum Beispiel 30 %</span></span>. Evolution findet statt, wenn sich diese Frequenzen von Generation zu Generation ändern. Die Ursachen dafür heißen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Evolutionsfaktoren<span class=\"wort-erkl\">alles, was die Allelfrequenzen im Genpool verändert</span></span>.</p>\n<p>Die Erklärung dafür ist die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">synthetische Evolutionstheorie<span class=\"wort-erkl\">Darwins Selektionstheorie, verbunden mit der Genetik: erbliche Variation plus Selektion und Zufall verändern Allelfrequenzen</span></span>. Sie verbindet Darwins Idee der natürlichen Auslese mit dem Wissen über Gene, das Darwin noch nicht hatte.</p>\n</div>\n\n<h4>Die Evolutionsfaktoren</h4>\n<ul>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Mutation<span class=\"wort-erkl\">eine zufällige, dauerhafte Veränderung der DNA</span></span>:</strong> schafft neue Allele. Mutationen entstehen zufällig und ungerichtet, nicht weil ein Lebewesen sie braucht. Sie sind der Rohstoff für alles Weitere.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Rekombination<span class=\"wort-erkl\">Neumischung vorhandener Allele bei der Meiose und der Befruchtung</span></span>:</strong> mischt vorhandene Allele neu, in der Meiose und bei der Befruchtung. Jedes Kind ist eine neue Kombination. So entsteht <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Variation<span class=\"wort-erkl\">die Unterschiede zwischen Individuen einer Population</span></span>.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Selektion<span class=\"wort-erkl\">natürliche Auslese: Individuen mit bestimmten erblichen Merkmalen haben mehr Nachkommen als andere</span></span>:</strong> Individuen mit bestimmten Merkmalen haben in ihrer Umwelt mehr fortpflanzungsfähige Nachkommen. Ihre Allele werden häufiger. Den Umweltfaktor, der dabei wirkt, nennt man <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Selektionsfaktor<span class=\"wort-erkl\">der Umstand, der bestimmte Varianten begünstigt, etwa Räuber, Klima, Nahrung oder Jäger</span></span>. Selektion ist der einzige Faktor, der gerichtet wirkt.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Gendrift<span class=\"wort-erkl\">auch Alleldrift: zufällige Änderung der Allelfrequenzen, die nichts mit Angepasstheit zu tun hat</span></span>:</strong> zufällige Änderungen, besonders stark in kleinen Populationen. Nach einer Katastrophe überleben zufällig nur wenige (<span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Flaschenhalseffekt<span class=\"wort-erkl\">eine Population schrumpft stark, die wenigen Überlebenden tragen nur einen Teil der Allele weiter</span></span>), oder wenige Tiere gründen eine neue Population auf einer Insel (<span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Gründereffekt<span class=\"wort-erkl\">eine neue Population geht auf wenige Gründer zurück und hat deshalb einen anderen, ärmeren Genpool</span></span>).</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Genfluss<span class=\"wort-erkl\">Austausch von Allelen zwischen Populationen durch Zu- und Abwanderung (Migration)</span></span>:</strong> Tiere wandern zu oder ab und bringen Allele mit. Das macht Populationen einander ähnlicher.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Isolation<span class=\"wort-erkl\">Trennung von Populationen, sodass kein Genfluss mehr stattfindet</span></span>:</strong> unterbricht den Genfluss. Getrennte Genpools entwickeln sich unabhängig, das ist die Voraussetzung für die <a href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-artbildung\">Artbildung</a>.</li>\n</ul>\n<p>Die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Fitness<span class=\"wort-erkl\">reproduktive Fitness: wie viele fortpflanzungsfähige Nachkommen ein Individuum im Vergleich zu anderen hat</span></span> eines Individuums misst sich nicht an Kraft, sondern an der Zahl seiner fortpflanzungsfähigen Nachkommen im Vergleich zu anderen. Wenn zwei Arten gegenseitig als Selektionsfaktor wirken, etwa eine Blüte und ihr Bestäuber oder ein Parasit und sein Wirt, passen sie sich wechselseitig an: <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Koevolution<span class=\"wort-erkl\">zwei Arten verändern sich in der Evolution wechselseitig, weil jede für die andere ein Selektionsfaktor ist</span></span>.</p>\n\n<h4>Formen der Selektion</h4>\n<!-- fig:selektionsformen -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Drei Formen der Selektion <span>· Du siehst drei Kurven mit Pfeilen. Sie zeigen, auf welche Tiere die Selektion wirkt.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 214\" role=\"img\" aria-labelledby=\"selektionsformen-t selektionsformen-d\">\n<title id=\"selektionsformen-t\">Drei Formen der Selektion</title>\n<desc id=\"selektionsformen-d\">Drei Häufigkeitsverteilungen eines Merkmals, jeweils vorher gestrichelt und nachher durchgezogen. Stabilisierend: Die Verteilung wird schmaler und höher, die Mitte bleibt. Gerichtet: Die ganze Verteilung verschiebt sich zu einer Seite. Aufspaltend: Aus einem Gipfel werden zwei, die Mitte wird selten.</desc>\n<line class=\"g-achse\" x1=\"8\" y1=\"150\" x2=\"112\" y2=\"150\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\" stroke-opacity=\"0.75\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M8 149.5 L8.9 149.4 L9.7 149.2 L10.6 149.1 L11.5 149 L12.3 148.8 L13.2 148.6 L14.1 148.3 L14.9 148.1 L15.8 147.8 L16.7 147.4 L17.5 147 L18.4 146.6 L19.3 146.1 L20.1 145.6 L21 144.9 L21.9 144.3 L22.7 143.5 L23.6 142.7 L24.5 141.8 L25.3 140.8 L26.2 139.7 L27.1 138.5 L27.9 137.2 L28.8 135.8 L29.7 134.2 L30.5 132.6 L31.4 130.9 L32.3 129 L33.1 127.1 L34 125 L34.9 122.8 L35.7 120.5 L36.6 118.1 L37.5 115.6 L38.3 113 L39.2 110.3 L40.1 107.6 L40.9 104.8 L41.8 101.9 L42.7 99 L43.5 96.1 L44.4 93.2 L45.3 90.3 L46.1 87.5 L47 84.6 L47.9 81.9 L48.7 79.2 L49.6 76.7 L50.5 74.2 L51.3 71.9 L52.2 69.8 L53.1 67.8 L53.9 66.1 L54.8 64.5 L55.7 63.1 L56.5 62 L57.4 61.1 L58.3 60.5 L59.1 60.1 L60 60 L60.9 60.1 L61.7 60.5 L62.6 61.1 L63.5 62 L64.3 63.1 L65.2 64.5 L66.1 66.1 L66.9 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146.1 L337.6 146.6 L338.5 147 L339.3 147.4 L340.2 147.8 L341.1 148.1 L341.9 148.3 L342.8 148.6 L343.7 148.8 L344.5 149 L345.4 149.1 L346.3 149.2 L347.1 149.4 L348 149.5\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\" stroke-dasharray=\"5 4\"/><path class=\"g-kurve\" d=\"M244 147.8 L244.9 147.2 L245.7 146.5 L246.6 145.7 L247.5 144.7 L248.3 143.5 L249.2 142.1 L250.1 140.5 L250.9 138.7 L251.8 136.6 L252.7 134.2 L253.5 131.6 L254.4 128.7 L255.3 125.6 L256.1 122.2 L257 118.5 L257.9 114.7 L258.7 110.8 L259.6 106.7 L260.5 102.6 L261.3 98.5 L262.2 94.4 L263.1 90.6 L263.9 87 L264.8 83.6 L265.7 80.7 L266.5 78.2 L267.4 76.2 L268.3 74.7 L269.1 73.8 L270 73.5 L270.9 73.8 L271.7 74.7 L272.6 76.2 L273.5 78.2 L274.3 80.7 L275.2 83.6 L276.1 87 L276.9 90.6 L277.8 94.4 L278.7 98.5 L279.5 102.6 L280.4 106.7 L281.3 110.7 L282.1 114.7 L283 118.5 L283.9 122.1 L284.7 125.5 L285.6 128.7 L286.5 131.5 L287.3 134.1 L288.2 136.4 L289.1 138.4 L289.9 140.2 L290.8 141.7 L291.7 142.9 L292.5 143.9 L293.4 144.7 L294.3 145.2 L295.1 145.5 L296 145.6 L296.9 145.5 L297.7 145.2 L298.6 144.7 L299.5 143.9 L300.3 142.9 L301.2 141.7 L302.1 140.2 L302.9 138.4 L303.8 136.4 L304.7 134.1 L305.5 131.5 L306.4 128.7 L307.3 125.5 L308.1 122.1 L309 118.5 L309.9 114.7 L310.7 110.7 L311.6 106.7 L312.5 102.6 L313.3 98.5 L314.2 94.4 L315.1 90.6 L315.9 87 L316.8 83.6 L317.7 80.7 L318.5 78.2 L319.4 76.2 L320.3 74.7 L321.1 73.8 L322 73.5 L322.9 73.8 L323.7 74.7 L324.6 76.2 L325.5 78.2 L326.3 80.7 L327.2 83.6 L328.1 87 L328.9 90.6 L329.8 94.4 L330.7 98.5 L331.5 102.6 L332.4 106.7 L333.3 110.8 L334.1 114.7 L335 118.5 L335.9 122.2 L336.7 125.6 L337.6 128.7 L338.5 131.6 L339.3 134.2 L340.2 136.6 L341.1 138.7 L341.9 140.5 L342.8 142.1 L343.7 143.5 L344.5 144.7 L345.4 145.7 L346.3 146.5 L347.1 147.2 L348 147.8\" fill=\"none\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"2.6\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-t\" x=\"296\" y=\"176\" font-size=\"12\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">aufspaltend</text><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"291.1\" y1=\"30\" x2=\"272.6\" y2=\"30\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M268.4 30 L274.8 32.9 L274.8 27.1 Z\" fill=\"#ef4444\"/><line class=\"g-pfeil-linie\" x1=\"300.9\" y1=\"30\" x2=\"319.4\" y2=\"30\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"1.6\"/><path class=\"g-spitze\" d=\"M323.6 30 L317.2 27.1 L317.2 32.9 Z\" fill=\"#ef4444\"/><text class=\"g-klein\" x=\"8\" y=\"196\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">gestrichelt: vorher · blau: nach vielen Generationen</text><text class=\"g-klein\" x=\"8\" y=\"210\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">rote Pfeile: Richtung, in die die Selektion wirkt</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, schematisch.</strong> Waagerecht: Ausprägung eines Merkmals (zum Beispiel Körpergröße). Senkrecht: wie viele Tiere sie haben. Die Selektion wirkt gegen die Tiere, auf die die roten Pfeile zeigen. Gerichtet heißt in manchen Büchern transformierend, aufspaltend heißt disruptiv.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:selektionsformen -->\n\n<h4>Echte Beobachtung: Darwinfinken in der Dürre</h4>\n<!-- bild:gould-darwinfinken-1845 -->\n<figure class=\"ks-abb ks-bild\">\n<img src=\"/images/biologie/gould-darwinfinken-1845.webp\" width=\"1000\" height=\"755\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Schwarz-weißer Stich mit vier Vogelköpfen im Profil, nummeriert 1 bis 4. Kopf 1 hat einen sehr dicken, kegelförmigen Schnabel, Kopf 2 einen etwas kleineren, Kopf 3 einen kleinen kurzen Schnabel und Kopf 4 einen dünnen, spitzen Schnabel. Darunter die Namen: 1 Geospiza magnirostris, 2 Geospiza fortis, 3 Geospiza parvula, 4 Certhidea olivacea.\">\n<figcaption><strong>Vier Finkenarten der Galápagos-Inseln aus Charles Darwins Reisebericht (2. Auflage, 1845).</strong> Darwin schreibt dazu: 1 hat den größten, 3 den kleinsten Schnabel der Gattung Geospiza, 2 liegt dazwischen; 4 (Certhidea) ist eine eigene Untergruppe.<br><span class=\"ks-quelle\">Quelle: John Gould, in: Charles Darwin, Journal of Researches, „Finches from Galapagos Archipelago“, 1845. Gemeinfrei. <a href=\"https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Darwin%27s_finches_by_Gould.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons</a></span></figcaption>\n</figure>\n<!-- /bild:gould-darwinfinken-1845 -->\n<p>Auf der Galápagos-Insel Daphne Major beobachteten Peter Boag und Peter Grant den Mittleren Grundfinken (<em>Geospiza fortis</em>, im Bild Nummer 2). In einer Dürre im Jahr 1977 gab es fast nur noch große, harte Samen. Das Überleben war nicht zufällig: Große Vögel, besonders Männchen mit großen Schnäbeln, überlebten am besten, weil sie die harten Samen knacken konnten. Weil die Schnabelgröße erblich ist, verschob sich dadurch der Mittelwert der Population: ein Beispiel für gerichtete Selektion, gemessen in einer einzigen Dürre. Über 30 Jahre Beobachtung änderten sich Körper- und Schnabelgröße dann mehrmals und in verschiedene Richtungen, je nachdem, wie sich die Umwelt änderte.</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Boag und Grant, Science 214 (1981), S. 82 bis 85; Grant und Grant, Science 296 (2002), S. 707 bis 711.</p>\n\n<h4>Eine Angepasstheit richtig erklären</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Variation:</strong> In der Population gab es erbliche Unterschiede im Merkmal, entstanden durch Mutation und Rekombination.</li>\n<li><strong>Selektionsfaktor:</strong> Ein Umweltfaktor (Räuber, Klima, Nahrung, Jäger) begünstigte eine Variante.</li>\n<li><strong>Unterschiedlicher Fortpflanzungserfolg:</strong> Individuen mit dieser Variante hatten mehr Nachkommen.</li>\n<li><strong>Allelfrequenz:</strong> Die Allele dieser Variante wurden im Genpool häufiger. Über viele Generationen verschob sich die Population.</li>\n</ol>\n<p>Diese vier Schritte sind auch das, was Abituraufgaben als Fließschema verlangen: mit Pfeilen von der zufälligen Mutation bis zur veränderten Allelfrequenz.</p>\n\n<h4>Was keine naturwissenschaftliche Erklärung ist</h4>\n<ul>\n<li><strong>Lamarck (1809):</strong> Lebewesen verändern sich durch Gebrauch und Nichtgebrauch ihrer Organe und vererben, was sie im Leben erworben haben. Widerlegt: Im Leben erworbene Eigenschaften werden nicht in die DNA geschrieben.</li>\n<li><strong>Zielgerichtete Sätze</strong> („um zu“, „damit“): Evolution hat kein Ziel. Eine Mutation entsteht nicht, weil sie gebraucht wird. Die KMK-Bildungsstandards verlangen ausdrücklich, ohne solche finalen Begründungen zu erklären.</li>\n<li><strong>Kreationismus und Intelligent Design:</strong> Sie führen die Vielfalt der Lebewesen auf einen Schöpfer oder Planer zurück. Das lässt sich mit Beobachtung und Experiment weder prüfen noch widerlegen, deshalb ist es keine naturwissenschaftliche Theorie. Die Evolutionstheorie dagegen macht Vorhersagen, die man prüfen kann, und wurde dabei immer wieder bestätigt.</li>\n</ul>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Elefanten ohne Stoßzähne. Im Gorongosa-Nationalpark in Mosambik wurden während des Bürgerkriegs (1977 bis 1992) sehr viele Elefanten für den Verkauf von Elfenbein gewildert, der Bestand brach um rund 90 % ein. Vor dem Krieg hatten etwa 18 % der Weibchen keine Stoßzähne, danach etwa 51 %. Die Erbgänge sprechen dafür, dass Stoßzahnlosigkeit X-chromosomal dominant vererbt wird und männliche Embryonen mit dem Allel absterben.</p>\n<p>1 Beschreiben Sie die Veränderung in der Population mithilfe der Daten. (4 BE)</p>\n<p>2 Erklären Sie die Veränderung im Sinne der synthetischen Evolutionstheorie. Stellen Sie die Schritte als Fließschema dar. (8 BE)</p>\n<p>3 Die Forscher prüften mit Computermodellen, ob der starke Rückgang der Population allein (Gendrift) die Zunahme erklären kann. Erläutern Sie, warum diese Prüfung nötig ist. (4 BE)</p>\n<p>4 Begründen Sie eine Hypothese, wie sich der Anteil stoßzahnloser Weibchen ohne Wilderei weiterentwickelt. (4 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben. Daten: Campbell-Staton u. a., Science 374 (2021), S. 483 bis 487. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB I):</strong> Der Bestand sank um etwa 90 %. Gleichzeitig stieg der Anteil der Weibchen ohne Stoßzähne von etwa 18 % auf etwa 51 %, er hat sich fast verdreifacht.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II):</strong> zufällige Mutation, Allel für Stoßzahnlosigkeit schon vor dem Krieg vorhanden → Variation in der Population (Weibchen mit und ohne Stoßzähne) → Selektionsfaktor Wilderei: Tiere mit Stoßzähnen werden bevorzugt getötet → Weibchen ohne Stoßzähne überleben häufiger und haben mehr Nachkommen (höhere reproduktive Fitness) → das Allel wird an Töchter weitergegeben → Allelfrequenz im Genpool steigt, der Anteil stoßzahnloser Weibchen nimmt zu.</p>\n<p><strong>Zu 3 (AFB II):</strong> In einer stark geschrumpften Population können sich Allelfrequenzen auch zufällig stark ändern (Flaschenhals, Gendrift). Nur wenn der Zufall die Zunahme nicht erklären kann, ist Selektion als Ursache belegt. Die Modelle zeigten: Allein durch Zufall wäre ein so hoher Anteil sehr unwahrscheinlich.</p>\n<p><strong>Zu 4 (AFB III):</strong> Hypothese: Der Anteil nimmt wieder ab. Begründung: Ohne Wilderei fällt der Selektionsvorteil weg. Stoßzähne helfen beim Graben und Rindenschälen, und Weibchen mit dem Allel bekommen weniger Nachkommen, weil männliche Embryonen absterben. Das Allel wird also wieder seltener.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> Werte aus dem Material, das Fließschema mit Fachbegriffen (Mutation, Variation, Selektionsfaktor, Fortpflanzungserfolg, Allelfrequenz, Genpool) und ohne „um zu“. Bei 4 eine Hypothese mit Begründung.</p>\n</div></details>\n<p>Die echte Abituraufgabe zu diesen Elefanten mit Lösung: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2025GNVLmg1_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Elefanten und ihre Stoßzähne“, grundlegendes Niveau (PDF)</a> und <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2025ENVLmg1_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erhöhtes Niveau (PDF)</a>. Sie enthält auch eine Bewertungsaufgabe zum Abschuss von Elefanten.</p>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Leistungskurs und erhöhtes Niveau: was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben.</p>\n<ul>\n<li><strong>Sexuelle Selektion:</strong> Merkmale, die beim Werben um Partner Vorteile bringen, werden häufiger, auch wenn sie beim Überleben schaden, etwa das Rad des Pfaus. Dadurch unterscheiden sich Männchen und Weibchen oft deutlich (<span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Sexualdimorphismus<span class=\"wort-erkl\">Männchen und Weibchen einer Art sehen deutlich verschieden aus</span></span>).</li>\n<li><strong>Sozialdarwinismus:</strong> die Übertragung von „Kampf ums Dasein“ auf menschliche Gesellschaften, um Ungleichheit und Rassismus zu rechtfertigen. Das ist keine Biologie: Aus der Beschreibung, wie Evolution abläuft, folgt nicht, wie Menschen miteinander umgehen sollen.</li>\n</ul>\n</div>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Ein Schüler schreibt: „Die Giraffen streckten ihre Hälse nach hohen Blättern, dadurch wurden die Hälse länger, und das vererbten sie.“ Was ist daran falsch? Schreib eine Erklärung nach der synthetischen Evolutionstheorie, mit Nahrungskonkurrenz als angenommenem Selektionsfaktor.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Das ist die Vorstellung von Lamarck: Im Leben erworbene Eigenschaften werden nicht vererbt.</p>\n<p>Richtig: Die Halslänge war in der Population erblich verschieden (Mutation, Rekombination). Wenn Futter knapp war, erreichten Tiere mit etwas längerem Hals mehr Blätter, überlebten öfter und hatten mehr Nachkommen. Die Allele für längere Hälse wurden über viele Generationen häufiger.</p>\n<p>Hinweis: Welcher Selektionsfaktor den Giraffenhals wirklich verlängert hat, ist in der Forschung umstritten. Neben der Nahrung wird auch sexuelle Selektion diskutiert, weil Männchen mit dem Hals um Weibchen kämpfen. Die Nahrung ist hier eine Annahme für die Übung.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Die Tiere passen sich an, um …“</strong> Evolution hat kein Ziel. Schreib: Individuen mit Merkmal X hatten mehr Nachkommen.</li>\n<li><strong>Individuen evolvieren.</strong> Es verändert sich die Population, nicht das einzelne Tier.</li>\n<li><strong>„Die Wilderei hat die Mutation ausgelöst.“</strong> Das Allel war schon vorher da. Der Selektionsfaktor wählt nur aus.</li>\n<li><strong>Fitness = Kraft.</strong> Fitness heißt Fortpflanzungserfolg.</li>\n<li><strong>Drift und Selektion verwechseln.</strong> Drift ist Zufall, Selektion hängt vom Merkmal ab.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-artbildung\">Artbildung und Isolation</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Genetik&card=sn-bio-mutationen\">Genmutationen und ihre Folgen</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-verhalten\">Verhalten und Fitness</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-evolutionsfaktoren -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "sn-bio-artbildung",
      "cat": "Evolution",
      "title": "Artbildung und Isolation",
      "short": "Artbildung einfach erklärt: Artbegriffe, allopatrische und sympatrische Artbildung, Isolationsmechanismen, adaptive Radiation und Koevolution, an Darwins Finken und einer Abituraufgabe zu Alpenschneehase und Feldhase.",
      "content": "<!-- core-card:bio-artbildung -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung sollst du zur Artbildung an einem Beispiel erklären, wie aus einer Population zwei Arten werden; Punkte gibt es für die richtige Reihenfolge der Schritte mit Fachbegriffen, nicht fürs Aufzählen von Namen. Eine neue Art entsteht, wenn zwei Teile einer Population keine Gene mehr austauschen und sich so weit auseinanderentwickeln, dass sie sich nicht mehr erfolgreich miteinander fortpflanzen. Meist beginnt das mit einer räumlichen Trennung durch ein Gebirge, einen Fluss oder ein Meer: allopatrische Artbildung. Seltener spaltet sich eine Art im selben Gebiet, etwa wenn Teile der Population verschiedene Nahrung nutzen: sympatrische Artbildung. Nach dem populationsgenetischen Artbegriff gehören zu einer Art alle, die sich miteinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen haben.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, GK und LK: populationsgenetischer Artbegriff. Nur LK: adaptive Radiation.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Auf der Erde leben Millionen Arten. Sie sind nicht auf einmal entstanden, sondern über lange Zeit aus anderen Arten. Wie wird aus einer Art zwei? Dafür muss man zuerst wissen, was eine Art überhaupt ist.</p>\n<p>Alle Lebewesen einer Art in einem Gebiet bilden eine <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Population<span class=\"wort-erkl\">alle Lebewesen einer Art in einem Gebiet, die sich miteinander fortpflanzen können</span></span>. Alle Allele dieser Population zusammen heißen <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Genpool<span class=\"wort-erkl\">die Gesamtheit aller Allele einer Population</span></span>. Solange sich die Tiere untereinander paaren, mischen sich die Allele immer wieder. Das heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Genfluss<span class=\"wort-erkl\">der Austausch von Allelen zwischen Populationen durch Fortpflanzung</span></span>.</p>\n<p>Genfluss hält eine Art zusammen. Hört er auf, wirken Mutation, Selektion und Zufall in den getrennten Teilen unabhängig voneinander. Die Genpools entwickeln sich auseinander, und irgendwann passen die beiden Gruppen bei der Fortpflanzung nicht mehr zusammen.</p>\n</div>\n\n<h4>Was ist eine Art?</h4>\n<ul>\n<li><strong>Morphologischer Artbegriff:</strong> Lebewesen, die sich im Bau stark ähneln. Einfach anzuwenden, auch bei Fossilien, aber unsicher: Männchen und Weibchen können sehr verschieden aussehen, zwei Arten fast gleich.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Populationsgenetischer Artbegriff<span class=\"wort-erkl\">auch biologischer Artbegriff: eine Art sind alle Individuen, die sich miteinander fortpflanzen können, fruchtbare Nachkommen haben und von anderen Gruppen reproduktiv isoliert sind</span></span>:</strong> Individuen, die sich miteinander fortpflanzen können und fruchtbare Nachkommen haben, und die von anderen Gruppen reproduktiv isoliert sind. Sie teilen einen Genpool.</li>\n<li><strong>Grenzen:</strong> Der populationsgenetische Artbegriff passt nicht auf Lebewesen, die sich ungeschlechtlich vermehren, und nicht auf Fossilien. Und manchmal können zwei Arten, die getrennt leben, doch fruchtbare Mischlinge bekommen, wie die Abituraufgabe unten zeigt.</li>\n</ul>\n\n<h4>Allopatrisch: getrennt durch Raum</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Trennung:</strong> Ein Gebirge, ein Fluss, ein Meer teilt die Population. Das heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">geografische Isolation<span class=\"wort-erkl\">zwei Teile einer Population werden räumlich getrennt und können sich nicht mehr treffen</span></span>. Der Genfluss bricht ab.</li>\n<li><strong>Getrennte Entwicklung:</strong> In beiden Teilen treten verschiedene Mutationen auf, die Selektion wirkt unter anderen Bedingungen, und der Zufall (Gendrift) verschiebt die Allelhäufigkeiten. Die Genpools entwickeln sich auseinander.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Reproduktive Isolation<span class=\"wort-erkl\">zwei Gruppen können sich nicht mehr erfolgreich miteinander fortpflanzen</span></span>:</strong> Treffen die Gruppen später wieder aufeinander, können sie sich nicht mehr erfolgreich kreuzen. Jetzt sind es zwei Arten.</li>\n</ol>\n\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Beispiel · Darwinfinken auf den Galápagos-Inseln</span>\n<p>Auf den Galápagos-Inseln leben viele nah verwandte Finkenarten, die sich vor allem im Schnabel unterscheiden. Darwin schrieb 1845 dazu, man könne sich fast vorstellen, dass eine einzige Art auf die Inseln kam und dort „für verschiedene Zwecke abgewandelt“ wurde. Heute nennt man das <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">adaptive Radiation<span class=\"wort-erkl\">aus einer Stammart entstehen in kurzer Zeit viele Arten, die verschiedene ökologische Nischen nutzen</span></span>: Aus einer Stammart entstehen viele Arten, die verschiedene ökologische Nischen nutzen, bei den Finken vor allem verschiedene Nahrung. Die Inseln trennen die Populationen, so beginnt die allopatrische Artbildung.</p>\n</div>\n<!-- bild:gould-darwinfinken-1845 -->\n<figure class=\"ks-abb ks-bild\">\n<img src=\"/images/biologie/gould-darwinfinken-1845.webp\" width=\"1000\" height=\"755\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Schwarz-weißer Stich mit vier Vogelköpfen im Profil, nummeriert 1 bis 4. Kopf 1 hat einen sehr dicken, kegelförmigen Schnabel, Kopf 2 einen etwas kleineren, Kopf 3 einen kleinen kurzen Schnabel und Kopf 4 einen dünnen, spitzen Schnabel. Darunter die Namen: 1 Geospiza magnirostris, 2 Geospiza fortis, 3 Geospiza parvula, 4 Certhidea olivacea.\">\n<figcaption><strong>Vier Finkenarten der Galápagos-Inseln aus Charles Darwins Reisebericht (2. Auflage, 1845).</strong> Darwin schreibt dazu: 1 hat den größten, 3 den kleinsten Schnabel der Gattung Geospiza, 2 liegt dazwischen; 4 (Certhidea) ist eine eigene Untergruppe.<br><span class=\"ks-quelle\">Quelle: John Gould, in: Charles Darwin, Journal of Researches, „Finches from Galapagos Archipelago“, 1845. Gemeinfrei. <a href=\"https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Darwin%27s_finches_by_Gould.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons</a></span></figcaption>\n</figure>\n<!-- /bild:gould-darwinfinken-1845 -->\n\n<h4>Sympatrisch: im selben Gebiet</h4>\n<p>Ohne räumliche Trennung kann sich eine Art aufspalten, wenn Teile der Population verschiedene ökologische Nischen nutzen, etwa eine andere Wirtspflanze, andere Nahrung oder eine andere Paarungszeit, und sich dann bevorzugt untereinander paaren (ökologische Isolation). Bei Pflanzen kann eine Verdopplung des Chromosomensatzes, die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Polyploidie<span class=\"wort-erkl\">mehr als zwei Chromosomensätze in einer Zelle; bei Pflanzen oft Ursache für eine sofortige neue Art</span></span>, sofort eine neue Art schaffen: Die neue Pflanze kann sich mit der Ausgangsform nicht mehr fruchtbar kreuzen.</p>\n\n<h4>Isolationsmechanismen</h4>\n<ul>\n<li><strong>Vor der Befruchtung (präzygotisch):</strong> andere Lebensräume, andere Paarungszeiten, anderes Balzverhalten, Geschlechtsorgane oder Blüten passen nicht zusammen.</li>\n<li><strong>Nach der Befruchtung (postzygotisch):</strong> Mischlinge sterben früh oder sind unfruchtbar. Ein Beispiel ist das Maultier aus Pferdestute und Eselhengst.</li>\n</ul>\n<p><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Koevolution<span class=\"wort-erkl\">zwei Arten beeinflussen sich gegenseitig als Selektionsfaktor und entwickeln sich aneinander</span></span>:</strong> Zwei Arten passen sich wechselseitig an, weil jede für die andere ein Selektionsfaktor ist. Mutualistisch, zum Nutzen beider, etwa Blüte und Bestäuber. Antagonistisch, als Wettrüsten, etwa Parasit und Wirt oder Räuber und Beute.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<!-- fig:hasen-hoehe -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Höhenverbreitung von Schneehase und Feldhase <span>· Nachgezeichnet nach der Abituraufgabe, Werte abgelesen und gerundet. Rot ist der Bereich, in dem beide Arten vorkommen.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 220\" role=\"img\" aria-labelledby=\"hasen-hoehe-t hasen-hoehe-d\">\n<title id=\"hasen-hoehe-t\">In welcher Höhe Alpenschneehase und Feldhase vorkommen</title>\n<desc id=\"hasen-hoehe-d\">Zwei Balken über der Höhe in Metern. Der Alpenschneehase kommt etwa zwischen 1 860 und 2 400 m vor, der Feldhase etwa zwischen 1 400 und 1 930 m. Nur in einem schmalen Bereich um etwa 1 850 bis 1 930 m kommen beide vor.</desc>\n<line class=\"g-raster\" x1=\"64\" y1=\"190\" x2=\"346\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"64\" y1=\"148\" x2=\"346\" y2=\"148\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"64\" y1=\"106\" x2=\"346\" y2=\"106\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"64\" y1=\"64\" x2=\"346\" y2=\"64\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-raster\" x1=\"64\" y1=\"22\" x2=\"346\" y2=\"22\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.15\" stroke-width=\"1\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"64\" y1=\"190\" x2=\"352\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"64\" y1=\"190\" x2=\"64\" y2=\"14\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\" stroke-width=\"1.4\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M356 190 l-8 -4 v8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><path class=\"g-pfeil\" d=\"M64 10 l-4 8 h8 z\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.75\"/><line class=\"g-achse\" x1=\"60\" y1=\"190\" x2=\"64\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"57\" y=\"194\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">1 200</text><line class=\"g-achse\" x1=\"60\" y1=\"148\" x2=\"64\" y2=\"148\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"57\" y=\"152\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">1 600</text><line class=\"g-achse\" x1=\"60\" y1=\"106\" x2=\"64\" y2=\"106\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"57\" y=\"110\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">2 000</text><line class=\"g-achse\" x1=\"60\" y1=\"64\" x2=\"64\" y2=\"64\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"57\" y=\"68\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">2 400</text><line class=\"g-achse\" x1=\"60\" y1=\"22\" x2=\"64\" y2=\"22\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.75\"/><text class=\"g-klein\" x=\"57\" y=\"26\" font-size=\"11\" text-anchor=\"end\" fill=\"currentColor\">2 800</text><text class=\"g-klein\" x=\"72\" y=\"18\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Höhe in m über dem Meer</text><rect class=\"g-form\" x=\"106.3\" y=\"64\" width=\"77.6\" height=\"56.7\" fill=\"#3b82f6\" fill-opacity=\"0.18\" stroke=\"#3b82f6\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-form\" x=\"212.1\" y=\"113.4\" width=\"77.5\" height=\"55.6\" fill=\"currentColor\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.4\"/><rect class=\"g-zone-rot\" x=\"92.2\" y=\"113.4\" width=\"211.5\" height=\"7.3\" fill=\"#ef4444\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"none\" stroke-width=\"0\"/><text class=\"g-t\" x=\"145.1\" y=\"56\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#3b82f6\" font-weight=\"700\">Alpenschneehase</text><text class=\"g-t\" x=\"250.8\" y=\"185\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Feldhase</text><text class=\"g-klein\" x=\"307.2\" y=\"121\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">beide</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik, nachgezeichnet nach der Abituraufgabe „Alpenschneehase und Feldhase“ (IQB 2026, Material 4)</strong>, dort vereinfacht nach Jagddaten aus Graubünden (Schai-Braun und andere 2021). Werte abgelesen, gerundet. Rot: Bereich, in dem beide Arten vorkommen.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:hasen-hoehe -->\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Alpenschneehase und Feldhase“ (grundlegendes Niveau). Der Alpenschneehase ist nach der letzten Eiszeit aus einer Population von Feldhasen entstanden. Er lebt an der Baumgrenze, ist im Winter weiß und an Kälte und Schnee angepasst, der Feldhase lebt in tieferen, wärmeren Lagen. Das Klima in den Alpen wird wärmer, die Zahl der Tage mit Schnee nimmt ab. Material 4: Jagddaten aus Graubünden zeigen, in welchen Höhen die beiden Arten vorkommen (Abbildung). In jedem der letzten drei Jahrzehnte wurden Alpenschneehasen im Mittel 28 m höher angetroffen als im Jahrzehnt davor, Feldhasen etwa 31 m. Die beiden Arten sind nicht vollständig reproduktiv isoliert: Sie können fruchtbare Nachkommen bekommen, wenn sie im gleichen Gebiet vorkommen.</p>\n<p>3 Werten Sie Abbildung 3 aus (M 4). Stellen Sie unter Berücksichtigung von Abbildung 3 zwei Hypothesen zur Entwicklung der Population des Alpenschneehasen in den nächsten Jahrzehnten auf (M 1 bis M 4). (12 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2026 (IQB), Material in eigenen Worten, Abbildung nachgezeichnet. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Auswerten (4 BE, AFB I und II):</strong> Der Alpenschneehase kommt in höheren Lagen vor als der Feldhase. Die beiden überschneiden sich nur in einem schmalen Bereich um etwa 1 850 m. Schlussfolgerung: Nur in diesem kleinen Bereich könnten sich die Arten mischen.</p>\n<p><strong>Hypothese 1 (AFB II und III):</strong> Der Alpenschneehase verschwindet aus seinem Lebensraum. Begründung: Mit steigenden Temperaturen und weniger Schnee dringen Feldhasen weiter nach oben vor, schneller, als der Alpenschneehase ausweichen kann. Mit ihrer braunen Fellfarbe sind sie an die veränderten Bedingungen besser angepasst. Das Vorkommen des Alpenschneehasen verschiebt sich immer weiter nach oben, bis sein Lebensraum zu klein ist.</p>\n<p><strong>Hypothese 2 (AFB II und III):</strong> Die Artgrenze löst sich durch Mischlinge auf. Begründung: Die Arten sind nicht vollständig reproduktiv isoliert. Treffen sie häufiger in denselben Höhen aufeinander, werden Mischlinge wahrscheinlicher, Genfluss setzt wieder ein, und die Genpools vermischen sich.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> beim Auswerten Werte und eine Schlussfolgerung, je Hypothese eine klare Aussage und eine Begründung mit Bezug auf mehrere Materialien. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2026GNLUmg3_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Alpenschneehase und Feldhase“ (PDF, IQB)</a>.</p>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Ausgedacht: Zwei Grillengruppen leben auf derselben Wiese. Die eine zirpt im Frühjahr, die andere im Spätsommer. Kreuzt man sie im Labor, sind die Nachkommen gesund und fruchtbar. Sind es nach dem populationsgenetischen Artbegriff zwei Arten? Welche Isolation liegt vor?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>In der Natur paaren sie sich nicht, weil sie zu verschiedenen Zeiten fortpflanzungsbereit sind: zeitliche Isolation, also präzygotisch. Damit sind die Genpools getrennt, nach dem populationsgenetischen Artbegriff sind es zwei Arten. Dass die Kreuzung im Labor gelingt, zeigt nur: Eine postzygotische Schranke gibt es (noch) nicht.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Trennung = neue Art.</strong> Erst die reproduktive Isolation macht zwei Arten.</li>\n<li><strong>Isolationsmechanismen als Zweck deuten.</strong> Sie sind Folge der getrennten Entwicklung, kein Ziel. „Damit sie sich nicht mehr kreuzen“ ist keine Erklärung.</li>\n<li><strong>Nur Aussehen vergleichen.</strong> Beim populationsgenetischen Artbegriff zählt die Fortpflanzung.</li>\n<li><strong>Einzelne Tiere entwickeln sich.</strong> Evolution betrifft Populationen: Es ändern sich Allelhäufigkeiten im Genpool, nicht ein einzelnes Tier.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-evolutionsfaktoren\">Evolutionsfaktoren und Selektion</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-stammbaeume\">Stammbäume lesen: Homologie und Kladogramm</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-verhalten\">Verhalten und Fitness</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-artbildung -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "sn-bio-stammbaeume",
      "cat": "Evolution",
      "title": "Stammbäume lesen: Homologie und Kladogramm",
      "short": "Stammbäume und Kladogramme einfach erklärt: Homologie, Analogie, Konvergenz, ursprüngliche und abgeleitete Merkmale, Verwandtschaft aus DNA-Sequenzen, an einer echten Abituraufgabe zu Pavianen.",
      "content": "<!-- core-card:bio-stammbaeume -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du einen Stammbaum von Arten oder Merkmalen und sollst Verwandtschaft ableiten; Punkte gibt es, wenn du deine Aussage mit homologen Merkmalen begründest, nicht mit bloßer Ähnlichkeit. Ein Stammbaum zeigt, wie Arten miteinander verwandt sind, also wer mit wem den jüngsten gemeinsamen Vorfahren hat. Verwandtschaft zeigen nur homologe Merkmale, die auf denselben Ursprung zurückgehen, nicht analoge, die nur dieselbe Funktion haben. Entscheidend sind abgeleitete Merkmale, die neu entstanden sind: Wer ein abgeleitetes Merkmal teilt, stammt von dem Vorfahren ab, bei dem es zuerst auftrat. Heute vergleicht man dafür vor allem DNA-Sequenzen, und eine Außengruppe zeigt, welcher Zustand ursprünglich ist.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, GK und LK: <em>„molekularbiologische Homologien, Nukleinsäuresequenzvergleich“</em>, Stammbäume mit ursprünglichen und abgeleiteten Merkmalen. Nur LK: DNA-Hybridisierung.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Alle Lebewesen sind miteinander verwandt, manche näher, manche entfernter. Ein <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Stammbaum<span class=\"wort-erkl\">eine Grafik, die zeigt, wie Arten von gemeinsamen Vorfahren abstammen und wie nah sie miteinander verwandt sind</span></span> zeigt das als verzweigtes Bild: Jede Gabelung steht für eine Stammart, aus der zwei Linien hervorgingen. Je jünger die Gabelung, an der sich zwei Arten treffen, desto näher sind sie verwandt.</p>\n<p>Woher weiß man das, wenn niemand dabei war? Man vergleicht Merkmale: Knochenbau, Organe, und vor allem die DNA. Vererbt wird immer weiter, was schon da war, und manchmal kommt durch Mutation etwas Neues hinzu. Dieses Neue wird an alle Nachfahren weitergegeben. Es markiert deshalb eine ganze Gruppe, wie ein Familienname.</p>\n</div>\n\n<h4>Homolog, analog, konvergent</h4>\n<ul>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Homolog<span class=\"wort-erkl\">auf denselben Ursprung zurückgehend, auch wenn die Funktion heute verschieden ist</span></span>:</strong> gleicher Ursprung, auch wenn die Funktion verschieden ist. Arm des Menschen, Flügel der Fledermaus, Flosse des Wals: dieselbe Anordnung der Knochen. Zeigt Verwandtschaft.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Analog<span class=\"wort-erkl\">gleiche Funktion, aber verschiedener Ursprung</span></span>:</strong> gleiche Funktion, verschiedener Ursprung. Flügel von Vogel und Insekt. Zeigt eine ähnliche Lebensweise, nicht Verwandtschaft.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Konvergenz<span class=\"wort-erkl\">nicht verwandte Arten entwickeln unter ähnlichem Selektionsdruck ähnliche Merkmale</span></span>:</strong> Unter ähnlichem Selektionsdruck entwickeln nicht näher verwandte Arten ähnliche Merkmale. Die Stromlinienform von Hai, Pinguin und Delfin ist so entstanden. Analoge Merkmale sind das Ergebnis von Konvergenz.</li>\n</ul>\n<p>Auch DNA- und Proteinsequenzen sind homolog, wenn sie auf ein gemeinsames Vorfahren-Gen zurückgehen. Solche <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">molekularen Homologien<span class=\"wort-erkl\">übereinstimmende DNA- oder Aminosäuresequenzen, die auf ein gemeinsames Vorfahren-Gen zurückgehen</span></span> sind heute der wichtigste Beleg für Verwandtschaft.</p>\n\n<h4>So liest du ein Kladogramm</h4>\n<!-- fig:kladogramm -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Kladogramm von fünf Wirbeltieren <span>· Die roten Striche sind abgeleitete Merkmale. Du erkennst, welche Arten sie teilen und welche nicht.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 230\" role=\"img\" aria-labelledby=\"kladogramm-t kladogramm-d\">\n<title id=\"kladogramm-t\">Kladogramm von fünf Wirbeltieren</title>\n<desc id=\"kladogramm-d\">Vom gemeinsamen Ursprung zweigt zuerst das Neunauge ab. Danach steht das abgeleitete Merkmal Kiefer, dann zweigt der Hai ab. Danach vier Gliedmaßen, der Frosch zweigt ab. Danach das Amnion, dann trennen sich Eidechse und Maus. Auf dem Ast zur Maus steht das Merkmal Haare.</desc>\n<path class=\"g-linie\" d=\"M30 214 L270 96 L324 36\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M66 196.3 L36 36\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M138 160.9 L108 36\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M210 125.5 L180 36\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><path class=\"g-linie\" d=\"M270 96 L252 36\" fill=\"none\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"2\" stroke-linejoin=\"round\" stroke-linecap=\"round\"/><text class=\"g-t\" x=\"36\" y=\"26\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Neunauge</text><text class=\"g-t\" x=\"108\" y=\"26\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Hai</text><text class=\"g-t\" x=\"180\" y=\"26\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Frosch</text><text class=\"g-t\" x=\"252\" y=\"26\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Eidechse</text><text class=\"g-t\" x=\"324\" y=\"26\" font-size=\"11.5\" text-anchor=\"middle\" fill=\"currentColor\" font-weight=\"700\">Maus</text><line class=\"g-serie\" x1=\"96\" y1=\"173.6\" x2=\"108\" y2=\"183.6\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"3\"/><text class=\"g-rot\" x=\"112\" y=\"194.6\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">Kiefer</text><line class=\"g-serie\" x1=\"168\" y1=\"138.2\" x2=\"180\" y2=\"148.2\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"3\"/><text class=\"g-rot\" x=\"184\" y=\"159.2\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">vier Gliedmaßen</text><line class=\"g-serie\" x1=\"235.2\" y1=\"105.2\" x2=\"247.2\" y2=\"115.2\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"3\"/><text class=\"g-rot\" x=\"251.2\" y=\"126.2\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">Amnion</text><line class=\"g-serie\" x1=\"291\" y1=\"61\" x2=\"303\" y2=\"71\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"3\"/><text class=\"g-rot\" x=\"306\" y=\"71\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">Haare</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Jeder rote Strich ist ein abgeleitetes Merkmal: Alle Arten rechts davon haben es geerbt, alle links davon nicht. Amnion: eine Haut um den Embryo, mit der Eier an Land nicht austrocknen. Wer mehr abgeleitete Merkmale teilt, ist näher verwandt. Die Reihenfolge ist keine „Leiter“ von einfach zu höher.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:kladogramm -->\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Ursprüngliche Merkmale<span class=\"wort-erkl\">Merkmale, die schon die gemeinsamen Vorfahren hatten; sie sagen nichts über nähere Verwandtschaft innerhalb der Gruppe</span></span></strong> (zum Beispiel „keine Haare“) hatten schon die gemeinsamen Vorfahren. Sie sagen nichts darüber, wer mit wem näher verwandt ist.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Abgeleitete Merkmale<span class=\"wort-erkl\">neu entstandene Merkmale; wer sie teilt, stammt von dem Vorfahren ab, bei dem sie zuerst auftraten</span></span></strong> sind neu entstanden. Arten, die ein abgeleitetes Merkmal teilen, gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück, bei dem es zuerst auftrat.</li>\n<li><strong>Lesen:</strong> Zwei Arten sind umso näher verwandt, je jünger ihr gemeinsamer Verzweigungspunkt ist. Eidechse und Maus teilen das Amnion: Sie sind näher miteinander verwandt als jede von beiden mit dem Frosch.</li>\n<li><strong>Außengruppe:</strong> Um zu wissen, welcher Zustand ursprünglich ist, vergleicht man mit einer nahe verwandten Gruppe außerhalb. Was sie hat, war wahrscheinlich schon bei der gemeinsamen Stammart so.</li>\n</ol>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Pavianartige: Evolution und Sozialverhalten“ (erhöhtes Niveau). Zu den Pavianartigen gehören Pavian, Djelada, Mandrill und Drill. Man hat homologe DNA-Abschnitte verglichen, hier ein Gen für ein Enzym der Atmungskette (Cytochrom-c-Oxidase). Die Makaken sind nahe Verwandte und dienen als Außengruppe: Ihre Sequenz entspricht dem ursprünglichen Zustand bei der Stammart der Pavianartigen. Ausschnitt, nur Positionen mit Unterschieden:</p>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Position</th><th>6</th><th>8</th><th>95</th><th>106</th><th>108</th><th>109</th><th>112</th><th>114</th><th>115</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Makaken</td><td>C</td><td>C</td><td>C</td><td>T</td><td>C</td><td>C</td><td>G</td><td>A</td><td>T</td></tr>\n<tr><td>Pavian</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>A</td><td>C</td><td>T</td></tr>\n<tr><td>Djelada</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>T</td><td>C</td><td>A</td><td>C</td><td>T</td></tr>\n<tr><td>Mandrill</td><td>T</td><td>T</td><td>C</td><td>C</td><td>T</td><td>C</td><td>G</td><td>C</td><td>C</td></tr>\n<tr><td>Drill</td><td>T</td><td>T</td><td>C</td><td>C</td><td>T</td><td>C</td><td>G</td><td>C</td><td>C</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>2 Begründen Sie die Abstammung der vier Pavianartigen von einer Stammart sowie die Verwandtschaft von Pavian und Djelada als Schwesterarten (M 2). (10 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2026 (IQB), Material in eigenen Worten, Tabelle gekürzt. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Grundsatz:</strong> Argumentiert wird nur mit abgeleiteten Merkmalen, also mit Positionen, an denen sich die Base gegenüber den Makaken verändert hat. Die Gesamtzahl an Übereinstimmungen oder Unterschieden zählt nicht.</p>\n<p><strong>Stammart der vier (5 BE, AFB I und II):</strong> An den Positionen 6, 8 und 108 haben alle vier Arten T statt C, an Position 114 C statt A. Das sind gemeinsame abgeleitete Merkmale aller vier Arten. Sie sind am einfachsten zu erklären, wenn sie einmal bei einer gemeinsamen Stammart entstanden und an alle vier vererbt wurden. Die übrigen Übereinstimmungen sind dieselben wie bei den Makaken und damit ursprünglich.</p>\n<p><strong>Pavian und Djelada als Schwesterarten (5 BE, AFB I und II):</strong> An Position 95 (T statt C) und an Position 112 (A statt G) teilen nur Pavian und Djelada ein abgeleitetes Merkmal. Sie haben also eine gemeinsame Stammart, die die übrigen beiden Arten nicht teilen. Ihre anderen Übereinstimmungen sind ursprünglich.</p>\n<!-- fig:kladogramm-paviane -->\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Kladogramm der Pavianartigen <span>· Nachgezeichnet nach der Abituraufgabe. Die Makaken sind die Außengruppe, die roten Striche zeigen abgeleitete Merkmale.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 214\" role=\"img\" aria-labelledby=\"kladogramm-paviane-t kladogramm-paviane-d\">\n<title id=\"kladogramm-paviane-t\">Kladogramm der Pavianartigen mit Makaken als Außengruppe</title>\n<desc id=\"kladogramm-paviane-d\">Ein Stammbaum. Von der Wurzel zweigen die Makaken als Außengruppe ab und die Stammart der Pavianartigen. Auf dem Ast zu den Pavianartigen liegen die abgeleiteten Merkmale an den Basenpositionen 6, 8, 108 und 114. Die Pavianartigen teilen sich in zwei Schwestergruppen: Pavian und Djelada mit den abgeleiteten Positionen 95 und 112, Mandrill und Drill mit 106 und 115. Nur der Pavian hat zusätzlich Position 109 verändert.</desc>\n<line class=\"g-form\" x1=\"40\" y1=\"30\" x2=\"40\" y2=\"135\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"40\" y1=\"30\" x2=\"240\" y2=\"30\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"40\" y1=\"135\" x2=\"110\" y2=\"135\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"110\" y1=\"97.5\" x2=\"110\" y2=\"172.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"110\" y1=\"97.5\" x2=\"180\" y2=\"97.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"110\" y1=\"172.5\" x2=\"180\" y2=\"172.5\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"80\" x2=\"180\" y2=\"115\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"80\" x2=\"240\" y2=\"80\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"115\" x2=\"240\" y2=\"115\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"155\" x2=\"180\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"155\" x2=\"240\" y2=\"155\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-form\" x1=\"180\" y1=\"190\" x2=\"240\" y2=\"190\" stroke=\"currentColor\" stroke-width=\"1.6\"/><line class=\"g-serie\" x1=\"72\" y1=\"128\" x2=\"72\" y2=\"142\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"2.6\"/><text class=\"g-t\" x=\"72\" y=\"157\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">6, 8, 108, 114</text><line class=\"g-serie\" x1=\"145\" y1=\"90.5\" x2=\"145\" y2=\"104.5\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"2.6\"/><text class=\"g-t\" x=\"145\" y=\"86.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">95, 112</text><line class=\"g-serie\" x1=\"145\" y1=\"165.5\" x2=\"145\" y2=\"179.5\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"2.6\"/><text class=\"g-t\" x=\"145\" y=\"193.5\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">106, 115</text><line class=\"g-serie\" x1=\"212\" y1=\"73\" x2=\"212\" y2=\"87\" stroke=\"#ef4444\" stroke-width=\"2.6\"/><text class=\"g-t\" x=\"212\" y=\"69\" font-size=\"11\" text-anchor=\"middle\" fill=\"#ef4444\" font-weight=\"700\">109</text><text class=\"g-t\" x=\"246\" y=\"27\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Makaken</text><text class=\"g-klein\" x=\"246\" y=\"42\" font-size=\"11\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">(Außengruppe)</text><text class=\"g-t\" x=\"246\" y=\"84\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Pavian</text><text class=\"g-t\" x=\"246\" y=\"119\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Djelada</text><text class=\"g-t\" x=\"246\" y=\"159\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Mandrill</text><text class=\"g-t\" x=\"246\" y=\"194\" font-size=\"12\" text-anchor=\"start\" fill=\"currentColor\">Drill</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik nach Material 2 der Abituraufgabe „Pavianartige“ (IQB 2026).</strong> Rote Striche: abgeleitete Merkmale, also Basenpositionen, an denen sich die Sequenz gegenüber den Makaken verändert hat. Die Zahlen sind die Positionen im DNA-Abschnitt.</figcaption>\n</figure>\n<!-- /fig:kladogramm-paviane -->\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> Positionen mit Basenwechsel benannt, der Begriff „gemeinsames abgeleitetes Merkmal“, die Rolle der Außengruppe. Wer nur Unterschiede zählt, bekommt hier kaum Punkte. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe mit Artaufspaltung und Sozialverhalten: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2026ENVLmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Pavianartige“ (PDF, IQB)</a>.</p>\n\n<div class=\"math-lk\"><strong>Was manche Länder zusätzlich verlangen</strong>\n<p>Welche Punkte dein Kurs braucht, steht im Kasten deines Landes oben.</p>\n<ul>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Molekulare Uhr<span class=\"wort-erkl\">Annahme, dass sich Mutationen in einem Gen etwa gleichmäßig über die Zeit ansammeln; aus der Zahl der Unterschiede schätzt man, wie lange zwei Linien getrennt sind</span></span>:</strong> Wenn sich Mutationen in einem Gen etwa gleichmäßig ansammeln, verrät die Zahl der Unterschiede, wie lange zwei Linien schon getrennt sind. Geeicht wird die Uhr mit Fossilien bekannten Alters. Sie geht nicht in jedem Gen und jeder Gruppe gleich schnell.</li>\n<li><strong>DNA-Hybridisierung:</strong> Man trennt die DNA zweier Arten in Einzelstränge und lässt Stränge der einen mit Strängen der anderen zusammenlagern. Je ähnlicher die Sequenzen, desto fester halten die gemischten Doppelstränge und desto höher ist die Temperatur, bei der sie sich wieder trennen.</li>\n<li><strong>Stammbäume selbst konstruieren:</strong> Zuerst die Außengruppe festlegen, dann für jede Position bestimmen, ob sie ursprünglich oder abgeleitet ist, dann die Arten mit den meisten gemeinsamen abgeleiteten Merkmalen zuerst zusammenfassen.</li>\n<li><strong>Evolution des Menschen:</strong> steht auf <a href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-humanevolution\">dem Lernzettel zur Evolution des Menschen</a>.</li>\n</ul>\n</div>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du</span>\n<p>Bleib bei der Tabelle der Pavianartigen. Welche Positionen zeigen, dass Mandrill und Drill Schwesterarten sind? Und warum sagt Position 109 nichts über die Verwandtschaft von Pavian und Djelada?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Positionen 106 (C statt T) und 115 (C statt T): Nur Mandrill und Drill haben dort den abgeleiteten Zustand. Das spricht für eine gemeinsame Stammart nur dieser beiden.</p>\n<p>An Position 109 hat nur der Pavian ein T, alle anderen haben wie die Makaken C. Diese Veränderung ist erst in der Linie zum Pavian entstanden. Ein Merkmal, das nur eine einzige Art hat, grenzt keine Gruppe ab und sagt deshalb nichts darüber, wer mit wem näher verwandt ist.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Nur Unterschiede zählen.</strong> Für die Verwandtschaft zählen gemeinsame abgeleitete Merkmale, nicht die Summe der Übereinstimmungen.</li>\n<li><strong>„Der Mensch stammt vom Affen ab.“</strong> Mensch und heutige Affen haben gemeinsame Vorfahren.</li>\n<li><strong>Analogie als Beleg für Verwandtschaft.</strong> Nur Homologien zeigen Verwandtschaft.</li>\n<li><strong>Kladogramm von links nach rechts als Fortschritt lesen.</strong> Alle heutigen Arten haben sich gleich lange entwickelt.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-artbildung\">Artbildung und Isolation</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-verhalten\">Verhalten und Fitness</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-evolutionsfaktoren\">Evolutionsfaktoren und Selektion</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Genetik&card=sn-bio-proteinbiosynthese\">Proteinbiosynthese</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-stammbaeume -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "sn-bio-verhalten",
      "cat": "Evolution",
      "title": "Verhalten und Fitness",
      "short": "Verhalten evolutionär erklären: proximat und ultimat, reproduktive Fitness, Kosten und Nutzen, Verwandtenhilfe mit der Hamilton-Regel, Paarungssysteme, an einer echten Abituraufgabe zu Kindstötungen bei Djeladas.",
      "content": "<!-- core-card:bio-verhalten -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution · Verhalten</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du ein Verhalten als Beispiel und sollst es proximat und ultimat erklären; Punkte gibt es, wenn du beide Ebenen sauber trennst und je begründest, nicht fürs Beschreiben des Verhaltens. Ein Verhalten kann man auf zwei Ebenen erklären: proximat, also wie es im Körper ausgelöst wird, etwa durch Hormone oder Reize, und ultimat, also warum es sich in der Evolution durchgesetzt hat. Die ultimate Antwort läuft immer über die reproduktive Fitness: Tiere mit einem bestimmten Verhalten hatten im Mittel mehr Nachkommen, deshalb wurde die erbliche Grundlage dieses Verhaltens häufiger. Ob sich ein Verhalten lohnt, zeigt eine Kosten-Nutzen-Analyse. Helfen unter Verwandten lohnt sich, wenn der Nutzen für die Verwandten, gewichtet mit dem Verwandtschaftsgrad, größer ist als die eigenen Kosten.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, GK und LK: Verhalten <em>„proximat, ultimat, reproduktive Fitness, Kosten-Nutzen-Analyse“</em>. Im LK gibt es einen eigenen Lernbereich „Verhalten von Tier und Mensch“ mit Ethogramm, endogenen und exogenen Ursachen und sensiblen Phasen.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Warum singt ein Vogel im Frühling? Eine Antwort ist: weil im Frühling mehr Licht seinen Hormonspiegel ändert. Eine andere: weil Männchen, die singen, ein Revier halten und eher eine Partnerin finden. Beide Antworten stimmen, sie fragen nur Verschiedenes. Die erste ist <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">proximat<span class=\"wort-erkl\">unmittelbare Ursache: wie ein Verhalten im Körper ausgelöst und gesteuert wird, etwa durch Hormone, Reize, Nerven</span></span>, die zweite <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">ultimat<span class=\"wort-erkl\">evolutionäre Ursache: warum sich ein Verhalten durchgesetzt hat, also welchen Vorteil für den Fortpflanzungserfolg es bringt</span></span>.</p>\n<p>Für die ultimate Frage braucht man das Maß der Evolution: die <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">reproduktive Fitness<span class=\"wort-erkl\">wie viele fortpflanzungsfähige Nachkommen ein Individuum im Vergleich zu anderen hinterlässt</span></span>. Gemeint ist nicht Kraft, sondern der Fortpflanzungserfolg im Vergleich zu anderen. Wer mehr Nachkommen hat, gibt seine Allele häufiger weiter. Hat ein Verhalten eine erbliche Grundlage und erhöht es die Fitness, wird es in der Population mit der Zeit häufiger.</p>\n</div>\n\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Proximat und ultimat bei den Djeladas <span>· Links die Hormonkette im Körper, rechts der Weg über Erblichkeit und Fortpflanzungserfolg.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 350\" role=\"img\" aria-labelledby=\"vh-t vh-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"vh-t\">Proximat und ultimat am Beispiel der Djeladas</title>\n<desc id=\"vh-d\">Zwei Spalten. Proximat: Junges getötet, Stillen hört auf, weniger Prolaktin, Hemmung der Hormonkette fällt weg, GnRH, FSH und LH werden ausgeschüttet, Eisprung, Pause nur 1,2 statt 2,5 Jahre. Ultimat: erbliche Grundlage, Männchen mit der Variante bekommen schneller eigene Nachkommen, insgesamt mehr Nachkommen, Allele werden häufiger, Selektionsvorteil.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.9\">Zwei Ebenen, ein Verhalten: Kindstötung bei Djeladas</text>\n<rect x=\"14\" y=\"24\" width=\"160\" height=\"36\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"94\" y=\"40\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Proximat: Wie?</text>\n<text x=\"94\" y=\"53\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">unmittelbare Ursache</text>\n<rect x=\"186\" y=\"24\" width=\"160\" height=\"36\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.2\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.7\"/>\n<text x=\"266\" y=\"40\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Ultimat: Warum?</text>\n<text x=\"266\" y=\"53\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">evolutionäre Ursache</text>\n<rect x=\"14\" y=\"74\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"94\" y=\"88\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Junges wird getötet,</text>\n<text x=\"94\" y=\"100\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Stillen hört auf</text>\n<line x1=\"94\" y1=\"108\" x2=\"94\" y2=\"116\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"94,122 90.5,115 97.5,115\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"14\" y=\"122\" width=\"160\" height=\"22\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"94\" y=\"136\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">weniger Prolaktin</text>\n<line x1=\"94\" y1=\"144\" x2=\"94\" y2=\"152\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"94,158 90.5,151 97.5,151\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"14\" y=\"158\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"94\" y=\"172\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Hemmung der Hormonkette</text>\n<text x=\"94\" y=\"184\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">fällt weg</text>\n<line x1=\"94\" y1=\"192\" x2=\"94\" y2=\"200\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"94,206 90.5,199 97.5,199\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"14\" y=\"206\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"94\" y=\"220\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">GnRH, FSH und LH</text>\n<text x=\"94\" y=\"232\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">werden ausgeschüttet</text>\n<line x1=\"94\" y1=\"240\" x2=\"94\" y2=\"248\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"94,254 90.5,247 97.5,247\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"14\" y=\"254\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"94\" y=\"268\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Eisprung, Weibchen kann</text>\n<text x=\"94\" y=\"280\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">wieder schwanger werden</text>\n<line x1=\"94\" y1=\"288\" x2=\"94\" y2=\"296\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"94,302 90.5,295 97.5,295\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"14\" y=\"302\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.85\"/>\n<text x=\"94\" y=\"316\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Pause nur 1,2 statt</text>\n<text x=\"94\" y=\"328\" font-size=\"10.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">2,5 Jahre</text>\n<rect x=\"186\" y=\"74\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"266\" y=\"88\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">erbliche Grundlage</text>\n<text x=\"266\" y=\"100\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">des Verhaltens</text>\n<line x1=\"266\" y1=\"108\" x2=\"266\" y2=\"116\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"266,122 262.5,115 269.5,115\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"186\" y=\"122\" width=\"160\" height=\"46\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"266\" y=\"136\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Männchen mit dieser Variante</text>\n<text x=\"266\" y=\"148\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">bekommen nach der Übernahme</text>\n<text x=\"266\" y=\"160\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">schneller eigene Nachkommen</text>\n<line x1=\"266\" y1=\"168\" x2=\"266\" y2=\"176\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"266,182 262.5,175 269.5,175\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"186\" y=\"182\" width=\"160\" height=\"22\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"266\" y=\"196\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">insgesamt mehr Nachkommen</text>\n<line x1=\"266\" y1=\"204\" x2=\"266\" y2=\"212\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"266,218 262.5,211 269.5,211\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"186\" y=\"218\" width=\"160\" height=\"46\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.15\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.65\"/>\n<text x=\"266\" y=\"232\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Allele der Variante werden</text>\n<text x=\"266\" y=\"244\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">in der Folgegeneration</text>\n<text x=\"266\" y=\"256\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">häufiger</text>\n<line x1=\"266\" y1=\"264\" x2=\"266\" y2=\"272\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"266,278 262.5,271 269.5,271\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"186\" y=\"278\" width=\"160\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.3\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.85\"/>\n<text x=\"266\" y=\"292\" font-size=\"10.5\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Selektionsvorteil, das</text>\n<text x=\"266\" y=\"304\" font-size=\"10.5\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Verhalten setzt sich durch</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Links die Hormonkette, die das Verhalten im Körper auslöst, rechts der Weg über Erblichkeit und Fortpflanzungserfolg; beide Spalten beantworten verschiedene Fragen zur selben Beobachtung (Abituraufgabe 2026, Material in eigenen Worten).</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Kosten und Nutzen</h4>\n<p>Jedes Verhalten kostet etwas (Energie, Zeit, Risiko) und bringt etwas (Nahrung, Schutz, Partner). Selektion begünstigt Verhalten, bei dem der Nutzen die Kosten übersteigt. Mit einer <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Kosten-Nutzen-Analyse<span class=\"wort-erkl\">man vergleicht, was ein Verhalten kostet und was es bringt, gemessen am Fortpflanzungserfolg</span></span> sagt man voraus, welches Verhalten sich lohnt; vergleicht man das mit dem echten Verhalten, prüft man die Hypothese.</p>\n<div class=\"ks-beispiel\">\n<span class=\"ks-label\">Beispiel · ausgedacht</span>\n<p>Ein Vogel verteidigt ein Revier mit vielen Beeren. Bei wenigen Eindringlingen lohnt es sich: Die Kosten der Verteidigung sind klein, er hat das Futter für sich. Sind es sehr viele, wird die Verteidigung so teuer, dass er sie aufgibt. Das Verhalten hängt also davon ab, wie Kosten und Nutzen gerade stehen.</p>\n</div>\n\n<h4>Helfen, das sich lohnt</h4>\n<ol class=\"ks-schritte\">\n<li><strong>Direkte Fitness:</strong> eigene Nachkommen.</li>\n<li><strong>Indirekte Fitness:</strong> zusätzliche Nachkommen von Verwandten, die es durch deine Hilfe gibt. Verwandte tragen einen Teil deiner Allele: Vollgeschwister im Mittel 1/2, Halbgeschwister 1/4, Cousins 1/8. Dieser Anteil heißt Verwandtschaftsgrad r.</li>\n<li><strong>Gesamtfitness</strong> = direkte + indirekte Fitness.</li>\n<li><strong><span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Hamilton-Regel<span class=\"wort-erkl\">Helfen unter Verwandten wird begünstigt, wenn r · N größer ist als K</span></span>:</strong> Helfen wird begünstigt, wenn r · N &gt; K. Dabei ist r der Verwandtschaftsgrad, N der Nutzen für den Empfänger (zusätzliche Nachkommen), K die Kosten für den Helfer (eigene Nachkommen, die er verliert).</li>\n</ol>\n<p>So lässt sich <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Altruismus<span class=\"wort-erkl\">ein Verhalten, das einem anderen nützt und dem Handelnden selbst etwas kostet</span></span> erklären, also Verhalten, das anderen nützt und dem Helfer schadet: Es verbreitet sich, wenn die Hilfe Verwandten zugutekommt, die dieselben Allele tragen.</p>\n\n<h4>Paarungssysteme und sexuelle Selektion</h4>\n<p>Wie die Fortpflanzung organisiert ist, bestimmt, welche Merkmale sich lohnen. Leben mehrere Männchen und Weibchen zusammen und paaren sich die Weibchen mit mehreren Männchen, haben Männchen mit vielen Spermien einen Vorteil. Verteidigt ein Männchen eine Gruppe von Weibchen gegen andere Männchen, lohnen sich Größe und Kampfkraft. Diese Auslese durch die Konkurrenz um Partner heißt <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">sexuelle Selektion<span class=\"wort-erkl\">Selektion durch die Konkurrenz um Fortpflanzungspartner, etwa durch Kämpfe unter Männchen oder durch die Wahl der Weibchen</span></span>.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Pavianartige: Evolution und Sozialverhalten“ (erhöhtes Niveau). Bei Djeladas, einer Pavianart, lebt ein Männchen mit einer Gruppe von Weibchen. Material 4: Wird es von einem anderen Männchen verdrängt, tötet das neue Männchen häufig einen Teil der Jungtiere, vor allem sehr junge. Die Stillzeit, sonst etwa eineinhalb Jahre, bricht dann abrupt ab. Weibchen, die ihr Junges so verlieren, bekommen im Mittel nach 1,2 Jahren wieder ein Junges, Weibchen, die normal abstillen, nach 2,5 Jahren. Ein Schema zeigt: Stillen fördert die Ausschüttung des Hormons Prolaktin; Prolaktin hemmt eine Hormonkette (GnRH, FSH und LH), die zum Eisprung führt.</p>\n<p>4 Erklären Sie die Veränderung bezüglich der Fortpflanzung nach Kindstötungen bei Djelada-Weibchen auf physiologischer Ebene (proximate Erklärung) (M 4). Erklären Sie die Entstehung des Verhaltensmusters der Kindstötungen durch Djelada-Männchen im Sinne der synthetischen Evolutionstheorie (ultimate Erklärung) (M 4). (11 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2026 (IQB), Material in eigenen Worten. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Proximat (6 BE, AFB II):</strong> Das Junge wird getötet → das Stillen hört auf → weniger Prolaktin wird ausgeschüttet → die Hemmung der Hormonkette fällt weg → GnRH, dann FSH und LH werden ausgeschüttet → Eisprung → das Weibchen kann wieder schwanger werden. Deshalb ist die Geburtenpause mit 1,2 Jahren nur etwa halb so lang wie nach normalem Abstillen (2,5 Jahre).</p>\n<p><strong>Ultimat (5 BE, AFB III):</strong> Das Verhalten muss eine erbliche Grundlage haben. Männchen mit der Variante „Kindstötung“ bekommen nach der Übernahme schneller eigene Nachkommen mit den Weibchen und damit insgesamt mehr Nachkommen. Die getöteten Jungen stammen nicht von ihnen. Die Allele für diese Verhaltensvariante werden in der Folgegeneration häufiger als die für eine Variante ohne Kindstötung → die Kindstötung hat einen Selektionsvorteil und setzt sich durch.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> beide Ebenen sauber getrennt; proximat eine Hormonkette mit Pfeilen und den Zahlen aus dem Material, ultimat der Weg über Erblichkeit, Fortpflanzungserfolg und Allelhäufigkeit, ohne Zweck („damit“) und ohne „zum Wohl der Art“. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe mit Stammbaum und Paarungssystemen: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2026ENVLmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Pavianartige“ (PDF, IQB)</a>.</p>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Ausgedachte Zahlen: Ein junger Vogel verzichtet ein Jahr auf eigene Brut (er hätte im Mittel 1 Junges großgezogen) und hilft stattdessen seinen Eltern. Dadurch ziehen sie 3 Junge mehr groß, seine Vollgeschwister. Lohnt sich das Helfen nach der Hamilton-Regel? Und wie wäre es, wenn die Jungen nur Halbgeschwister wären?</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Vollgeschwister: r = 1/2, N = 3, K = 1. r · N = 1,5 &gt; 1. Ja, über die Geschwister gibt er im Mittel mehr eigene Allele weiter als mit eigener Brut.</p>\n<p>Halbgeschwister: r = 1/4. r · N = 0,75 &lt; 1. Dann lohnt sich das Helfen nach der Regel nicht.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Zum Wohl der Art.“</strong> Selektion wirkt auf Allele und Individuen, nicht für die Art.</li>\n<li><strong>Proximat und ultimat vermischen.</strong> „Weil das Hormon steigt“ beantwortet nicht, warum sich das Verhalten durchgesetzt hat.</li>\n<li><strong>Zweck statt Ursache.</strong> „Das Männchen tötet, damit es mehr Junge hat“ ist eine finale Begründung. Richtig: Männchen mit diesem Verhalten hatten mehr Nachkommen, deshalb wurde es häufiger.</li>\n<li><strong>Kosten vergessen.</strong> Ein Verhalten nur mit Nutzen zu erklären, reicht nicht.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-evolutionsfaktoren\">Evolutionsfaktoren und Selektion</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=%C3%96kologie&card=sn-bio-toleranz\">Toleranzkurve und ökologische Potenz</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-artbildung\">Artbildung und Isolation</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=sn-bio-op-ableiten\">Ableiten, deuten, Hypothesen aufstellen</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-verhalten -->",
      "cardType": "wissen"
    },
    {
      "id": "sn-bio-primaten",
      "cat": "Evolution",
      "title": "Sozialverhalten bei Primaten",
      "short": "Sozialverhalten bei Primaten einfach erklärt: exogene und endogene Ursachen, ultimate Erklärung über Fitness, Paarungssysteme, Spermienkonkurrenz und Infantizid, an einer echten Abituraufgabe zu Pavianen und Djeladas.",
      "content": "<!-- core-card:bio-primaten -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution · Verhalten</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du eine Verhaltensbeobachtung und sollst sie auf zwei Ebenen erklären; Punkte gibt es, wenn du die unmittelbare Ursache und den Nutzen in der Evolution getrennt und begründet darstellst. Das Verhalten von Affen erklärst du auf zwei Ebenen: proximat, also welche Reize von außen (exogen) und welche inneren Zustände wie Hormone (endogen) es auslösen, und ultimat, also warum es sich in der Evolution durchgesetzt hat. Die ultimate Erklärung läuft über die reproduktive Fitness, die Zahl der eigenen Nachkommen. Das Paarungssystem bestimmt, welche Merkmale sich bei Männchen lohnen: Wer eine Gruppe von Weibchen allein verteidigt, profitiert von Größe und Kampfkraft, wo sich Weibchen mit mehreren Männchen paaren, von vielen Spermien. Selbst Verhalten wie das Töten fremder Jungtiere lässt sich so erklären, ohne es damit zu rechtfertigen.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, nur <strong>LK</strong>: <em>„Sozialverhalten von Primaten“</em> im Lernbereich „Verhalten von Tier und Mensch“.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Affen und Menschenaffen leben meist in Gruppen. Darin gibt es Rangordnungen, Bündnisse, Streit und Versöhnung, Fellpflege und Konkurrenz um Partner. Die Verhaltensbiologie fragt, wie dieses Verhalten zustande kommt und warum es sich entwickelt hat.</p>\n<p>Wichtig ist der Blick auf das einzelne Tier: Ein Verhalten setzt sich durch, wenn Tiere mit diesem Verhalten im Mittel mehr Nachkommen hinterlassen als andere, nicht weil es der Gruppe oder der Art nützt. Männchen und Weibchen haben dabei oft verschiedene Interessen: Ein Weibchen kann nur wenige Junge großziehen, ein Männchen kann mit mehreren Weibchen Nachkommen zeugen.</p>\n</div>\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Proximate und ultimate Erklärung <span>· Zwei Fragen zum selben Verhalten: wie kommt es zustande, und warum hat es sich durchgesetzt.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 344\" role=\"img\" aria-labelledby=\"pr-t pr-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"pr-t\">Proximate und ultimate Erklärung eines Verhaltens</title>\n<desc id=\"pr-d\">Von einem beobachteten Verhalten, hier dem Drohen eines Männchens, gehen zwei Fragen aus. Proximat: wie kommt es zustande, mit exogenen Ursachen von außen und endogenen Ursachen von innen. Ultimat: warum setzte es sich durch, über die Fitness, also die Zahl der eigenen Nachkommen. Darunter der Hinweis, dass Selektion auf den Einzelnen wirkt.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Zwei Fragen an jedes Verhalten</text>\n<rect x=\"90\" y=\"26\" width=\"180\" height=\"34\" rx=\"6\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"42\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Beobachtetes Verhalten</text>\n<text x=\"180\" y=\"54\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Beispiel: Ein Männchen droht</text>\n<line x1=\"130\" y1=\"60\" x2=\"98.1\" y2=\"78.5\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"92,82 96.3,75.5 99.8,81.5\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<line x1=\"230\" y1=\"60\" x2=\"261.9\" y2=\"78.5\" stroke=\"#64748b\" stroke-opacity=\"0.8\" stroke-width=\"1.5\"/><polygon points=\"268,82 260.2,81.5 263.7,75.5\" fill=\"#64748b\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<rect x=\"8\" y=\"82\" width=\"168\" height=\"200\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"92\" y=\"98\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Proximat</text>\n<text x=\"92\" y=\"110\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">wie kommt es zustande?</text>\n<rect x=\"16\" y=\"118\" width=\"152\" height=\"52\" rx=\"6\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"92\" y=\"133\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">exogen: von außen</text>\n<text x=\"92\" y=\"145\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">fremdes Männchen, Futter,</text>\n<text x=\"92\" y=\"157\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Jahreszeit</text>\n<rect x=\"16\" y=\"178\" width=\"152\" height=\"52\" rx=\"6\" fill=\"#0d9488\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#0d9488\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"92\" y=\"193\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">endogen: von innen</text>\n<text x=\"92\" y=\"205\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Hormone wie Testosteron,</text>\n<text x=\"92\" y=\"217\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Hunger, Erfahrung, Gene</text>\n<text x=\"92\" y=\"248\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">\"Das Männchen droht, weil sein</text>\n<text x=\"92\" y=\"260\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Testosteronspiegel hoch ist.\"</text>\n<rect x=\"184\" y=\"82\" width=\"168\" height=\"200\" rx=\"6\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.12\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"268\" y=\"98\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Ultimat</text>\n<text x=\"268\" y=\"110\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">warum setzte es sich durch?</text>\n<rect x=\"192\" y=\"118\" width=\"152\" height=\"112\" rx=\"6\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"268\" y=\"150\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Beitrag zur Fitness</text>\n<text x=\"268\" y=\"162\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Fitness ist die Zahl der</text>\n<text x=\"268\" y=\"174\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">eigenen Nachkommen, die</text>\n<text x=\"268\" y=\"186\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">sich selbst fortpflanzen</text>\n<text x=\"268\" y=\"248\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Drohende Männchen behalten</text>\n<text x=\"268\" y=\"260\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">die Weibchen eher und zeugen</text>\n<text x=\"268\" y=\"272\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">mehr Nachkommen</text>\n<rect x=\"30\" y=\"294\" width=\"300\" height=\"38\" rx=\"6\" fill=\"#d97706\" fill-opacity=\"0.22\" stroke=\"#d97706\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"180\" y=\"310\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.9\">Selektion wirkt auf die Nachkommenzahl</text>\n<text x=\"180\" y=\"322\" font-size=\"10\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.9\">des Einzelnen, nicht auf das Wohl der Art</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Die zwei Erklärungsebenen mit den Beispielsätzen aus dem Lernzettel; Hormone und Reize sind proximat, Fitness ist ultimat.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Zwei Fragen an jedes Verhalten</h4>\n<ul>\n<li><strong>Proximat</strong> (wie kommt es zustande?): <strong>exogene</strong> Ursachen sind Reize von außen (ein fremdes Männchen, Futter, Jahreszeit), <strong>endogene</strong> Ursachen kommen von innen (Hormone wie Testosteron, Hunger, Erfahrung, Gene).</li>\n<li><strong>Ultimat</strong> (warum hat es sich durchgesetzt?): Welchen Beitrag leistet das Verhalten zur <strong>Fitness</strong>, also zur Zahl der eigenen Nachkommen, die sich selbst fortpflanzen?</li>\n</ul>\n<p>In der Klausur werden oft beide verlangt. Ein Satz wie „Das Männchen droht, weil sein Testosteronspiegel hoch ist“ ist proximat; „Männchen, die drohen, behalten die Weibchen der Gruppe eher für sich und zeugen mehr Nachkommen, deshalb hat sich das Drohen durchgesetzt“ ist ultimat.</p>\n\n<h4>Paarungssysteme</h4>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>Art</th><th>Gruppe</th><th>Was du daraus ableiten kannst</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>Gibbon</td><td>Paar mit Jungen</td><td>Männchen und Weibchen fast gleich groß; beide verteidigen das Revier</td></tr>\n<tr><td>Gorilla</td><td>ein großes Männchen (Silberrücken) mit mehreren Weibchen</td><td>Männchen viel größer als Weibchen (Sexualdimorphismus): Männchen konkurrieren vor der Paarung im Kampf um die Gruppe</td></tr>\n<tr><td>Schimpanse</td><td>mehrere Männchen und Weibchen; Weibchen paaren sich mit mehreren Männchen</td><td>Männchen konkurrieren auch nach der Paarung: Spermienkonkurrenz</td></tr>\n<tr><td>Orang-Utan</td><td>meist Einzelgänger</td><td>Männchen treffen Weibchen nur zur Paarung</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p><strong>Spermienkonkurrenz:</strong> Paart sich ein Weibchen mit mehreren Männchen, hat das Männchen mit mehr Spermien bessere Chancen. Schimpansen haben im Verhältnis zur Körpermasse sehr große Hoden, Gorillas sehr kleine: Ein Gorilla-Männchen, das seine Gruppe allein besetzt, muss kaum mit fremden Spermien konkurrieren.</p>\n\n<h4>Ein hartes Beispiel: Infantizid</h4>\n<p>Bei Hanuman-Languren in Indien übernimmt manchmal ein neues Männchen eine Gruppe und tötet Jungtiere, die noch gesäugt werden. Kosten-Nutzen-Sicht: Solange ein Weibchen säugt, wird es nicht wieder trächtig. Ohne Junges ist es bald wieder paarungsbereit. Das neue Männchen zeugt so früher eigene Nachkommen; seine Zeit an der Spitze ist oft kurz. Es tötet nicht die eigenen Jungen. Das erklärt das Verhalten evolutionär, es rechtfertigt es nicht.</p>\n<p><strong>Rang und Bündnisse:</strong> Ranghohe Männchen haben meist mehr Paarungen. Gegenseitige Fellpflege stärkt Bündnisse, mit denen auch rangniedere Tiere aufsteigen oder Zugang zu Weibchen bekommen.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Abituraufgabe „Pavianartige: Evolution und Sozialverhalten“ (erhöhtes Niveau). Material 3: Bei Pavianen leben mehrere Männchen und Weibchen zusammen (Polygynandrie); kein Männchen kann die Fortpflanzung einzelner Weibchen kontrollieren, Weibchen paaren sich oft kurz nacheinander mit verschiedenen Männchen. Djeladas leben dagegen in Polygynie: Ein Männchen lebt mit einer Gruppe von Weibchen, kontrolliert und verteidigt sie, andere Männchen leben in getrennten Männchengruppen. Ein Diagramm zeigt für Primaten allgemein: In polygynen Arten sind Männchen im Mittel größer und haben größere Eckzähne, in polygynandrischen Arten größere Hoden mit mehr Spermien.</p>\n<p>3 Erläutern Sie, welchen Einfluss eine hohe reproduktive Fitness eines Individuums auf den Genpool einer Population hat. Begründen Sie, warum die Merkmale von Djelada- und Pavianmännchen deren reproduktive Fitness beim jeweiligen Paarungssystem begünstigen könnten (M 3). (12 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Aufgabentext wörtlich aus der Abituraufgabe 2026 (IQB), Material in eigenen Worten. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Erläutern (3 BE, AFB I):</strong> Reproduktive Fitness ist ein Maß für die Zahl der Nachkommen. Ein Individuum mit hoher reproduktiver Fitness gibt seine Allele an viele Nachkommen weiter → die Häufigkeit seiner Allele im Genpool der nächsten Generation steigt.</p>\n<p><strong>Begründen (5 BE AFB II, 4 BE AFB III):</strong> Djelada: Große Körper und große Eckzähne machen die Männchen wehrhaft → sie können ihre Weibchengruppe gegen andere Männchen verteidigen und kontrollieren → Selektion auf Stärke. Relativ kleine Hoden reichen, weil kein anderes Männchen im Harem ist. Pavian: Große Hoden liefern sehr viele Spermien → bei mehrfachen Paarungen der Weibchen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Spermien befruchten → Selektion auf Spermienzahl. Größe und Eckzähne sind weniger wichtig, weil keine Weibchengruppe kontrolliert werden muss.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> der Weg von der Nachkommenzahl zur Allelhäufigkeit, für jede Art das Merkmal, sein Nutzen im Paarungssystem und der Selektionsvorteil, ohne finale Begründung („damit“). Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n<p>Die ganze Aufgabe: <a href=\"https://www.iqb.hu-berlin.de/media/exercise_files/Abituraufgaben_BIOLOGIE/2026ENVLmg4_Aufgabe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">„Pavianartige“ (PDF, IQB)</a>. Teilaufgabe 4 zu Kindstötungen bei Djeladas steht auf <a href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-verhalten\">dem Lernzettel zu Verhalten und Fitness</a>.</p>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Material (ausgedacht): Bei einer Affenart sind Männchen und Weibchen gleich groß, die Hoden der Männchen sind im Verhältnis zur Körpermasse sehr groß. Weibchen zeigen ihre Paarungsbereitschaft deutlich und paaren sich mit vielen Männchen. Leite das Paarungssystem ab und begründe mit der Fitness.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Gruppe mit mehreren Männchen und Weibchen, Weibchen paaren sich mit mehreren Männchen (wie bei Schimpansen).</p>\n<p>Große Hoden: Spermienkonkurrenz. Ein Männchen erhöht seine Fitness, indem es bei jeder Paarung möglichst viele Spermien abgibt. Gleich große Geschlechter: Kampf um den Alleinbesitz einer Gruppe lohnt sich kaum, weil sich die Weibchen ohnehin mit mehreren paaren; ein großer, teurer Körper bringt dann wenig zusätzliche Nachkommen.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>Proximat und ultimat mischen.</strong> Hormone und Reize sind proximat, Fitness ist ultimat.</li>\n<li><strong>„Zum Wohl der Art.“</strong> Selektion wirkt auf die Nachkommenzahl des Einzelnen, nicht auf das Wohl der Art.</li>\n<li><strong>Erklären mit Rechtfertigen verwechseln.</strong> Eine Fitness-Erklärung ist keine moralische Bewertung.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-verhalten\">Verhalten und Fitness</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-humanevolution\">Evolution des Menschen</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-evolutionsfaktoren\">Evolutionsfaktoren und Selektion</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=sn-bio-op-ableiten\">Ableiten, deuten, Hypothesen aufstellen</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-primaten -->",
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      "cat": "Evolution",
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      "short": "Evolution des Menschen einfach erklärt: aufrechter Gang vor großem Gehirn, die wichtigsten Funde mit Alter, Out of Africa mit Neandertaler-Erbe und kulturelle Evolution, mit Aufgabe und Lösung.",
      "content": "<!-- core-card:bio-humanevolution -->\n<p class=\"ks-kopf\"><span class=\"ks-typ\">Wissen</span><span>Evolution</span></p>\n<div class=\"ks-kurz ks-oben\"><span class=\"ks-label\">Das Wichtigste in Kürze</span><p>In der Prüfung bekommst du Fossilfunde oder einen Stammbaum und sollst daraus Aussagen zur Evolution des Menschen begründen; Punkte gibt es für Belege aus dem Material, nicht für auswendig gelernte Namen. Mensch und Schimpanse stammen von gemeinsamen Vorfahren ab, die vor mehreren Millionen Jahren in Afrika lebten; der Mensch stammt nicht vom heutigen Affen ab. Fossilien zeigen, dass unsere Vorfahren zuerst aufrecht gingen und das Gehirn erst später stark wuchs. Der heutige Mensch, Homo sapiens, entstand in Afrika und breitete sich von dort über die Welt aus; unterwegs mischte er sich in geringem Maß mit Neandertalern. Kulturelle Evolution, also alles, was durch Lernen weitergegeben wird, verändert sich viel schneller als die Gene.</p></div>\n<!-- land -->\n<div class=\"ks-land\"><span class=\"ks-label\">Was der Lehrplan sagt</span>\n<p>Klasse 12, nur <strong>LK</strong>: <em>„Stammesentwicklung des Menschen: Fossiliengeschichte, Stammbäume, Verbreitung des modernen Menschen, kulturelle Evolution“</em>.</p>\n<p class=\"ks-quelle\"><a href=\"https://www.schulportal.sachsen.de/lplandb/lehrplan/522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplan Gymnasium Biologie (Überarbeitung 2025)</a></p></div>\n<!-- /land -->\n<div class=\"ks-einstieg\">\n<span class=\"ks-label\">Worum es geht</span>\n<p>Die Evolution des Menschen rekonstruiert man aus zwei Arten von Spuren. <span class=\"wort\" tabindex=\"0\" role=\"button\">Fossilien<span class=\"wort-erkl\">versteinerte Reste oder Spuren von Lebewesen aus früheren Zeiten, etwa Knochen oder Fußabdrücke</span></span> zeigen, wie Körper früher gebaut waren, und ihr Alter lässt sich bestimmen. Die DNA heutiger Menschen und mancher Fossilien zeigt, wie eng Gruppen verwandt sind und wann sich Linien getrennt haben.</p>\n<p>Wichtig ist das Bild: Die Menschenlinie ist kein gerader Weg vom Affen zum Menschen, sondern ein verzweigter Busch. Zeitweise lebten mehrere Menschenformen gleichzeitig, und die meisten sind ausgestorben, ohne Vorfahren von uns zu sein. Alle Altersangaben sind gerundet, und neue Funde verschieben sie immer wieder.</p>\n</div>\n<figure class=\"ks-abb\">\n<p class=\"ks-abb-kopf\">Menschenlinie auf einer Zeitachse <span>· Alle Stationen aus der Tabelle auf einer Linie, damit du siehst, wie spät Homo sapiens erst kommt.</span></p>\n<svg viewBox=\"0 0 360 258\" role=\"img\" aria-labelledby=\"he-t he-d\" fill=\"currentColor\">\n<title id=\"he-t\">Wichtige Stationen der Menschenlinie auf einer Zeitachse</title>\n<desc id=\"he-d\">Zeitachse von vor 7 Millionen Jahren bis heute mit Strichen je Million Jahre. Sahelanthropus vor 7 Millionen Jahren, älteste Steinwerkzeuge vor 3,3, Lucy vor 3,2 Millionen Jahren, frühe Homo-Arten und Homo erectus vor 2 Millionen Jahren, Neandertaler von vor 400000 bis vor 40000 Jahren, Homo sapiens ab etwa 300000 Jahren. Der Homo sapiens ist nur ein kurzer Abschnitt am rechten Rand.</desc>\n<text x=\"180\" y=\"14\" font-size=\"11\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"middle\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.9\">Die Menschenlinie auf einer Zeitachse (maßstabsgetreu)</text>\n<line x1=\"25\" y1=\"54\" x2=\"25\" y2=\"160\" stroke=\"#7c3aed\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<circle cx=\"25\" cy=\"160\" r=\"3.5\" fill=\"#7c3aed\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"25\" y=\"34\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">vor 7 Mio. Jahren: Sahelanthropus,</text>\n<text x=\"25\" y=\"46\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">einer der ältesten möglichen Vertreter</text>\n<line x1=\"188.9\" y1=\"80\" x2=\"188.9\" y2=\"160\" stroke=\"#d97706\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<circle cx=\"188.9\" cy=\"160\" r=\"3.5\" fill=\"#d97706\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"183.9\" y=\"72\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">3,3 Mio.: älteste</text>\n<text x=\"183.9\" y=\"84\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Steinwerkzeuge</text>\n<line x1=\"193.3\" y1=\"116\" x2=\"193.3\" y2=\"160\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<circle cx=\"193.3\" cy=\"160\" r=\"3.5\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"199.3\" y=\"108\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">3,2 Mio.: Lucy, aufrecht,</text>\n<text x=\"199.3\" y=\"120\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">Gehirn kaum größer als</text>\n<text x=\"199.3\" y=\"132\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">beim Schimpansen</text>\n<line x1=\"25\" y1=\"160\" x2=\"335\" y2=\"160\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1.5\"/>\n<line x1=\"335\" y1=\"157\" x2=\"335\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"290.7\" y1=\"157\" x2=\"290.7\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"246.4\" y1=\"157\" x2=\"246.4\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"202.1\" y1=\"157\" x2=\"202.1\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"157.9\" y1=\"157\" x2=\"157.9\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"113.6\" y1=\"157\" x2=\"113.6\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"69.3\" y1=\"157\" x2=\"69.3\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<line x1=\"25\" y1=\"157\" x2=\"25\" y2=\"163\" stroke=\"currentColor\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<text x=\"25\" y=\"176\" font-size=\"10\" text-anchor=\"start\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">vor 7 Mio. Jahren</text>\n<text x=\"335\" y=\"176\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.8\">heute</text>\n<line x1=\"246.4\" y1=\"160\" x2=\"246.4\" y2=\"184\" stroke=\"#2563eb\" stroke-opacity=\"0.6\" stroke-width=\"1\"/>\n<circle cx=\"246.4\" cy=\"160\" r=\"3.5\" fill=\"#2563eb\" fill-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"252.4\" y=\"190\" font-size=\"10\" font-weight=\"700\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">2 Mio.: frühe Homo-Arten (größeres Gehirn)</text>\n<text x=\"252.4\" y=\"202\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.85\">und Homo erectus, verlässt als erste Form Afrika</text>\n<rect x=\"317.3\" y=\"218\" width=\"15.9\" height=\"8\" rx=\"2\" fill=\"#dc2626\" fill-opacity=\"0.35\" stroke=\"#dc2626\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"311.3\" y=\"226\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Neandertaler: vor 400 000 bis 40 000 Jahren</text>\n<rect x=\"321.7\" y=\"236\" width=\"13.3\" height=\"8\" rx=\"2\" fill=\"#16a34a\" fill-opacity=\"0.35\" stroke=\"#16a34a\" stroke-opacity=\"0.8\"/>\n<text x=\"315.7\" y=\"244\" font-size=\"10\" text-anchor=\"end\" font-family=\"system-ui,sans-serif\" fill=\"currentColor\" opacity=\"0.95\">Homo sapiens: ab etwa 300 000 Jahren, älteste Funde in Afrika</text>\n</svg>\n<figcaption><strong>Eigene Grafik.</strong> Alle Stationen aus der Tabelle auf einer Achse, ein Strich je Million Jahre; Neandertaler und Homo sapiens sind nur ein schmaler Streifen am rechten Rand. Alle Angaben sind gerundet.</figcaption>\n</figure>\n\n<h4>Mensch und Menschenaffen</h4>\n<p>Der Mensch stammt nicht vom Schimpansen ab. Beide haben gemeinsame Vorfahren, deren Linien sich vor mehreren Millionen Jahren in Afrika getrennt haben; die Schätzungen aus Fossilien und DNA-Vergleichen gehen auseinander. Seitdem hat sich auch der Schimpanse weiterentwickelt.</p>\n\n<h4>Woran man den aufrechten Gang erkennt</h4>\n<ul>\n<li><strong>Hinterhauptsloch</strong> (wo das Rückenmark in den Schädel geht) liegt mittig unter dem Schädel, nicht hinten.</li>\n<li><strong>Wirbelsäule</strong> doppelt S-förmig, federt beim Gehen.</li>\n<li><strong>Becken</strong> kurz und breit, schalenförmig, trägt die Eingeweide.</li>\n<li><strong>Fuß</strong> mit Gewölbe, große Zehe neben den anderen statt abgespreizt.</li>\n</ul>\n\n<h4>Wichtige Stationen</h4>\n<p>Alle Zahlen sind gerundet; neue Funde und Datierungen verschieben sie immer wieder.</p>\n<div class=\"table-wrap\"><table>\n<thead><tr><th>vor etwa</th><th>Gruppe</th><th>Was wichtig ist</th></tr></thead>\n<tbody>\n<tr><td>7 Mio. Jahren</td><td><em>Sahelanthropus</em> (Tschad)</td><td>einer der ältesten möglichen Vertreter der Menschenlinie</td></tr>\n<tr><td>3,2 Mio. Jahren</td><td><em>Australopithecus afarensis</em> („Lucy“, Äthiopien)</td><td>ging aufrecht, Gehirn kaum größer als beim Schimpansen: <strong>erst aufrechter Gang, dann großes Gehirn</strong></td></tr>\n<tr><td>3,3 Mio. Jahren</td><td>älteste bekannte Steinwerkzeuge (Lomekwi, Kenia)</td><td>einfache Abschläge; die verbreiteten Oldowan-Werkzeuge gibt es ab etwa 2,9 Mio. Jahren</td></tr>\n<tr><td>2 Mio. Jahren</td><td>frühe <em>Homo</em>-Arten</td><td>größeres Gehirn, Werkzeuggebrauch</td></tr>\n<tr><td>rund 2 Mio. Jahren</td><td><em>Homo erectus</em></td><td>Körper ähnlich unserem, verlässt als erste bekannte Menschenform Afrika</td></tr>\n<tr><td>400 000 bis 40 000 Jahren</td><td>Neandertaler (Europa, Westasien)</td><td>großes Gehirn, Werkzeuge, Feuer, Bestattungen</td></tr>\n<tr><td>rund 300 000 Jahren</td><td><em>Homo sapiens</em></td><td>älteste Funde in Afrika (Jebel Irhoud, Marokko)</td></tr>\n</tbody></table></div>\n<p>Der Stammbaum ist kein gerader Strich, sondern ein Busch: Zeitweise lebten mehrere Menschenformen gleichzeitig.</p>\n\n<h4>Out of Africa</h4>\n<p>Nach der <strong>Out-of-Africa-Hypothese</strong> entstand der moderne Mensch in Afrika und breitete sich von dort über die Welt aus, wobei er andere Menschenformen weitgehend ersetzte. Belege: Die ältesten <em>Homo-sapiens</em>-Funde stammen aus Afrika, und die genetische Vielfalt heutiger Menschen ist in Afrika am größten. Je weiter eine Bevölkerung von Afrika entfernt lebt, desto geringer ist sie meist, wie es bei Ausbreitung durch kleine Gründergruppen zu erwarten ist. Allerdings gab es Kontakt: Menschen außerhalb Afrikas tragen heute rund 2 % Erbgut von Neandertalern. Die Vorstellung einer völlig getrennten Ausbreitung wurde dadurch korrigiert, ein Beispiel für die Vorläufigkeit von Hypothesen.</p>\n\n<h4>Kulturelle Evolution</h4>\n<p>Werkzeugherstellung, Feuer, Sprache und alles, was durch <strong>Lernen und Nachahmen</strong> weitergegeben wird, verändern sich viel schneller als Gene. Kulturelle Evolution braucht keine Mutation und keine Generationenfolge; eine Erfindung kann sich in Jahren verbreiten. Sprache setzt biologische Grundlagen voraus (Kehlkopf, Gehirnregionen, Gene wie <em>FOXP2</em>, dessen Ausfall Sprechstörungen verursacht), ihre Inhalte werden aber kulturell weitergegeben.</p>\n\n<h4>Echtes Material: Neandertaler-Erbgut in uns</h4>\n<p>Dem Forschungsteam um Svante Pääbo gelang es, Erbgut aus Knochen von Neandertalern zu entschlüsseln. Der Vergleich mit heutigen Menschen zeigte: Menschen, deren Vorfahren außerhalb Afrikas lebten, tragen etwa 1 bis 4 % Neandertaler-Erbgut. Pääbo bekam dafür 2022 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.</p>\n\n<h4>So wird das gefragt</h4>\n<div class=\"ks-aufgabe\">\n<p>Thema: Ursprung und Ausbreitung des heutigen Menschen. Material ist der Text oben, dazu die Tabelle der Stationen und der Abschnitt zu Out of Africa.</p>\n<p>1 Erläutern Sie zwei Belege für die Out-of-Africa-Hypothese. (4 BE)</p>\n<p>2 Deuten Sie den Befund zum Neandertaler-Erbgut im Hinblick auf die Vorstellung, der moderne Mensch habe andere Menschenformen ohne jeden Kontakt ersetzt. (5 BE)</p>\n<p class=\"ks-quelle\">Von uns erstellt nach dem Muster der Abituraufgaben. BE heißt Bewertungseinheiten.</p>\n</div>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung im Stil des Erwartungshorizonts</summary><div>\n<p><strong>Zu 1 (AFB II):</strong> Die ältesten Fossilien von <em>Homo sapiens</em> stammen aus Afrika, etwa aus Jebel Irhoud in Marokko mit rund 300 000 Jahren. Die genetische Vielfalt heutiger Menschen ist in Afrika am größten und nimmt meist mit der Entfernung von Afrika ab: Das passt dazu, dass kleine Gründergruppen aus Afrika nur einen Teil der Vielfalt mitnahmen.</p>\n<p><strong>Zu 2 (AFB II und III):</strong> Neandertaler lebten in Europa und Westasien, nicht in Afrika südlich der Sahara. Wenn Menschen mit Vorfahren außerhalb Afrikas Neandertaler-Erbgut tragen, müssen sich <em>Homo sapiens</em> und Neandertaler nach dem Auszug aus Afrika gemischt und fruchtbare Nachkommen bekommen haben. Die Vorstellung eines Ersatzes ganz ohne Kontakt ist damit widerlegt. Die Out-of-Africa-Hypothese bleibt im Kern gestützt, weil der Anteil klein ist: Der größte Teil unseres Erbguts stammt aus Afrika. Das zeigt, dass wissenschaftliche Hypothesen mit neuen Befunden angepasst werden.</p>\n<p><strong>Was die Korrektur erwartet:</strong> Belege aus Fossilien und Genetik, beim Deuten der ausdrückliche Bezug auf die Vorstellung aus der Aufgabe und ein Urteil, was gestützt und was widerlegt ist. Andere richtige Lösungen zählen genauso.</p>\n</div></details>\n\n<div class=\"ks-jetztdu\">\n<span class=\"ks-label\">Jetzt du · Übungsaufgabe (von uns erstellt)</span>\n<p>Material (ausgedacht): Ein Fossil hat ein Hinterhauptsloch mittig unter dem Schädel, ein kurzes, breites Becken und ein Gehirn, das kaum größer ist als das eines Schimpansen und viel kleiner als das eines heutigen Menschen. Leite ab, wie sich das Wesen fortbewegte, und welche Hypothese zur Reihenfolge der Merkmale das Fossil stützt.</p>\n<details class=\"ks-loesung\"><summary>Lösung zeigen</summary><div>\n<p>Hinterhauptsloch mittig und breites Becken: Der Kopf saß oben auf einer senkrechten Wirbelsäule, das Becken trug den Rumpf. Das Wesen ging aufrecht auf zwei Beinen.</p>\n<p>Das Gehirn ist kaum größer als beim Schimpansen. Das Fossil stützt die Hypothese, dass der aufrechte Gang vor der starken Gehirnvergrößerung entstand. Ein einzelner Fund stützt sie, beweist sie aber nicht.</p>\n</div></details>\n</div>\n\n<h4>Typische Fehler</h4>\n<ul class=\"ks-fehler\">\n<li><strong>„Der Mensch stammt vom Affen ab.“</strong> Gemeinsame Vorfahren, nicht Abstammung von heutigen Affen.</li>\n<li><strong>Stammbaum als Leiter.</strong> Mehrere Menschenformen lebten zeitgleich; nicht jede ist unser Vorfahre.</li>\n<li><strong>Kulturelle und biologische Evolution gleichsetzen.</strong> Kultur wird erlernt, nicht über Gene vererbt.</li>\n</ul>\n\n<nav class=\"ks-weiter\" aria-label=\"Weiter lernen\">\n<p><span class=\"ks-label\">Voraussetzung</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-stammbaeume\">Stammbäume lesen: Homologie und Kladogramm</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Weiter mit</span><a class=\"ks-chip ks-weiter-haupt\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-evolutionsfaktoren\">Evolutionsfaktoren und Selektion</a></p>\n<p><span class=\"ks-label\">Verwandt</span><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-primaten\">Sozialverhalten bei Primaten</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Evolution&card=sn-bio-artbildung\">Artbildung und Isolation</a><a class=\"ks-chip\" href=\"?category=Operatoren&card=sn-bio-op-beurteilen\">Beurteilen und bewerten</a></p>\n</nav>\n<!-- /core-card:bio-humanevolution -->",
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