Der Runenberg (Ludwig Tieck): kostenloses Unterrichtsmaterial, 6 Arbeitsblätter als PDF
Sechs Arbeitsblätter zu Tiecks Märchen, jedes als eigenes PDF zum Ausdrucken, mit Lösungshinweisen auf einer zweiten Seite. Das letzte Blatt vergleicht den Runenberg mit Hoffmanns „Die Bergwerke zu Falun“, wie es das Abitur in Niedersachsen verlangt. Alle Auszüge stehen wörtlich im Text, den Sie auf unserer Lese-Seite vollständig finden. Sie dürfen das Material frei nutzen, verändern und weitergeben (CC BY 4.0).
Inhalt und Deutung: Der Runenberg: Zusammenfassung · Der Runenberg: ganzer Text online
- Werk
- Ludwig Tieck, Der Runenberg
- Einsatz
- Oberstufe, Romantik (Gegenwelten); im Abitur 2027 Pflichtlektüre in Niedersachsen (mit Hoffmanns „Die Bergwerke zu Falun“)
- Umfang
- 6 Arbeitsblätter, je ein PDF mit Lösungshinweisen
- Lizenz
- CC BY 4.0, Werktext gemeinfrei, nach zeno.org (Werke in vier Bänden, Band 2, München 1963) in der Schreibweise dieser Vorlage
Alle Arbeitsblätter als PDF
- Arbeitsblatt 1: Zwei Welten: Ebene und Gebirge (PDF)
- Arbeitsblatt 2: Die Wurzel und der Fremde (PDF)
- Arbeitsblatt 3: Die Nacht auf dem Runenberg (PDF)
- Arbeitsblatt 4: Vater und Sohn: Blume gegen Stein (PDF)
- Arbeitsblatt 5: Die Rückkehr: Kiesel oder Juwelen? (PDF)
- Arbeitsblatt 6: Vergleich: Der Runenberg und Die Bergwerke zu Falun (PDF)
Arbeitsblatt 1: Zwei Welten: Ebene und Gebirge
📄 Arbeitsblatt 1 als PDF herunterladen (Seite 2: Lösungshinweise)
Christian erzählt dem Fremden, warum er sein Elternhaus verlassen hat. Der Auszug zeigt, wie er die Ebene sieht. Füllen Sie danach die Tabelle aus.
Die Ebene, das Schloß, der kleine beschränkte Garten meines Vaters mit den geordneten Blumenbeeten, die enge Wohnung, der weite Himmel, der sich ringsum so traurig ausdehnte, und keine Höhe, keinen erhabenen Berg umarmte, alles ward mir noch betrübter und verhaßter.
| Ort | Was gehört dazu? (Stichworte) | Was bedeutet der Ort für Christian? |
|---|---|---|
| Ebene, Elternhaus | ||
| Gebirge | ||
| Saal auf dem Runenberg | ||
| Dorf (Elisabeth) | ||
| alter Schacht |
Aufgaben
- Beschreiben Sie, wie Christian die Ebene darstellt. Achten Sie auf die Adjektive.
- Ergänzen Sie die Tabelle.
- Erläutern Sie den Gegensatz der beiden Welten. Beziehen Sie ein, dass Christian im Dorf ausgerechnet Gärtner wird.
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- Die Ebene wirkt eng und begrenzt: „kleine beschränkte Garten“, „geordneten Blumenbeeten“, „enge Wohnung“; selbst der weite Himmel ist „traurig“, weil keine Höhe ihn begrenzt. Alles wird ihm „betrübter und verhaßter“. Christian sieht Ordnung als Enge.
- Ebene: Garten des Vaters, Pflanzen, Ordnung, Arbeit; für Christian Langeweile; er will sich „aus dem Kreise der wiederkehrenden Gewöhnlichkeit“ entfernen. Gebirge: Klüfte, Wald, Jagd; Ort der Sehnsucht und Freiheit. Saal: Kristalle, Edelsteine, die große Frau, die Tafel; das Wunderbare, Rausch und Verlockung. Dorf: Kirche, Erntefest, Familie, Hof; Glück und Sicherheit, aber „nicht jenes Bild“. Schacht: Tiefe, Erz; das Ziel seiner letzten Suche, Ort des Verschwindens.
- Unten stehen Pflanzen, Ordnung, Familie und Glaube, oben Stein, Erz, Einsamkeit und Rausch. Dass Christian im Dorf Gärtner wird, also den verachteten Beruf des Vaters annimmt, zeigt die Rückkehr in die alte Ordnung; sie hält nicht, weil der Berg in ihm weiterwirkt.
Arbeitsblatt 2: Die Wurzel und der Fremde
📄 Arbeitsblatt 2 als PDF herunterladen (Seite 2: Lösungshinweise)
Textauszug vom Anfang: Christian sitzt abends allein am Vogelherd im Gebirge.
Gedankenlos zog er eine hervorragende Wurzel aus der Erde, und plötzlich hörte er erschreckend ein dumpfes Winseln im Boden, das sich unterirdisch in klagenden Tönen fortzog, und erst in der Ferne wehmütig verscholl. Der Ton durchdrang sein innerstes Herz, er ergriff ihn, als wenn er unvermutet die Wunde berührt habe, an der der sterbende Leichnam der Natur in Schmerzen verscheiden wolle. Er sprang auf und wollte entfliehen, denn er hatte wohl ehemals von der seltsamen Alrunenwurzel gehört, die beim Ausreißen so herzdurchschneidende Klagetöne von sich gebe, daß der Mensch von ihrem Gewinsel wahnsinnig werden müsse.
Aufgaben
- Beschreiben Sie, was Christian beim Ausreißen der Wurzel hört und wie er es deutet.
- Erläutern Sie das Bild „der sterbende Leichnam der Natur“.
- Später sagt Christian zu seinem Vater, die Pflanzen seien „der Leichnam vormaliger herrlicher Steinwelten“. Erläutern Sie, wie die Szene am Anfang auf diese Haltung vorausweist.
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- Er hört ein „dumpfes Winseln im Boden“, das sich unterirdisch in klagenden Tönen fortzieht. Der Ton trifft ihn ins Herz; er denkt an die Alraune (Alrunenwurzel), deren Klagen den Menschen wahnsinnig machen soll, und will fliehen. In diesem Moment steht der Fremde hinter ihm.
- Die Natur erscheint als lebendiger, leidender Körper mit einer Wunde. Christian empfindet den Ton, als habe er „die Wunde berührt“. Die Natur spricht, aber ihre Sprache ist Klage; das ist ein romantisches Bild der beseelten Natur.
- Schon die erste Begegnung mit einer Pflanze ist Schmerz und Grauen; gleich danach tritt der Fremde auf, der ihn zum Berg weist. Die Wurzel steht an der Schwelle zur Gegenwelt. Später fürchtet Christian alle Pflanzen und sieht in ihnen Verwesung, während er das Leben im Stein sucht; der Vater liebt dagegen die Blumen.
Arbeitsblatt 3: Die Nacht auf dem Runenberg
📄 Arbeitsblatt 3 als PDF herunterladen (Seite 2: Lösungshinweise)
Textauszug: Christian blickt durch ein Fenster in einen Saal voller Kristalle. Eine große Frau hat gesungen und ihre Kleider abgelegt.
Nach geraumer Zeit näherte sie sich einem andern goldenen Schranke, nahm eine Tafel heraus, die von vielen eingelegten Steinen, Rubinen, Diamanten und allen Juwelen glänzte, und betrachtete sie lange prüfend. Die Tafel schien eine wunderliche unverständliche Figur mit ihren unterschiedlichen Farben und Linien zu bilden; zuweilen war, nachdem der Schimmer ihm entgegenspiegelte, der Jüngling schmerzhaft geblendet, dann wieder besänftigten grüne und blau spielende Scheine sein Auge: er aber stand, die Gegenstände mit seinen Blicken verschlingend, und zugleich tief in sich selbst versunken. In seinem Innern hatte sich ein Abgrund von Gestalten und Wohllaut, von Sehnsucht und Wollust aufgetan, Scharen von beflügelten Tönen und wehmütigen und freudigen Melodien zogen durch sein Gemüt, das bis auf den Grund bewegt war: er sah eine Welt von Schmerz und Hoffnung in sich aufgehen mächtige Wunderfelsen von Vertrauen und trotzender Zuversicht, große Wasserströme, wie voll Wehmut fließend. Er kannte sich nicht wieder, und erschrak, als die Schöne das Fenster öffnete, ihm die magische steinerne Tafel reichte und die wenigen Worte sprach: »Nimm dieses zu meinem Angedenken!« Er faßte die Tafel und fühlte die Figur, die unsichtbar sogleich in sein Inneres überging, und das Licht und die mächtige Schönheit und der seltsame Saal waren verschwunden. Wie eine dunkele Nacht mit Wolkenvorhängen fiel es in sein Inneres hinein, er suchte nach seinen vorigen Gefühlen, nach jener Begeisterung und unbegreiflichen Liebe, er beschaute die kostbare Tafel, in welcher sich der untersinkende Mond schwach und bläulich spiegelte.
Aufgaben
- Beschreiben Sie die Tafel und ihre Wirkung auf Christian.
- Erläutern Sie den Satz „Er faßte die Tafel und fühlte die Figur, die unsichtbar sogleich in sein Inneres überging“.
- Am Morgen glaubt Christian, „ein Traum oder ein plötzlicher Wahnsinn habe ihn in dieser Nacht befallen“. Erörtern Sie, ob der Text ihm recht gibt.
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- Die Tafel glänzt von eingelegten Steinen, „Rubinen, Diamanten und allen Juwelen“, und bildet eine „wunderliche unverständliche Figur“. Ihr Schimmer blendet ihn schmerzhaft, dann besänftigen ihn grüne und blaue Scheine. In ihm öffnet sich „ein Abgrund von Gestalten und Wohllaut, von Sehnsucht und Wollust“.
- Die Figur der Tafel wird Teil seines Inneren; was er gesehen hat, prägt ihn dauerhaft, auch als die Tafel am Morgen verschwunden ist. Später spricht er von „jene geliebte Figur in meinem Herzen“: Die Gegenwelt lebt in ihm weiter.
- Dafür spricht: Er erwacht weit entfernt auf einem Hügel, die Tafel ist weg, die Erinnerung ist „wie mit einem wüsten Nebel“ angefüllt. Dagegen spricht: Jahre später findet er die Tafel im Gras wieder. Der Text lässt beide Lesarten zu; Wendungen wie „es schien“ zeigen, dass wir Christians Wahrnehmung lesen.
Arbeitsblatt 4: Vater und Sohn: Blume gegen Stein
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Textauszug: Der Vater spricht mit Christian, nachdem dieser das Geld des Fremden immer wieder nachts betrachtet hat.
»Ein unglückliches Gestirn war es«, sprach der Alte, »das dich von uns hinwegzog; du warst für ein stilles Leben geboren, dein Sinn neigte sich zur Ruhe und zu den Pflanzen, da führte dich deine Ungeduld hinweg, in die Gesellschaft der verwilderten Steine: die Felsen, die zerrissenen Klippen mit ihren schroffen Gestalten haben dein Gemüt zerrüttet, und den verwüstenden Hunger nach dem Metall in dich gepflanzt. Immer hättest du dich vor dem Anblick des Gebirges hüten und bewahren müssen, und so dachte ich dich auch zu erziehen, aber es hat nicht sein sollen. Deine Demut, deine Ruhe, dein kindlicher Sinn ist von Trotz, Wildheit und Übermut verschüttet.«
»Nein«, sagte der Sohn, »ich erinnere mich ganz deutlich, daß mir eine Pflanze zuerst das Unglück der ganzen Erde bekannt gemacht hat, seitdem verstehe ich erst die Seufzer und Klagen, die allenthalben in der ganzen Natur vernehmbar sind, wenn man nur darauf hören will; in den Pflanzen, Kräutern, Blumen und Bäumen regt und bewegt sich schmerzhaft nur eine große Wunde, sie sind der Leichnam vormaliger herrlicher Steinwelten, sie bieten unserm Auge die schrecklichste Verwesung dar. Jetzt verstehe ich es wohl, daß es dies war, was mir jene Wurzel mit ihrem tiefgeholten Ächzen sagen wollte, sie vergaß sich in ihrem Schmerze und verriet mir alles. Darum sind alle grünen Gewächse so erzürnt auf mich, und stehn mir nach dem Leben; sie wollen jene geliebte Figur in meinem Herzen auslöschen, und in jedem Frühling mit ihrer verzerrten Leichenmiene meine Seele gewinnen. Unerlaubt und tückisch ist es, wie sie dich, alter Mann, hintergangen haben, denn von deiner Seele haben sie gänzlich Besitz genommen. Frage nur die Steine, du wirst erstaunen, wenn du sie reden hörst.«
Aufgaben
- Geben Sie die Sicht des Vaters auf Christians Weg wieder.
- Stellen Sie Christians Antwort dar: Wie sieht er Pflanzen und Steine?
- Der Vater sagt an anderer Stelle: „wer keine Blume mehr liebt, dem ist alle Liebe und Gottesfurcht verloren.“ Erläutern Sie den Gegensatz von Vater und Sohn.
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- Für den Vater war Christian für ein „stilles Leben“ geboren, mit Sinn für Ruhe und Pflanzen. „Ungeduld“ habe ihn „in die Gesellschaft der verwilderten Steine“ geführt; die Felsen hätten sein Gemüt zerrüttet und „den verwüstenden Hunger nach dem Metall“ in ihn gepflanzt. Demut und kindlicher Sinn seien „von Trotz, Wildheit und Übermut verschüttet“.
- Christian dreht die Sicht um: Eine Pflanze habe ihm „das Unglück der ganzen Erde“ gezeigt. Pflanzen seien „der Leichnam vormaliger herrlicher Steinwelten“, Verwesung, und wollten die „geliebte Figur“ in seinem Herzen auslöschen. Den Vater hätten sie getäuscht; er solle „die Steine“ fragen.
- Der Vater steht für Pflanze, Wachstum, Ordnung und Gottesfurcht, der Sohn für Stein, Glanz, Besitz und Rausch. Was der eine als lebendig liebt, sieht der andere als tot. Beide halten den anderen für verblendet; der Vater kann „nichts mehr antworten“. Gier nach Gold und Sehnsucht nach dem Unendlichen fallen bei Christian zusammen.
Arbeitsblatt 5: Die Rückkehr: Kiesel oder Juwelen?
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Textauszug vom Schluss: Jahre nach seinem Verschwinden kommt ein Mann zu Elisabeth, die mit ihrer Tochter Leonore das Vieh hütet.
Er öffnete hierauf seinen Sack und schüttete ihn aus; dieser war voller Kiesel, unter denen große Stücke Quarz, nebst andern Steinen lagen. »Es ist nur«, fuhr er fort, »daß diese Juwelen noch nicht poliert und geschliffen sind, darum fehlt es ihnen noch an Auge und Blick; das äußerliche Feuer mit seinem Glanze ist noch zu sehr in ihren inwendigen Herzen begraben, aber man muß es nur herausschlagen, daß sie sich fürchten, daß keine Verstellung ihnen mehr nützt, so sieht man wohl, wes Geistes Kind sie sind.« – Er nahm mit diesen Worten einen harten Stein und schlug ihn heftig gegen einen andern, so daß die roten Funken heraussprangen. »Habt ihr den Glanz gesehen?« rief er aus; »so sind sie ganz Feuer und Licht, sie erhellen das Dunkel mit ihrem Lachen, aber noch tun sie es nicht freiwillig.« – Er packte hierauf alles wieder sorgfältig in seinen Sack, welchen er fest zusammenschnürte. »Ich kenne dich recht gut«, sagte er dann wehmütig, »du bist Elisabeth.« Die Frau erschrak. »Wie ist dir doch mein Name bekannt«, fragte sie mit ahnendem Zittern. – »Ach, lieber Gott!« sagte der Unglückselige, »ich bin ja der Christian, der einst als Jäger zu euch kam, kennst du mich denn nicht mehr?«
Aufgaben
- Untersuchen Sie, wie Erzähler und Christian dieselben Steine verschieden benennen.
- Deuten Sie die Szene im Hinblick auf die Frage Wahn oder Wirklichkeit.
- Christian sagt danach: „ich bin dir so gut wie gestorben; dort im Walde wartet schon meine Schöne, die Gewaltige, auf mich, die mit dem goldenen Schleier geschmückt ist.“ Der letzte Satz lautet: „Der Unglückliche ward aber seitdem nicht wieder gesehen.“ Erläutern Sie den Schluss.
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- Der Erzähler sagt nüchtern „Kiesel“ und „Quarz“, Christian spricht von „Juwelen“, die nur noch nicht geschliffen seien. Er schlägt Steine gegeneinander, bis Funken springen, und sieht darin „Feuer und Licht“.
- Aus Elisabeths Sicht und nach dem Wort des Erzählers ist Christian wahnsinnig geworden. Für Christian ist der Glanz im Inneren der Steine wirklich. Der Text gibt dem Erzähler das letzte Wort über die Steine, lässt aber die Frau auf dem Berg und die Tafel unerklärt. Eine gute Antwort zeigt beide Lesarten.
- Christian trennt sich endgültig: Für Elisabeth ist er „so gut wie gestorben“, er gehört der Frau, die er „meine Schöne, die Gewaltige“ nennt, mit dem goldenen Schleier, also der Frau vom Berg. Die Familie bleibt arm zurück. Der nüchterne letzte Satz nennt ihn „den Unglücklichen“: Der Text erzählt den Weg in die Gegenwelt als Verlust, ohne zu sagen, was Christian dort findet.
Arbeitsblatt 6: Vergleich: Der Runenberg und Die Bergwerke zu Falun
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In Niedersachsen gehören beide Texte zusammen, der Vergleich der Figuren und Konflikte ist verlangt. Vergleichen Sie entlang von Achsen, nicht als zwei Inhaltsangaben.
| Achse | Der Runenberg (Tieck, 1804) | Die Bergwerke zu Falun (Hoffmann, 1819) |
|---|---|---|
| Ausgangslage | ||
| Wer lockt? | ||
| Frau der Alltagswelt | ||
| Frau der Gegenwelt | ||
| Der Stein | ||
| Das Ende | ||
| Erzählweise |
Aufgaben
- Ergänzen Sie die Tabelle.
- Erläutern Sie, was die beiden Hauptfiguren gemeinsam haben.
- Erörtern Sie die These: „Beide Texte zeigen, dass man im Alltag nicht glücklich werden kann, wenn man einmal die Gegenwelt gesehen hat.“
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- Ausgangslage: Christian flieht aus Langeweile vor der „Gewöhnlichkeit“ des Elternhauses; Elis erfährt nach der Ostindienfahrt, dass seine Mutter gestorben ist, und wünscht sich den Tod. Wer lockt: ein Fremder ohne Namen, der bei einem alten Schacht wohnt; der alte Bergmann Torbern, der Elis nach Falun schickt. Frau der Alltagswelt: Elisabeth, Ulla; beide fromm und liebevoll, für Ehe und Familie. Frau der Gegenwelt: die Frau vom Runenberg und das Waldweib; die Königin in der Tiefe. Der Stein: die Tafel aus Edelsteinen; der Almandin, „auf den unsere Lebenstafel eingegraben“. Ende: Christian kommt mit Kieseln zurück und verschwindet; Elis wird am Hochzeitstag verschüttet, nach fünfzig Jahren gefunden, Ulla stirbt bei ihm. Erzählweise: Tieck nennt keine Orte und Jahre; Hoffmann nennt Orte in Schweden, Bergbauwörter und das Jahr eines Bergsturzes.
- Beide wollen die Bindung im Alltag und das Absolute der Gegenwelt, und beide Texte lassen das nicht zu. Bei beiden verspricht ein Stein das Höchste, und bei beiden bleibt offen, ob die Gegenwelt wirklich ist.
- Für die These: Christian kehrt trotz Ehe und Wohlstand zum Berg zurück, Elis stirbt am Hochzeitsmorgen. Einschränkung: Christian lebt Jahre glücklich im Dorf, sein Verfall setzt erst mit dem Gold ein; Ulla bleibt Elis bis zum Tod treu, die Liebe überdauert. Unterschied: Christian verfällt langsam und seine Familie geht mit unter, Elis wird im Moment des höchsten Glücks von der Tiefe genommen.
Lizenz und Nennung
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