Shooting an Elephant, My Son the Fanatic und The Embassy of Cambodia: Lernzettel zum Englisch-Abitur 2027
Drei kurze Texte, drei Formen, eine Frage: Wer darf britisch sein, und wer spricht darüber? Dieser Lernzettel gibt dir zu Orwell, Kureishi und Smith je einen Steckbrief mit Handlung, Figuren und Erzählweise, dazu eine Vergleichstabelle, typische Aufgaben, Useful Phrases auf Englisch und die häufigsten Fehler.
Dein Englisch-Abitur 2027 ist mehr als drei Kurztexte
Die Lernkarte zu den UK-Pflichttexten zeigt dir die drei Formen im Vergleich, die Momente, an denen die Deutung hängt, Vergleichsachsen, fertige Aufgabenformulierungen und Useful Phrases. Dazu kommen The Vanishing Half, Ex Machina, im LK Macbeth und die Prüfungsvorgaben für Hessen im Überblick. Die erste Karte jeder Kategorie ist gratis.
Orwell, Kureishi und Smith sind 2027 Pflichttexte im Landesabitur Hessen (GK und LK).
Zu den Englisch-Lernkarten Hessen →Nicht aus Hessen? Englisch-Lernkarten für dein Bundesland →
Der Lernzettel unten bleibt frei lesbar.
- Texte
- Orwell, Shooting an Elephant · Kureishi, My Son the Fanatic · Smith, The Embassy of Cambodia
- Erschienen
- 1936, 1994, 2013
- Formen
- autobiografischer Essay, Short Story, lange Erzählung in 21 Abschnitten
- Schauplätze
- Burma, eine englische Stadt, Willesden in London
- Kernfragen
- Empire, Zugehörigkeit, Generationen, wer spricht
- Abitur 2027
- Hessen, Q3 Vereinigtes Königreich, Grundkurs und Leistungskurs
Die drei Texte im Steckbrief
Die Steckbriefe nennen auch das Ende. Orwell ist gemeinfrei, deshalb stehen hier drei kurze Zitate aus seinem Text. Kureishi und Smith sind urheberrechtlich geschützt: Dort gibt es nur Zusammenfassungen. Belege in der Klausur immer mit deiner Textausgabe.
Tippe einen Text an, um den Steckbrief zu sehen.
George Orwell: Shooting an Elephant
Erstveröffentlichung: Herbst 1936 in der Zeitschrift New Writing. Orwell war von 1922 bis 1927 bei der Indian Imperial Police in Burma.
Figuren: ein Ich-Erzähler, junger britischer Polizeioffizier in Moulmein (Niederburma), ein Elefant, der „must“ hat (eine Phase, in der zahme Elefanten gefährlich werden), ein toter indischer Arbeiter und eine Menge von mindestens zweitausend Burmesen.
Handlung: Der Erzähler hasst seinen Job und das Empire, aber auch die Einheimischen, die ihn verspotten. Ein entlaufener Arbeitselefant verwüstet den Basar und tötet einen Mann. Der Erzähler lässt ein Elefantengewehr holen. Als er den Elefanten findet, frisst das Tier friedlich auf einem Reisfeld, und er weiß, dass er nicht schießen sollte. Doch die Menge erwartet den Schuss. Er schießt mehrmals, der Elefant stirbt langsam, und der Erzähler geht, bevor es vorbei ist. Später ist er froh, dass der Tote ihm einen rechtlichen Vorwand gibt.
Erzählweise: Ich-Erzählung im Rückblick. Erlebnis und Reflexion wechseln sich ab: Der ältere Erzähler deutet, was der junge Polizist erlebt hat.
Schlüsselstellen (die ersten beiden aus dem Absatz, in dem der Erzähler die Menge ansieht, die dritte aus dem letzten Satz):
„when the white man turns tyrant it is his own freedom that he destroys“Orwell, Shooting an Elephant, Moment vor dem Schuss
„He wears a mask, and his face grows to fit it.“Orwell, Shooting an Elephant, gleicher Absatz
„I had done it solely to avoid looking a fool“Orwell, Shooting an Elephant, letzter Satz
Konflikt: Der Herrscher ist Gefangener seiner Rolle. Die Anekdote wird zur Kritik am Imperialismus.
Hanif Kureishi: My Son the Fanatic
Erstveröffentlichung: 1994 in The New Yorker, 1997 im Erzählband Love in a Blue Time. Kureishi schrieb auch das Drehbuch zum gleichnamigen Film (1997, Regie Udayan Prasad, mit Om Puri). Achtung: Im Film heißt der Sohn Farid, in der Kurzgeschichte Ali.
Figuren: Parvez, Taxifahrer in England, eingewandert aus Pakistan, sein Sohn Ali, der studiert, Parvez' Kollegen und Bettina, eine Prostituierte, die oft in seinem Taxi fährt und seine engste Vertraute ist.
Handlung: Ali trennt sich von seinen Sachen, seine Freunde melden sich nicht mehr. Parvez' Kollegen tippen auf Drogen, Bettina auch, doch Parvez findet keine Spur davon. Stattdessen betet Ali fünfmal am Tag und lässt sich einen Bart wachsen: Er hat sich einem strengen, fundamentalistischen Islam zugewandt. Beim gemeinsamen Essen wirft er dem Vater vor, Alkohol zu trinken und Schweinefleisch zu essen, und verurteilt den Westen. Parvez wollte, dass Ali Buchhalter wird und in England ankommt. Jetzt versteht er seinen Sohn nicht mehr. Als Ali im Taxi Bettina beleidigt, betrinkt sich Parvez und schlägt seinen Sohn. Ali fragt, wer jetzt der Fanatiker sei.
Erzählweise: dritte Person, nah an Parvez. Du siehst Ali nur durch die Augen des Vaters.
Konflikt: Erste gegen zweite Generation. Parvez will ankommen, Ali sucht Reinheit. Die Schlussfrage dreht den Titel um: Wer ist hier der Fanatiker?
Zadie Smith: The Embassy of Cambodia
Erstveröffentlichung: Februar 2013 in The New Yorker, im selben Jahr als kleines Buch bei Hamish Hamilton.
Figuren: Fatou von der Elfenbeinküste, Hausangestellte der Familie Derawal in Willesden (Nordwest-London), Andrew Okonkwo, ein Student aus Nigeria, den sie aus der Kirche kennt, und ein erzählendes „Wir“ der Nachbarschaft.
Handlung: Fatou ist über Ghana, Libyen und Italien nach London gekommen. Die Derawals behalten ihren Pass und ihren Lohn ein. Mit Gästekarten der Familie geht sie heimlich schwimmen und kommt dabei an der kambodschanischen Botschaft vorbei, hinter deren hoher Mauer Badminton gespielt wird. Sie liest von einer Frau, die in London als Sklavin gehalten wurde, und hält sich selbst nicht für eine. Mit Andrew spricht sie sonntags über Glauben, Leid und Völkermord. Am Ende rettet sie ein Kind der Derawals vor dem Ersticken, kurz darauf wird sie entlassen, und Andrew hilft ihr.
Erzählweise: 21 kurze Abschnitte, überschrieben wie Badminton-Spielstände von 0-1 bis 0-21. Eine Wir-Stimme aus Willesden wechselt mit einer dritten Person nah an Fatou.
Konflikt: unsichtbare Arbeit gegen sichtbare Macht. Der Federball über der Mauer bringt Alltag und Weltpolitik in ein Bild.
Vergleichstabelle: Orwell, Kureishi, Smith
| Achse | Orwell | Kureishi | Smith |
|---|---|---|---|
| Empire | von innen: der Polizist, der die Herrschaft hasst und sie trotzdem spielt | danach: eine Familie aus Pakistan in England | heute: London mit Spuren globaler Gewalt |
| Zugehörigkeit | Der Erzähler gehört zu den Herrschern und ist doch allein vor der Menge. | Vater und Sohn sind beide britisch und unsicher, jeder auf seine Art. | Fatou lebt mitten in der Stadt und bleibt fast unsichtbar. |
| Generation | der ältere Erzähler blickt auf sein junges Ich zurück | Kern des Konflikts: erste gegen zweite Generation | Fatou und Andrew als junge Migranten der Gegenwart |
| Stimme | Ich-Erzähler, Erlebnis plus Reflexion | dritte Person nah am Vater | Wir-Stimme der Nachbarschaft und Fatous Sicht |
UK ist nicht nur England. Orwell spielt in Burma, Kureishi und Smith in England. Trotzdem tragen alle drei dieselbe Frage: Wer gehört dazu, und wer entscheidet darüber?
Was die Texte verbindet
- Macht im Alltag: eine Menge auf der Straße, ein Taxi, ein Haushalt. In allen drei Texten steckt Herrschaft in gewöhnlichen Situationen.
- Zugehörigkeit: Wer gehört dazu, und was kostet Anpassung? Parvez passt sich an, Ali lehnt ab, Fatou wird gar nicht gefragt.
- Vom Empire zur Gegenwart: Orwell schreibt im Imperium, Kureishi und Smith in der Gesellschaft danach.
- Stimme und blinder Fleck: Jede Erzählform lässt etwas nicht sehen. Orwells Erzähler sieht die Burmesen als Menge, Parvez sieht Ali von außen, das „Wir“ schaut zu, ohne viel zu verstehen.
Zwei Texte vergleichen, Schritt für Schritt
Drei Handlungen zu kennen reicht nicht. In der Prüfung zählt, wie du zwei Texte an einer gemeinsamen Frage hältst. Die Lernkarte zeigt dir an einer Vergleichsaufgabe zu Macht im Alltag, wie du pro Text einen Beleg setzt und zur These kommst.
Orwell, Kureishi und Smith sind 2027 Pflichttexte im Landesabitur Hessen (GK und LK).
Zu den Englisch-Lernkarten Hessen →Typische Aufgaben zu den UK-Texten
- Outline the conflict the narrator faces in Shooting an Elephant. (AFB I)
- Examine how the limited point of view shapes our view of Ali. (AFB II)
- Comment on the function of the communal narrator in The Embassy of Cambodia. (AFB II/III)
- Compare how two of the texts present power in everyday situations. (Vergleich)
Lösungsanriss: Bei AFB I nur der Konflikt, knapp und im Präsens: Er will nicht schießen, die Menge erwartet es. Bei Kureishi zuerst die Perspektive benennen (dritte Person nah an Parvez), dann zeigen, was du über Ali gar nicht erfährst. Bei Smith fragen, was das „Wir“ sieht und was es übersieht. Beim Vergleich eine gemeinsame Frage, pro Text mindestens ein Beleg, am Ende ein Urteil.
Useful Phrases für den Vergleich
Beispiele, selbst formuliert. Pass sie an deine Belege an.
- Orwell's officer is both agent and prisoner of the imperial system.
- The crowd turns the shooting into a performance.
- Kureishi refuses to let either father or son own "real" Britishness.
- The final question reverses the meaning of the title.
- The communal narrator watches Fatou but hardly sees her.
- Smith places global violence next to an ordinary London pavement.
- Both texts locate power in an ordinary situation, but they give it to different speakers.
Vokabular: imperialism, colonial officer, sahib, crowd, hollowness, first and second generation, assimilation, fundamentalism, hypocrisy, hybridity, domestic worker, exploitation, invisibility, communal narrator, limited point of view.
Häufige Fehler in der Klausur
- Nur „England“ sagenOrwell spielt in Burma. Sag „Britain“ oder „the British Empire“, wenn du alle drei meinst.
- Ali als „den Fanatiker“ abhakenDie Schlussfrage richtet den Titel gegen Parvez. Zeig beide Seiten und was jede kostet.
- Film und Kurzgeschichte mischenIm Film heißt der Sohn Farid. In der Klausur geht es um die Kurzgeschichte mit Ali.
- Erzähler gleich AutorOrwells Text ist autobiografisch gefärbt, aber du analysierst den Erzähler und seine Reflexion. Smiths „Wir“ ist eine Figur, nicht Zadie Smith.
- Form vergessenEssay, Short Story, Abschnitte mit Spielständen: Die Form entscheidet, was du analysieren kannst. Behandle die drei Texte nicht als denselben Plot.
Lerncheck: 3 Fragen
Tippe deine Antwort an. Du siehst sofort, ob sie stimmt, und warum.
Die UK-Texte im Abitur 2027
Verbindliche Texte sind Orwells Shooting an Elephant, Kureishis My Son the Fanatic und Smiths The Embassy of Cambodia 2027 in Hessen in Q3 (Bezugskultur Vereinigtes Königreich), für Grundkurs und Leistungskurs. Im Leistungskurs kommt in Q3 Shakespeares Macbeth dazu. Mindestens eine Prüfungsaufgabe bezieht sich auf eines oder mehrere der Pflichtwerke. Die schriftliche Prüfung hat zwei Teile: Sprachmittlung als Pflicht und Schreiben mit integriertem Leseverstehen, dort wählst du B1 oder B2. Die Arbeitszeit beträgt im GK 255 und im LK 285 Minuten, Auswahlzeit eingeschlossen. Verbindlich sind immer die Vorgaben deines Landes.
Häufige Fragen zu den UK-Pflichttexten
Worum geht es in Shooting an Elephant?
Ein junger britischer Polizeioffizier in Burma erschießt einen Elefanten, der schon wieder friedlich ist, weil eine Menge von mindestens zweitausend Menschen es von ihm erwartet. Er erkennt, dass der Herrscher selbst Gefangener seiner Rolle ist.
Wie endet My Son the Fanatic?
Ali beleidigt Bettina im Taxi. Parvez betrinkt sich und schlägt seinen Sohn. Ali fragt, wer jetzt der Fanatiker sei. Eine Versöhnung gibt es nicht.
Warum sind die Abschnitte in The Embassy of Cambodia mit Zahlen überschrieben?
Die 21 Abschnitte tragen Spielstände von 0-1 bis 0-21 wie ein Badmintonsatz. Sie spielen auf das Badminton hinter der Mauer der kambodschanischen Botschaft an, an der Fatou vorbeikommt.
Muss ich im Grundkurs alle drei Texte kennen?
Ja. Die drei UK-Texte sind in Hessen für Grundkurs und Leistungskurs verbindlich. Macbeth kommt nur im Leistungskurs dazu.
Darf ich aus Kureishi und Smith zitieren?
In der Klausur ja, mit deiner Textausgabe. Bei Smith hilft der Spielstand über dem Abschnitt, damit man die Stelle findet. Auf dieser Seite stehen nur Zusammenfassungen, weil die Texte urheberrechtlich geschützt sind.
Bereit für das ganze Englisch-Abitur 2027?
Orwell, Kureishi und Smith, The Vanishing Half, Ex Machina, im LK Macbeth, dazu Q4 The individual and society als Lernkarten für Hessen. Einmalzahlung ab 7,99 €, kein Abo, funktioniert auch offline.
Orwell, Kureishi und Smith sind 2027 Pflichttexte im Landesabitur Hessen (GK und LK).
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